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Hormone und Gefühle

1. Juni um 9:12

Hallo erst mal,
Ich werde vorraussichtlich am 28.12.2019 zum ersten mal Papa und freue mich unglaublich darauf, aber dei Freude kann ich eigentlich gar nicht genießen, da meine Freundin mir vor einer Woche am Frühstückstisch gesagt hat, dass sie keine Gefühle mehr für mich hat. Ich erkläre am besten alles von Anfang an. Vorab, Sprüche darüber, dass die Zeit zwischen zusammen kommen und Kind gezeugt sehr gering war, kann ich verkraften.

Meine Freundin, im September 24, und ich, im Juli 24, haben uns Anfang Februar kennen gelernt. Seit Mitte Februar sind wir zusammen und die Zeit hätte kaum schöner sein können. Für uns beide hat es sich angefühlt als würden wir uns schon ewig kennen und lieben, auch wenn es ganz kurz aus meiner Sicht etwas betrübt aussah, da es doch schon sehr schnell ging.Zeit haben wir sehr viel zusammen verbracht, sie war gerade in ihre erste alleinige Wohnung gezogen, ich wohne noch zu Hause, da ich seit Januar meine Ausbildung zum Elektriker fertig habe. Wir haben schon früh über Kinder gesprochen, da wir beide irgendwann zwei haben wollen und auch das Thema Abtreibung zur Debatte kam. Sie ist strikt dagegen, ich war dafür. Wir haben nicht lange darüber gesprochen, sind uns aber auch nicht direkt einig geworden. Als ich dann ein bisschen Zeit mit ihrer vierjährigen Nichte verbracht habe und ich sie sogar an die Hand nehmen durfte, musste ich zwischendurch mal kurz ein Tränchen wegdrücken, da ich vorher noch nie so mit einem kleinen Kind umgehen konnte, weil es in meiner Familie kein Kind unter 16 Jahren gibt. Danach war ich auch gegen die Abtreibung und wir einigten uns darauf, sollte etwas passieren, dann werden wir das schon wickeln.

Es sollte auch tatsächlich nicht lange dauern, bis sie wirklich schwanger wurde. Sie hat es zu Anfang verneint, ich habe die Anzeichen aber schon gesehen. Als ihre Periode ausblieb, wartete sie eine Woche um einen Test zu machen. Sie hatte die Pille abgesetzt und seit dem drei Zwischenblutungen gehabt, die letzte am Anfang unserer Beziehung. An einem Freitagmorgen, als ich in der Werkstatt etwas reparierte rief sie auf einmal an. Als sie mir sagte sie sei wirklich schwanger, war ich zwar schon drauf gefasst, aber dennoch sprachlos. Sie schrieb mir wenig später, dass sie Angst hat ich würde sie nun alleine lassen. Ich konnte sie aber gänzlich vom Gegenteil überzeugen, als ich am Nachmittag bei ihr war. Sie war überglücklich, ich auch und ihre und meine Familien wissen ebenfalls schon Bescheid.

Vor zwei Wochen nun fing es an komisch zu werden. Schon vorher habe ich weniger Zuneigung von ihr bekommen, damit kam ich aber klar, da ich schon erfahren habe, wie sie kurz vor der Periode und unter Nikotinmangel ist. Sie hat mich auch gefragt, wie ich sie noch lieben kann, wenn sie so blöd zu mir ist, worauf ich nur geantwortet habe, dass es doch mein Job ist in guten und schlechten Zeiten zu ihr zu stehen. Als aber eine ihrer besten Freundinnen nachts von zu Hause abgehauen ist und sie es am morgen im Halbschlaf schon erfahren hat, sagte sie mir, als die Situation gelöst war, dass sie kaum noch Gefühle für mich hat und mir keine Zuneigung schenken kann. Die folgende Woche war für sie trotzdem teils schön, teils wuterfüllt. Donnerstag stritten wir uns, da ich 6 stunden mein Handy nicht in der Hand hatte und ihr dementsprechend nicht geantwortet habe. Es endete damit, dass ich rausgeworfen wurde. Bis Sonntag hatten wir uns soweit wieder vertragen, ich fuhr los, holte Brötchen und weckte sie vorsichtig. Wir kuschelten noch ein wenig, aßen Frühstück und danach sagte sie mir, dass gar keine Gefühle mehr da sind. Am Vatertag habe ich sie dann nochmal gesehen, wir gingen ein wenig spazieren und redeten. Dabei sagte sie mir, dass ich für sie wie ein Fremder bin und sie ein Kind von einem Mann bekommt, den sie nicht liebt.

Sie ist heute in der 10+1, der nächste Frauenarzttermin ist in zweieinhalb Wochen, bei dem sie diese Situation schildern soll, laut Sprechstundenhilfe. Wir haben uns auf Abstand geeinigt, den sie scheinbar braucht. Wir schreiben trotzdem noch, nur halt als wären wir bloß Freunde. Die Aussicht, dass mein großer Traum von einer glücklichen Familie auf einmal so auf der Kippe steht, macht mich völlig fertig. Ich bin eigentlich kein glaubender Mensch, aber ich habe angefangen ehrlich zu beten, weil ich komplett ratlos bin. Es gibt zwei Arten, mit denen ich klarkomme, wenn das Kind da ist. Entweder werden wir zusammen eine glückliche Familie, oder aber, auch wenn es hart klingt, sie akzeptiert das Kind bei der Geburt nicht und ich werde alleinerziehender Vater (Grund für diese Aussage ist, dass sie sich nicht sicher ist, ob sie schon Muttergefühle hat). Getrennt von der Frau, die ich liebe, und vorallem meinem Kind zu leben, würde mir zumindest jetzt unglaublich weh tun.

Als wir Am Vatertag redeten, saßen wir noch in ihrer Wohnung. Sie nahm mich in den Arm, legte ihren Kopf auf meine Schulter und an meinen,  küsste mich auf die Wange und streichelte mich. Als ich fragte warum sie das tut, sagte sie, weil sie es machen möchte. Als wir uns küssten, was von ihrer Seite aus kam, sagte sie jedoch, dass es falsch war. Auch erzählte sie mir, wie sie sich neulich mit dem Kind an der Wickelablage gesehen hat und ich plötzlich zur Tür reinkam, was aber auch nur kurz anhielt. An dem Gespräch vom Vatertag klammer ich mich gerade mit der letzten Hoffnung fest, dass alles wieder gut wird. Laut einigen Frauen im Internet, sollen sich die Hormone in oder nach der zwölften Woche beruhigt haben.

Ich würde mich wahnsinnig über Berichte von Vätern und Müttern freuen, die das gleiche oder etwas ähnliches durchmachen oder durchgemacht haben. Ich bin für jeden Rat dankbar und würde gerne wissen, wie ihr damit umgegangen seid und vorallem, ob es wieder normal, besser oder schlechter danach war.
 

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