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"Gute Nacht, Mucki."

29. Mai 2015 um 14:38 Letzte Antwort: 14. Juni 2015 um 20:52

"Gute Nacht, Mucki."
Das habe ich gestern das erste mal sagen müssen. Aber nicht wie man es sich wünscht, zu seinem ersten Kind, auf das man sich in so kurzer Zeit schon so gefreut hatte. Ich habe es zu dem Windlicht gesagt, das ich kurz nachdem ich aus dem KH entlassen wurde gekauft habe. In dem Glas steckt neben dem Teelicht ein kleines weißes Herz aus Rinde. Es steht für das Herz, das nicht mehr in mir schlagen durfte und nun nicht mehr da ist.
Es war meine erste Schwangerschaft. Meine erste Fehlgeburt. Wir hatten es nicht geplant, schwanger zu werden. Vor ein paar Monaten noch hatten wir das Thema das erste mal ausführlich besprochen und festgestellt, dass wir als Paar unterschiedliche Vorstellungen/Wünsche diesbezüglich hatten. Ich wünschte es mir bald, mein Partner wollte noch bisschen warten. So habe ich mich seinem Wunsch 'gebeugt' und mir neue Ziele für die kommende Zeit gesetzt: neues Hobby, ein berufsbegleitendes Studium, großer gemeinsamer Urlaub im Sommer,...
Und ohne dass ich mich versah hielt ich einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand...um genau zu sein waren es insgesamt drei...denn ich konnte es gar nicht glauben und wusste noch viel weniger wie ich mich nun fühlen sollte!
Doch die Freude und Erleichterung kam, als mein Partner sich überraschend doll freute und richtig glücklich über diese Überraschung war.
Unser Mucki schmiss all unsere Pläne über Bord und so schmiedeten wir rasch neue bezüglich der Arbeit, dem Wohnen und Heiraten.
Die Zeit, in der wir so unglaublich glücklich und voller Vorfreude waren, war so kurz und doch so intensiv, dass es mir vorkommt wie eine Ewigkeit. Auch in diesem Moment bin ich so überwältigt von der Kraft dieser ganz speziellen Trauer, dass ich gleichzeitig geschockt bin, wie früh ich unser Mucki schon geliebt habe.
Ich weiß nicht, wie ich die nächste Zeit meistern soll und an welchem Ufer ich endlich Trost finden kann, denn seit dem 26. ist unser Mucki nicht mehr bei mir und ich werde ihn auf keinem Ultraschallbild wachsen sehen und ihn niemals in den Armen halten können.
Als ich ihm gestern das erste mal gute Nacht sagen wollte, stand ich vor dem niedlichen Windlicht mit Tränen in den Augen und dachte mir nur, wie glücklich ich in den letzten Tagen und Wochen sein durfte, als das Kleine Licht immer schwächer wurde und das Teelicht, das mich den ganzen Tag mit seiner ruhigen Flamme begleitet hatte schließlich langsam ausging. Da wusste ich, dass ich genau den richtigen Weg gefunden hatte, um mit meinem Mucki, meinem kleinen Sternenkind wie manche sagen würden, so gut es geht verbunden zu sein.
So kann ich also nur aus ganzem Herzen hoffen , dass es unserem Mucki nun besser geht und ihm weiter jeden Abend am Windlicht eine 'gute Nacht' wünschen und hoffen, dass es irgendwann erträglicher wird, nicht nur für mich, sondern für euch alle, die, egal in welchem Schwangerschaftmonat, ihr Kind verloren haben.

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30. Mai 2015 um 21:26

Das hast du
Sehr schön geschrieben! Erstmal mein Beileid! Ich musste unseren Benn im 6. Monat gehen lassen! Das war Anfang Februar, seitdem sage auch ich jedem Abend einem kleinen Licht gute Nacht! Am Anfang hab ich mich oft geärgert, dass ich es nie zu ihm sagen kann, wenn er in seinem bettchen liegt...aber der Schmerz verändert sich iwann. Er wird besser bzw lernt man mit ihm zu leben...

Ich wünsche dir auch eine gute Nacht und du wirst deinen Mucki nie vergessen
LG Mummel mit Benn ganz fest im Herzen

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31. Mai 2015 um 18:10
In Antwort auf jalila_12538678

Das hast du
Sehr schön geschrieben! Erstmal mein Beileid! Ich musste unseren Benn im 6. Monat gehen lassen! Das war Anfang Februar, seitdem sage auch ich jedem Abend einem kleinen Licht gute Nacht! Am Anfang hab ich mich oft geärgert, dass ich es nie zu ihm sagen kann, wenn er in seinem bettchen liegt...aber der Schmerz verändert sich iwann. Er wird besser bzw lernt man mit ihm zu leben...

Ich wünsche dir auch eine gute Nacht und du wirst deinen Mucki nie vergessen
LG Mummel mit Benn ganz fest im Herzen

Danke
für deine lieben Worte und es tut mir unendlich leid,dass du deinen kleinen Benn gehen lassen musstest!
Der Schmerz springt grad zwischen Wut und Verzweiflung hin und her und ich hoffe, dass ich bald mit ihm leben kann, wie du schreibst. Ich hab noch eine Woche zu Hause und dann geht es endgültig mit dem Alltag und dem Arbeiten weiter,...irgendwie macht mir das riesige Angst... Gab es da irgendwas was dir geholfen hat? Aus meinem Freundeskreis war noch niemand in so einer Situation od sie sind glücklich schwanger bzw haben schon ihr 1.Kind...
Ganz liebe Grüße

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31. Mai 2015 um 18:18

Ja
so wie du es sagst, vergessen kann man es nie und es wird einem wohl lange lange schmerzen, wenn man an den schlimmen Tag denkt. Für mich war es nur schon furchtbar als ich wieder beim Gyn saß und alle um mich rum schwanger und glücklich waren Aber vll ist es einfach auch noch zu frisch alles.
Wünsch dir ganz viel Kraft und liebe Grüße

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31. Mai 2015 um 18:59

Leider
Hilft da nur Augen zu und durch, was die Arbeit angeht. Ich war 7 Wochen krankgeschrieben, weil ich physisch und psychisch nicht in der Lage war. Ich kann dir nur raten, nimm dir soviel Zeit wie du brauchst! Keiner kann dir sagen, welches Tempo das richtige ist. Denn keiner ist so wie du und fühlt so wie du!!! Wenn du meinst du brauchst noch ne Woche länger, dann nimm sie dir. Ganz egal was alle sagen oder denken. Es gibt leider (oder Gott sei dank) auch keinen Zeitplan, der dir sagt, dann ist dies dann ist das oder dann wird es besser! Das Tempo bestimmst wie gesagt du ganz allein!
Am Anfang bin ich zur Arbeit gegangen ohne dass ich einen Sinn darin gesehen hab, aber ich glaube nach 3-4 Wochen wurde es besser. Arbeit bekommt nicht mehr meine volle Energie ich habe gelernt, dass es viel wichtigeres gibt. Aber sie lenkt mich mittlerweile von den ganzen Baby Gedanken usw ab. Ich hoffe das hilft dir auch Iwann!
Was mir auch sehr geholfen hat am Anfang war, wenn ich meinem Kind Briefe geschrieben hab. Wie es mir geht, was so passiert und meine Gefühle. Anfangs schrieb ich täglich, aber nach und nach wurde es weniger. Wenn du magst Versuch es einfach mal.
LG Mummel

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31. Mai 2015 um 19:54

Man, so viel liebe,
mir kamen gerade die tränen, mein sternchen ist schon vor einigen jahren von mir gegangen und als ich aus dem kkh kam mußte ich zu meiner mutter um meine 3 anderen kinder abzuholen, sie meinte zu mir was ich so heule da war doch noch gar nichts, doch, ich habe das herzchen schlagen sehen und wie es gestrampelt hatte, so mußte ich mir die trauer verkneifen, ich habe es beim standesamt eintragen lassen und so habe ich etwas von dem sternchen was sichtbar ist,lg

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2. Juni 2015 um 13:25
In Antwort auf viki250588

Man, so viel liebe,
mir kamen gerade die tränen, mein sternchen ist schon vor einigen jahren von mir gegangen und als ich aus dem kkh kam mußte ich zu meiner mutter um meine 3 anderen kinder abzuholen, sie meinte zu mir was ich so heule da war doch noch gar nichts, doch, ich habe das herzchen schlagen sehen und wie es gestrampelt hatte, so mußte ich mir die trauer verkneifen, ich habe es beim standesamt eintragen lassen und so habe ich etwas von dem sternchen was sichtbar ist,lg

Oh man
das tut mir doll leid! Es ist hart, wenn das Umfeld einem das Trauern noch schwieriger macht, als es ohnehin schon ist. Deine 3 Kiddis haben ja auch sicher deine volle Aufmerksamkeit gebraucht. Das mit dem Standesamt find ich da eine schöne Idee, denn wie du schreibst, es bleibt einem sonst ja fast nichts außer die Erinnerung.
Liebe Grüße

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2. Juni 2015 um 13:41
In Antwort auf jalila_12538678

Leider
Hilft da nur Augen zu und durch, was die Arbeit angeht. Ich war 7 Wochen krankgeschrieben, weil ich physisch und psychisch nicht in der Lage war. Ich kann dir nur raten, nimm dir soviel Zeit wie du brauchst! Keiner kann dir sagen, welches Tempo das richtige ist. Denn keiner ist so wie du und fühlt so wie du!!! Wenn du meinst du brauchst noch ne Woche länger, dann nimm sie dir. Ganz egal was alle sagen oder denken. Es gibt leider (oder Gott sei dank) auch keinen Zeitplan, der dir sagt, dann ist dies dann ist das oder dann wird es besser! Das Tempo bestimmst wie gesagt du ganz allein!
Am Anfang bin ich zur Arbeit gegangen ohne dass ich einen Sinn darin gesehen hab, aber ich glaube nach 3-4 Wochen wurde es besser. Arbeit bekommt nicht mehr meine volle Energie ich habe gelernt, dass es viel wichtigeres gibt. Aber sie lenkt mich mittlerweile von den ganzen Baby Gedanken usw ab. Ich hoffe das hilft dir auch Iwann!
Was mir auch sehr geholfen hat am Anfang war, wenn ich meinem Kind Briefe geschrieben hab. Wie es mir geht, was so passiert und meine Gefühle. Anfangs schrieb ich täglich, aber nach und nach wurde es weniger. Wenn du magst Versuch es einfach mal.
LG Mummel

Ja
das stimmt, ich merk, dass es von Tag zu Tag etwas besser wird, mal mehr mal weniger. Wie viel Zeit ich brauch, weiß ich auch noch nicht, aber es wird einem zusätzlich nicht leicht gemacht. Du wirst es nicht glauben (ich selbst war völlig sprachlos) aber mein Gyn wollte mich am Freitag als ich nachm KH bei ihm war nicht mal einen Tag krankschreiben er fragte auch warum ich überhaupt im KH gewesen wäre, wäre doch normal innerhalb der ersten 3Monate und die Natur würde das schon regeln und er würde nicht verstehen, warum ich jetzt noch etwas Zeit für mich bräuchte und nicht gleich wieder arbeiten könne... Mal abgesehen von den Bauchkrämpfen und Schmerzen, die ich hatte, kann ich es gar nicht glauben, dass man sich in so einer Situation, in der man eh noch nich weiß wie nun alles werden soll, auch noch drum kämpfen muss, dass man etwas traurig sein darf
Dann aber hoff ich, dass das Arbeiten wie für dich irgendwann eine Ablenkung wird, bis man wieder Pläne hat, wie man weiter machen möchte oder?
Das mit dem Briefe schreiben ist eine super schöne Idee, bestimmt nicht einfach, aber hilft sicher.
Liebe Grüße

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2. Juni 2015 um 20:11
In Antwort auf cristi_12497574

Oh man
das tut mir doll leid! Es ist hart, wenn das Umfeld einem das Trauern noch schwieriger macht, als es ohnehin schon ist. Deine 3 Kiddis haben ja auch sicher deine volle Aufmerksamkeit gebraucht. Das mit dem Standesamt find ich da eine schöne Idee, denn wie du schreibst, es bleibt einem sonst ja fast nichts außer die Erinnerung.
Liebe Grüße

Danke, es sind eingebrannte erinnerungen,
meine 3 hatten alle die windpocken und 2 wochen vorher sind wir in unser haus umgezogen, zum glück war mein mann da der mir auch zum 1000. mal zuhörte wenn ich wieder unten war und mich aufgefangen hatte, lg

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14. Juni 2015 um 19:17

Wie weit
warst du denn?

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14. Juni 2015 um 20:49
In Antwort auf an0N_1211883699z

Wie weit
warst du denn?

15 ssw,
es hatte schon richtig gestrampelt, nur war es mir zu träge, eigentlich habe ich geahnt das es nicht gut geht, ich habe für alle babys jäckchen und mützen gestrickt, nur für dieses habe ich es nicht geschafft, zwar angefangen aber es nie fertig geschafft, danke das du mir "zuhörst" und auch mal fragst, es tut doch noch gut von dem baby zu berichten, gglg

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14. Juni 2015 um 20:52
In Antwort auf an0N_1211883699z

Wie weit
warst du denn?

Ach du meintes perlchen,
habe mich leider angesprochen gefühlt, trotzdem gglg

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