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Ich weiß nicht, wie es mir geht....

11. Oktober um 15:52

Hallo ihr Lieben,

am 18.09. hatte ich einen Schwangerschaftsabbruch ((An die Abtreibungsgegner: ihr könnt euch eure Kommentare sparen, ich bin mir durchaus darüber bewusst, was ich getan habe! - aber eben auch warum).
Auf Anraten habe ich meinen Text kürzer gefasst, wer die Gründe dennoch wissen will: https://schwangerschaft.gofeminin.de/forum/nach-abbruch-ich-weiss-einfach-nicht-wie-es-mir-geht-fd1000373#af-post-1000373-10101
Habe ehrlich gesagt nicht viel Lust alle aufkommenden Fragen noch einmal zu verschriftlichen, obwohl ich dieses schon einmal getan habe.

...wie geht es mir jetzt? Ehrlich gesagt kann ich dazu keine konkrete Aussage machen. Ich zerdenke alles und komme aber nicht dagegen an.
In den ersten Tagen nach dem Abbruch (18.09.) ging es mir nicht besonders gut, aber auch nicht besonders schlecht. Im Endeffekt war ich erleichtert darüber, dass die Entscheidung nun durch war und auch etwas darüber, dass ich wieder alleine in meinem Körper bin.
Nun jetzt geht es mir immer mal wieder, tage- oder phasenweise, mal so und mal so. Ich würde nicht sagen, dass ich es bereue, aber schön und einfach ist das alles dennoch nicht, zumal ich mir halt auch einfach nicht sicher bin, ob ich wirklich zu 100% hinter bzw. vor der Entscheidung stand. Alles ist so anstrengend.
Gerade in den ersten Tagen habe ich mir nicht mehr so intensiv und krass zu jeder Minute des Tages Gedanken über die Umstände gemacht, aber nun holt es mich doch wieder etwas öfter ein.
Das Leben muss weitergehen und nun habe ich versucht weiter zu machen, habe Maßnahmen für meine weitere Lebensplanung ergriffen, aber irgendwie trifft das alles nicht so sehr meine Vorstellungen, die ich hatte. Ich zweifele doch etwas daran, ob meine Pläne alle so wichtig gewesen wären. Ich habe etwas Angst davor, dass der Fall eintritt, dass meine Pläne nicht so klappen, wie ich es mir vorgestellt habe und dass der Abbruch "umsonst" war, obwohl ich viele Gründe für einen Abbruch hatte.
Ich durchlebe Phasen des Pro-Baby-Denkens, in denen ich einfach alle Gründe ausblende und einfach nur noch an das potentielle Baby und das Mutter-Sein denke, wie es gewesen wäre usw. aber dennoch nicht unbedingt das Gefühl der Reue. Jedoch denke ich dabei nur an ein Baby oder ein Kind von max. 2 Jahren. In diesen Momenten spielen sie irgendwie keine Rolle mehr und es ist als hätte es sie nicht gegeben. Dann muss ich mich bewusst wieder daran erinnern. Zwar sofort, aber nicht mehr mit so einer ergreifenden Präsenz, stellt sich wieder mein Unwille ein, all die Kompromisse, die damit verbunden gewesen wären, nicht eingehen zu wollen und dass ich es nun nicht mehr muss. Dann wieder andere Momente und Phasen, in denen mir all diese Dinge wieder so präsent vor Augen sind ich ganz klar sehe, dass es für alle, vor allem für das Baby und in erster Linie auch für mich, das Beste gewesen ist. Und immer wieder die Vorstellung mich noch nicht in der Rolle einer Mutter gesehen zu haben.
Irgendwie trauere ich, obwohl es meine freie Entscheidung war, was vielleicht auch irgendwie normal ist, aber ich kann dabei keine Kontrolle mehr über meine Gedanken und Gefühle gewinnen und es nervt mich langsam. Es macht mich kirre. Es geht mir schlecht, weil ich nicht weiß, wie es mir geht....klingt ziemlich absurd, oder!?
Ich habe einfach Angst, dass ich den Abbruch irgendwann bereuen werde, weil ich einen Wunsch habe, den ich nicht einordnen kann. Ob es nun ein tatsächlicher Kinderwunsch oder eher der Wunsch nach Schwangerschaft ist, ich weiß nicht. Ich bin mir durchaus darüber bewusst, dass es nun mehr als sinnlos wäre es erneut darauf ankommen zu lassen und ich weiß einfach auch, dass ich nicht selten zu Kurzschlussreaktionen neige und sowohl darüber als auch darüber, dass mich dieses Kurzschlussreaktionen eigentlich nie in bessere Situationen gebracht haben, bin ich mir bewusst. Aber dennoch muss ich zugeben, dass die Versuchung groß ist, obwohl, und das möchte ich noch einmal ganz deutlich sagen, es NICHT soweit kommen lasse, bevor ich mich nicht bereit und meine Situation als gesichert genug empfinde und das wird voraussichtlich erst in 4-5 Jahren so sein...und dann kommen da wieder die Gedanken, dass diese Zeit, wenn man beschäftigt ist, sicher wie im Flug vergehen wird, aber erstmal erscheint das alle noch sooooo lange und sooo weit weg. Zu lange und zu weit.
Ich kann meine Emotionen einfach nicht bestimmen und einordnen. Ich weiß nicht, wie ich mich fühle und wie ich darauf reagieren soll...ein ewiges Gedanken-Hin und -Her.

Erging es jemandem ähnlich? Stimmt etwas nicht mit mir oder ist das alles ganz normal? Sollte ich überlegen mir professionelle Hilfe zu suchen?
Vielen Dank schon im Voraus für alle Ratschläge und sonst auch jedes ehrliche, hilfreiche Wort.

Mit lieben Grüßen
Funnygirl2001

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Theola - mein Partner kann recht gut damit umgehen. Zwar redete er noch während der Ssw von aufkommenden Vatergefühlen, aber er steht nach wie vor hinter mir. Er nimmt mich, wie ich gerade bin, trocknet meine Tränen und tröstet mich. Nur Reden ist schwer, weil ich meinen Gemütszustand kaum erklären kann. 

Derzeit verhüten wir, indem wir keinen Sex haben! Ich will und kann das nicht. 
Am 22.10., wenn ich den Termin zur Nachkontrolle habe, will ich mir den Nuvaring verschreiben lassen, was ich ja eigentlich auch die ganze Zeit, nachdem ich mich dann für eine Methode entschieden hatten, schon wollte, aber eben vier Monate auf meinen Termin gewartet habe. 

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