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Ich weiss nicht weiter

26. August 2014 um 15:45

Hallo ihr Lieben,

Ich weiss das es alleine meine Entscheidung ist und das ich mit jemandem reden soll,
aber gerade jetzt ist es einfach etwas viel
für mich.
Ich befinde mich in einer frischen Beziehung,
kenne ihn aber bereits seit fast 10 Jahren und
weiss auch deshalb wie er über Kinder denkt.
Er will keine und da diskutiert er auch nicht
drüber.
Ich habe angst ihn zu verlieren, da er einer der liebsten Menschen ist den ich kenne und
er nicht nur mein Freund sondern auch seit
Jahren mein bester Freund ist.
Das alles ist nur nicht das eigentliche Problem,
es ließe sich bestimmt regeln, nur ist zur Zeit mein Leben das reinste Chaos.
Ich habe erst seit kurzem einen Festvertrag,
vor ein paar Wochen ist mein Vater gestorben
und meine Mutter braucht viel Unterstützung,
(sie war immerhin 25 Jahre lang auch für mich da.)
und vor einem Jahr hat meine Schwester,
die schon immer Kinder haben wollte,
ihr eigenes verloren, dann wurde festgestellt,
daß sie womöglich keine Kinder mehr bekommen kann.
Unter anderen Umständen würde ich nie eine Abtreibung in Betracht ziehen.
Jedoch geht mir der Verlust meines Vaters sehr nahe und ich habe manchmal das Gefühl nicht einmal damit zu recht zu kommen und in dieses Chaos soll noch ein Kind?
Ich weiss nicht ob ich das schaffe und wer hinter
mir stehen würde, es tut gerade einfach nur gut meine Ängste mal nieder zu schreiben.

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26. August 2014 um 19:33

Jaymelee1
Hallo Jaymelee das mit deinem Vater tut mir sehr leid.
Ich fühle mit dir aber ich weiss das noch so viele Worte man auch schreiben kann deinen Vater nicht zurückbringt.

Ich werde dir meine Geschichte erzählen und ich hoffe das sie dir Mut Macht eine für dich richtige Entscheidung zu treffen.

Ich habe im alter von 16 Jahren meinen Vater verloren, er hat sich nach der Verkündung einer unheilbaren Krankheit das Leben genommen.

Es war ein Schock für mich und meine ganze Familie meiner Mutter ging es danach sehr schlecht und wir hatten Konflikte so bin ich mit 18 Jahren ausgezogen habe meine Ausbildung gemacht und gearbeitet. Durch die ganze Zeit hindurch hatte ich einen wunderbaren Freund einen Menschen wie du in beschreibst "einer der liebsten Menschen ist den ich kenne".

Ich habe immer funktioniert doch irgendwann war ich fertig ich entschloss mich ins Ausland zugehen. Um Mal Abstand zu gewinnen von dem ganzen und Ruhe zu finden. Als ich im Ausland war bemerkte ich nach kurzer Zeit das ich Schwanger bin, ich hatte einen totalen Schock. Ich dachte ähnlich wie bei dir das ich das meiner Familie nicht antun könnte so jung und schon ein Kind nach all dem was in denn letzten Jahren geschehen war. Nein das will ich nicht, ich habe die Kraft nicht dafür und wie wird wohl meine Familie damit umgehen, soll ich meinem Freund die ganze Freiheit rauben, nur weil ich schwanger geworden war?

Ich habe dann abgetrieben und damit den grössten Fehler in meinem Leben begannen. Denn ein Kind ist auch ein Neuanfang etwas das Mut macht dass das Leben weiter geht. Hast du dir schon Mal überlegt das dein Vater in deinem Kind auch einwenig weiterlebt und das es für deine Mutter nach einem schweren Verlust auch schön sein könnte Oma zu sein, das du ihr ein unvergleichliches Geschenk machen kannst in dem du sie zur Oma machst?

Ich habe erst nach meiner Abtreibung mit meiner Mutter gesprochen und gemerkt das sie sich sehr wünschen würde mal Oma zu sein.

Die Beziehung mit meinem Freund ist total zerbrochen so das wir nicht mal normale Freunde sein können. Was gibt es denn grösseres was zwischen zwei Menschen stehen kann als ein von dir nicht gewolltes leben. Denn denke das Kind in dir ist zur hälfte von einem der liebsten Menschen denn du kennst denkst du nicht der hat es verdient zu leben?

Das deine Schwester ihr Kind verloren hat ist sehr schlimm aber es ist kein Grund weshalb du kein Kind haben darfst.

So und nun nun zu dir, glaubst du du kannst damit leben dein eigenes Kind getötet zu haben, ich weiss es klingt hart und man kann es abtun und sagen da war ja noch gar nix. Ich aus eigener Erfahrung kann dir sagen das die Argumentation das ist nur ein Zellklumpen. Zusammen brechen kann und wenn das geschieht und das winzige Ding das Mal in deinem Bauch war als Mensch akzeptierst und es aber nicht mehr da ist. Dann kann es dir sehr sehr schlecht gehen.

Besonders wenn du die unter anderen Umständen nie vorstellen konntest ein Kind abzutreiben, kann ich mir gut vorstellen das dir später dieser Entscheid sehr wehtun kann.

Es ist ganz ganz wichtig das du einen Entscheid für dich fällst, nur weil im Lebensplan des Menschen den du 10 Jahre kennst kein Kind vorkommt muss es nicht heissen das es nicht passieren kann soviels passiert.

Ich weiss das wenn man weiss das man Schwanger ist und es nicht geplant hat wie in einer Art Kugel fühlt in einer Glaskugel wo mann die anderen sieht und du sie sieht aber das was dich beschäftigt nicht geteilt wird. Zerbreche diese Kugel auch wenn es unheimlich schwer ist suche den Dialog mit Menschen, spreche, spreche, spreche, eine Abtreibung ist ein Entscheid der einem Nahe geht und irgendwann muss man reden. Ich denke es ist aber um einiges besser es jetzt zu tun als wenn schon alles beschlossene Sache ist.

Denn egal ob du dich für oder gegen das Kind entscheidest die Dialoge die du mit Menschen führst werden dir helfen, denn immer wenn du zurückschaust wirst du wissen wir haben das und das besprochen, das waren meine Gefühle das waren meine Ängste ich habe mich über die folgen informiert, kurz gesagt ich habe alles getan um einen Entscheid der für mich stimmt zu fällen.

Bitte habe diesen Mut JETZT zu sprechen den es gibt nichts schlimmere als sich zu erinnern und sich zu Fragen weshalb habe ich nicht mit, ihr, ihm, ihnen Gesprochen, wenn ich das gewusst hätte dann....

Du bist eine Frau, du kannst schwanger werden, nun bist du schwanger- deine Mutter war mal schwanger. Alle die da sind entstanden durch eine Schwangerschaft also schäme dich nicht

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27. August 2014 um 12:14

Hallo liebe jaymelee,
wie gut, dass du dir hier luft gemacht hast, dir deine sorgen mal von der seele geschrieben hast.
ist ja auch grad richtig viel was dich so beschäftigt.
wenn erst vor einigen wochen dein vater gestorben ist, dann fühlt sich alles noch so frisch an, der verlust sitzt noch obenauf und schmerzt sicher sehr.....das versteh ich gut!
und deine mama braucht auch noch stütze. du bist bestimmt ne ganz liebevolle, willst allen helfen....auch deine schwester hat dein mitgefühl.....ist ne traurige geschichte, wenn sie ihr baby verloren hat.

wie du von deinem liebsten menschen schreibst, berührt mich auch. ihr kennt euch schon sooo lange, vertraut euch und habt jetzt auch als paar zueinander gefunden. wie schön!
und jetzt ist aus dieser großen liebe euer baby entstanden. weshalb hast du denn solche angst, dass er dich jetzt verlassen könnte?
zum glück spürst du auch, dass sich vieles regeln lassen würde....

aber da ist noch die große angst, diese unsicherheit ob du alles schaffen könntest, stimmts? ....was macht dir denn am allermeisten sorgen? hängt es mit deiner arbeit zusammen, mit der festanstellung? was ja vermutlich sehr positiv für dich ist.....
du, schreib doch noch von dir und erzähl wie es dir geht. in welcher woche bist du überhaupt? ist die neuigkeit noch ganz frisch? vielleicht hast du überhaupt noch mit niemand in deinem näheren umfeld gesprochen.....gibts denn sonst jemand, dem du dich anvertrauen könntest. `ne gute freundin vielleicht? würd ich dir jetzt wünschen...
jedenfalls denk ich sehr an dich!
linda

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1. September 2014 um 8:20

Hallo jaymelee,
jetzt hast du nicht mehr geschrieben, trotzdem gehst du mir nicht aus dem kopf....
wie geht es dir heute?
hast du vielleicht all deinen mut zusammengesucht und inzwischen mit deinem liebsten über deine ängste und gedanken gesprochen? ich wünsch dir sehr, dass du nicht mehr all deine sorgen alleine mit dir herumschleppen musst.
ach du, schreib doch wieder und erzähl, wie`s ausschaut bei dir! ich schick dir noch eine pn
glg linda

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1. September 2014 um 11:38

Wikidedia
als neutrale Seite sagt anderes aus (mit Quellenangaben):

Risiken
Körperliche Folgen
Komplikationsrate des Eingriffs
Legale Schwangerschaftsabbrüche, die in Industriestaaten unter guten klinischen Bedingungen durchgeführt werden, gehören zu den sichersten medizinischen Eingriffen.
In den USA betrug in den Jahren 19982005 die Müttersterblichkeit nach Schwangerschaftsabbrüchen etwa 0,6 pro 100.000 Eingriffen, somit ist ein Schwangerschaftsabbruch ungefähr 14 Mal sicherer als eine Geburt (8,8 Todesfälle pro 100.000 Lebendgeburten).


Psychische Folgen
Im Jahr 2008 wurden zwei systematische Übersichtsarbeiten der neueren wissenschaftlichen Untersuchungen (nach 1989) über das psychische Befinden von Frauen nach einem Schwangerschaftsabbruch durchgeführt. Die eine stammt von einer Expertengruppe der American Psychological Association (APA), die andere von einem Forscherteam der Johns Hopkins Universität in Baltimore.[41] Beide kamen unabhängig voneinander zum Schluss, dass die qualitativ besten Studien die These widerlegen, wonach ein Schwangerschaftsabbruch psychische Probleme verursache. Eine erwachsene Frau mit einem einzelnen Schwangerschaftsabbruch im ersten Trimenon aus nichttherapeutischen Gründen habe nicht mehr mentale Probleme als die Durchschnittsfrau.[38][39] Laut dem APA-Bericht, der 2009 aktualisiert wurde, seien Risikofaktoren für die Entwicklung psychischer Störungen nach einem Schwangerschaftsabbruch nicht der Eingriff selbst, sondern die wahrgenommene Stigmatisierung, Notwendigkeit, den Schwangerschaftsabbruch geheim zu halten, geringe soziale Unterstützung für die Entscheidung, niedriges Selbstwertgefühl, verleugnende und vermeidende Bewältigungsstrategien und vor allem vorangegangene psychische Probleme.[38][39]

In einer weiteren systematischen Übersichtsarbeit kamen Experten des National Collaborating Centre for Mental Health, ein zum britischen National Health Service gehörendes Zentrum, im Dezember 2011 ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Abtreibung das Risiko für die Entwicklung psychischer Störungen nicht erhöht. Laut anderen Review-Artikeln besteht kein kausaler Zusammenhang zwischen Schwangerschaftsabbrüchen und psychischen Störungen.

Die Entscheidung für den Abbruch einer ungewollten Schwangerschaft ist für einen Teil der Frauen mit Gewissenskonflikten unterschiedlichen Ausmaßes verbunden. Die meisten Frauen berichten jedoch unmittelbar nach dem Abbruch über ein Gefühl der Erleichterung.
Laut einem Review-Artikel bereuen die meisten Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen ließen, ihre Entscheidung nicht und würden unter ähnlichen Umständen wieder diese Entscheidung treffen.

Mütter, denen ein Schwangerschaftsabbruch verweigert wurde, können laut einer systematischen Übersichtsarbeit aus dem Jahr 1991 langfristig unter den Konsequenzen leiden. Es wird berichtet, dass sich viele Frauen nur erschwert an die ungewollte Mutterrolle anpassen konnten und das Kind eher als Belastung empfinden. Die Kinder der betroffenen Mütter erbringen durchschnittlich schlechtere Schulleistungen, zeigen häufiger Verhaltensauffälligkeiten wie Delinquenz und benötigen häufiger psychiatrische Behandlungen.

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