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Heute ist ein schlechter Tag

15. April 2007 um 21:21

Hallo,
ich mußmeine Geschichte irgendwie mal los werden und hoffe das sich hier jemand findet der das gleiche erlebt hat. Bisher habe ich meist nur still mitgelesen.
Im August letzten Jahres beschlossen mein Mann und ich das wir gerne Kinder hätten. Ich setzte die Pille ab und wurde auch recht schnell Schwanger. Ende November hielt ich einen positiven Schwangeschaftstest in der Hand.
Ich kann meine freunde und mein Glück gar nicht in Worte fassen. Alles war perfekt, endlich einmal. Den ich habe im Leben schon einiges wegstecken müssen.
Augrund meines Berufes durfte ich fast nicht mehr arbeiten, und ich muß sagen ich habe diese Zeit sehr genossen.Versteht mich nicht falsch, ich habe immer gerne und viel gerbeitet.
Am 19.07.2007 hatte ich einen Termin zur Nackenfaltenmessung und mein Mann begleitete mich wie immer wenn ich einen Termin hatte und er es ermöglichen konnte. Die Ärztin maß und maß, und mir wurde bewust das das viel zu lange dauerte. Ich sah ihr am Gesicht an,das etwas nicht stimmte.
Sie klärte und auf das die NF zu dick sei und sie das von einem Spezialisten abgeklärt wissen möchte. Sie erklärte uns aber auch das bei dieser"dicke" auf jeden Fall eine Schädigung des Kindes da sei. Ob ein chromosaler Fehler oder etwas anderes das wisse sie nicht.
Daswar an einem Freitag, und nun lag ein ganzes Wochenende vor und den einen Termin hatte ich erst für den folgenden Dienstag.
Dieses Wochenende war die Hölleund ich weiß nicht wie es vergangen ist.
Den Dienstag bin ich dan in die Klinik gefahren, alleine.Mein Mann konnte trotz bitten und betteln nicht der arbeit fernbleiben. Der Arzt war sehr nett und erklärte alles nochmal genau. Er ma noch einmal die NF und führte dann eine Chroniozottenbiopsie durch. Eine Stunde danach konnte ich nach hause gehen.
Mittwoch abend konnte ich das ergebnis des Schnelltests erfahren, und der Humangenetiker sagte und das im Moment keine Chromosalen störungen zu sehen sein und das Testergebnis zu einem hohen Prozentsatz sicher.
Wir waren überglücklich. Um nichts in der Welt hätten wir ahnen können was dann geschah.
Wir hatten wieder einigermassen Mut gefasst als nach genau 14 Tagen am 06.02.07 meine Frauenärztin anrief und uns alle Hoffnung zunichte machte.
Es täte ihr sehr leid, aber der kleine hätte einen Chromosomendefekt und keinerlei Überlebenschance.
Am nächsten Tag in Ihrer Praxis hat sie uns alles bestäigt was wir uns im Internet schon zusammengesucht hatten. Keine Überlebenschance.
Sie sorgte auf mein bitten dafür das ich noch am gleichen Tag ins Krankenhaus konnte.
Dort erfuhr ich das ich meinen Sohn auf natürlichem wegen gebähren müsste. Weil er schon zugroß sei.
Das war das schreckliste überhaupt. Ich konnte nicht verstehen warum ich nun auch noch das ertragen sollte. Ich bekamm ein Zäpfchen das denn Mutermund verkleinert und das wehen auslöst. Insgesammt bekamm ich 3-4 Stück das ganze dauerte 19 Stunden davon 16 Stunden richtige wehen. Ich bekamm zwar etwas gegen die schmerzen, aber das half kaum.
Am 08.02.07 um 11:01 war mein kleiner dann da. Ich habe es nicht fertiggebracht Ihn anzuschauen.
Eine Krankenschwester hat mir ein Foto gemacht.
Danach kam ich innerhalb von 10 min. in den OP weil ich immernoch heftigste nachwehen hatte. Am nächsten Tag bin ich dann nach Hause gegangen.

Nach zwei Wochen ging ich ganz normal wieder arbeiten,und habe alles ein wenig verdrängt.

Jetzt habe ich zum 2. mal meine Tage gehabt und bin seit dem nervlich am Ende.Heute ist wieder ein ganz besonders schlimmer Tag. Ich kann nicht sagen woran das liegt.Aber mir wird erst jetzt richtig bewußt das ich im August keinen kleinen Mann auf meinem Arm habe, und oft gehe ich irgendwo lang und schaue in die Schaufensterscheibe und denke eigendlich hättest du jetzt schon einen richtigen Babybauch.

Ich fühle mich so unendlich leer.

Ich mussste das einfach mal ausschreiben.
Danke fürs "zuhören"

Martina

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15. April 2007 um 23:14

Hey, ich drück Dich...
Das tut mir alles sehr leid, und es ist mit sicherheit sehr schwer für Dich. Gib den Mut nicht auf, so schwer es Dir jetzt auch noch scheinen mag, es wird wieder besser...

Ich hatte im November, genau an meinem Geburtstag eine Fehlgeburt, ca. 3 Stunden später kamen alle Gäste zu mir auf einen Kaffee, ich wollte schon vor lauter weinen alles absagen, aber da musste ich mich arg zusammennehmen und bin kalt duschen gegangen, da hab ich dann 4 schwere Stunden überstanden. Einen Monat später, war der Test allerdings wieder positiv, und bisher ging alles gut. Ich möchte Dir mit dieser Geschichte nicht weh tun sondern lieber Mut machen.

Es ist nicht mir dem zu vergleichen was Du durchmachen musstest mit der "Geburt", das stelle ich mir auch sehr schlimm vor, aber ich hatte an meiner Geschichte auch ganz schön zu knacken...

Bitte lass den Kopf nicht hängen, plan weiter und dann möchte ich gerne von Dir in einem anderen Forum lesen...

Ganz Ganz liebe Grüße

Sara

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16. April 2007 um 9:04

Hallo Martina,
das tut mir unendlich leid für Dich !!!! Das ist eine überaus traurige Erfahrung!!!

Auch mein Mann und ich haben uns letztes Jahr im August entschieden ein Baby zu bekommen. Den positiven SS-Test habe ich dann mitte November in den Händen gehalten. Leider hatte ich dann im Dezember eine FG. Auch mein Termin wäre Ende Juli / Anfang August gewesen und manchmal ertappe ich mich dabei und denke, dass ich jetzt schon eine richtigen Bauch haben würde. Seitdem versuchen wir es halt weiter, leider bisher ohne Erfolg

Ich kann dich sehr gut verstehen !!! ***Schicke Dir eine dicke Umarmung*** Bitte lass den Kopf nicht hängen - blicke nach vorn.

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16. April 2007 um 14:28

Tut mir unendlich leid
Liebe Martina,
jetzt hab ich schon den ganzen Tag über Deinen Beitrag nachgedacht und auch darüber, was ich Dir am liebsten zurückschreiben würde. Es ist gar nicht so einfach, weil Du wohl den größten Horror erlebt hast, den man so erleben kann, wenn man mal von unseren Breitengraden und Friedenszeiten ausgeht.
Ich neige in solchen Fällen immer dazu, jemandem oder etwas die Schuld zu geben. Also hab ich mir überlegt: diese Pränataldiagnostik ist Schuld! Oder: die Ärzte sind Schuld! Wie können sie einem sowas antun, das Kind gebären zu müssen? Gibt es nicht auch andere Wege? Aber wenn man ein bisschen drüber nachdenkt erkennt man, dass man auch da keine Schuld abgeben kann. Die Ärzte ließen Dich das Kind so bekommen, damit Deine Gebärmutter noch intakt ist und Du andere, gesunde Kinder bekommen kannst. Und die Pränataldiagnostik hat Dein Leider ein bisschen fokussiert, im Endeffekt aber verkürzt. Dass Du ein paar Traumata mit auf den Weg genommen hast, ist sonnenklar. Kein Mensch könnte das verkraften, was Du durchgemacht hast. Ich fühle mich ansatzweise in der Lage, es nachvollziehen zu können, weil ich bei meiner FG (12. Woche) auch zweimal eine halbe Stunde Wehen hatte. Es war schrecklich! Vor allem war es so schrecklich, weil ich nicht verstand, was da vorging und natürlich auch, weil nichts Gutes am Ende stand. Es tut so weh, dass man sogar will, dass es aufhört und vorbei ist.
Ratschläge kann man Dir wahrscheinlich keine geben. Ich hoffe aber für Dich, dass Du diesen Weg weiter gehst: drüber reden, darüber hinwegkommen. Das war sicher eine Erfahrung, die Du niemals verkraften wirst, aber vielleicht lässt sich in einigen Jahren damit leben. Ich wünsche Dir sehr, dass viele glückliche Erinnerungen das Erlebte überdecken.
Es war gut, Deinen Bericht lesen zu können, und ich danke Dir dafür, dass Du ihn geschrieben hast. Ich denke, dieses Forum ist ein guter Weg sich mit dem was war zu beschäftigen und es vielleicht so irgendwann beiseite legen zu können.
Ich wünsche Dir alles, alles gute
Lampenschirm

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