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Hin und hergerissen nach Abtreibung...

29. April 2012 um 21:46 Letzte Antwort: 26. Dezember 2012 um 15:01

Ich würde mir hier gerne ein paar Dinge von der Seele schreiben und wünsche mir nur hilfreiche Antworten und keine Beschuldigungen oder dergleichen...

Anfang des Jahres hatte sich mein Mann nach heftigen Streitigkeiten ganz plötzlich von mir getrennt. Ich war in der 6.ssw er hat sich anfangs riesig gefreut, dass unser Sohn ein Geschwisterchen bekommt. Meine Freude war weniger groß, was aber daran lag dass ich plötzlich ganz normale Ängste hatte, teilweise sogar Panik. Ich hatte zweifel ob es mir mit 2 kindern nicht zu viel wird, dann wegen meinem Berufsleben was wieder auf der Strecke bleibt, dicker werden und die daraus resultierenden Figurprobleme usw.
Allerdings kam ich nie auf den Gedanken wegen diesen ängsten abzutreiben, denn ich war überzeugt, dass ich mich mit der Zeit auf das Kind freuen würde!!

Als es dann aber nach 8 Jahren zur Trennung kam und mein Mann von Scheidung redete, war ich am Ende. Ich vergaß alles um mich herum wurde von meiner Mutter zum essen und trinken gezwungen ich vegtierte Tag ein Tag aus vor mir hin und hatte nichtmal Kraft noch die Geduld für meinen 2,5 Jahre alten Sohn da zu sein.
Die Schwangerschaft rückte total in den Hintergrund, viel zu sehr war ich damit beschäftigt mich zu fragen was in meiner Ehe schief gelaufen ist, denn eigentlich war sie aus meiner Sicht bis zum Tage der Trennung perfekt gewesen.
Ich wünschte mir plötzlich nicht mehr schwanger zu sein. Hoffte sogar, dass ich durch den ganzen Stress eine Fehlgeburt erleide, damit ich nicht selbst eine Entscheidung treffen muss die ich nicht entscheiden wollte.

Ich redete von Abtreibung, anfangs allerdings nur weil ich hoffte, dass mein Mann endlich zur Vernunft kommt und uns noch eine Chance gibt, denn er war immer ein Abtreibungsgegner und wünschte sich sehr ein 2. Kind.
Ich machte ihm klar, dass ich so kein Kind bekommen kann, dass ich nicht mit 24 Jahren arbeitslos und alleinerziehend mit zwei Kindern sein will.
Irgendwann bemerkte er wie unglücklich ich in meiner Situation war und war auch FÜR den Abbruch.
Da war für mich klar, dass es für meine Ehe keine Chance mehr gibt, denn nie hätte ich erwartet dass er so weit gehen würde.

Ich hatte große Schuldgefühle aber wusste, dass es die einzige richtige Entscheidung in meiner Situation war. Auf dem Weg zur Praxis weinte ich nur. Mir wurde schlecht als ich sah, wie viele Frauen dort in nur 3 Stunden zur Abtreibung kamen. Ich bin Abtreibungen gegenüber immer sehr neutral eingestellt gewesen. Jede Frau hat ihre Gründe und wer nicht in einer solchen Extrem Situation war kann nie beurteilen was in einer Person vorgeht. Aber nie hätte ich gedacht, dass auch ich mal in eine Lage komme wo ich darüber entscheiden muss.
Erst recht, wenn man Mama ist, dann entscheidet man nochmal ganz anders als jemand der nie in den Genuss eines eigenen Kindes gekommen ist.
Ich traf die Entscheidung als ich nicht ich selbst war. Ich verletzte mich sebst um andere schmerzen zu fühlen als die des Herzens und schämte mich dafür, dass ich mich nicht über meine SS freuen konnte und wollte.

Inzwischen sind mein Mann und ich wieder zusammen. Wir haben uns viel Zeit für Zweisamkeit genommen, welche wir uns früher nie gönnten. Wir hatten viele und lange aussprachen und wir beide wollten kämpfen für unsere Liebe und unsere kleine Familie. Zwischen uns läuft es wirklich super und wir reden nun viel offener über Probleme anssatt alles wegzuschweigen und dann auszufrusten.
Ich kann nicht sagen, dass ich mir nun ein zweites Kind wünsche. Denn das tue ich nicht. Aber trotzdem kann ich einfach nicht akzeptieren was ich getan habe. Ich weiß, dass ein 2. Kind weder mir noch unserer Ehe nun gut tun würde. Aber ich weiß auch, dass mein Sohn nicht mein letztes Kind gewesen sein soll.
Ich kann diese Schwangeerschaft nicht vergessen und denke immer daran, dass ich nie wissen werde wie das kind ausgesehen hätte, ob es ein Junge oder ein Mädchen geworden wär und wie sich mein Sohn mit de Nachwuchs verstanden hätte.
Ich habe Gedanken im Kopf die mir sagen: Wenn ich irgendwann nochmal schwanger werde, dann wird es nicht DAS Kind sein. Es wird ein anderes sein. Trotzdem meins, aber nicht dieses welches sich in diesem Jahr für uns entschieden hat.
Vielleicht klingt das verrückt, aber ich habe Angst dass ich wegen dieser Gedanken gar nicht mehr schwanger werden will, weil ich es nicht akzeptieren könnte und immer an den Abbruch denken muss.
Nun ist auch noch meine beste Freundin plötzlich schwanger und ich kann mich gar nicht freuen. Als ich das hörte musste ich erstmal ins Bad weinen. Ich weine oft, wenn ich einen ruhige Moment habe und die Zeit meine Gedanken diesem Ereignis zu widmen.
Warum???
Ich will doch jetzt gar kein Baby aber warum tut es trotzdem so weh zu wissen, dass ich nun nicht der 19. ssw bin und mein Baby vielleicht schon spühren könnte und sicher schon einen Bauch hätte.

Ich verstehe es nicht und hoffe es gibt vielleicht Frauen die Ähnliches erlebt und Gefühlt haben.

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29. April 2012 um 22:13

Hallo erdbeerzucker
nein, ich habe nichts Ähnliches erlebt. Aber ich denke, dies hier ist nicht der beste Ort um so etwas zu diskutieren.
Ich würde dir raten, ein Gespräch mit einer Fachperson zu suchen. Du brauchst eine aussenstehende Person, mit der du dich aussprechen kannst, mit der du alles nochmals aufarbeiten kannst. Zum Beispiel an der Beratungsstelle, wo du vor dem Abbruch warst.
Ich wünsche dir, dass deine Ehe wieder in guten Bahnen ist und dass du mit deiner Familie und im Beruf zufrieden wirst.

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8. Juni 2012 um 11:10

Ich verstehe dich
Hallo,

ich bin auf deine Beitrag gestoßen, weil es mir ganz genau so geht wie dir. Ich bin allerdings mittlerweile 45 Jahre. Mein Abbruch war 2008. Ich bin alleinerziehend, habe eine Tochter, die wird bald 13. Ich war von der Schwangerschaft an allein. 2008 bin ich dann durch eine sehr kurze Beziehung ungewollt schwanger geworden. Der Mann wollte davon gar nichts wissen und ich wollte auch gar nichts mehr von dem Mann. Ich habe immer gedacht, so was darf eigentlich gar nicht passieren. Ungeschützter Sex und upps ich bin schwanger, das machen nur die anderen. Und dann passiert es mir in einem eigentlichen schon "hohen" Alter. Das waren viele Gedanken, bloß nicht das ganze nochmal durchmachen, wieder allein, nur 10 Jahre später. Was sollen die Leute denken, 2 Kinder von 2 Männern und immer noch allein. Was mache ich bei meiner Arbeitsstelle etc. Das Geld reicht nicht, die Wohnung wäre zu klein, so Kleinigkeiten, wie z. B. wo sollen alle Klamotten hinpassen, wo sollen noch mehr Schuhe stehen, das alles hat mich beschäftigt. Und ich habe Hals über Kopf den Abbruch machen lassen. Bloß nicht wachsen sehen, bloß kein Herzschlag sehen. Einerseits denke ich es war vernünftig in meiner Situation. Andererseits habe ich bis heute Zweifel, ob das wirklich richtig war, ob ich es nicht geschafft hätte, ob es nicht für meine Tocher auch toll gewesen wäre, ob wir nicht auch ohne Mann ein tolle kleine Familie gewesen wären. Heute weiß ich, es wäre egal gewesen, was die Leute sagen, mein Job ist sowieso sicher gewesen.
Aber ich kann es nicht ungeschehen machen und die Zweifel werden vielleicht für immer bleiben.

Nach dem Abbruch habe ich immer nur gedacht, dass ich bloß endlich den "richtigen" Mann treffen möchte und so schnell wie möglich noch mal schwanger werden möchte. Das hat nicht geklappt. Mittlerweile würde ich das auch nicht mehr wollen.

Ich wünsche dir alles Gute, du bist noch so jung. Du kannst noch ein Baby haben, du bist wieder glücklich mit deinem Mann. Das ist doch schon was.

Liebe Grüße

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8. Juni 2012 um 11:24

Denkhilfe
Ich denke du solltest dir professionelle Hilfe bei einer Psychologin suchen da dich die Sache über die Maßen, also wohl im Alltag beschäftigt. Ihr habt als Paar wieder zueinander gefunden und Euch vielleicht neu kennen gelernt.
Ich wünsche Dir sehr, dass Du nochmals schwanger wirst, wenn der richtige Zeitpunkt gefunden ist. Gewissensbisse sind sicher völlig fehl am Platz. Du hattest eine Entscheidung zu treffen und Du hast sie getroffen.

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3. Dezember 2012 um 10:56

Mir geht es ähnlich
Seit meinem Schwangerschaftsabbruch dieses Jahr in Feb. geht es mir auch so. Ich leide unheimlich. Wegen schwierigen Umständen in meiner Partnerschaft; Fernbeziehung in zwei Ländern; habe ich mich überreden lassen... in der 8 SSW wars soweit.! Selber hätte ich nicht abgetrieben und war sehr froh - aber als mein Partner noch Panik bekommen und mir Druck gegeben hat wurde alles sehr schlimm und ich sah mich in einer eigenartigen Situation, bezw. hoffnungslosen Situation. Ich kann mir das nicht verzeihen dass ich auf seine Panik gehört habe da ich mich sehr auf ein drittes Kind gefreut habe. Meine Jungs sin 14 und 11. Ein drittes Kind wünsche ich mir seit vielen Jahren schon und bin jetzt 38. Es ist Zeit für mich. Aber dass mein Lebenslauf nun so aussieht quält mich sehr und ich glaube dass ich meine Ehe nicht aushalten werde. Meiner Ansicht nach wurde gegen mich gebrochen, gegen meinem Körper und wir haben unserem Leben ein unnötiges Leid zugetan. Unsere Kinder sind unser Glück und wir geniessen jeden Moment mit denen zusammen. Deswegen weiss ich es gibt nichts wichtigeres in diesem Leben als dass ich mit meinem Mann diesen Weg gehe. Einen Weg der dritten Schwangerschaft. Auch wenn es nicht dieses Kind wird das abgetrieben wurde. Aber die Abtreibung hat mein Leben geändert und darum geht es jetzt mehr als um ein drittes Kind. Es geht um mich und dass ich mit der Tatsache nicht leben möchte dass meine letzte Schwangerschaft ein Ende Gesetzt wurde. In meinem Fall ist es noch schlimmer weil ich vor Paar Jahren schon mal abgetrieben habe und dieses mal war das ein Schritt zu weit. Ich kämpfe jetzt dass ich mit diesen Schmerzen nicht leben muss. Darum geht es.

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14. Dezember 2012 um 22:44

Erdbeerzuckerwatte
Hallo Du,
es ist gut, dass Du Dir hier alles von der Seele schreibst, denn dazu ist das Forum ja da.
Du stehst mit Deiner Erfahrung nicht alleine da. Laß die Tränen zu, denn Du hast eine Verlusterfahrung hinter Dir.
Es ist richtig, eine erneute Schwangerschaft würde Dir nicht dieses Kind wieder bringen. Und dass die Schwangerschaft Deiner Freundin bei Dir eine noch nicht verheilte Wunde wieder aufbrechen läßt ist logisch. Ich denke es wäre für Dich hilfreich die Abtreibung, und die ganze Situation, die dazu geführt hat aufzuarbeiten. Dass Du diesen Punkt hinter Dir lassen kannst, und wieder neu durchstarten kannst. Gerne darfst Du Dich dazu an ausweg-pforzheim.de wenden, die werden Dir mit Rat und Tat zur Seite stehen.

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14. Dezember 2012 um 22:44

Erdbeerzuckerwatte
Hallo Du,
es ist gut, dass Du Dir hier alles von der Seele schreibst, denn dazu ist das Forum ja da.
Du stehst mit Deiner Erfahrung nicht alleine da. Laß die Tränen zu, denn Du hast eine Verlusterfahrung hinter Dir.
Es ist richtig, eine erneute Schwangerschaft würde Dir nicht dieses Kind wieder bringen. Und dass die Schwangerschaft Deiner Freundin bei Dir eine noch nicht verheilte Wunde wieder aufbrechen läßt ist logisch. Ich denke es wäre für Dich hilfreich die Abtreibung, und die ganze Situation, die dazu geführt hat aufzuarbeiten. Dass Du diesen Punkt hinter Dir lassen kannst, und wieder neu durchstarten kannst. Gerne darfst Du Dich dazu an ausweg-pforzheim.de wenden, die werden Dir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dies ist kein leichter Weg, aber ein lohnender.
LG Itemba

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14. Dezember 2012 um 23:42
In Antwort auf an0N_1263088299z

Erdbeerzuckerwatte
Hallo Du,
es ist gut, dass Du Dir hier alles von der Seele schreibst, denn dazu ist das Forum ja da.
Du stehst mit Deiner Erfahrung nicht alleine da. Laß die Tränen zu, denn Du hast eine Verlusterfahrung hinter Dir.
Es ist richtig, eine erneute Schwangerschaft würde Dir nicht dieses Kind wieder bringen. Und dass die Schwangerschaft Deiner Freundin bei Dir eine noch nicht verheilte Wunde wieder aufbrechen läßt ist logisch. Ich denke es wäre für Dich hilfreich die Abtreibung, und die ganze Situation, die dazu geführt hat aufzuarbeiten. Dass Du diesen Punkt hinter Dir lassen kannst, und wieder neu durchstarten kannst. Gerne darfst Du Dich dazu an ausweg-pforzheim.de wenden, die werden Dir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dies ist kein leichter Weg, aber ein lohnender.
LG Itemba

Vielleicht
solltest Du in dein Suchprogramm neben dem Wort Abtreibung noch das Datum integrieren....es wirkst sonst so desinteressiert an den echten Umstaenden der Frau bei der Textbausteinwerbung fuer deine ultrachristliche Beratung, wenn Du acht Monate alte Beitraege erwischt. Oder Nichtschwangere. Oder Muetter mit fast schulpflichtigen Ex-Embryos....

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26. Dezember 2012 um 14:52

An einer Beratungsstelle
werden keine Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt.
Ich denke, gerade eine Beraterin, die die Frau und ihre Geschichte bereits kennt, zu der sie bereits ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat, ist prädestiniert, alles nochmals mit ihr durchzuarbeiten.

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26. Dezember 2012 um 15:01
In Antwort auf bettin_11904783

An einer Beratungsstelle
werden keine Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt.
Ich denke, gerade eine Beraterin, die die Frau und ihre Geschichte bereits kennt, zu der sie bereits ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat, ist prädestiniert, alles nochmals mit ihr durchzuarbeiten.

Könnt ihr mal aufhören...
immer so alte Threads auszubuddeln? -.-'
Was soll'n das bringen?

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