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Ich bereue es..

8. August 2008 um 18:57

... das ich mein Kind bekommen habe!
Ich möchte hier niemandem ermutigen, ein Kind abzutreiben oder das Thema schön reden, wirklich nicht! Ich bewundere auch jede Frau, die sich dazu entscheidet, ein Kind zu bekommen und das alles schafft, ehrlich.
Ich weiß nur, dass es für mich die falsche Entscheidung war... und ich muss mich grade einmal ausheulen.
Meine Tochter ist nun ein halbes Jahr alt. Ich empfinde nichts für sie.. außer vielleicht Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen. Darum versorge ich sie, sie bekommt essen von mir, ich wickle sie, gehe zum Arzt, aber ich kann sie nicht lieben. Ich habe versucht, sie einfach nur im Arm zu halten, ohne sie trösten oder beruhigen zu müssen, aber ich empfinde dabei nichts außer schmerz.. über mein Leben und ekel über mich. Darum werde ich sie nicht weg geben, dann wäre mein Leben völlig sinnlos.. auch wenn es dass so schon ist. Ich habe schon oft überlegt, sie weg zu geben und dann meinem Leben ein Ende zu setzen... vielleicht.

Vor knapp 1.5 Jahren war alles noch anders. Ich stand mitten in meinem Studium, genoss mein Leben. In einem Jahr wäre ich fertig gewesen.. mir fehlte nur noch ein Praktikum und die Diplomarbeit--ich hatte auch schon eine Stelle für mein Praktikum im Ausland. Dann war ich schwanger, Vater gab es, aber nicht in einer Beziehung. Ich war es selber Schuld, Pille vergessen. Ich empfand schon damals nichts für das Wesen in mir... aber ich dachte mir "selber Schuld, musst du die Konsequenzen tragen."
Das Praktikum musste ich absagen, ich bekam auch keine neue Stelle. Ich verlor den Job, mit dem ich mein Studium finanzierte, da ich diesen schwanger nicht ausüben durfte. Ich bin zwar Putzen gegangen, aber das Ging Körperlich bald nicht mehr.
Ich bekam kein BaFög und auch sonst kein Geld, musste mich exmatrikulieren, damit ich Hartz 4 bekam.
Ich musste aus meiner WG raus, wurde immer depressiver und lies keinen Menschen an mich heran.. verlor so nach und nach alle meine Freunde, weil die einfach in einer anderen Welt lebten, an der ich nicht mehr teil haben konnte.
Jetzt bin ich alleine, weine jeden Tag, verletze mich selber und sehe keine Zukunft mehr für mich!
Mein Studium kann ich nicht fortsetzten, ich habe fast alles an der Uni versucht, aber die Regeln sind hart... es wäre mein Traumberuf gewesen.
Nun bin ich 29, habe keine Ausbildung, ein Kind, dass ich nicht liebe..und kaum eine Perspektive mir jemals meine eigenen Träume zu erfüllen. Ich lebe, aber ich fühle nichts mehr!

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8. August 2008 um 19:23

Hmmm
und was ist mit einem Ferstudium wäre das noch eine alternative? wichtig ist das du wieder zu dir selbst findest, dann kommt der rest von ganz allein...sieh es mal so das kind ist dein eigen fleisch und blut und wird dir wenn sie älter ist noch oft zur seite stehen,...du wirst irgendwann denn sinn daran erkennen und dir dann ga nichts mehr ohne sie vorstellen können. es gibt auf jeden fall noch möglichkeiten gib nicht auf das ist auf jeden fall zu schaffen.

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8. August 2008 um 20:00

Psychologische Hilfe!
Hallo!
Ich würde Dir dringend raten psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der kann evtl. die Gründe für Dein Gefühlsleben herausfinden und vielleicht dagegen angehen.

Du schreibst es gibt einen Vater. Das ist sehr wichtig.
Wie ist denn sein Verhältnis zum Kind? Besser als Deines?

Er muß Dich unbedingt unterstützen. Genau deshalb hat jeder zwei Elternteile, damit falls einer "ausfällt" noch der andere da ist.
Das mit dem Fernstudium wäre doch auch eine Idee, was meinst Du?

Melde Dich wieder, alles Gute für Dich!!
Liebe Grüße Nora

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8. August 2008 um 20:09

Es tut mir leid, dass du dich gezwungen gefühlt hast, dass Kind zu bekommen..
Wie du dich jetzt fühlst, dass hätte ich sein können...

Wenn ich damals das Kind bekommen hätte, wahrscheinlich hätte ich ihm bei jeder passenden Gelegenheit unter die Nase gerieben, dass es Schuld ist, weil ich beruflich nicht weiter gekommen wäre..

Ich kenne mich, ich bin sehr sehr nachtragend, ich vergesse nichts...

Jetzt ist nun mal das Kind da. Du hast leider Gottes die falsche Entscheidung getroffen.... aber es ist passiert...

Jetzt solltest du anfangen genau aufzuschreiben, was dein Problem ist...

Wenn es das Kind ist, gib es weg....Pflegeleltern...

wenn es das Studium ist, schreib dich dann neu ein...

Wenn es Freunde sind, die wirst du beim Studium schnell neue kennen lernen....

Und schon ist die Perspektive wieder da...

Wo wohnst du? Vielleicht ja in meiner Nähe.... wenn du magst, können wir versuchen, dass Problem gemeinsam zu lösen....

Kopf hoch... es gibt kein Problem, das man nicht irgendwie lösen kann...

Du bist nicht allein. Ich verstehe dich.... Ich wäre auch sauer...

Drück dich....

Saraa

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8. August 2008 um 22:35

Ich denke auch dass du unter..
postnatalen depressionen leidest. du musst dringend zu einem neurologen.
das kind wegzugeben würde es nicht besser machen! du hättest nur noch mehr schuldgefühle, zurecht!
lass dich bitte von einem arzt behandeln und versuch erstmal wieder klar im kopf zu kommen. sieh, du bist mutter, das ist doch was du musst nur lernen es zu geniessen. in deiner situation fällt dir das schwer. und zu thema verpasste chancen...
frag dich nicht was gewesen wäre wenn,, das ist schwachsinn.. das leben fließt eben so wie es fließt, nimm es hin und mach das beste daraus!
hätte,hätte,hätte... hätte der hund nich geschissen hätte er nen hasen gefangen

dein kind braucht dich, so wie du auch sie brauchst, du siehst es nur nicht.
ich wünsche euch beiden alles gute!

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1. September 2008 um 16:58

Hallo Anitak29
den beiden Vorschreiberinnen schließe ich mich an.

bevor ich schreibe was ich noch hinzufügen will, muss ich ganz kurz mein eigenes "psychisches leiden" erwähen:
vor einigen jahren bekam ich eine endogene depression (endogen = stoffwechselstörung im gehirn ohne ersichtlichen grund - mir ging es in allen belangen gut damals. wahrscheinlich war es die folge von drogenmissbrauch damals, genau werd ich es nie wissen warum). dazu kam zeitgleich eine angststörung und gewalttätige zwangsgedanken gegen liebe menschen. zum glück hatte ich irgendwie noch die kraft zum arzt zu gehen, machte ambulante therapien und nahm jahrelang medikamente, in den ca. 5 aktuten monaten mehrere ans maximum dosierte. arbeitsfähig war ich natürlich nicht in der zeit. die depression ist nach den ca. 5 monaten völlig verschwunden, die angst äußert sich heute noch, aber nur noch in etwas übertriebener sorge um liebe menschen, gewalttätige und andere zwangsgedanken hatte ich, stetig abnehmend, noch 2-3 jahre. heute kann ich (fast) drüber lachen.

wegen der zwangsgedanken gegen andere, die ich in den schlimmsten zeiten sogut wie ununterbrochen hatte, hatte ich immense schuldgefühle, hab mich vor mir geekelt und geschämt und mich schlecht und echt böse empfunden. nachdem die depression abgeklungen war, wirkte auch was mir die fachärzte zum thema gewalttätige zwangsgedanken immer wieder gesagt haben:
je schlechter, ekliger usw. man sich wegen einem zwangsgedanken fühlt desto mehr entspricht die eigene persönlichkeit dem gegenteil des zwangsgedanken.
das ist so logisch das es einleuchten muss.

will damit sagen, eigentlich, auch wenns blöd klingt, kannst Du froh sein das Du ursprünglich schuldgefühle, schmerz und ekel hast weil Du Dein Kind im moment nicht lieben kanns. das heißt das Deine persönlichkeit, Dein naturel so ist, dass Du Dein Kind sehr liebst. sonst, denke ich, würde es Dir nichts ausmachen, Deinem kind gleichgültig gegenüber zu sein.
das Du Deinem Kind momentan offenbar gleichgültig bist und scheinbar keine Liebe entgegnen kannst ist eine weitverbreitete ganz normale krankheit mit vielen fachärtzen und sehr guten heilungsmöglichkeiten.
suche also bitte fachkundige hilfe. falls Dein allgemeinmedizinischer hausarzt mein, was leider immer wieder vorkommt, er könne Dich selber behandeln, wechsel sofort den arzt, oder wende Dich gleich an einen Facharzt.

Du wirst es jetzt leider anmaßend finden, und ein paar andere vielleicht auch, aber ich bin sicher, es war die richtige entscheidung Dein Kind zu beschützen und das leben zu schenken/ermöglichen.

hoffe nochmal was von Dir zu hören und natürlich das Dir geholfen werden kann.
lieben gruß,
infanstuer

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3. Dezember 2014 um 20:02

Besserung der Situation?
Liebe anitak29,

Ihr Beitrag ist zwar schon einige Jahre her, aber mich würde interessieren, wie Ihre Beziehung zum Kind sich im Laufe der Zeit entwickelt hat.

LG Laura

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