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Halte Schuldgefühle nicht aus

21. November 2010 um 5:47

Hallo,
Es hat einige Überwindung gekostet einen Beitrag zu schreiben, aber da ich momentan niemanden zum reden habe, hilft es vielleicht. Ich hatte vor 2 Jahren einen Abbruch, wer es wissen will, den erzähle ich auch die Gründe, aber im gegensatz zu anderen Frauen habe ich nie ein Gefühl der Erleichterung empfunden, ich hab mir Freude am leben verboten, das lachen und glücklichsein, konnte keinem Menschen lange in die Augen sehen, mich niemanden anvertrauen. Ich hatte nichtsmehr zu verlieren, hatte danach beziehungen in denen ich wie ein Stück Dreck behandelt wurde und lies mir alles gefallen weil ich mir nichtsmehr wert war, einen exfreund vertraute ich selbstmordgedanken an, der meinte dann aber nur zu mir "dann hättest du ja 2 menschen getötet" und als Mörder kam ich mir so und so vor, ein schlechter Mensch, der nichts verdient und nichts zu verlieren hatte. So kam es auch dass ich nachts allein in der Stadt war mit einem Bier in der Hand in das nachweislich 2 Männer tabletten gaben um mich schließlich 12 Stunden lang in ihrer Wohnung festhielten und vergewaltigten bis ich in einem mitleid wecken konnte und er mir bei der Flucht half, danach war mein leben noch zerstörter ich erzählte niemanden davon, die wenigen die es wussten waren anfangs fürsorglich und Liesen plötzlich nichtsmehr von sich wissen, mein Unterleib war nach diesen 2 geschehnissen wie ein Fremdkörper für mich, für monate ging es mir deswegen extrem schlecht dann kamen wieder Schuldgefühle dem ab wegen, sie waren immer stärker, da ich wusste dass ich daran schuld hatte und im anderen Fall ein Opfer war auch wenn ich mich trotzdem schuldig fühle alleine in der stadt gewesen zu sein. Ich schreibe aber aus dem aktuellen Anlass den meine beste Freundin betrifft, sie ist seit kurzem wieder in meinem leben und mir sehr wichtig, doch weiss sie von nichts ich will für sie kein Mörder und auch kein Opfer sein ich will lachen können ohne mich schlecht zu fühlen und so verstelle ich mich, weil ich ihre Freundschaft nicht verdient habe. Mein exfreund, der zur Zeit des Abs Party auf einem Festival gemacht hat und eine Woche nicht erreichbar war (ist aber irrelevant) hat mir erzählt dass er froh ist über meine Entscheidung damals, es bewegt ihn dazu vielen Menschen davon zu erzählen und so hatt es über Ecken auch meine beste Freundin erfahren. Plötzlich war Funkstille und sie reagiert seit einem Monat auf keinen Anruf oder Nachricht, ich bin verzweifelt. Ich kann sie verstehen und verurteile mich selber dafür, sie belogen zu haben um ein normaler Mensch zu sein. Ich würde so gern eine Freundschaft mit ihr führen, die ehrlich ist, ich weiss nichtmal was sie jetzt über mich denkt, habt ihr eine. Vorschlag was ich machen könnte? Ich würde so gern persönlich mit ihr reden, am liebsten die letzten 2 Jahre ungeschehen machen und mit der alten unbeschwerten Freundschaft weitermachen.. Habt ihr Rat für mich?

Danke im Vorhinein
Lg
Alex

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21. November 2010 um 13:37


Gehe es ganz subtil an: Lerne, Dir selbst zu vergeben.

Du lebst in der Vergangenheit, die hälst Du solange aufrecht, solange Du Dir nicht selbst verzeihen kannst.

Wem nützt es jetzt, dass Du Dich verhälst, wie Du Dich verhälst. Das ist eine sehr selbstgerechte Art.

Mir hat eine ganz andere Denkebene geholfen, damit zurechtzukommen, weil ich mich auch weiter fragte, warum junges Leben sterben "muss":

"Abgetrieben, zu früh oder tot geboren zu werden, ist häufig eine vorgeburtliche Entscheidung. Die sich neu inkarnierende Seele braucht möglicherweise nur noch die Erfahrung, in einer Gebärmutter zu stecken, weil sie beispielsweise Einengung erleben will. Manchmal tritt eine Seele nur deshalb kurz in den Körper der Mutter ein, damit die Mutter und die anderen Beteiligten diese spezielle Erfahrung machen können. Wenn sich die Mutter für eine Abtreibung entscheidet und die betreffende Seele wirklich die Erfahrung des Lebens auf der Erde braucht, wird sie sich ein anderes Gefäß suchen und noch einmal von vorne anfangen. Wenn sich die Seele sehr eng mit der betreffenden Familie verbunden fühlt und bestimmte Erfahrungen innerhalb dieser Familie braucht, dann wird sie bis zu einem günstigeren Zeitpunkt warten und es erneut versuchen. Wir sollten daher Abtreibungen nicht pauschal verurteilen. Ich finde es ohnehin besser, nicht zu urteilen, sondern aus allen Erfahrungen zu lernen"

Vielleicht helfen Dir diese Worte etwas. Alles Gute.

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21. November 2010 um 21:22

Alexandralara1
Hallo Alex,
aus Deinen Zeilen kann ich nur erahnen, was Du die letzten Monaten durchlebt und durchlitten hast.
Ich finde es mutig von Dir, dass Du Dich überwunden hast hier herein zu schreiben. Vielen Dank für das Vertrauen, dass Du uns damit entgegenbringst. Der traurigste Satz ist, dass Du mit dem ganzen alleine zurecht kommen mußt und Du niemand hast zum Reden. Gerne darfst Du Dich bei ausweg-pforzheim.de melden, denn allein geht man ein, wenn man 2 Traumatas zu bewältigen hat. Die sind einfühlsam und fit und nehmen sich alle Zeit die Du brauchst. Es wird kein leichter Weg, aber ein Weg, der sich lohnt.
LG Itemba

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22. November 2010 um 1:23
In Antwort auf itemba

Alexandralara1
Hallo Alex,
aus Deinen Zeilen kann ich nur erahnen, was Du die letzten Monaten durchlebt und durchlitten hast.
Ich finde es mutig von Dir, dass Du Dich überwunden hast hier herein zu schreiben. Vielen Dank für das Vertrauen, dass Du uns damit entgegenbringst. Der traurigste Satz ist, dass Du mit dem ganzen alleine zurecht kommen mußt und Du niemand hast zum Reden. Gerne darfst Du Dich bei ausweg-pforzheim.de melden, denn allein geht man ein, wenn man 2 Traumatas zu bewältigen hat. Die sind einfühlsam und fit und nehmen sich alle Zeit die Du brauchst. Es wird kein leichter Weg, aber ein Weg, der sich lohnt.
LG Itemba

Hallo itemba
Ich glaube, dass ist auch genau mein Problem, ich kann mich niemanden anvertrauen, ich weil keinem sowas zumuten, bzw. habe Angst abgelehnt zu werden. Selbst bei Freunden bei denen ich ihre Haltung zu dem Thema kenne kann ich es nicht sagen. Ich fühle mich alleine, weil ich mich anders fühle als die anderen, wie gebrandmarkt oder so. Einzig meine Eltern sind da, aber die haben grade mit sich selbst (Scheidung) genug probleme, die will ich nicht belasten. Ich hoffe wahrscheinlich dass alles einfach vergeht, aber ich merke und ander auch, wie ich mich isoliere und wahrscheinlich sollte ich wirklich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen... Danke für deine Antwort!
lg
alex

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22. November 2010 um 1:25
In Antwort auf kati24gt


Gehe es ganz subtil an: Lerne, Dir selbst zu vergeben.

Du lebst in der Vergangenheit, die hälst Du solange aufrecht, solange Du Dir nicht selbst verzeihen kannst.

Wem nützt es jetzt, dass Du Dich verhälst, wie Du Dich verhälst. Das ist eine sehr selbstgerechte Art.

Mir hat eine ganz andere Denkebene geholfen, damit zurechtzukommen, weil ich mich auch weiter fragte, warum junges Leben sterben "muss":

"Abgetrieben, zu früh oder tot geboren zu werden, ist häufig eine vorgeburtliche Entscheidung. Die sich neu inkarnierende Seele braucht möglicherweise nur noch die Erfahrung, in einer Gebärmutter zu stecken, weil sie beispielsweise Einengung erleben will. Manchmal tritt eine Seele nur deshalb kurz in den Körper der Mutter ein, damit die Mutter und die anderen Beteiligten diese spezielle Erfahrung machen können. Wenn sich die Mutter für eine Abtreibung entscheidet und die betreffende Seele wirklich die Erfahrung des Lebens auf der Erde braucht, wird sie sich ein anderes Gefäß suchen und noch einmal von vorne anfangen. Wenn sich die Seele sehr eng mit der betreffenden Familie verbunden fühlt und bestimmte Erfahrungen innerhalb dieser Familie braucht, dann wird sie bis zu einem günstigeren Zeitpunkt warten und es erneut versuchen. Wir sollten daher Abtreibungen nicht pauschal verurteilen. Ich finde es ohnehin besser, nicht zu urteilen, sondern aus allen Erfahrungen zu lernen"

Vielleicht helfen Dir diese Worte etwas. Alles Gute.

Hallo Kathi
Danke auch dir für deine Nachricht. Ich finde deine Gedanken schön, auch wenn ich (noch) nicht an sowas glauben kann, aber es wäre schön wenn es so ist.
Ich finde es auch nicht gut andere zu verurteilen, gerade wenn jemand zb noch nie in so einer Situation war. Zuvor konnte ich mir auch nicht vorstellen so zu handeln.
alles liebe,
alex

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22. November 2010 um 3:05
In Antwort auf kati24gt


Gehe es ganz subtil an: Lerne, Dir selbst zu vergeben.

Du lebst in der Vergangenheit, die hälst Du solange aufrecht, solange Du Dir nicht selbst verzeihen kannst.

Wem nützt es jetzt, dass Du Dich verhälst, wie Du Dich verhälst. Das ist eine sehr selbstgerechte Art.

Mir hat eine ganz andere Denkebene geholfen, damit zurechtzukommen, weil ich mich auch weiter fragte, warum junges Leben sterben "muss":

"Abgetrieben, zu früh oder tot geboren zu werden, ist häufig eine vorgeburtliche Entscheidung. Die sich neu inkarnierende Seele braucht möglicherweise nur noch die Erfahrung, in einer Gebärmutter zu stecken, weil sie beispielsweise Einengung erleben will. Manchmal tritt eine Seele nur deshalb kurz in den Körper der Mutter ein, damit die Mutter und die anderen Beteiligten diese spezielle Erfahrung machen können. Wenn sich die Mutter für eine Abtreibung entscheidet und die betreffende Seele wirklich die Erfahrung des Lebens auf der Erde braucht, wird sie sich ein anderes Gefäß suchen und noch einmal von vorne anfangen. Wenn sich die Seele sehr eng mit der betreffenden Familie verbunden fühlt und bestimmte Erfahrungen innerhalb dieser Familie braucht, dann wird sie bis zu einem günstigeren Zeitpunkt warten und es erneut versuchen. Wir sollten daher Abtreibungen nicht pauschal verurteilen. Ich finde es ohnehin besser, nicht zu urteilen, sondern aus allen Erfahrungen zu lernen"

Vielleicht helfen Dir diese Worte etwas. Alles Gute.


Katie, deine Denkweise finde ich klasse.

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22. November 2010 um 3:12

Hallo alex
Es tut mir leid was Du alles durchmachen musstest. Du solltest dir jedoch verzeihen. Du bist keine Mörderin. Keine Frau die abgetrieben hat ist das! Jede Frau hat das Recht sich gegen eine Schwangerschaft zu entscheiden. Viele Frauen haben jahrelang für dieses Recht gekämpft. Lass dir nix einreden. Aber du solltest dir Hilfe holen, alleine schaffst Du es nicht aus deiner Krise zu kommen und dein Horrorerlebniss zu verarbeiten.
Warst Du bei der Polizei? Du musst diese Männer anzeigen.

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22. November 2010 um 11:20
In Antwort auf kati24gt


Gehe es ganz subtil an: Lerne, Dir selbst zu vergeben.

Du lebst in der Vergangenheit, die hälst Du solange aufrecht, solange Du Dir nicht selbst verzeihen kannst.

Wem nützt es jetzt, dass Du Dich verhälst, wie Du Dich verhälst. Das ist eine sehr selbstgerechte Art.

Mir hat eine ganz andere Denkebene geholfen, damit zurechtzukommen, weil ich mich auch weiter fragte, warum junges Leben sterben "muss":

"Abgetrieben, zu früh oder tot geboren zu werden, ist häufig eine vorgeburtliche Entscheidung. Die sich neu inkarnierende Seele braucht möglicherweise nur noch die Erfahrung, in einer Gebärmutter zu stecken, weil sie beispielsweise Einengung erleben will. Manchmal tritt eine Seele nur deshalb kurz in den Körper der Mutter ein, damit die Mutter und die anderen Beteiligten diese spezielle Erfahrung machen können. Wenn sich die Mutter für eine Abtreibung entscheidet und die betreffende Seele wirklich die Erfahrung des Lebens auf der Erde braucht, wird sie sich ein anderes Gefäß suchen und noch einmal von vorne anfangen. Wenn sich die Seele sehr eng mit der betreffenden Familie verbunden fühlt und bestimmte Erfahrungen innerhalb dieser Familie braucht, dann wird sie bis zu einem günstigeren Zeitpunkt warten und es erneut versuchen. Wir sollten daher Abtreibungen nicht pauschal verurteilen. Ich finde es ohnehin besser, nicht zu urteilen, sondern aus allen Erfahrungen zu lernen"

Vielleicht helfen Dir diese Worte etwas. Alles Gute.

Schöner Beitrag
Du hast das sehr schön beschrieben

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22. November 2010 um 17:57
In Antwort auf velda_11935774

Hallo alex
Es tut mir leid was Du alles durchmachen musstest. Du solltest dir jedoch verzeihen. Du bist keine Mörderin. Keine Frau die abgetrieben hat ist das! Jede Frau hat das Recht sich gegen eine Schwangerschaft zu entscheiden. Viele Frauen haben jahrelang für dieses Recht gekämpft. Lass dir nix einreden. Aber du solltest dir Hilfe holen, alleine schaffst Du es nicht aus deiner Krise zu kommen und dein Horrorerlebniss zu verarbeiten.
Warst Du bei der Polizei? Du musst diese Männer anzeigen.

Hallo
Danke für deine Antwort! Ich sehe auch keine anderen Frauen so, ich denke bei mir so darüber, ich bin nur immernoch geschockt wie ich das tun konnte,...
Ich denke es wäre vielleicht ein guter Zeitpunkt dafür ich hab schon einmal versucht eine Therapie zu beginnen aber musste nach der ersten sitzung abbrechen ich konnte mich noch nicht damit auseinandersetzen und fühlte mich vielleicht auch ein wenig unter Druck gesetzt, ich denke es ist auch nicht so einfach eine Psychologin zu finden (in ö).
Heute war ein guter Tag, denn ich habe die Nachricht meiner prozessbegleiterin bekommen, dass der haupttàter nach über einem Jahr Prozess zu 2 1/2 Jahren Haft und Schmerzensgeld verurteilt wurde, der andere war zwar auch beteiligt half mir aber bei der flucht in dem er den anderen schlug mein versteckten Sachen holte und die Wohnung aufsperrte, dafür bin ich ihm auch dankbar und hoffe dass er soetwas nichtmehr macht. Die anzeige habe ich durch eine damalige Freundin gezwungen (wegen genspuren) am selben Tag gemacht, es ist kein leichter weg den Polizisten jedes Detail erzählen zu müssen und dann abscheuliche Fragen wie "waren sie feucht" beantworten zu müssen, auch war es hart an den Tatort zurückkehren zu müssen und bei einer Gegenüberstellung ihn nochmals zu sehen, jetzt allerdings bin ich erleichtert, nicht nur wegen mir, sondern weil der Haupttäter 2 weitere mädchen nach mir ebenfalls misshandelt hat und auch vor mir und nun das gericht wegen meinem Fall endlich das Urteil zur Haft gefällt hat und er keinem weiteren mädchen sowas antun kann...

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22. November 2010 um 18:22

Liebe juliet
Danke für deine nachricht und Anteilnahme, ich glaube dass diese schuldfrage sehr komplex ist, es gab eine Reihe von gründen die mich dazu gebracht haben diese Entscheidung zu treffen, ich stand in dem Moment alleine da, mein damaliger Freund zog sich zurück, seine labilen Eltern drohten mir und schickten mir Geld für die ab, das ich aber nicht annahm. Meine Eltern waren überfordert, ich wünschte jemand hàtte mir gesagt dass ich es schaffen kann, ich war schon immer ein ängstlicher unsicherer Mensch ich hatte Große Angst dass ich meinem Kind nicht das geben könnte was es verdient, dass es keinen Liebenden Vater, vielleicht auch keine liebende Mutter hat. Dass ich mitten in der Ausbildung war war für mich irrelevant, da es oft einfacher ist als Student, weil es schon Kinderplätze in den unis gibt usw. Ich fühle mich schuldig weil ich nicht stark genug war, weil ich so naiv und dumm war. Ich hätte das einfach nie von mir gedacht ich hab immer das leben geschätzt war jedem liebevoll gegenüber und dann Fälle ich so eine grausame Entscheidung, ich kann niemehr zurück und bin mir sicher dass mir die Tragweite dieser Entscheidung damals nicht bewusst war. Zur Krankenhaussituation kann ich nur sagen dass alles so normal gewirkt hat, die unzähligen Mädchen und Frauen die im Wartezimmer sitzen, der Stuhl der einem von jeder Frauenärztin bekannt ist, es war so als würden wir einfach auf einen Frauenarzttermin warten. es war alles so irreal. Ich hätte es nicht tun sollen... Und ich fühl mich abgesehen davon jedem Menschen schuldig gegenüber, ich hab das Gefühl ich bin jedem Rechenschaft schuldig warum kann jemand leben kann und mein kind nicht... Das Einzige was mir bleibt ist ein altes Ultraschall Foto von damals, das ist wohl das wertvollste was ich besitze.. Das mit dem Tagebuch ist eine gute Idee von der Seele schreiben so wie jetzt zb hilft.
Wegen der Freundin weiss ich nicht ob ich das kann oder sollte, denn ihre ganze Familie ist nun gegen mich, ich glaube ich würde mich deswegen nicht trauen einfach bei ihr aufzukreuzen aber vielleicht schreibt ich ihr diese woche einen Brief und erzähl ihr alles, ich bin es ihr ja auch schuldig, weil sie das alles nicht von mir wusste und wir in der Zeit keinen Kontakt hatten...
Danke dir auch alles liebe!
Alex

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22. November 2010 um 18:22

Liebe juliet
Danke für deine nachricht und Anteilnahme, ich glaube dass diese schuldfrage sehr komplex ist, es gab eine Reihe von gründen die mich dazu gebracht haben diese Entscheidung zu treffen, ich stand in dem Moment alleine da, mein damaliger Freund zog sich zurück, seine labilen Eltern drohten mir und schickten mir Geld für die ab, das ich aber nicht annahm. Meine Eltern waren überfordert, ich wünschte jemand hàtte mir gesagt dass ich es schaffen kann, ich war schon immer ein ängstlicher unsicherer Mensch ich hatte Große Angst dass ich meinem Kind nicht das geben könnte was es verdient, dass es keinen Liebenden Vater, vielleicht auch keine liebende Mutter hat. Dass ich mitten in der Ausbildung war war für mich irrelevant, da es oft einfacher ist als Student, weil es schon Kinderplätze in den unis gibt usw. Ich fühle mich schuldig weil ich nicht stark genug war, weil ich so naiv und dumm war. Ich hätte das einfach nie von mir gedacht ich hab immer das leben geschätzt war jedem liebevoll gegenüber und dann Fälle ich so eine grausame Entscheidung, ich kann niemehr zurück und bin mir sicher dass mir die Tragweite dieser Entscheidung damals nicht bewusst war. Zur Krankenhaussituation kann ich nur sagen dass alles so normal gewirkt hat, die unzähligen Mädchen und Frauen die im Wartezimmer sitzen, der Stuhl der einem von jeder Frauenärztin bekannt ist, es war so als würden wir einfach auf einen Frauenarzttermin warten. es war alles so irreal. Ich hätte es nicht tun sollen... Und ich fühl mich abgesehen davon jedem Menschen schuldig gegenüber, ich hab das Gefühl ich bin jedem Rechenschaft schuldig warum kann jemand leben kann und mein kind nicht... Das Einzige was mir bleibt ist ein altes Ultraschall Foto von damals, das ist wohl das wertvollste was ich besitze.. Das mit dem Tagebuch ist eine gute Idee von der Seele schreiben so wie jetzt zb hilft.
Wegen der Freundin weiss ich nicht ob ich das kann oder sollte, denn ihre ganze Familie ist nun gegen mich, ich glaube ich würde mich deswegen nicht trauen einfach bei ihr aufzukreuzen aber vielleicht schreibt ich ihr diese woche einen Brief und erzähl ihr alles, ich bin es ihr ja auch schuldig, weil sie das alles nicht von mir wusste und wir in der Zeit keinen Kontakt hatten...
Danke dir auch alles liebe!
Alex

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22. November 2010 um 19:39

Schuldgefühle...
sind in der Tat ein sehr komplexes Thema. Sie treten oft nach Trauerfällen auf (und drehen sich um Fragen wie "was hätte ich tun können, um das zu verhindern" oder "warum habe ich das und das nicht anders gemacht") - und stehen dabei der eigentlichen Trauerarbeit im Weg, auch nach einem SSA. Denn wer sich mit dem "was wäre gewesen wenn" beschäftigt, kann das "so ist es nun" immer wieder verdrängen. Das jedoch wäre wichtig, um die eigentliche Trauer zuzulassen. Schuldgefühle verleugnen oft die Realität - Trauer läßt sie zu.

Die Traumatisierung durch die Vergewaltigung wird ein übriges getan haben, um Schuldgefühle anzufachen. Wenn und unfassbares passiert, suchen wir nach Erklärungen, und leider oft genug sehen die Betroffenen die Schuld bei sich.

Du hast im Nachhinein betrachtet eine falsche Entscheidung getroffen, aus Angst, fehlender Unterstützung und Hoffnunglosigkeit. Das macht dich aber nicht zu einem schlechten Menschen - sondern einfach nur zu einem Menschen.

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dir professionelle Hilfe zu suchen? Eine gute Psychotherapeutin könnte mit dir einen Weg erarbeiten, wieder positiver in die Zukunft zu sehen und dir selbst zu verzeihen.

Alles Liebe!

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