Home / Forum / Schwangerschaft & Kinderwunsch / Ich bin am Ende

Ich bin am Ende

14. September 2014 um 23:55

Ich hatte vor etwas über einem Jahr eine Abtreibung (damals war ich 15 und mein Freund 18). Als ich erfuhr (6. SSW) das ich schwanger bin, kam bei mir sofort der Beschützerinstinkt auf als mein Freund mit dem ich damals knapp 5 Monate zusammen war meinte, wir können es nicht behalten. Ich hab ihm Vorwürfe gemacht. Ein paar Tage später hat er gemeint dass wir das schaffen, seine Familie und auch meine Mutter wollten uns helfen bei allem (der rest meiner Familie wusste und weiss bis heute nichts). Doch als ich etwa in der 10 SSW war ist er in den Urlaub nach Spanien gefahren und wir haben jeden Abend telefoniert. Eines Nachts, nachdem wir uns heftig gestritten hatten weil er mir gestanden hat dass er das Kind eig gar nicht wollte, sondern sich nur mit meiner Entscheidung abgefunden hatte, kam von ihm eine SMS, in der er mit mir schluss gemacht hat und er gemeint hat, er bliebe nur bei mir, wenn ich abtreiben würde. In dem Moment konnte ich nicht nachdenken, ich wusste nicht ob mir mein Kind oder Mein Freund mehr bedeuten. Ich ging also zur Schwangerschaftsberatung und lies alles über mich ergehen. Ich hatte und habe noch heute zu jedem Zeitpunkt das erste Ultraschallbild bei mir und wwir hatten damals auch schon einen Namen, auch wenn wir noch nicht wussten ob es ein Junge oder ein Mädchen würde, war sie vorerst für uns unsere kleine Claire. Am Tag bzw. am Morgen der Abtreibung kam meine Mom und mein beste Freundin mit mir mit. Mein "Freund" und ich hatten die Abende davor wieder telefoniert. Ich musste endlos lange im Wartezimmer warten. Ich hoffte die ganze Zeit er würde anrufen. Als ich dran war, und den Ultraschall gesehen habe im OP-Saal, wurde es einfach zu viel und ich fing an zu weinen. Ich war am Ende und völlig hysterisch als ich einschlief. Als ich wieder aufwachte hatte ich wahnsinnige Schmerzen, wurde noch eine Stunde im Aufwachraum mit Schmerzmitteln über den Tropf vollgepumpt weil ich mich nicht bewegen konnte. Ich hab dagelegen und geweint. Als ich wieder nach unten ging und meiner besten Freundin völlig am Ende in die Arme gefallen bin, rief mein Freund an. Ich onnte nicht mit ihm reden. Meine beste Freundin ging ran und sagte ihm das. Er entschuldigte sich 1000 mal und alles. Als er ein paar Tage später wieder aus Spanien kam, erzählte er mir, dass er mich eig an dem Morgen anrufen und abhalten wollte,aber er konnte nicht. Er wollte mir nicht meine Schullaufbahn und alles verderben. Er wäre auch wenn ich nicht abgetrieben hätte bei mir geblieben. Ab dem Moment ertrug ich sein blo0e Gegenwart nicht mehr. Es tat so weh. Nun ist dass andere Ding, dass ich schon seit ich 7 gewesen bin unter Depressionen leide, aus verschiedenen Gründen. Sie wurden nicht besser, sie werden jeden Tag schlimmer. Ich bin in psychologischer Behandlung, aber es bringt nichts. Ich hab auch mal Anti-Depressiva genommen, verschiedene, aber mit denen wurde alles immer nur schlimmer. Nach dem Abbruch hab ich 19kg abgenommen (keine Sorge ich bin nicht Magersüchtig), weil ich nicht essen wollte. 10 Tage nach dem Abbruch erfuhr ich dass noch eine Ausschabung nötig sei,weil "noch was übrig sei". Ich wollte nichts mehr essen, ich hatte das gefühl, mein totes Kind mit zu ernähren. Ich habe mich vor dem Abbruch schon diverse Male geritzt, einen Selbstmordversuch schon gehabt. Seit dem Abbruch werden es fast wöchentlich mehr Narben an meinem Körper. Nicht nur die Trauer, sondern auch der Verlust aller meiner Freunde nach dem Abbruch macht mir zu schaffen. Ich bekomme regelmäßg unbekannte anrufe, sms und nachrichten im internetin denen ich als kindermörderin o.Ä. beschimpft werde. ich wache jede nacht nach 2-3 stunden wegen furchtbaren alpträumen von meinem toten kind, der OP etc auf. Ich weiss nicht weiter. Ich weiss nicht mehr was ich machen soll. Ich wollte nie Kinder, bis zu dem Zeitpunkt wo ich es wusste. Ich vermisse es so... ich wünschte ich hätte es nie getan oder wäre mit meinem Kind gestorben. ich kann nicht mehr... ich sitze jeden abend weinend vor dem ultraschallbild und verabscheue mich selbst. Ich liebe den jungen bis heute, aber verzeihen werd ich ihm das nie können wahrscheinlich. wir sind gut befreundet, aber es wird nie wieder sein wie früher...

Mehr lesen

15. September 2014 um 11:59

Kompetente Hilfe
Dein Beitrag von heute Nacht lässt ahnen, wie fertig Du bist. Immer mehr Mädels und Frauen wie du melden sich hier im Forum, weil sie mit ihrer Abtreibung nicht klar kommen.

Und es ist gut, dass auf diese Weise öffentlich wird: Ein Schwangerschaftsabbruch ist kein "kleiner Eingriff", sondern kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen...

Aber leider wirst Du erleben, dass ein solches Forum wie hier sozusagen "überfordert" ist mit Deinem Thema. Du brauchst unbedingt professionelle Hilfe. - Du schreibst zwar, dass Du schon in psychologischer Behandlung bist. Warum, denkst Du, bringt es nichts? Kann die Psychologin / der Psychologe nicht mit dem Thema "Folgen von Abtreibung" umgehen, spielt sie / er die daraus entstehenden Probleme herunter - oder wie siehst Du es?
Es gibt eine Beratungsstelle, die kompetent mit deinem Thema umgehen kann: die Beratungsstelle "Aus-WEG?!" in Pforzheim. Du kannst Email-Beratung in Anspruch nehmen, oder telefonieren, oder hingehen, wenn Du in der Nähe wohnst. Ich empfehle Dir sehr, mit dieser Beratungsstelle kontakt aufzunehmen. (info@ausweg-pforzheim.de).

Einen Versuch ist es bestimmt wert, und Du bist noch so jung, Dein Leben liegt vor Dir ... Ich wünsche Dir sehr, dass Du die Hilfe findest, die Du brauchst, möglichst bald.
Liebe Grüße! Sanjane

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

15. September 2014 um 18:50

Ich wünschte nur...
dass irgendjemand hier mich verstehen würde. Klar, meine Freunde trösten mich jetzt wenns mir richtig scheiße geht, aber damals haben sie mich trotzdem allein gelassen. Ich hab nie die Möglichkeit bekommen richtig Abschied zu nehmen oder sonst was. Ich meine, ich bin absolut ungläubig, so krass dass jetzt klingen mag, aber ich glaube nunmal nicht an Jesus und Gott undso. Ich bin eher so der wissenschaftliche Mensch. Mein Exfreund hingegen meinte auch ich solle in die Kirche gehen und alles, aber ich kann und möchte da nunmal keinen Fuß reinsetzen. Vllt fällt es mir deshalb schwerer als anderen zu akzeptieren das mein Kind weg ist. Ich weiss nichtmal ob ich an den Himmel glauben soll. Ich weiss einfach nicht wohin mit meiner Verzweiflung und meinem Selbsthass, und das ist grausam. Für mich, sowie für meine Mutter, weil ich weiss wie fertig sie das macht, wenn ich wiedermal abends zusammenbreche. Sie tut mir so leid, aber ich kann es einfach nicht ändern. Ich bin in dem einem Jahr jetzt vom Gymnasium auf die Real und jetzt auf den M zweig der Mittelschule abgerutscht, weil mir jegliche Motivation sowie Konzentration für den Unterricht und alles fehlt, ich war früher mal eine Musterschülerin, heute bin ich froh wenn ich mir einfach Formeln in Mathe merke, weil mein Kopf einfach immer randvoll ist mit allem anderen. Mit allem was scheiße läuft. Ich bin jetzt seit 8 Jahren in Psychologischer Behandlung, letztes Jahr hab ich ne neue Psychologin bekommen, die mir versucht zu helfen, die auch total nett ist, aber all die Dinge die sie versucht mir zu erklären, die ich zumal alle schon 1000x gehört hab, helfen nicht. Ich will nicht mehr jede Nacht träumen müssen, das mein Kind mir Vorwürfe macht, mich anschreit, ich will nicht immer diese OP durchleben müssen, ich will wieder schlafen. Stattdessen wird mir erklärt, das gefühle gedanken und handeln beeinflussen etc. sowas was jeder mensch weiss, was ich hunderte male gehört hab und mir echt nicht hilft.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

17. September 2014 um 21:03

Es schmerzt
mich, wie alleingelassen Du dortmals mit der Situation warst und auch jetzt wieder bist. Du stehst nicht alleine da mit dieser Erfahrung.
Es ist richtig, es wird nichts mehr wie es einmal war, aber fange das Erlebte an aufzuarbeiten, damit das Weinen ein Ende hat. Dies ist kein leichter, aber ein lohnender Weg.
Ich wünsche Dir, dass bei Dir bald wieder die Sonne scheint.
VLG Yankho

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

24. September 2014 um 11:31

Lies das mal!
http://pro-leben.de/abtr/abtreibung_methode.php

Es gibt auch Videos und Fotos dazu... Jedoch erst ab 22 uhr bis 6 Uhr!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Teste die neusten Trends!
experts-club