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Ich kann nicht mehr

29. November 2012 um 20:25

Hi zusammen, ich bin seit heute neu dabei und hoffe auf Gleichgesinnte zu treffen.

Am 15/06/2012 hatte ich eine Fehlgeburt in der 12. SSW, Abbruch war jedoch bereits in der 9. SSW.

Da ich mich so sehr auf mein 1. Kind (ich bin 33) gefreut hatte, viel mir die FG sehr schwer. Mit der Zeit besonders schlimm, weil meine Nichte parallel schwanger war. Nach einer Zeit hatte ich die FG gut "weggesteckt", da ich aufgrund einer Zyste den Abbruch für die SS nun wusste.

Jetzt ist aber mein Großneffe auf der Welt und alles dreht sich nur um ihn. Meine Mama kauft in meiner Gegenwart Babysachen und betont bei Freunden in meiner Nähe immer wieder, dass sie ja noch hätte Oma werden können, wenn nicht....

Das sie mich damit verletzt, merkt sie nicht. Doch jetzt nach den ganzen Monaten zerfrisst mich das Thema immer mehr, denn ich hätte am 31/12 entbunden.

Das traurige ist, das mein Partner jetzt plötzlich kein Interesse mehr an einem neuen Versuch hat. Nach meiner Kifer-OP sagte er noch, dass der nächste Versuch sicher klappt und heute, ist ihm sein blödes Aquarium wichtiger als alles andere. Jetzt auf einmal behauptet er, dass es finanziell nicht mehr reicht für Nachwuchs. Jetzt auf einmal sucht er nach einer 2-Zimmer-Wohnung und fordert mich auf, wieder arbeiten zu gehen.

Ich werde aber nicht jünger und auch meine Ärztin sagte mir bereits, dass das Risiko besteht, dass meine Eierstöcke in 1-2 Jahren vielleicht nicht mehr wollen. Ich ertrage auch nicht den Gedanken, erst mit 35 oder so Mutter zu werden, der Kinderwunsch ist so laut geworden, aber ich weiß einfach nicht mehr, wie ich meinem Partner noch antworten soll. Sämtliche Versuche mit ihm zu reden, dass es finanziell doch klappen kann, scheitern...

Was soll ich jetzt machen, bin echt verzweifelt und hoffe, dass jemand von Euch Rat weiß.

Sorry wegen dem langen Text, aber ich musste das einfach mal los werden.

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30. November 2012 um 10:29

Kopf hoch !
Hallo,

ich kenne deine Situation mehr als gut ...war vor 4 jahren bei mir genauso ( 2 Fehlgeburten )

Ich kann dich aber trösten ! das heist garnix ! Mittlerweile habe ich 2 gesunde Kinder ( eins davon sogar ungeplant ) ... mach dich nicht verrückt ... ich habe mir damals ovulationstests gekauft und dann hats auch funktioniert ....
solange du gesund bist spricht nichts dagegen dass du Mutter wirst ...die Natur entscheidet oft selbst ...so traurig das auch ist !

Was deinen Mann betrifft ...vielleicht hat er Angst noch ein Kind zu verlieren !!!! Mein Mann hat damals auch keinen Arztbesuch mehr mitgemacht weil er einen weiteren Verlust nicht ertragen hätte ....denk mal darüber nach vielleicht ist es eine Angstreaktion ! Rede mit ihm ! Denn ich muss dir natürlich Recht geben das bei einer Frau sie Uhr schneller tickt und das musst du Ihm eben auch klar machen !

LG und wirklich mach dir wegen den FG keine so großen Gedanken solange du nicht krank bist ist das wirklich nichts ungewöhnliches !

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30. November 2012 um 20:10

Hallo
Ich kann dich sehr gut verstehen. Bin 32 und seit über 3 jahren verheiratet. mein mann hatte nie ein kinderwunsch gehabt, wusste aber, dass ich mir ein leben ohne kinder nicht vorstellen kann. er hat mein kinderwunsch akzeptiert,jedoch wahrscheinlich immer gehofft mit der zeit das gefühl auch zu entwickeln. es passierte aber nicht. ich hatte schwierigkeiten schwanger zu werden. sehr lange habe ich gehofft schwanger zu werden, jedoch ohne hormonelle behandlung schien es nicht möglich zu werden. als ich aufgehört habe mir druck zu machen und an das schwangerwerden nicht mehr gedacht, bin ich auf einmal schwanger geworden.
bevor ich das wusste, kündigte ich mein job (wir haben ein haus gekauft und sind umgezogen) mit der hoffnung schnell wieder was neues zu finden. es passte alles nicht. ich konnte nicht mal 400 euro job finden, denn keiner wollte eine schwangere. ich konnte mein glück nicht richtig geniessen. mein partner war durcheinander. ich wusste nicht mal ob er sich freut und wie es alles endet. ich verdiente nicht mehr und es sah so aus, dass ich bis zur entbindung kein cent sehen werde. wir wussten, dass die situation sehr schwer ist, aber es wird irgendwie zu schaffen sein. und...gerade, wo wir angefangen haben uns als eine kleine familie zu sehen und pläne zu schmieden, habe ich eine verhaltene fehlgeburt erlitten. die ausschabung war vorgestern. ich komme damit nicht klar, weiss nicht weiter.

vwir frauen unterschätzen unsere männer oft. denken, dass nur die mutter besonders mit dem verlust des kindes zu kämpfen hat. es stimmt aber nicht. ich hätte nicht gedacht meinen partner so zu sehen.er hat richtig gelitten, obwohl er es früher nicht gezeigt hat.

ich denke, dein partner hat einfach angst, es wieder zu erleben. männer haben da in so einem fall ihre eigenen ausreden. sie werden nicht zugeben, dass sie angst haben. einen anderen grund zu finden ist eben leichter.

ich bin in deinem alter und obwohl wir auch weiter versuchen möchten, will ich jetzt arbeiten gehen. es ist wichtig wieder die normalität zu finden, weil gerade dann, wenn kein druck da ist, wirst du am ehesten schwanger werden. ich werde es jetzt auf jeden fall so machen. egal ob ich nur 2 oder 3 monate arbeiten soll. ich brauche die normalität. den kopf frei zu bekommen. sonst machst du dich nur verrückt.

ich denke nicht, dass dein partner sich das alles anders überlegt hat. glaube mir, meiner ist ihm da sehr ähnlich.

ruhe dich aus, pass auf dich auf und fang an normal zu leben. du wirst sehen, wie schnell du wieder schwanger wirst! Also ich habe genau das jetzt vor

wow! habe hier viel durcheinander gebracht, hoffe aber, du kannst verstehen was ich meine.

ich wünsche dir viel freude und ruhe und hab mehr vertrauen

liebe grüße

Boni

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1. Dezember 2012 um 10:58

Endlich ist es raus
Hallo Ihr Lieben,

vielen Dnak für eure aufmunternden Worte und siehe da, nachdem ich das umgesetzt habe, was ihr mir geraten habt, hab ich das klärende Gespräch gestern nochmal aufgesucht.

Und siehe da, plötzlich kam mein Schatz mit der Sprache raus: Er hat tatsächlich Angst davor, dass nächste Kind wieder zu verlieren. Er hat Angst, dass es finanziell nicht reicht, weil er ja ein unterhaltspflichtiges Kind hat, das bei seiner Ex lebt (waren nicht verheiratet!).

Er hat mir sogar versichert, wenn ich einen Termin bei einer Schwangerschaftsberatung bekommen sollte, dass er mich dorthin begleitet, um dort näheres zu erfahren, wie es dann finanziell aussehen würde für uns.

Ich bin total baff, was manchmal es bewirken kann, wenn man sagt: Ich kann mit Dir nicht weiterleben, wenn mein Kinderwunsch unerfüllt bleibt!"

Naja, ein klein wenig hat auch meine beste Freundin/Trauzeugin in Spe geholfen. Sie kennt bereits die Situation, wenn der eine Partner arbeitslos ist, die Kindsmutter keinerlei finanzielle Unterstützung bekommt und plötzlich ist ein Kind unterwegs. Und auch die beiden haben es geschafft, mit deutlich weniger Geld, als wir haben.

Nun freue ich mich auf die neue Zukunft, denn mein Schatz will sich nicht von mir trennen, ganz im Gegenteil, er denkt sogar ans heiraten...

Ich bin so glücklich und froh, dass die Aussprache geholfen hat und ich jetzt weiß, wo ich dran bin.

Heute will er mich überraschen, wir fahren gleich weg, mal schauen wohin er mich entführt...melde mich dann später nochmal.

Vielen Dank nochmal fürs zuhören und Tipps geben...schönen Samstag bis später. GLG

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1. Dezember 2012 um 12:37

Toll
Habe mich richtig gefreut das jetzt zu lesen..
Das finanzielle ist immer irgendwie zu bewältigen. Auch wenn man kein plan hat, wie es funktionieren sollte die erfahrung hat mir gezeigt, dass sich viele probleme mit der zeit von alleine lösen und man wundert sich später, dass man sich früher so verrückt machen müsste.

Ich habe sogar den eindruck, dass mich und meinen partner die tragödie enger zusammen gebracht hat. das hat mir auch die zukunftssorgen genommen. er hat auch ständig das finanzielle angesprochen und angst gehabt, wie die zukunft aussehen sollte, trotzdem wusste ich, dass wir es schaffen werden.
unser sternchen ist jetzt weit weg, aber durch diese erfahrung werden wir auch die neue schwangerschaft anders erleben. obwohl der tod des kindes niemals einen sinn ergibt, müssen wir glauben, dass alles was uns passiert, ein teil des ganzen ist und irgendwie seine gründe hat, die wir vielleicht irgendwann verstehen werden oder auch nie.

ich habe beschlossen jetzt nicht aufzugeben, sondern schon jetzt für mein zukunftiges baby was tun. ich werde weiter langsam , sehr langsam das kinderzimmer einrichten, mich fit halten(vielleicht ein wenig abnehmen), an meiner psyche arbeiten und mich über die nächste hoffentlich baldige schwangerschaft freuen.


sorry, habe hauptsächlich über mich geschrieben..

liebe grüße

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9. Dezember 2012 um 8:58

Selbst verrückt machen?
Hallo,

nach einer anstrengenden Woche kann ich mich hier mal wieder melden.

Mein Partner und Ich haben verstanden, wir wollen nicht länger warten. Mein Mann hat ein sehr gutes Verhältnis zu Kindern, erst gestern auf der Weihnachtsfeier unseres Vereins ist es wieder sehr deutlich geworden, dass er Kinder magisch anzieht. Es war so schön zu sehen, dass sich das kleine Mädchen absolut nicht davon abbringen lassen hatte, meinen Mann beim Essen abzulenken. Und siehe da, auch mein Mann wurde es warm ums Herz. Wie selbstverständlich sagte er zu mir: "Ich weiß Du möchtest ein kleines Mädchen haben...wir geben nicht auf und wenn alles gut geht, wächst bald eine kleine Zoe Amy in Dir!" Gott was war ich glücklich in dem Moment...

Derzeit versuche ich mich mein Lieblingshobby zum Beruf zu machen. Nach Karneval starten mein Partner und Ich als Trainer durch und wollen etwas auf die Beine bringen. Für mich ist das Ablenkung pur, denn wenn ich selber tanze, kann ich alles hinter mir lassen.

Wenn da meine liebe Mama nicht wäre.

Erst letzte Woche hat sich mich wieder den berg runter geschuppst, als wir eine Mutter von einem ehemaligen klassenkameraden von mir trafen. Fettnäpfchen in einer Tour. Erst erzählte sie voller Stolz dass sie Uroma geworden war und wie (angeblich) toll meine Nichte ihre Mutterrolle ausübt und plötzlich fiel ihr wieder ein, sie wäre ja auch Oma geworden, wenn nicht.... Ich glaube manchmal, das meine Mama gar nicht mitbekommt, das sie immer wieder Wunden aufreisst, wenn sie damit anfängt. Aber ich glaube auch, dass sie sich selbst damit kaputt macht. Vor noch 1 Jahr, da sprach sie immer wieder davon: "Ihr habt noch zeit, ihr seit noch jung!". Dann bin ich vor einem halben Jahr schwanger und ihre Fassade bröckelt. Wo sie sonst das Thema Enkelkinder beiseite geschoben hatte, fängt sie am Telefon an zu weinen, als ich ihr eröffnet hatte, dass sie Oma wird. Im Krankenhaus hat sie mehr geweint als ich, konnte selbst meinem Mann nicht in die Augen schauen, als er auch endlich da war. Und jetzt ein halbes Jahr später, betont sie immer wieder das schreckliche Ereignis oder das wir so tolle Eltern wären.

Wenn ich mit meine Trauzeugin in Spe und ihrem Sohn zusammen bin, dann vergesse ich die negativen Gedanken, das Lächeln des Kleinen, lässt mich wieder hoffen. Neulich haben wir noch Scherze darüber gemacht, wenn wir wirklich eine Tochter hätten, dass sie dann mit ihrem Sohn vielleicht ein Paar spätrer wären...

Aber wehe ich bin alleine, dann kommt alles wieder hoch. Um das zu verarbeiten, schreibe ich meine persönliche Geschichte nieder. Die Freuden und Ablehnungen meiner Eltern und Schwiegereltern, die Unterstützung von Freunden, die Probleme und der Tod meiner Frauenärztin. Und irgendwann merke ich, dass es nicht mehr so weh tut. Solange ich nicht weiß, was mein Körper selber noch vorhat, solange lenke ich mich ab. Sport, Musik, Tanzen, schreiben und es hilft.

Ich werde nie wissen, ob es ein Junge oder ein Mädchen geworden wäre, aber ich weiß, das mein Baby immer einen Platz in meinem Herzen haben wird und irgendwann wenn es dann klappt, werde ich nach Jahren die alten Fotos raus suchen und meinem Kind von seiner Schwester oder ihrem Bruder erzählen, der viel zu früh von uns gehen musste.

Mein kleiner Sonnenschein wird nie vergessen....

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