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Gewalt unter der Geburt

11. Juli um 0:15

Hey miteinander!
Ich melde mich heute mit einem sehr ernsten Thema. Es geht um die Gewalt, die Frauen unter der Geburt oft erleben müssen.
Ich bin Hebammenschülerin in Berlin und beschäftige mich schon lange mit diesem Thema, habe auch das Buch „Gewalt unter der Geburt gelesen“.
Aufgrund dieser ganzen Geschichten habe ich begonnen alle Geburten, bei denen ich bereits dabei war, Revue passieren zu lassen und bin auch genau auf meine Stellung eingegangen. Ich mache mir nun viel mehr Gedanken, wie eine VU (vaginale Untersuchung) oder andere Vorgänge bei den Gebärenden ankommen.

Vor zwei Tagen ist es dann passiert. Ich war dabei, wie die Geburt für eine Frau zum Horror wurde.

Die Frau (ich nenne sie hier mal Lisa) war Erstgebärende, war 3 Tage über den Termin als sie zu uns kam.
Sie hatte einen Geburtsplan dabei, wie sie sich ihre Geburt vorstellte. Hier begann es schon, dass keine Hebamme sich diesen durch las, sondern alle nur darüber lachten.
ich nahm mir in einer ruhigen Minute die Zeit und las ihn mir durch. Lisa wollte nur im äußersten Notfall auf medizinische Interventionen zurückgreifen und auch, dass nur notwendiges Personal bei ihr blieb.
Aus diesem Grund fragte ich auch erst einmal nach, ob es ihr Recht war, dass ich während der Geburt dabei war.
sie willigte ein.
Als ich in meinem Dienst zu ihr ins Wehenzimmer kam, hatte Lisa bereits alle 2 Minuten Wehen, allerdings veratmete sie diese sehr gut. Nachdem sie aus der Wanne kam, waren die Schmerzen für sie unerträglich. Die Hebamme machte sich die ganze Zeit lustig und sagte nur „Kinder kriegen bedeutet halt Schmerzen“.
Die Hebamme kündigte nun an, eine VU durchzuführen um zu sehen, wie weit der Muttermund bereits geöffnet war.
Hier benutzte sie gleich einmal unsterile Handschuhe, statt Sterile!
Als sie mit der Untersuchung begann, weinte Lisa laut, versuchte die Hebamme wegzudrücken, aber diese ließ das nicht zu! Lisa schrie und bettelte, dass die Hebamme aufhören sollte.
ich stand daneben und war wie gelähmt. Mir kamen die Tränen in die Augen und ich fühlte mich wie bei einer Vergewaltigung. Das einzige was ich tun konnte, was Lisas Hand zu nehmen und diese beruhigend zu streicheln.
als die Hebamme aufhörte mit der VU, meinte sie der Muttermund wäre nur 1cm geöffnet, also müsste man eine PDA machen, damit Lisa auch ihre Schmerzen besser vertragen könnte. Normalerweise gilt die Regel/ Empfehlung erst ab 4cm eine PDA zu legen.
Im Stillen fragte ich mich selber, warum sie eigentlich nicht einfach ein Schmerzmittel anbot. Die Hebamme redete so auf Lisa ein, dass diese irgendwann nickte, die Hebamme abrauschte und der Anästhesie Bescheid gab. Ich bekam den Auftrag Lisa und ihren Mann in den Kreißsaal zu bringen. Als ich zu lisa ging, sah sie mich nur an und sagte unter Tränen „aber ich wollte doch keine PDA“.

Ich litt so mit Lisa mit, versuchte sie zu beruhigen und brachte sie in den Kreißsaal.
Die Anästhesie kam, legte die PDA und verschwand.
Währenddessen war von der Hebamme nichts zu sehen.
Ich hängte das CTG an, um zu sehen wie es dem Kind ging.
Lisa konnte langsam wieder etwas lachen. Ich wich ihr die ganze Zeit nicht von der Seite und unterhielt mich mit ihr und ihrem Mann.
Plötzlich kam die Hebamme, hängte einen Wehentropf an OHNE Lisa zu fragen und ging wieder.
Langsam wurde mir klar, dass dies zu einer Sectio kommen würde.
Als das CTG schlechter wurde, verhärteten sich meine Befürchtungen.
Die Herztöne vielen immer wieder ab.
Von der Hebamme keine Spur.
Irgendwann rief ich die Ärztin an, da ich mir Sorgen machte.
Als die Ärztin das CTG sah, wurde sie still und rief sofort den Oberarzt an.
Als er kam, warf er ein Blick auf das CTG und meinte nur „Kaiserschnitt
Lisa war mittlerweile nur noch am ende. Sie zitterte, weinte und wurde immer stiller.
keiner erklärte ihr was los war. Als alle weg waren versuchte ich ihr und ihrem Mann so gut wie möglich zu erklären, wieso nun ein Kaiserschnitt gemacht werden musste.
Dann ging alles ganz schnell.
ich bereitete Lisa vor, brachte sie zur Schleuse und schleuste dann auch ihren Mann ein.
Ich machte mir solche Sorgen um Lisa.
Als ich mich umgezogen hatte und neben ihr stand, zitterte Lisa noch immer. Sie weinte und hatte panische Angst.
ich stand neben ihr, hielt ihre Hand und streichelte sie. Ich versuchte ihr gut zuzureden. Die Hebamme kam und schickte mich weg. Sie selbst stellte sich neben Lisa und ließ mich nach den Herztönen suchen.
Zum Glück waren diese gut.
Lisas Sohn wurde um 3:34 Uhr geboren.
ich versorgte mit ihrem Mann den Kleinen und brachte beide dann in den Aufwachraum.
Lisa war am Ende ihrer Kräfte aber überglücklich ihren Sohn zu sehen.
Ich hatte einen Kloß im Hals, als sie mir wieder sagte: „ so wollte ich das alles nicht“.
ich blieb im Aufwachraum, bis Lisa auf die Station gebracht wurde.
als ich ging, sah sie mich nur an und sagte „Danke!“
Das war der Moment wo ich zu weinen begann.
ich fühlte mich schuldig, nicht eingegriffen zu haben. Ich hätte mehr tun sollen.

Jetzt ist es 3 Tage her und ich muss nur noch daran denken. Ich mache mir solche Vorwürfe.


Hat jemand hier schon einmal Erfahrungen mit Gewalt unter der Geburt erlebt?
Kann mir jemand sagen, wie ich mit den Schuldgefühlen umgehen soll?

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11. Juli um 0:57

Liebe Sina Marie,


ich kann sehr gut nachvollziehen wie sehr dich diese schlimme Erfahrung belastet.

Es ist nicht deine Schuld.

Ich kann gut nachvollziehen dass du denkst, du hättest eingreifen "müssen".
Natürlich denkt man auch als Außenstehender erstmal, dass man doch hätte eingreifen "können".

Allerdings hatte ich in den letzten Jahren (leider) mehrmals die Gelegenheit, die Hierarchien im Gesundheitssystem, speziell in Kliniken, zu beobachten...
Und ich bin mir relativ sicher, dass du in deiner Position nicht viel hättest ausrichten können.

Vermutlich hätten diese fürchterlichen (!) Hebammen, die auf dieser Station anwesend waren, nur über dich gelacht, dich abgefertigt und dich dazu aufgefordert, den Mund zu halten und deine Arbeit zu machen.

Liebe Sina, das, was du beschreibst, musste ich bei meinen beiden Geburten Gott sei Dank nicht erleben - eher das absolute Gegenteil.
Ich hatte (da die Wehen jeweils sehr lange gingen) mehrere tolle Hebammen um mich, alles war absolut selbstbestimmt (obwohl ich keinen Geburtsplan hatte, da mir im Vorfeld schon klar war, dass der im Ernstfall ohnehin nicht eingehalten werden könnte), ich wurde absolut respektvoll behandelt. Niemand hätte mir etwas verabreicht oder irgendetwas getan, das ich nicht wollte.
Das, was die Frau aus deiner Erfahrung erleben musste... das wünscht man seinem ärgsten Feind nicht.


Ich würde so gerne noch etwas tröstliches sagen - aber ich bin selbst zutiefst betroffen über deinen Bericht.
Das ist wirklich Realität für viele Gebärende in deutschen Kliniken? Eine absolute Schande.

Das Einzige, was ich nur nochmal sagen kann - es ist nicht deine Schuld.

Das wenige, das du tun konnest - dich um die Gebärende kümmern, sie trösten, ihr erklären, was passiert - genau das hast du getan!
Du hast dir nichts vorzuwerfen!

Gibt es so etwas wie eine Hebammen-Vereinigung? Irgendeinen Verband, an den du dich mit dieser Erfahrung wenden kannst?
Kann irgendwo ein offener Diskurs/Dialog angeregt werden?

Ich wünsche dir, dass es dir gelingt, dich innerlich wieder etwas zu beruhigen und mit dem, was du erlebt hast, umzugehen.
Sollte es dir nicht gelingen, die Erfahrung selbst zu verarbeiten, gäbe es auch die Möglichkeit, die Sache mit einer erfahrenen Therapeutin zu besprechen, die dir vielleicht helfen kann, besser mit der Belastung umzugehen.

Ich danke dir sehr für diesen Bericht - es ist so wichtig, Missstände anzusprechen anstatt sie totzuschweigen!
Auch das ist eines der wenigen Dinge, die du tun konntest - aber eine sehr wichtige Sache!

Liebe Grüße!

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11. Juli um 1:13

ps - eines würde ich gerne noch ergänzen.

Ich gehe schon davon aus, dass die Hebammen während der geschilderten Geburt triftige Gründe für ihr Vorgehen hatten.
Anderes möchte ich nicht unterstellen.

Vielleicht hatten ihre Handlungen, die nicht dem Standard-Protokoll entsprachen, auch Ursachen - die man dir sicherlich kurz und knapp hätte erklären können, wenn man gewollt hätte.
(Schade, wenn man lernwillige Schüler nicht mit Informationen füttert! Aber so läuft es hier leider häufig!)

Medizinische Fälle halten sich leider nicht immer ans Lehrbuch - das gilt vor Allem auch für Geburten.

Nur, die Art und Weise, wie mit einer Gebärenden unter großen Schmerzen umgegangen wurde... das finde ich sehr, sehr schlimm!

Natürlich möchten die meisten Frauen keinen Kaiserschnitt - und natürlich ist es im Nachhinein für die meisten schlimm.

Wenn aber die Hebammen wirklich gut mit den Gebärenden umgehen und gut kommunizieren was geschieht, ist die Sache erheblich weniger traumatisch für die Betroffenen!


Dass man mit einer Frau in den allergrößten Schmerzen nicht anständig kommuniziert, ihr nicht "hilft", sich während dieser brutalen Grenzerfahrung zurechtzufinden und verhindert, dass sie unmenschliche Ängste durchstehen muss... darin sehe ich die echte Grausamkeit in dem Fall.

Und hier sollte man ansetzen, denn ich weiß aus meiner Geburtsklinik (die beliebteste und ausgebuchteste der Stadt), dass es absolut anders geht.

Eine gute Freundin von mir lag auch lange, lange in den Wehen (überfällig, in derselben Klinik) - und man bereitete sie behutsam und schonend auf den Kaiserschnitt vor.
Es war für sie mit der tollen Begleitung dann alles nur halb so schlimm!

Sicher - natürlich gibt es Fälle, wo keine Zeit für ausführliche Erklärungen ist. Das ist mir bewusst.
In dem von dir geschilderten Fall wäre ja aber durchaus Zeit gewesen, mit der Gebärenden zu sprechen. (Du hast es ja dann auch getan.)


Liebe Sina, ich wünsche dir noch einmal alles gute, und dass du es schaffst, für dich einen Weg zu finden, mit dem Erlebten umzugehen!

Alles Liebe!
 

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11. Juli um 7:13
In Antwort auf sina_marie

Hey miteinander!
Ich melde mich heute mit einem sehr ernsten Thema. Es geht um die Gewalt, die Frauen unter der Geburt oft erleben müssen.
Ich bin Hebammenschülerin in Berlin und beschäftige mich schon lange mit diesem Thema, habe auch das Buch „Gewalt unter der Geburt gelesen“.
Aufgrund dieser ganzen Geschichten habe ich begonnen alle Geburten, bei denen ich bereits dabei war, Revue passieren zu lassen und bin auch genau auf meine Stellung eingegangen. Ich mache mir nun viel mehr Gedanken, wie eine VU (vaginale Untersuchung) oder andere Vorgänge bei den Gebärenden ankommen.

Vor zwei Tagen ist es dann passiert. Ich war dabei, wie die Geburt für eine Frau zum Horror wurde.

Die Frau (ich nenne sie hier mal Lisa) war Erstgebärende, war 3 Tage über den Termin als sie zu uns kam. 
Sie hatte einen Geburtsplan dabei, wie sie sich ihre Geburt vorstellte. Hier begann es schon, dass keine Hebamme sich diesen durch las, sondern alle nur darüber lachten.
ich nahm mir in einer ruhigen Minute die Zeit und las ihn mir durch. Lisa wollte nur im äußersten Notfall auf medizinische Interventionen zurückgreifen und auch, dass nur notwendiges Personal bei ihr blieb.
Aus diesem Grund fragte ich auch erst einmal nach, ob es ihr Recht war, dass ich während der Geburt dabei war.
sie willigte ein.
Als ich in meinem Dienst zu ihr ins Wehenzimmer kam, hatte Lisa bereits alle 2 Minuten Wehen, allerdings veratmete sie diese sehr gut. Nachdem sie aus der Wanne kam, waren die Schmerzen für sie unerträglich. Die Hebamme machte sich die ganze Zeit lustig und sagte nur „Kinder kriegen bedeutet halt Schmerzen“.
Die Hebamme kündigte nun an, eine VU durchzuführen um zu sehen, wie weit der Muttermund bereits geöffnet war.
Hier benutzte sie gleich einmal unsterile Handschuhe, statt Sterile!
Als sie mit  der Untersuchung begann, weinte Lisa laut, versuchte die Hebamme wegzudrücken, aber diese ließ das nicht zu! Lisa schrie und bettelte, dass die Hebamme aufhören sollte.
ich stand daneben und war wie gelähmt. Mir kamen die Tränen in die Augen und ich fühlte mich wie bei einer Vergewaltigung. Das einzige was ich tun konnte, was Lisas Hand zu nehmen und diese beruhigend zu streicheln.
als die Hebamme aufhörte mit der VU, meinte sie der Muttermund wäre nur 1cm geöffnet, also müsste man eine PDA machen, damit Lisa auch ihre Schmerzen besser vertragen könnte. Normalerweise gilt die Regel/ Empfehlung erst ab 4cm eine PDA zu legen. 
Im Stillen fragte ich mich selber, warum sie eigentlich nicht einfach ein Schmerzmittel anbot. Die Hebamme redete so auf Lisa ein, dass diese irgendwann nickte, die Hebamme abrauschte und der Anästhesie Bescheid gab. Ich bekam den Auftrag Lisa und ihren Mann in den Kreißsaal zu bringen. Als ich zu lisa ging, sah sie mich nur an und sagte  unter Tränen „aber ich wollte doch keine PDA“.

Ich litt so mit Lisa mit, versuchte sie zu beruhigen und brachte sie in den Kreißsaal.
Die Anästhesie kam, legte die PDA und verschwand.
Währenddessen war von der Hebamme nichts zu sehen.
Ich hängte das CTG an, um zu sehen wie es dem  Kind ging. 
Lisa konnte langsam wieder etwas lachen. Ich wich ihr die ganze Zeit nicht von der Seite und unterhielt mich mit ihr und ihrem Mann.
Plötzlich kam die Hebamme, hängte einen Wehentropf an OHNE Lisa zu fragen und ging wieder. 
Langsam wurde mir klar, dass dies zu einer Sectio kommen würde.
Als das CTG schlechter wurde, verhärteten sich meine Befürchtungen.
Die Herztöne vielen immer wieder ab.
Von der Hebamme keine Spur.
Irgendwann rief ich die Ärztin an, da ich mir Sorgen machte.
Als die Ärztin das CTG sah, wurde sie still und rief sofort den Oberarzt an.
Als er kam, warf er ein Blick auf das CTG und meinte nur „Kaiserschnitt“
Lisa war mittlerweile nur noch am ende. Sie zitterte, weinte und wurde immer stiller.
keiner erklärte ihr was los war. Als alle weg waren versuchte ich ihr und ihrem Mann so gut wie möglich zu erklären, wieso nun ein Kaiserschnitt gemacht werden musste.
Dann ging alles ganz schnell.
ich bereitete Lisa vor, brachte sie zur Schleuse und schleuste dann auch ihren Mann ein.
Ich machte mir solche Sorgen um Lisa.
Als ich mich umgezogen hatte und neben ihr stand, zitterte Lisa noch immer. Sie weinte und hatte panische Angst.
ich stand neben ihr, hielt ihre Hand und streichelte sie. Ich versuchte ihr gut zuzureden. Die Hebamme kam und schickte mich weg. Sie selbst stellte sich neben Lisa und ließ mich nach den Herztönen suchen.
Zum Glück waren diese gut.
Lisas Sohn wurde um 3:34 Uhr geboren.
ich versorgte mit ihrem Mann den Kleinen und brachte beide dann in den Aufwachraum.
Lisa war am Ende ihrer Kräfte aber überglücklich ihren Sohn zu sehen.
Ich hatte einen Kloß im Hals, als sie mir wieder sagte: „ so wollte ich das alles nicht“.
ich blieb im Aufwachraum, bis Lisa auf die Station gebracht wurde.
als ich ging, sah sie mich nur an und sagte „Danke!“
Das war der Moment wo ich zu weinen begann.
ich fühlte mich schuldig, nicht eingegriffen zu haben. Ich hätte mehr tun sollen.

Jetzt ist es 3 Tage her und ich muss nur noch daran denken. Ich mache mir solche Vorwürfe. 


Hat jemand hier schon einmal Erfahrungen mit Gewalt unter der Geburt erlebt? 
Kann mir jemand sagen, wie ich mit den Schuldgefühlen umgehen soll?

 

Also ich finde, du hast deinen Beruf verfehlt, wenn du bei einer Geburt deiner Patientin "Schuldgefühle" hast. Das Kind lebt und ist gesund. Du musst hier unbedingt professioneller werden.

Mit der Patientin weinen? Du sollst sie bestmöglich betreuen und aufbauen und nicht in ihrer Spinnerei bestärken. 

Vielleicht war dieser Hebamme auch schon klar, dass sie es einfach nicht hinkriegt und wollte mit PDA und Wehentropf ein wenig nachhelfen.

Man unterschreibt doch beim Klinikvorstellungsgespräch, dass man mit PDA, Schmerzmittel usw. einverstanden ist oder nicht. Was interessiert denn da Wochen später ihr Geburtsplan noch? Das hätte sie damals in Ruhe ja schon vortragen können.

Und bei dieser Untersuchung, man kanns auch übertreiben. Irgendwie muss man ja mal feststellen, wie weit die Patientin ist. 


Hier fehlt das Dazwischen von schwarz und weiß. Du stellst alles rabenschwarz dar, es gibt aber notwendige Farben dazwischen, hier geht es in erster Linie ums Kind und nicht um die Mutter
 

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11. Juli um 8:36
In Antwort auf sina_marie

Hey miteinander!
Ich melde mich heute mit einem sehr ernsten Thema. Es geht um die Gewalt, die Frauen unter der Geburt oft erleben müssen.
Ich bin Hebammenschülerin in Berlin und beschäftige mich schon lange mit diesem Thema, habe auch das Buch „Gewalt unter der Geburt gelesen“.
Aufgrund dieser ganzen Geschichten habe ich begonnen alle Geburten, bei denen ich bereits dabei war, Revue passieren zu lassen und bin auch genau auf meine Stellung eingegangen. Ich mache mir nun viel mehr Gedanken, wie eine VU (vaginale Untersuchung) oder andere Vorgänge bei den Gebärenden ankommen.

Vor zwei Tagen ist es dann passiert. Ich war dabei, wie die Geburt für eine Frau zum Horror wurde.

Die Frau (ich nenne sie hier mal Lisa) war Erstgebärende, war 3 Tage über den Termin als sie zu uns kam. 
Sie hatte einen Geburtsplan dabei, wie sie sich ihre Geburt vorstellte. Hier begann es schon, dass keine Hebamme sich diesen durch las, sondern alle nur darüber lachten.
ich nahm mir in einer ruhigen Minute die Zeit und las ihn mir durch. Lisa wollte nur im äußersten Notfall auf medizinische Interventionen zurückgreifen und auch, dass nur notwendiges Personal bei ihr blieb.
Aus diesem Grund fragte ich auch erst einmal nach, ob es ihr Recht war, dass ich während der Geburt dabei war.
sie willigte ein.
Als ich in meinem Dienst zu ihr ins Wehenzimmer kam, hatte Lisa bereits alle 2 Minuten Wehen, allerdings veratmete sie diese sehr gut. Nachdem sie aus der Wanne kam, waren die Schmerzen für sie unerträglich. Die Hebamme machte sich die ganze Zeit lustig und sagte nur „Kinder kriegen bedeutet halt Schmerzen“.
Die Hebamme kündigte nun an, eine VU durchzuführen um zu sehen, wie weit der Muttermund bereits geöffnet war.
Hier benutzte sie gleich einmal unsterile Handschuhe, statt Sterile!
Als sie mit  der Untersuchung begann, weinte Lisa laut, versuchte die Hebamme wegzudrücken, aber diese ließ das nicht zu! Lisa schrie und bettelte, dass die Hebamme aufhören sollte.
ich stand daneben und war wie gelähmt. Mir kamen die Tränen in die Augen und ich fühlte mich wie bei einer Vergewaltigung. Das einzige was ich tun konnte, was Lisas Hand zu nehmen und diese beruhigend zu streicheln.
als die Hebamme aufhörte mit der VU, meinte sie der Muttermund wäre nur 1cm geöffnet, also müsste man eine PDA machen, damit Lisa auch ihre Schmerzen besser vertragen könnte. Normalerweise gilt die Regel/ Empfehlung erst ab 4cm eine PDA zu legen. 
Im Stillen fragte ich mich selber, warum sie eigentlich nicht einfach ein Schmerzmittel anbot. Die Hebamme redete so auf Lisa ein, dass diese irgendwann nickte, die Hebamme abrauschte und der Anästhesie Bescheid gab. Ich bekam den Auftrag Lisa und ihren Mann in den Kreißsaal zu bringen. Als ich zu lisa ging, sah sie mich nur an und sagte  unter Tränen „aber ich wollte doch keine PDA“.

Ich litt so mit Lisa mit, versuchte sie zu beruhigen und brachte sie in den Kreißsaal.
Die Anästhesie kam, legte die PDA und verschwand.
Währenddessen war von der Hebamme nichts zu sehen.
Ich hängte das CTG an, um zu sehen wie es dem  Kind ging. 
Lisa konnte langsam wieder etwas lachen. Ich wich ihr die ganze Zeit nicht von der Seite und unterhielt mich mit ihr und ihrem Mann.
Plötzlich kam die Hebamme, hängte einen Wehentropf an OHNE Lisa zu fragen und ging wieder. 
Langsam wurde mir klar, dass dies zu einer Sectio kommen würde.
Als das CTG schlechter wurde, verhärteten sich meine Befürchtungen.
Die Herztöne vielen immer wieder ab.
Von der Hebamme keine Spur.
Irgendwann rief ich die Ärztin an, da ich mir Sorgen machte.
Als die Ärztin das CTG sah, wurde sie still und rief sofort den Oberarzt an.
Als er kam, warf er ein Blick auf das CTG und meinte nur „Kaiserschnitt“
Lisa war mittlerweile nur noch am ende. Sie zitterte, weinte und wurde immer stiller.
keiner erklärte ihr was los war. Als alle weg waren versuchte ich ihr und ihrem Mann so gut wie möglich zu erklären, wieso nun ein Kaiserschnitt gemacht werden musste.
Dann ging alles ganz schnell.
ich bereitete Lisa vor, brachte sie zur Schleuse und schleuste dann auch ihren Mann ein.
Ich machte mir solche Sorgen um Lisa.
Als ich mich umgezogen hatte und neben ihr stand, zitterte Lisa noch immer. Sie weinte und hatte panische Angst.
ich stand neben ihr, hielt ihre Hand und streichelte sie. Ich versuchte ihr gut zuzureden. Die Hebamme kam und schickte mich weg. Sie selbst stellte sich neben Lisa und ließ mich nach den Herztönen suchen.
Zum Glück waren diese gut.
Lisas Sohn wurde um 3:34 Uhr geboren.
ich versorgte mit ihrem Mann den Kleinen und brachte beide dann in den Aufwachraum.
Lisa war am Ende ihrer Kräfte aber überglücklich ihren Sohn zu sehen.
Ich hatte einen Kloß im Hals, als sie mir wieder sagte: „ so wollte ich das alles nicht“.
ich blieb im Aufwachraum, bis Lisa auf die Station gebracht wurde.
als ich ging, sah sie mich nur an und sagte „Danke!“
Das war der Moment wo ich zu weinen begann.
ich fühlte mich schuldig, nicht eingegriffen zu haben. Ich hätte mehr tun sollen.

Jetzt ist es 3 Tage her und ich muss nur noch daran denken. Ich mache mir solche Vorwürfe. 


Hat jemand hier schon einmal Erfahrungen mit Gewalt unter der Geburt erlebt? 
Kann mir jemand sagen, wie ich mit den Schuldgefühlen umgehen soll?

 

Mich macht dein Bericht sehr betroffen. Sowas ist furchtbar. Nun bist du aber in der tollen Lage, dass du für dich entscheiden kannst, dass du es besser machst.
Das Klinikum ist blöderweise ein Unternehmen, das nicht maßgeblich an natürlichen Spontangeburten verdient. Deshalb wird einiges durchgeführt, was medizinisch irgendwie begründet wurde und einfach aufm klinikkonto was einbringt.

Also was kann ich dir raten. Du kannst deinen Beruf mit bestem Wissen und Gewissen gut machen. Natürlich darfst du Bedenken äußern, dann aber in einer defensiven Art, also: ich möchte dazu was sagen 
.. Oder wäre nicht xyz möglich. Nicht vorm Patienten, in meiner Ausbildung habe ich gelernt, dass xyz so behandelt werden kann, wollen wir es mal versuchen? 
In der Art. Ansonsten kannst auf kurz oder lang darüber nachdenken, mal eine eigene Praxis nach der Ausbildung eröffnen. Dann hast du mehr Spielraum. 

Gerade bist du so auf die Gewalt fixiert, weil du dich damit beschäftigt. Genauso wie Eltern mit Kinderwunsch überall nur schwangere sehen. 
Probiere es mal aus dem Blickwinkel zu sehen, dass du einen wissensvorsprung gegenüber anderen Hebammen hast und den für dich und deine zu behandlenden Frauen nutzt. Das ist gut. Und viel Spaß noch mit den ganzen kleinen Wundern. 

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11. Juli um 9:11
In Antwort auf sina_marie

Hey miteinander!
Ich melde mich heute mit einem sehr ernsten Thema. Es geht um die Gewalt, die Frauen unter der Geburt oft erleben müssen.
Ich bin Hebammenschülerin in Berlin und beschäftige mich schon lange mit diesem Thema, habe auch das Buch „Gewalt unter der Geburt gelesen“.
Aufgrund dieser ganzen Geschichten habe ich begonnen alle Geburten, bei denen ich bereits dabei war, Revue passieren zu lassen und bin auch genau auf meine Stellung eingegangen. Ich mache mir nun viel mehr Gedanken, wie eine VU (vaginale Untersuchung) oder andere Vorgänge bei den Gebärenden ankommen.

Vor zwei Tagen ist es dann passiert. Ich war dabei, wie die Geburt für eine Frau zum Horror wurde.

Die Frau (ich nenne sie hier mal Lisa) war Erstgebärende, war 3 Tage über den Termin als sie zu uns kam. 
Sie hatte einen Geburtsplan dabei, wie sie sich ihre Geburt vorstellte. Hier begann es schon, dass keine Hebamme sich diesen durch las, sondern alle nur darüber lachten.
ich nahm mir in einer ruhigen Minute die Zeit und las ihn mir durch. Lisa wollte nur im äußersten Notfall auf medizinische Interventionen zurückgreifen und auch, dass nur notwendiges Personal bei ihr blieb.
Aus diesem Grund fragte ich auch erst einmal nach, ob es ihr Recht war, dass ich während der Geburt dabei war.
sie willigte ein.
Als ich in meinem Dienst zu ihr ins Wehenzimmer kam, hatte Lisa bereits alle 2 Minuten Wehen, allerdings veratmete sie diese sehr gut. Nachdem sie aus der Wanne kam, waren die Schmerzen für sie unerträglich. Die Hebamme machte sich die ganze Zeit lustig und sagte nur „Kinder kriegen bedeutet halt Schmerzen“.
Die Hebamme kündigte nun an, eine VU durchzuführen um zu sehen, wie weit der Muttermund bereits geöffnet war.
Hier benutzte sie gleich einmal unsterile Handschuhe, statt Sterile!
Als sie mit  der Untersuchung begann, weinte Lisa laut, versuchte die Hebamme wegzudrücken, aber diese ließ das nicht zu! Lisa schrie und bettelte, dass die Hebamme aufhören sollte.
ich stand daneben und war wie gelähmt. Mir kamen die Tränen in die Augen und ich fühlte mich wie bei einer Vergewaltigung. Das einzige was ich tun konnte, was Lisas Hand zu nehmen und diese beruhigend zu streicheln.
als die Hebamme aufhörte mit der VU, meinte sie der Muttermund wäre nur 1cm geöffnet, also müsste man eine PDA machen, damit Lisa auch ihre Schmerzen besser vertragen könnte. Normalerweise gilt die Regel/ Empfehlung erst ab 4cm eine PDA zu legen. 
Im Stillen fragte ich mich selber, warum sie eigentlich nicht einfach ein Schmerzmittel anbot. Die Hebamme redete so auf Lisa ein, dass diese irgendwann nickte, die Hebamme abrauschte und der Anästhesie Bescheid gab. Ich bekam den Auftrag Lisa und ihren Mann in den Kreißsaal zu bringen. Als ich zu lisa ging, sah sie mich nur an und sagte  unter Tränen „aber ich wollte doch keine PDA“.

Ich litt so mit Lisa mit, versuchte sie zu beruhigen und brachte sie in den Kreißsaal.
Die Anästhesie kam, legte die PDA und verschwand.
Währenddessen war von der Hebamme nichts zu sehen.
Ich hängte das CTG an, um zu sehen wie es dem  Kind ging. 
Lisa konnte langsam wieder etwas lachen. Ich wich ihr die ganze Zeit nicht von der Seite und unterhielt mich mit ihr und ihrem Mann.
Plötzlich kam die Hebamme, hängte einen Wehentropf an OHNE Lisa zu fragen und ging wieder. 
Langsam wurde mir klar, dass dies zu einer Sectio kommen würde.
Als das CTG schlechter wurde, verhärteten sich meine Befürchtungen.
Die Herztöne vielen immer wieder ab.
Von der Hebamme keine Spur.
Irgendwann rief ich die Ärztin an, da ich mir Sorgen machte.
Als die Ärztin das CTG sah, wurde sie still und rief sofort den Oberarzt an.
Als er kam, warf er ein Blick auf das CTG und meinte nur „Kaiserschnitt“
Lisa war mittlerweile nur noch am ende. Sie zitterte, weinte und wurde immer stiller.
keiner erklärte ihr was los war. Als alle weg waren versuchte ich ihr und ihrem Mann so gut wie möglich zu erklären, wieso nun ein Kaiserschnitt gemacht werden musste.
Dann ging alles ganz schnell.
ich bereitete Lisa vor, brachte sie zur Schleuse und schleuste dann auch ihren Mann ein.
Ich machte mir solche Sorgen um Lisa.
Als ich mich umgezogen hatte und neben ihr stand, zitterte Lisa noch immer. Sie weinte und hatte panische Angst.
ich stand neben ihr, hielt ihre Hand und streichelte sie. Ich versuchte ihr gut zuzureden. Die Hebamme kam und schickte mich weg. Sie selbst stellte sich neben Lisa und ließ mich nach den Herztönen suchen.
Zum Glück waren diese gut.
Lisas Sohn wurde um 3:34 Uhr geboren.
ich versorgte mit ihrem Mann den Kleinen und brachte beide dann in den Aufwachraum.
Lisa war am Ende ihrer Kräfte aber überglücklich ihren Sohn zu sehen.
Ich hatte einen Kloß im Hals, als sie mir wieder sagte: „ so wollte ich das alles nicht“.
ich blieb im Aufwachraum, bis Lisa auf die Station gebracht wurde.
als ich ging, sah sie mich nur an und sagte „Danke!“
Das war der Moment wo ich zu weinen begann.
ich fühlte mich schuldig, nicht eingegriffen zu haben. Ich hätte mehr tun sollen.

Jetzt ist es 3 Tage her und ich muss nur noch daran denken. Ich mache mir solche Vorwürfe. 


Hat jemand hier schon einmal Erfahrungen mit Gewalt unter der Geburt erlebt? 
Kann mir jemand sagen, wie ich mit den Schuldgefühlen umgehen soll?

 

Leider ist das keine Seltenheit...

Du persönlich kannst daran nichts ändern. 

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11. Juli um 12:14
In Antwort auf thermofix

Also ich finde, du hast deinen Beruf verfehlt, wenn du bei einer Geburt deiner Patientin "Schuldgefühle" hast. Das Kind lebt und ist gesund. Du musst hier unbedingt professioneller werden.

Mit der Patientin weinen? Du sollst sie bestmöglich betreuen und aufbauen und nicht in ihrer Spinnerei bestärken. 

Vielleicht war dieser Hebamme auch schon klar, dass sie es einfach nicht hinkriegt und wollte mit PDA und Wehentropf ein wenig nachhelfen.

Man unterschreibt doch beim Klinikvorstellungsgespräch, dass man mit PDA, Schmerzmittel usw. einverstanden ist oder nicht. Was interessiert denn da Wochen später ihr Geburtsplan noch? Das hätte sie damals in Ruhe ja schon vortragen können.

Und bei dieser Untersuchung, man kanns auch übertreiben. Irgendwie muss man ja mal feststellen, wie weit die Patientin ist. 


Hier fehlt das Dazwischen von schwarz und weiß. Du stellst alles rabenschwarz dar, es gibt aber notwendige Farben dazwischen, hier geht es in erster Linie ums Kind und nicht um die Mutter
 

Ich habe den Beruf verfehlt, weil ich mit einer Patientin mitgefühlt habe und ihr in der schweren Situation zur Seite gestanden bin?
Klar, bin ich froh, dass es dem Kind gut geht aber muss ich deswegen diese Art und Weise wie es passiert ist gutheißen?
Sorry, aber für mich sind Patientinnen immerhin noch Frauen und keine Objekte.
Und: man unterschreibt vor dem Klinkaufenthalt doch nicht, dass man mir Schmerzmittel etc. einverstanden ist. 
Wenn es so weit kommt, muss man das Einverständnis der Schwangeren holen. Sollte diese es verweigern, wird das ins Protokoll aufgenommen mit ihrer Unterschrift.
Sobald eine Schwangere einen Geburtsplan dabei hat, sollten sich die Hebammen wenigstens damit beschäftigen und sollt es anders kommen, ihr den Grund nennen warum nun der Weg der Schwangeren nicht mehr geht und warum man eingreifen müsste.

Auch das es in erster Linie ums Kind geht ist grauenhaft - die Frau ist keine Maschine die Gebären soll. Hier geht es um Kind UND Frau.

Es war richtig, den Kaiserschnitt bei diesem pathologischen CTG auszuführen, allerdings hätte man diesen vermeiden können.
ich habe danach mit einer Hebamme geredet, die im Spätdienst kam und sie gefragt was sie davon hält (ohne den Namen der Hebamme zu nennen).
sie war entsetzt über die Vorgehensweise. „Eine PDA bei 1cm ist absoluter Schwachsinn!“
Nur so viel dazu.

Ich habe die Frau gesehen und sie hat die Wehen super veratmet! Sie hatte nur einmal Probleme mit den Schmerzen was man auch mit einem Schmerzmittel lösen hätten können.
ich kannt dle Frau noch von der Schicht davor und die Hebamme dort meinte nur: „ die kann super entbinden, wenn sie so die Wehen veratmet!“

Zur Untersuchung: Wollen sie das mit ihnen so umgegangen wird??
Wenn man als Hebamme merkt, dass eine Frau Schmerzen hat, dann wartet man bis die Wehe vorbei ist.
oder man nimmt Gleitgel, damit es nicht so wehtut.
Zu sagen, man soll sich nicht so anstellen finde ich geradezu unmöglich!

Ich stelle es aus meiner Sicht dar. Ich bin wie gesagt froh, dass es gut ausging aber wie es dazu gekommen ist heiße ich nicht gut! 

Ich habe nicht vor der Patientin geweint, sondern als ich aus dem Zimmer war und eine Freundin getroffen habe. Ich habe versucht sie zu unterstützen aber nicht aufgrund „Spinnerein“.

Es tut mir Leid, aber so zu urteilen, ohne sich groß über die Geburtshilfe auszukennen, ist verwerflich!

Danke für Ihre Meinung, aber seien sie mir nicht böse wenn ich rein gar nichts davon halte! 

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11. Juli um 12:19
In Antwort auf waldmami

Mich macht dein Bericht sehr betroffen. Sowas ist furchtbar. Nun bist du aber in der tollen Lage, dass du für dich entscheiden kannst, dass du es besser machst.
Das Klinikum ist blöderweise ein Unternehmen, das nicht maßgeblich an natürlichen Spontangeburten verdient. Deshalb wird einiges durchgeführt, was medizinisch irgendwie begründet wurde und einfach aufm klinikkonto was einbringt.

Also was kann ich dir raten. Du kannst deinen Beruf mit bestem Wissen und Gewissen gut machen. Natürlich darfst du Bedenken äußern, dann aber in einer defensiven Art, also: ich möchte dazu was sagen 
.. Oder wäre nicht xyz möglich. Nicht vorm Patienten, in meiner Ausbildung habe ich gelernt, dass xyz so behandelt werden kann, wollen wir es mal versuchen? 
In der Art. Ansonsten kannst auf kurz oder lang darüber nachdenken, mal eine eigene Praxis nach der Ausbildung eröffnen. Dann hast du mehr Spielraum. 

Gerade bist du so auf die Gewalt fixiert, weil du dich damit beschäftigt. Genauso wie Eltern mit Kinderwunsch überall nur schwangere sehen. 
Probiere es mal aus dem Blickwinkel zu sehen, dass du einen wissensvorsprung gegenüber anderen Hebammen hast und den für dich und deine zu behandlenden Frauen nutzt. Das ist gut. Und viel Spaß noch mit den ganzen kleinen Wundern. 

Danke für Ihren lieben Beitrag!

Ich werde definitiv später eine andere Geburtshilfe anstreben, wie diese jetzt in meiner Ausbildung.

Als ich mich mit dem Thema Gewalt beschäftigt habe, war ich der Meinung, diese würde bei mir im Klinikum nicht auftreten. Ich war bei so vielen Geburten und keine von denen ging in diese Richtung. Bis zu diesem Tag.
Klar, hat die Hebamme mehr Wissen und Erfahrung als ich aber mit ging es hier viel mehr ums menschliche.
Wäre sie liebevoll mit der Patientin umgegangen, wäre alles nicht so schlimm gewesen! 
 

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11. Juli um 12:22
In Antwort auf sofiasmum_

Liebe Sina Marie,


ich kann sehr gut nachvollziehen wie sehr dich diese schlimme Erfahrung belastet.

Es ist nicht deine Schuld.

Ich kann gut nachvollziehen dass du denkst, du hättest eingreifen "müssen".
Natürlich denkt man auch als Außenstehender erstmal, dass man doch hätte eingreifen "können".

Allerdings hatte ich in den letzten Jahren (leider) mehrmals die Gelegenheit, die Hierarchien im Gesundheitssystem, speziell in Kliniken, zu beobachten...
Und ich bin mir relativ sicher, dass du in deiner Position nicht viel hättest ausrichten können.

Vermutlich hätten diese fürchterlichen (!) Hebammen, die auf dieser Station anwesend waren, nur über dich gelacht, dich abgefertigt und dich dazu aufgefordert, den Mund zu halten und deine Arbeit zu machen.

Liebe Sina, das, was du beschreibst, musste ich bei meinen beiden Geburten Gott sei Dank nicht erleben - eher das absolute Gegenteil.
Ich hatte (da die Wehen jeweils sehr lange gingen) mehrere tolle Hebammen um mich, alles war absolut selbstbestimmt (obwohl ich keinen Geburtsplan hatte, da mir im Vorfeld schon klar war, dass der im Ernstfall ohnehin nicht eingehalten werden könnte), ich wurde absolut respektvoll behandelt. Niemand hätte mir etwas verabreicht oder irgendetwas getan, das ich nicht wollte.
Das, was die Frau aus deiner Erfahrung erleben musste... das wünscht man seinem ärgsten Feind nicht.


Ich würde so gerne noch etwas tröstliches sagen - aber ich bin selbst zutiefst betroffen über deinen Bericht.
Das ist wirklich Realität für viele Gebärende in deutschen Kliniken? Eine absolute Schande.

Das Einzige, was ich nur nochmal sagen kann - es ist nicht deine Schuld.

Das wenige, das du tun konnest - dich um die Gebärende kümmern, sie trösten, ihr erklären, was passiert - genau das hast du getan!
Du hast dir nichts vorzuwerfen!

Gibt es so etwas wie eine Hebammen-Vereinigung? Irgendeinen Verband, an den du dich mit dieser Erfahrung wenden kannst?
Kann irgendwo ein offener Diskurs/Dialog angeregt werden?

Ich wünsche dir, dass es dir gelingt, dich innerlich wieder etwas zu beruhigen und mit dem, was du erlebt hast, umzugehen.
Sollte es dir nicht gelingen, die Erfahrung selbst zu verarbeiten, gäbe es auch die Möglichkeit, die Sache mit einer erfahrenen Therapeutin zu besprechen, die dir vielleicht helfen kann, besser mit der Belastung umzugehen.

Ich danke dir sehr für diesen Bericht - es ist so wichtig, Missstände anzusprechen anstatt sie totzuschweigen!
Auch das ist eines der wenigen Dinge, die du tun konntest - aber eine sehr wichtige Sache!

Liebe Grüße!

Liebe sofiasmum,

ich danke dir sehr für deinen Beitrag! Deine tröstenden Worte haben mit sehr geholfen!

Eins noch: ob das Klinikalltag ist - kann ich nicht sagen. Ich war bei so vielen Geburten dabei, aber hab nie so etwas in der Richtung erlebt. Eher Hebammen, die die Frauen so unterstützt haben, wie man sich es vorstellt.
Bis eben zu diesem Tag.

Ich danke dir hiermit nochmals mit ganzen Herzen!!

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11. Juli um 12:38
In Antwort auf sina_marie

Ich habe den Beruf verfehlt, weil ich mit einer Patientin mitgefühlt habe und ihr in der schweren Situation zur Seite gestanden bin?
Klar, bin ich froh, dass es dem Kind gut geht aber muss ich deswegen diese Art und Weise wie es passiert ist gutheißen?
Sorry, aber für mich sind Patientinnen immerhin noch Frauen und keine Objekte.
Und: man unterschreibt vor dem Klinkaufenthalt doch nicht, dass man mir Schmerzmittel etc. einverstanden ist. 
Wenn es so weit kommt, muss man das Einverständnis der Schwangeren holen. Sollte diese es verweigern, wird das ins Protokoll aufgenommen mit ihrer Unterschrift.
Sobald eine Schwangere einen Geburtsplan dabei hat, sollten sich die Hebammen wenigstens damit beschäftigen und sollt es anders kommen, ihr den Grund nennen warum nun der Weg der Schwangeren nicht mehr geht und warum man eingreifen müsste.

Auch das es in erster Linie ums Kind geht ist grauenhaft - die Frau ist keine Maschine die Gebären soll. Hier geht es um Kind UND Frau.

Es war richtig, den Kaiserschnitt bei diesem pathologischen CTG auszuführen, allerdings hätte man diesen vermeiden können.
ich habe danach mit einer Hebamme geredet, die im Spätdienst kam und sie gefragt was sie davon hält (ohne den Namen der Hebamme zu nennen).
sie war entsetzt über die Vorgehensweise. „Eine PDA bei 1cm ist absoluter Schwachsinn!“
Nur so viel dazu.

Ich habe die Frau gesehen und sie hat die Wehen super veratmet! Sie hatte nur einmal Probleme mit den Schmerzen was man auch mit einem Schmerzmittel lösen hätten können.
ich kannt dle Frau noch von der Schicht davor und die Hebamme dort meinte nur: „ die kann super entbinden, wenn sie so die Wehen veratmet!“

Zur Untersuchung: Wollen sie das mit ihnen so umgegangen wird??
Wenn man als Hebamme merkt, dass eine Frau Schmerzen hat, dann wartet man bis die Wehe vorbei ist.
oder man nimmt Gleitgel, damit es nicht so wehtut.
Zu sagen, man soll sich nicht so anstellen finde ich geradezu unmöglich!

Ich stelle es aus meiner Sicht dar. Ich bin wie gesagt froh, dass es gut ausging aber wie es dazu gekommen ist heiße ich nicht gut! 

Ich habe nicht vor der Patientin geweint, sondern als ich aus dem Zimmer war und eine Freundin getroffen habe. Ich habe versucht sie zu unterstützen aber nicht aufgrund „Spinnerein“.

Es tut mir Leid, aber so zu urteilen, ohne sich groß über die Geburtshilfe auszukennen, ist verwerflich!

Danke für Ihre Meinung, aber seien sie mir nicht böse wenn ich rein gar nichts davon halte! 

Ich finde das  auch erschreckend und war genau so hilflos bei der Geburt meiner Schwester.... 

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11. Juli um 13:27

Mir ist bei meiner zweiten Geburt im Krankenhaus auch derart in den natürlichen Geburtsvorgang reingepfuscht worden, inklusive eine unnötige Ausschabung gegen meinen ausdrücklichen Willen (meine Frauenärztin und Hebammen, die den Klinikbericht später mit meinen Daten wie etwa HB-Wert verglichen haben, haben auch nur den Kopf geschüttelt). Dauraufhin war für mich klar, keine Geburt mehr im Krankenhaus. Mein drittes Kind kam absolut ruhig und entspannt im Geburtshaus zur Welt.
Einerseits kann ich verstehen, dass in Kliniken oft eine stressige Atmosphäre herrscht, gerade wenn mehrere Geburten parallel laufen und dann auch noch irgendwo Komplikationen auftreten, aber das darf nicht zur Gefahr für die Gesundheit der Patienten werden.

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11. Juli um 14:21
In Antwort auf thermofix

Also ich finde, du hast deinen Beruf verfehlt, wenn du bei einer Geburt deiner Patientin "Schuldgefühle" hast. Das Kind lebt und ist gesund. Du musst hier unbedingt professioneller werden.

Mit der Patientin weinen? Du sollst sie bestmöglich betreuen und aufbauen und nicht in ihrer Spinnerei bestärken. 

Vielleicht war dieser Hebamme auch schon klar, dass sie es einfach nicht hinkriegt und wollte mit PDA und Wehentropf ein wenig nachhelfen.

Man unterschreibt doch beim Klinikvorstellungsgespräch, dass man mit PDA, Schmerzmittel usw. einverstanden ist oder nicht. Was interessiert denn da Wochen später ihr Geburtsplan noch? Das hätte sie damals in Ruhe ja schon vortragen können.

Und bei dieser Untersuchung, man kanns auch übertreiben. Irgendwie muss man ja mal feststellen, wie weit die Patientin ist. 


Hier fehlt das Dazwischen von schwarz und weiß. Du stellst alles rabenschwarz dar, es gibt aber notwendige Farben dazwischen, hier geht es in erster Linie ums Kind und nicht um die Mutter
 

Das ist kompletter Bullshit! NA klar sind Patienten nicht die besten Freunde aber mit den Patienten Mitfühlen ist durch aus ein sehr wichtiger Punkt. Man braucht eine Distanz ,dass schon klar aber wenn es einem egal ist wie es den Patienten geht hat man den Beruf genauso verfehlt. Vor meiner Schwangerschaft habe ich eine Ausbildung zur Gesundheits und Krankenpflege gemacht und war 8 Wochen lang auf einer Kinderkrebsklinik tätig und auch ich habe dort mit den Kindern geweint. 

Sie hat ihren Job definitiv nicht verfehlt! 


Hast du Gut gemacht. Liebes mach deinen Beruf weiter so

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11. Juli um 14:32

Ich denke, du hast das Herz am rechten Fleck und dass es wichtig ist, dass es Hebammen gibt, die die MIssstände in der Geburts"hilfe" erkennen, denn sonst ändert sich nichts.

Deine "Lisa" tut mir herzlich leid. Es war tatsächlich alles so vermeidbar udn so gewaltsam.

Ich würde an deiner Stelle versuchen nichts auf die Meinungen derer zu geben, die von Geburt keine Ahnung haben und deren einziges Argument ist: Sind doch alle am Leben und Körperlich zumindest oberflächlich gesund.

Meine Hebamme meinte mal zu mir, dass die Ausbildung hart ist, wenn man schon vorher eine natürliche Einstellung zu dem allen hat. Sie hat Geburtshaus- und Hausgeburtshilfe geleistet. Ich glaube sehr viele Hebammen, die das nicht mir ansehen können, wechseln.
Leider haben in den letzten Jahren dann viele mit der Geburtshilfe wieder aufgehört, wegen der Versicherungskosten.
An deiner Stelle würde ich gucken, dass ich mein Außenpraktikum auch in einem Geburtshaus mache. Nicht einfach bei einer stelbständigen Hebamme die ein bissl Wochenbett und Schwanegrenschwimmen macht.
Sondern dort, wo du natürliche Geburt noch erleben kannst.

Ansonsten: Ich glaube nicht, dass du etwas anders hättest machen können. Es ist nicht deine Verantwortung. Sprichst du gegen die Meinung der Diensthabenden Hebamme, dann wirst du nacher noch als Querulant abgestempelt, vielleicht gefährdest du deine Ausbildung.
Ich fürchte das einzige, was dir als kleine Azubine bleibt, ist, dass du es aushälst. Dass du die Probleme erkennst und es besser machst, wenn es irgendwann deine Arbeit sein wird.
Da musst du dich fragen, ob du das aushälst.
Denn ich denke, wenn dich sowas zukünftig weiter so mitnimmt, dann kann es dich sogar krank machen.

Wäre theortisch ein Ausbildungsplatzwechsel möglich? Gibt es irgendwo eine Klinik mit gutem Ruf, die ebenfalls ausbildet? Vermutlich wäre das wechseln aber eh nicht möglich.
Deswegen bleibt eben nur: durchhalten.
Vielleicht kannst du auch ein bissl and en Schichten tauschen, dass du mit eben dieser Hebamme möglichst wenig Schichten hast?

Was sicher auch noch ein Problem ist, grad wenn du das nicht absprechen, nicht als Mensch sehen ansprichst ist wohl, dass dort eben leider oft Fließbandarbeit herrscht. Da vergisst man den Menschen hinter den Gefühlen. Man selbst hat die Routine schon hunderte Male hinter sich, so dass es für die komplette Belegschaft keinen Grund zum sprechen gibt. Und da wir die Frau di eda in den Wehen wimmert vergessen.
Das ist nicht zu entschuldigen, aber menschlich zu erklären.
Ich denke da ist es schon möglich zur leitenden Hebamme zu gehen und einfach mal zu sagen: Mir ist aufgefallen... und wir hatten gelernt, dass man da.... aber die Frau kann uns doch verklagen!? Vielleicht ein bissl auf dumm tun und dann reißen sich alle wieder eine zeitlang am Riemen, wenn du sie erinnerst?
Aber ich wäre echt vorsichtig. Weltverbesserer haben normal einen schweren stand.

U.a. zum Schutz vor Gewalt habe ich meine Kinder alle Außerklinisch bekommen.
Aber während der Geburt ist frau so sensibel, dass mir manches trotzdem sauer aufgestoßen ist. Verliere also nie dein Gespühr für Takt, die weiteren Jahre.

LG

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11. Juli um 16:07

Liebe Sina,

als erstes: Hut ab, dass du der Dame nicht von der Seite gewichen bist. Ich denke nicht, dass du dich hättest gegen das empathielose Stück durchboxen können.

Es klingt nach einem absoluten Horrorszenario und wer dir unterstellt, dass du deinen Beruf verfehlt hast und „abhärten“ musst, ist in meinen Augen kein bisschen besser, als dieses seelenloses Wesen, was einfach eine Prozedur durchzieht, LACHT und sich unmenschlich verhält! Also so etwas krankes auch noch zu befürworten ist traurig.

Lest euch doch Krankenberichte durch - Rezenssionen und Co! Es zählt hier nicht mehr der Mensch an sich! Allein die Aussage, „dass sie gemerkt hat, dass sie es alleine nicht hinbekommt“ HALLO? Dann press du mal ne Melone unter Druck, Gelächter, unter ungewohnten Umständen und fremden Menschen, Angst und einem eiskalten Miststück neben dir - als ob es nicht so schön anstrengend und beängstigend wäre, dass selbst andere Helferinnen, wie Sina in dem Fall als mitfühlende Frau mitkriegt wie der Hase läuft.

Bitte ändere nie diese Grundeinstellung! Hebammen sind da um zu helfen! Nicht wie Assgeier ihre Macht in einem so wertvollen Moment auszunutzen!

Sina - ich kann mir vorstellen, dass das auch für dich ein traumatisches Erlebnis war - und NEIN.. kein Mensch sollte jemals so behandelt werden!!! Ich bin sprachlos, wie abartig einige gestrickt sind.

Traurig.. aber so ist die Realität - das sind Erfahrungen, die kein Mensch braucht. Aber Zeit, Geld.. das ist was am Ende zählt.. nicht der Mensch dahinter.

Hab einen Kumpel, der ebenfalls berichtete, wie zB mit Senioren im Altenheim umgegangen wird.. daher wundert mich nichts und das tragische - NIEMAND unternimmt etwas. Absolut niemand.

Behalte dir bitte immer diese Empathie bei! Das gibt denen Hoffnung, die genauso ticken. Und ich bin unfassbar froh, dass du bei der Frau dabei warst! 

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11. Juli um 16:21
In Antwort auf thermofix

Also ich finde, du hast deinen Beruf verfehlt, wenn du bei einer Geburt deiner Patientin "Schuldgefühle" hast. Das Kind lebt und ist gesund. Du musst hier unbedingt professioneller werden.

Mit der Patientin weinen? Du sollst sie bestmöglich betreuen und aufbauen und nicht in ihrer Spinnerei bestärken. 

Vielleicht war dieser Hebamme auch schon klar, dass sie es einfach nicht hinkriegt und wollte mit PDA und Wehentropf ein wenig nachhelfen.

Man unterschreibt doch beim Klinikvorstellungsgespräch, dass man mit PDA, Schmerzmittel usw. einverstanden ist oder nicht. Was interessiert denn da Wochen später ihr Geburtsplan noch? Das hätte sie damals in Ruhe ja schon vortragen können.

Und bei dieser Untersuchung, man kanns auch übertreiben. Irgendwie muss man ja mal feststellen, wie weit die Patientin ist. 


Hier fehlt das Dazwischen von schwarz und weiß. Du stellst alles rabenschwarz dar, es gibt aber notwendige Farben dazwischen, hier geht es in erster Linie ums Kind und nicht um die Mutter
 

Es riecht nach Troll.

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11. Juli um 16:27
In Antwort auf sina_marie

Hey miteinander!
Ich melde mich heute mit einem sehr ernsten Thema. Es geht um die Gewalt, die Frauen unter der Geburt oft erleben müssen.
Ich bin Hebammenschülerin in Berlin und beschäftige mich schon lange mit diesem Thema, habe auch das Buch „Gewalt unter der Geburt gelesen“.
Aufgrund dieser ganzen Geschichten habe ich begonnen alle Geburten, bei denen ich bereits dabei war, Revue passieren zu lassen und bin auch genau auf meine Stellung eingegangen. Ich mache mir nun viel mehr Gedanken, wie eine VU (vaginale Untersuchung) oder andere Vorgänge bei den Gebärenden ankommen.

Vor zwei Tagen ist es dann passiert. Ich war dabei, wie die Geburt für eine Frau zum Horror wurde.

Die Frau (ich nenne sie hier mal Lisa) war Erstgebärende, war 3 Tage über den Termin als sie zu uns kam. 
Sie hatte einen Geburtsplan dabei, wie sie sich ihre Geburt vorstellte. Hier begann es schon, dass keine Hebamme sich diesen durch las, sondern alle nur darüber lachten.
ich nahm mir in einer ruhigen Minute die Zeit und las ihn mir durch. Lisa wollte nur im äußersten Notfall auf medizinische Interventionen zurückgreifen und auch, dass nur notwendiges Personal bei ihr blieb.
Aus diesem Grund fragte ich auch erst einmal nach, ob es ihr Recht war, dass ich während der Geburt dabei war.
sie willigte ein.
Als ich in meinem Dienst zu ihr ins Wehenzimmer kam, hatte Lisa bereits alle 2 Minuten Wehen, allerdings veratmete sie diese sehr gut. Nachdem sie aus der Wanne kam, waren die Schmerzen für sie unerträglich. Die Hebamme machte sich die ganze Zeit lustig und sagte nur „Kinder kriegen bedeutet halt Schmerzen“.
Die Hebamme kündigte nun an, eine VU durchzuführen um zu sehen, wie weit der Muttermund bereits geöffnet war.
Hier benutzte sie gleich einmal unsterile Handschuhe, statt Sterile!
Als sie mit  der Untersuchung begann, weinte Lisa laut, versuchte die Hebamme wegzudrücken, aber diese ließ das nicht zu! Lisa schrie und bettelte, dass die Hebamme aufhören sollte.
ich stand daneben und war wie gelähmt. Mir kamen die Tränen in die Augen und ich fühlte mich wie bei einer Vergewaltigung. Das einzige was ich tun konnte, was Lisas Hand zu nehmen und diese beruhigend zu streicheln.
als die Hebamme aufhörte mit der VU, meinte sie der Muttermund wäre nur 1cm geöffnet, also müsste man eine PDA machen, damit Lisa auch ihre Schmerzen besser vertragen könnte. Normalerweise gilt die Regel/ Empfehlung erst ab 4cm eine PDA zu legen. 
Im Stillen fragte ich mich selber, warum sie eigentlich nicht einfach ein Schmerzmittel anbot. Die Hebamme redete so auf Lisa ein, dass diese irgendwann nickte, die Hebamme abrauschte und der Anästhesie Bescheid gab. Ich bekam den Auftrag Lisa und ihren Mann in den Kreißsaal zu bringen. Als ich zu lisa ging, sah sie mich nur an und sagte  unter Tränen „aber ich wollte doch keine PDA“.

Ich litt so mit Lisa mit, versuchte sie zu beruhigen und brachte sie in den Kreißsaal.
Die Anästhesie kam, legte die PDA und verschwand.
Währenddessen war von der Hebamme nichts zu sehen.
Ich hängte das CTG an, um zu sehen wie es dem  Kind ging. 
Lisa konnte langsam wieder etwas lachen. Ich wich ihr die ganze Zeit nicht von der Seite und unterhielt mich mit ihr und ihrem Mann.
Plötzlich kam die Hebamme, hängte einen Wehentropf an OHNE Lisa zu fragen und ging wieder. 
Langsam wurde mir klar, dass dies zu einer Sectio kommen würde.
Als das CTG schlechter wurde, verhärteten sich meine Befürchtungen.
Die Herztöne vielen immer wieder ab.
Von der Hebamme keine Spur.
Irgendwann rief ich die Ärztin an, da ich mir Sorgen machte.
Als die Ärztin das CTG sah, wurde sie still und rief sofort den Oberarzt an.
Als er kam, warf er ein Blick auf das CTG und meinte nur „Kaiserschnitt“
Lisa war mittlerweile nur noch am ende. Sie zitterte, weinte und wurde immer stiller.
keiner erklärte ihr was los war. Als alle weg waren versuchte ich ihr und ihrem Mann so gut wie möglich zu erklären, wieso nun ein Kaiserschnitt gemacht werden musste.
Dann ging alles ganz schnell.
ich bereitete Lisa vor, brachte sie zur Schleuse und schleuste dann auch ihren Mann ein.
Ich machte mir solche Sorgen um Lisa.
Als ich mich umgezogen hatte und neben ihr stand, zitterte Lisa noch immer. Sie weinte und hatte panische Angst.
ich stand neben ihr, hielt ihre Hand und streichelte sie. Ich versuchte ihr gut zuzureden. Die Hebamme kam und schickte mich weg. Sie selbst stellte sich neben Lisa und ließ mich nach den Herztönen suchen.
Zum Glück waren diese gut.
Lisas Sohn wurde um 3:34 Uhr geboren.
ich versorgte mit ihrem Mann den Kleinen und brachte beide dann in den Aufwachraum.
Lisa war am Ende ihrer Kräfte aber überglücklich ihren Sohn zu sehen.
Ich hatte einen Kloß im Hals, als sie mir wieder sagte: „ so wollte ich das alles nicht“.
ich blieb im Aufwachraum, bis Lisa auf die Station gebracht wurde.
als ich ging, sah sie mich nur an und sagte „Danke!“
Das war der Moment wo ich zu weinen begann.
ich fühlte mich schuldig, nicht eingegriffen zu haben. Ich hätte mehr tun sollen.

Jetzt ist es 3 Tage her und ich muss nur noch daran denken. Ich mache mir solche Vorwürfe. 


Hat jemand hier schon einmal Erfahrungen mit Gewalt unter der Geburt erlebt? 
Kann mir jemand sagen, wie ich mit den Schuldgefühlen umgehen soll?

 

Hallo. Menschen wie du machen mir Hoffnung, auch wenn ich selbst meine beiden Kinder unter einer Horror Geburt zur Welt bringen musste, die mich jedes Mal schwer traumatisiert hat. Bei meinen beiden Geburten würde ein Not sectio regelrecht herauf provoziert. Möchte auch gar nicht groß ins Detail gehen weil es mich zu sehr belastet, aber ich fühlte mich vergewaltigt, erniedrigt, misshandelt und wie Schlachtvieh behandelt. Es waren die beiden schlimmsten Tage die ich in meinem Leben hatte und ich werde niemals verzeihen was man mir angetan hat. Ich bin dann auf die Organisation rosesrevolution aufmerksam geworden. Lies dich da mal ein, du wirst sehen das du nicht alleine bist. 
Bleib wie du bist und stumpf nicht ab, die Frauen werden es dir danken. 

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11. Juli um 18:50
In Antwort auf thermofix

Also ich finde, du hast deinen Beruf verfehlt, wenn du bei einer Geburt deiner Patientin "Schuldgefühle" hast. Das Kind lebt und ist gesund. Du musst hier unbedingt professioneller werden.

Mit der Patientin weinen? Du sollst sie bestmöglich betreuen und aufbauen und nicht in ihrer Spinnerei bestärken. 

Vielleicht war dieser Hebamme auch schon klar, dass sie es einfach nicht hinkriegt und wollte mit PDA und Wehentropf ein wenig nachhelfen.

Man unterschreibt doch beim Klinikvorstellungsgespräch, dass man mit PDA, Schmerzmittel usw. einverstanden ist oder nicht. Was interessiert denn da Wochen später ihr Geburtsplan noch? Das hätte sie damals in Ruhe ja schon vortragen können.

Und bei dieser Untersuchung, man kanns auch übertreiben. Irgendwie muss man ja mal feststellen, wie weit die Patientin ist. 


Hier fehlt das Dazwischen von schwarz und weiß. Du stellst alles rabenschwarz dar, es gibt aber notwendige Farben dazwischen, hier geht es in erster Linie ums Kind und nicht um die Mutter
 

Ich hoffe du bist keine Hebamme, hast selbst keine Kinder geboren? und falls doch, Gott bewahre das keine Frau unter deiner Anwesenheit entbinden muss und hoffentlich ist Dir keine Gewalt widerfahren. Unverschämt was du da von dir gibst. 

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11. Juli um 19:28

Ich danke euch allen für eure lieben und aufmunternden Worte!!
Ich versuche nun aus diesem Erlebnis zu lernen und werde Frauen, denen noch so etwas in meiner Gegenwart geschieht, so gut wie möglich zu unterstützen, für sie da zu sein und ihnen zu zeigen „Du bist nicht alleine! Ich bleib bei dir!“. 
Ich habe bereits in einem Geburtshaus Praktikum gemacht und werde später auch genau dort arbeiten! 
 

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11. Juli um 19:42

Liebe Sina, ich kann mich den anderen nur anschließen - Menschen wie du geben einem Hoffnung!
Bitte bitte bleib genau wie du bist!

Ich bin sehr froh, dass der Beitrag von Thermofix eine Einzelmeinung war (es stimmt, klingt tatsächlich sehr nach Troll) und die anderen Userinnen alle der Ansicht sind, dass eine schwangere Frau in den Wehen kein "Gebärvieh" ist, das man grob behandeln, ignorieren und auslachen kann.

Leider ist die Hebamme in deinem obigen Fall sicher kein Einzelfall (auch wenn ich beruhigend finde, dass du sagst, dass du auch schon viele andere Erfahrungen machen durftest) - aber jede/r Einzelne, die/der eine Frau in den Wehen fertig macht und schlecht behandelt, ist schon einer zuviel!

Eine Geburt ist leider schon unter den günstigsten Voraussetzungen traumatisch... in einer solchen Situation so behandelt zu werden, ist pure seelische Grausamkeit!

Ich habe schon einige Geburtsberichte gelesen, in denen Frauen schrieben, dass sie noch Jahre später unter dem Erlebten litten.

Es ist ganz richtig so etwas anzusprechen - und noch besser, es selbst besser machen zu wollen!

Danke, Sina!

 

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11. Juli um 20:23
In Antwort auf sina_marie

Hey miteinander!
Ich melde mich heute mit einem sehr ernsten Thema. Es geht um die Gewalt, die Frauen unter der Geburt oft erleben müssen.
Ich bin Hebammenschülerin in Berlin und beschäftige mich schon lange mit diesem Thema, habe auch das Buch „Gewalt unter der Geburt gelesen“.
Aufgrund dieser ganzen Geschichten habe ich begonnen alle Geburten, bei denen ich bereits dabei war, Revue passieren zu lassen und bin auch genau auf meine Stellung eingegangen. Ich mache mir nun viel mehr Gedanken, wie eine VU (vaginale Untersuchung) oder andere Vorgänge bei den Gebärenden ankommen.

Vor zwei Tagen ist es dann passiert. Ich war dabei, wie die Geburt für eine Frau zum Horror wurde.

Die Frau (ich nenne sie hier mal Lisa) war Erstgebärende, war 3 Tage über den Termin als sie zu uns kam. 
Sie hatte einen Geburtsplan dabei, wie sie sich ihre Geburt vorstellte. Hier begann es schon, dass keine Hebamme sich diesen durch las, sondern alle nur darüber lachten.
ich nahm mir in einer ruhigen Minute die Zeit und las ihn mir durch. Lisa wollte nur im äußersten Notfall auf medizinische Interventionen zurückgreifen und auch, dass nur notwendiges Personal bei ihr blieb.
Aus diesem Grund fragte ich auch erst einmal nach, ob es ihr Recht war, dass ich während der Geburt dabei war.
sie willigte ein.
Als ich in meinem Dienst zu ihr ins Wehenzimmer kam, hatte Lisa bereits alle 2 Minuten Wehen, allerdings veratmete sie diese sehr gut. Nachdem sie aus der Wanne kam, waren die Schmerzen für sie unerträglich. Die Hebamme machte sich die ganze Zeit lustig und sagte nur „Kinder kriegen bedeutet halt Schmerzen“.
Die Hebamme kündigte nun an, eine VU durchzuführen um zu sehen, wie weit der Muttermund bereits geöffnet war.
Hier benutzte sie gleich einmal unsterile Handschuhe, statt Sterile!
Als sie mit  der Untersuchung begann, weinte Lisa laut, versuchte die Hebamme wegzudrücken, aber diese ließ das nicht zu! Lisa schrie und bettelte, dass die Hebamme aufhören sollte.
ich stand daneben und war wie gelähmt. Mir kamen die Tränen in die Augen und ich fühlte mich wie bei einer Vergewaltigung. Das einzige was ich tun konnte, was Lisas Hand zu nehmen und diese beruhigend zu streicheln.
als die Hebamme aufhörte mit der VU, meinte sie der Muttermund wäre nur 1cm geöffnet, also müsste man eine PDA machen, damit Lisa auch ihre Schmerzen besser vertragen könnte. Normalerweise gilt die Regel/ Empfehlung erst ab 4cm eine PDA zu legen. 
Im Stillen fragte ich mich selber, warum sie eigentlich nicht einfach ein Schmerzmittel anbot. Die Hebamme redete so auf Lisa ein, dass diese irgendwann nickte, die Hebamme abrauschte und der Anästhesie Bescheid gab. Ich bekam den Auftrag Lisa und ihren Mann in den Kreißsaal zu bringen. Als ich zu lisa ging, sah sie mich nur an und sagte  unter Tränen „aber ich wollte doch keine PDA“.

Ich litt so mit Lisa mit, versuchte sie zu beruhigen und brachte sie in den Kreißsaal.
Die Anästhesie kam, legte die PDA und verschwand.
Währenddessen war von der Hebamme nichts zu sehen.
Ich hängte das CTG an, um zu sehen wie es dem  Kind ging. 
Lisa konnte langsam wieder etwas lachen. Ich wich ihr die ganze Zeit nicht von der Seite und unterhielt mich mit ihr und ihrem Mann.
Plötzlich kam die Hebamme, hängte einen Wehentropf an OHNE Lisa zu fragen und ging wieder. 
Langsam wurde mir klar, dass dies zu einer Sectio kommen würde.
Als das CTG schlechter wurde, verhärteten sich meine Befürchtungen.
Die Herztöne vielen immer wieder ab.
Von der Hebamme keine Spur.
Irgendwann rief ich die Ärztin an, da ich mir Sorgen machte.
Als die Ärztin das CTG sah, wurde sie still und rief sofort den Oberarzt an.
Als er kam, warf er ein Blick auf das CTG und meinte nur „Kaiserschnitt“
Lisa war mittlerweile nur noch am ende. Sie zitterte, weinte und wurde immer stiller.
keiner erklärte ihr was los war. Als alle weg waren versuchte ich ihr und ihrem Mann so gut wie möglich zu erklären, wieso nun ein Kaiserschnitt gemacht werden musste.
Dann ging alles ganz schnell.
ich bereitete Lisa vor, brachte sie zur Schleuse und schleuste dann auch ihren Mann ein.
Ich machte mir solche Sorgen um Lisa.
Als ich mich umgezogen hatte und neben ihr stand, zitterte Lisa noch immer. Sie weinte und hatte panische Angst.
ich stand neben ihr, hielt ihre Hand und streichelte sie. Ich versuchte ihr gut zuzureden. Die Hebamme kam und schickte mich weg. Sie selbst stellte sich neben Lisa und ließ mich nach den Herztönen suchen.
Zum Glück waren diese gut.
Lisas Sohn wurde um 3:34 Uhr geboren.
ich versorgte mit ihrem Mann den Kleinen und brachte beide dann in den Aufwachraum.
Lisa war am Ende ihrer Kräfte aber überglücklich ihren Sohn zu sehen.
Ich hatte einen Kloß im Hals, als sie mir wieder sagte: „ so wollte ich das alles nicht“.
ich blieb im Aufwachraum, bis Lisa auf die Station gebracht wurde.
als ich ging, sah sie mich nur an und sagte „Danke!“
Das war der Moment wo ich zu weinen begann.
ich fühlte mich schuldig, nicht eingegriffen zu haben. Ich hätte mehr tun sollen.

Jetzt ist es 3 Tage her und ich muss nur noch daran denken. Ich mache mir solche Vorwürfe. 


Hat jemand hier schon einmal Erfahrungen mit Gewalt unter der Geburt erlebt? 
Kann mir jemand sagen, wie ich mit den Schuldgefühlen umgehen soll?

 

Hallo sina-marie,

wieviele Kinder hast du selbst geboren? 
Ich kann verstehen, dass du ein wenig verschreckt bist, wo in der heutigen Zeit jeder sofort zum Kopfschmerzmittel greift sind Schmerzen natürlich nicht
"en vogue". Das es unter einer Geburt zu unerwarteten Handlungen kommen kann ist ganz normal, auch Schmerzen sind normal. Eine Geburt ist ein natürlicher Vorgang 
 und ja, er tut weh. Eine PDA stellt kein gängiges Mittel dar, Hände halten hingegen schon. Du wirst sicherlich ein hervorragende Hebamme, die die Belange und Emfpindungen der Gebärenden vollumfänglich im Blick hat. Mach es für die Frauen zu einem besonderen Ereignis, aber spreche niemals von Horror, denn es ist normal. 

VG Sis

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11. Juli um 20:38
In Antwort auf sisteronthefly

Hallo sina-marie,

wieviele Kinder hast du selbst geboren? 
Ich kann verstehen, dass du ein wenig verschreckt bist, wo in der heutigen Zeit jeder sofort zum Kopfschmerzmittel greift sind Schmerzen natürlich nicht
"en vogue". Das es unter einer Geburt zu unerwarteten Handlungen kommen kann ist ganz normal, auch Schmerzen sind normal. Eine Geburt ist ein natürlicher Vorgang 
 und ja, er tut weh. Eine PDA stellt kein gängiges Mittel dar, Hände halten hingegen schon. Du wirst sicherlich ein hervorragende Hebamme, die die Belange und Emfpindungen der Gebärenden vollumfänglich im Blick hat. Mach es für die Frauen zu einem besonderen Ereignis, aber spreche niemals von Horror, denn es ist normal. 

VG Sis

Sisteronthefly,

Sina bezeichnete doch nicht den Geburtsprozess als Horror, sondern wie die Gebärende behandelt wurde.
Sie war auch nicht verschreckt durch die Geburt sondern durch die Respektlosigkeit und Grobheit ihrer Kollegin.

(Ich habe selbst zwei Kinder entbunden, und stimme ihr absolut zu. Bin dankbar, dass ich solche Erfahrungen nicht machen musste und absolut respektvoll und menschlich behandelt wurde.)

Mir scheint auch, dass du den Absatz mit dem Schmerzmittel falsch verstanden hast -
Sina meinte nicht, dass es normal wäre, immer sofort Schmerzmittel zu geben - sondern dass speziell in dem von ihr geschilderten Fall ein Schmerzmittel anstatt der (fälschlicherweise!) angeordneten PDA sinnvoller gewesen wäre.



 

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11. Juli um 23:09

Schön, dass es noch solche Hebammen wie dich gibt! Habe eine Freundin, die noch 12 Jahre nach ihrer Horror Geburt inkl. Kaiserschnitt jedesmal Tränen in den Augen hat. Jede Geburt, die so oder ähnlich, wie die von dir beschriebene abläuft, ist eine zuviel. Trotzdem glaube ich auch, dass du als Azubine in der Situation noch das beste getan hast. Du warst so viel und lange da wie möglich. In der Erinnerung von Lisa wirst du der einzige Lichtblick sein, auch wenn du den Horror für sie nicht verhindern konntest.
Beim Lesen habe ich mir schon gedacht, dass du wie eine typische Geburtshaus Hebamme klingst! Bin selber 2x in den Genuss einer Schwangerschaftsvorbereitung im Geburtshaus und einer Geburt gekommen. Habe mich da immer sehr wohl gefühlt und denke mit Freude daran! 

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11. Juli um 23:38

Stimme voll und ganz zu, würde nur gerne hierzu anmerken

"Beim Lesen habe ich mir schon gedacht, dass du wie eine typische Geburtshaus Hebamme klingst!"

Ich habe beide Male in einer Klinik entbunden, und die Hebammen (sowohl ältere als auch jüngere) waren auch so menschlich und gaben sich so viel Mühe.
Vielleicht ist es leider nicht Standard, aber es gibt sicherlich noch mehr Kliniken, in denen es richtig läuft... und auch dort freuen sich Patientinnen über gute Betreuung.

Ich würde mich deswegen vielleicht nicht zu sehr auf Geburtshaus vs Klinik festlegen und Kliniken als zukünftiges Betätigungsumfeld kategorisch ausschließen - aber die Kliniken gut anschauen und danach entscheiden, wie die Hebammenbelegschaft miteinander und mit den Patientinnen umgeht.

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12. Juli um 8:06

Hallo Ihr Lieben,

ich wolte mich eigentlich aus diesem Thema raushalten, aber nun möchte ich doch ein paar Worte loswerden.

Liebe Sina, ich glaube du hast einfach ein großes Herz und ich finde es nicht schlimm, wenn du mitweinst oder mit den zukünftigen Mamas leidest. Besser als nur vorbei zu gehen.

Dieses Thema was ja auch vor nich allzulanger Zeit mehrfach in den Medien.
Ich glaube, viele Frauen reagieren und interpretieren es auchganz unterschiedlich.

Wer mit einem geschriebenen Plan im Kreißsaal erscheint muss damit rechnen, dass er nicht wie gewünscht verläuft - natürlich zum Wohle des Babys.

Ich z.B. habe drei Kinder spontan entbunden und keine Geburt davon war ein Spaziergang.
Trotz schneiden hatte ich noch einen Dammriss und am Ende Herztöne weg und für einen KS zu spät. Hebamme und Ärzte haben sich auf mich geworfen um den Kleinen herauszudrücken. Ergebnis bei mir: blaue Brüste und schmerzende Rippen. Fünf Minuten später was das alles egal, als er atmend auf mir lag und ich war jedem dankbar!

Was allerdings die unsterilen Handschuhe angeht ist das ein anderes Thema, welches mir ehrlich gesagt mehr Gedanken macht. Untersuchungen durch die Scheide während den Wehen sind nun mal schmezhaft.

 

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12. Juli um 9:53

Frage am Rande: ist es denn üblich, für eine VU sterile Handschuhe zu verwenden? Ein guter Grund dafür erschließt sich mir nicht.

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12. Juli um 11:03
In Antwort auf soncherie

Frage am Rande: ist es denn üblich, für eine VU sterile Handschuhe zu verwenden? Ein guter Grund dafür erschließt sich mir nicht.

Ich sage mal nein... Aber frisch sollten sie schon sein...

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12. Juli um 15:21
In Antwort auf sina_marie

Hey miteinander!
Ich melde mich heute mit einem sehr ernsten Thema. Es geht um die Gewalt, die Frauen unter der Geburt oft erleben müssen.
Ich bin Hebammenschülerin in Berlin und beschäftige mich schon lange mit diesem Thema, habe auch das Buch „Gewalt unter der Geburt gelesen“.
Aufgrund dieser ganzen Geschichten habe ich begonnen alle Geburten, bei denen ich bereits dabei war, Revue passieren zu lassen und bin auch genau auf meine Stellung eingegangen. Ich mache mir nun viel mehr Gedanken, wie eine VU (vaginale Untersuchung) oder andere Vorgänge bei den Gebärenden ankommen.

Vor zwei Tagen ist es dann passiert. Ich war dabei, wie die Geburt für eine Frau zum Horror wurde.

Die Frau (ich nenne sie hier mal Lisa) war Erstgebärende, war 3 Tage über den Termin als sie zu uns kam. 
Sie hatte einen Geburtsplan dabei, wie sie sich ihre Geburt vorstellte. Hier begann es schon, dass keine Hebamme sich diesen durch las, sondern alle nur darüber lachten.
ich nahm mir in einer ruhigen Minute die Zeit und las ihn mir durch. Lisa wollte nur im äußersten Notfall auf medizinische Interventionen zurückgreifen und auch, dass nur notwendiges Personal bei ihr blieb.
Aus diesem Grund fragte ich auch erst einmal nach, ob es ihr Recht war, dass ich während der Geburt dabei war.
sie willigte ein.
Als ich in meinem Dienst zu ihr ins Wehenzimmer kam, hatte Lisa bereits alle 2 Minuten Wehen, allerdings veratmete sie diese sehr gut. Nachdem sie aus der Wanne kam, waren die Schmerzen für sie unerträglich. Die Hebamme machte sich die ganze Zeit lustig und sagte nur „Kinder kriegen bedeutet halt Schmerzen“.
Die Hebamme kündigte nun an, eine VU durchzuführen um zu sehen, wie weit der Muttermund bereits geöffnet war.
Hier benutzte sie gleich einmal unsterile Handschuhe, statt Sterile!
Als sie mit  der Untersuchung begann, weinte Lisa laut, versuchte die Hebamme wegzudrücken, aber diese ließ das nicht zu! Lisa schrie und bettelte, dass die Hebamme aufhören sollte.
ich stand daneben und war wie gelähmt. Mir kamen die Tränen in die Augen und ich fühlte mich wie bei einer Vergewaltigung. Das einzige was ich tun konnte, was Lisas Hand zu nehmen und diese beruhigend zu streicheln.
als die Hebamme aufhörte mit der VU, meinte sie der Muttermund wäre nur 1cm geöffnet, also müsste man eine PDA machen, damit Lisa auch ihre Schmerzen besser vertragen könnte. Normalerweise gilt die Regel/ Empfehlung erst ab 4cm eine PDA zu legen. 
Im Stillen fragte ich mich selber, warum sie eigentlich nicht einfach ein Schmerzmittel anbot. Die Hebamme redete so auf Lisa ein, dass diese irgendwann nickte, die Hebamme abrauschte und der Anästhesie Bescheid gab. Ich bekam den Auftrag Lisa und ihren Mann in den Kreißsaal zu bringen. Als ich zu lisa ging, sah sie mich nur an und sagte  unter Tränen „aber ich wollte doch keine PDA“.

Ich litt so mit Lisa mit, versuchte sie zu beruhigen und brachte sie in den Kreißsaal.
Die Anästhesie kam, legte die PDA und verschwand.
Währenddessen war von der Hebamme nichts zu sehen.
Ich hängte das CTG an, um zu sehen wie es dem  Kind ging. 
Lisa konnte langsam wieder etwas lachen. Ich wich ihr die ganze Zeit nicht von der Seite und unterhielt mich mit ihr und ihrem Mann.
Plötzlich kam die Hebamme, hängte einen Wehentropf an OHNE Lisa zu fragen und ging wieder. 
Langsam wurde mir klar, dass dies zu einer Sectio kommen würde.
Als das CTG schlechter wurde, verhärteten sich meine Befürchtungen.
Die Herztöne vielen immer wieder ab.
Von der Hebamme keine Spur.
Irgendwann rief ich die Ärztin an, da ich mir Sorgen machte.
Als die Ärztin das CTG sah, wurde sie still und rief sofort den Oberarzt an.
Als er kam, warf er ein Blick auf das CTG und meinte nur „Kaiserschnitt“
Lisa war mittlerweile nur noch am ende. Sie zitterte, weinte und wurde immer stiller.
keiner erklärte ihr was los war. Als alle weg waren versuchte ich ihr und ihrem Mann so gut wie möglich zu erklären, wieso nun ein Kaiserschnitt gemacht werden musste.
Dann ging alles ganz schnell.
ich bereitete Lisa vor, brachte sie zur Schleuse und schleuste dann auch ihren Mann ein.
Ich machte mir solche Sorgen um Lisa.
Als ich mich umgezogen hatte und neben ihr stand, zitterte Lisa noch immer. Sie weinte und hatte panische Angst.
ich stand neben ihr, hielt ihre Hand und streichelte sie. Ich versuchte ihr gut zuzureden. Die Hebamme kam und schickte mich weg. Sie selbst stellte sich neben Lisa und ließ mich nach den Herztönen suchen.
Zum Glück waren diese gut.
Lisas Sohn wurde um 3:34 Uhr geboren.
ich versorgte mit ihrem Mann den Kleinen und brachte beide dann in den Aufwachraum.
Lisa war am Ende ihrer Kräfte aber überglücklich ihren Sohn zu sehen.
Ich hatte einen Kloß im Hals, als sie mir wieder sagte: „ so wollte ich das alles nicht“.
ich blieb im Aufwachraum, bis Lisa auf die Station gebracht wurde.
als ich ging, sah sie mich nur an und sagte „Danke!“
Das war der Moment wo ich zu weinen begann.
ich fühlte mich schuldig, nicht eingegriffen zu haben. Ich hätte mehr tun sollen.

Jetzt ist es 3 Tage her und ich muss nur noch daran denken. Ich mache mir solche Vorwürfe. 


Hat jemand hier schon einmal Erfahrungen mit Gewalt unter der Geburt erlebt? 
Kann mir jemand sagen, wie ich mit den Schuldgefühlen umgehen soll?

 

Mmmhh, finde ich schwierig... Dies nun unbedingt als Gewalt zu betiteln, ist meiner Meinung nach nicht ganz richtig. Natürlich muss die Frau untersucht werden, und ja, das kann schmerzhaft sein. Das ist eine Wurzelbehandlung aber auch. In erster Linie sollte die Gesundheit von Mutter und Kind Priorität 1 haben. Vielleicht ist die Frau auch etwas zu rosarot an die Geburt gegangen. Ja, es ist schmerzhaft, blutig und teilweise ekelig. Ich kann Geburtspläne auch nur belächeln. Ich war bei meinen Geburten froh mich in medizinisch gut ausgebildeten Händen zu befinden. Unverantwortlich finde ich Frauen, die zu Hause oder im Geburtshaus entbinden. Nur um Duftstäbchen inhalieren zu können, wird die Gesundheit des Kindes aufs Spiel gesetzt. 

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12. Juli um 20:12

So wie es schon bei der ganz normalen Kontrolle beim Fa vorsichtige und ruppigere Ärzte gibt, gibt es die halt auch bei den Hebammen. Beim Fa kann ich es mir aussuchen und wechseln. Während einer Geburt habe ich diese Möglichkeit nicht. Ich bin dieser Hebamme ausgeliefert. Und ja, das kann sich durchaus gewalttätig anfühlen, weil es dass auch ist. 
Bei uns ist heutzutage die klinische Geburt der Standard. Viele Frauen brauchen auch die Sicherheit, das Wissen, dass im schlimmsten aller Fälle gleich eine Kinderstation da wäre. Aber nicht jede Klinik hätte auch wirklich die Ausstattung für Frühchen oder Risikofälle. Aber den meisten reicht schon, dass da ein Kinderarzt mehr oder weniger schnell da wäre. 
Immer mehr Frauen wollen aber lieber zu Hause oder im Geburtshaus entbinden. Das ist nicht unverantwortlich, sondern ganz natürlich. Bei absehbaren Problemen im Vorfeld oder während der Geburt wird die Geburt in die Klinik verlegt. Eine außerklinische Geburt gibt es nicht immer und um jeden Preis. Das ist doch selbstverständlich! 
 

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12. Juli um 20:54
In Antwort auf mikesch07

So wie es schon bei der ganz normalen Kontrolle beim Fa vorsichtige und ruppigere Ärzte gibt, gibt es die halt auch bei den Hebammen. Beim Fa kann ich es mir aussuchen und wechseln. Während einer Geburt habe ich diese Möglichkeit nicht. Ich bin dieser Hebamme ausgeliefert. Und ja, das kann sich durchaus gewalttätig anfühlen, weil es dass auch ist. 
Bei uns ist heutzutage die klinische Geburt der Standard. Viele Frauen brauchen auch die Sicherheit, das Wissen, dass im schlimmsten aller Fälle gleich eine Kinderstation da wäre. Aber nicht jede Klinik hätte auch wirklich die Ausstattung für Frühchen oder Risikofälle. Aber den meisten reicht schon, dass da ein Kinderarzt mehr oder weniger schnell da wäre. 
Immer mehr Frauen wollen aber lieber zu Hause oder im Geburtshaus entbinden. Das ist nicht unverantwortlich, sondern ganz natürlich. Bei absehbaren Problemen im Vorfeld oder während der Geburt wird die Geburt in die Klinik verlegt. Eine außerklinische Geburt gibt es nicht immer und um jeden Preis. Das ist doch selbstverständlich! 
 

Du weißt schon, wie es von statten geht, wenn sich im Geburtshaus oder zu Hause Komplikationen ergeben?
Zuerst fährt ein Rettungswagen von der Wache zur Kinderklinik und holt den Arzt, eine Schwester und den Inkubator. Dann machen sie sich auf den Weg zum Notfallort. Jetzt kannst du dir selbst ausrechnen, wie lange das dauert. Mein Sohn erlitt einen Pneumothorax unter der Geburt. Wäre nicht SOFORT ärztliche Hilfe vor Ort gewesen, wäre ein bis dahin völlig gesundes Kind entweder gestorben oder er hätte schwerste Behinderungen erlitten. Von daher finde ich diese Selbstverwirklichung einfach nur fahrlässig. Mein Mann ist im Rettungsdienst tätig, und kam zu einem Einsatz ins Geburtshaus. Beide Zwillinge waren tot, in einer Klinik hätte man ihnen helfen können...

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12. Juli um 21:04
In Antwort auf sommerkind1-1

Du weißt schon, wie es von statten geht, wenn sich im Geburtshaus oder zu Hause Komplikationen ergeben?
Zuerst fährt ein Rettungswagen von der Wache zur Kinderklinik und holt den Arzt, eine Schwester und den Inkubator. Dann machen sie sich auf den Weg zum Notfallort. Jetzt kannst du dir selbst ausrechnen, wie lange das dauert. Mein Sohn erlitt einen Pneumothorax unter der Geburt. Wäre nicht SOFORT ärztliche Hilfe vor Ort gewesen, wäre ein bis dahin völlig gesundes Kind entweder gestorben oder er hätte schwerste Behinderungen erlitten. Von daher finde ich diese Selbstverwirklichung einfach nur fahrlässig. Mein Mann ist im Rettungsdienst tätig, und kam zu einem Einsatz ins Geburtshaus. Beide Zwillinge waren tot, in einer Klinik hätte man ihnen helfen können...

Helfen vielleicht...  Aber du weisst nicht,  ob sie nicht auch gestorben wären. 

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12. Juli um 21:35
In Antwort auf nadu2.0

Helfen vielleicht...  Aber du weisst nicht,  ob sie nicht auch gestorben wären. 

Und das entschuldigt das Verhalten der Eltern? Zwillinge sind immer eine Risikogeburt. 

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12. Juli um 22:04
In Antwort auf sommerkind1-1

Und das entschuldigt das Verhalten der Eltern? Zwillinge sind immer eine Risikogeburt. 

Ich sagte nur, auch im Krankenhaus sterben Babys 

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12. Juli um 23:01
In Antwort auf soncherie

Frage am Rande: ist es denn üblich, für eine VU sterile Handschuhe zu verwenden? Ein guter Grund dafür erschließt sich mir nicht.

Es ist auf jeden Fall üblich, etwas steriles zu benutzen, da andernfalls das Risiko für Infektionen erhöht ist, wenn bei der Untersuchung zu viele Keime in die Gebärmutter gelangen und es bis zur Geburt boch lange dauert.
In der Klinik in der ich war, wurden keine sterile Handschuhe verwendet, aber dafür zusätzlich Desinfektionsmittel benutzt, und die Hebammen erklärten mir damals auch genau, warum. 

Es war sehr wohltuend, dass die Hebammen alle so toll kommunizierten und einem so Bedenken und Ängste nahmen.
Das ist während einer Geburt das A und O.

Bzgl. Geburtshaus... ich hätte schon allein wegen meiner 1000 Allergien sehr viel lieber außerhalb einer Klinik entbunden.
Aber das Risiko wäre ich niemals eingegangen.

Es gibt so viele Fälle, in denen jede Minute zählt - und hinterher sind die Verzweiflung und die Vorwürfe, die man sich macht, groß!

Beim 2. Kind war es auch tatsächlich so, dass das super Klinikpersonal erkannte, dass unser Sohn an einer Neugeboreneninfektion litt!
Einziges Merkmal in dem Moment - ein geringfügig anders klingendes Krähen, das über 1-2 Stunden dauerte.

Das kommt tatsächlich sehr häufig vor, wie uns die Kinderärzte versicherten. Kein Einzelfall. 
Wären wir nicht in einer guten Klinik gewesen, wäre es 
a) am Abend nach der Geburt vielleicht niemandem aufgefallen
b) und wir hätten unseren Kleinen - noch im besten Fall -  in ein KH bringen und ihn ganz alleine dort lassen müssen!

Das wäre unmittelbar nach der schweren Geburt super traumatisch gewesen! 

So waren wir alle in derselben Klinik, perfekt betreut und versorgt... ich würde immer wieder so entscheiden.

Allerdings hatte ich Glück - ich war in einer Klinik, in der die Plätze schon weg sind, wenn man sich in der 8. SSW für einen Platz zur Entbindung anmelden will -
und auf der Geburtsstation, die fest in Hebammen-Hand ist, herrscht Geburtshaus-Atmosphäre.
Ärztin habe ich bei beiden Geburten nur ein paar Minuten zur Austeibungsphase gesehen.
Gratulation - und weg war sie wieder.
Das war perfekt!

Dennoch war es eine große Klinik mit medizinischer Vollversorgung.

Es passt vielleicht nicht ganz zum Thema - aber ich kann jedem nur empfehlen, bei der Kliniksuche nicht faul zu sein... es lohnt sich, eine wirklich gute Entbindungsklinik auszuwählen.
Dort kann man definitiv sicherer entbinden als im Geburtshaus - mir machte allein der Gedanke Angst, es könnte unter der Geburt ein lebensbedrohlicher Notfall auftreten, und ich müsste unter Schmerzen und Zeitdruck erst ins KH gebracht werden!
Es gibt wirklich Fälle, in denen es dann zu spät ist!

Und leider kenne ich durchaus auch einige Fälle, in denen es um jede Minute ging (war sogar bei meiner eigenen Geburt so).

Und leider gibt es auch den Fall, dass ein Baby augenblicklich nach der Geburt medizinische Versorgung auf einer Perinatalstation braucht... einer Bekannten wurde in einer Klinik ohne Perinatalstation das Baby sofort nach der Geburt entrissen und mit dem Hubschrauber weggeflogen. Traumatisch.

Ich kann verstehen, dass man nicht in einer Klinik entbinden möchte, verstehe aber dennoch nicht recht, warum man in dieser Zeit und mit dieser Aufklärung solche Risiken in Kauf nehmen würde.

Es mag sein, dass es in manchen Kliniken nicht gut läuft - aber das trifft ja nicht auf alle zu. Man muss halt gucken und vergleichen, auch wenn das ein wenig Arbeit macht.

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12. Juli um 23:16
In Antwort auf thermofix

Also ich finde, du hast deinen Beruf verfehlt, wenn du bei einer Geburt deiner Patientin "Schuldgefühle" hast. Das Kind lebt und ist gesund. Du musst hier unbedingt professioneller werden.

Mit der Patientin weinen? Du sollst sie bestmöglich betreuen und aufbauen und nicht in ihrer Spinnerei bestärken. 

Vielleicht war dieser Hebamme auch schon klar, dass sie es einfach nicht hinkriegt und wollte mit PDA und Wehentropf ein wenig nachhelfen.

Man unterschreibt doch beim Klinikvorstellungsgespräch, dass man mit PDA, Schmerzmittel usw. einverstanden ist oder nicht. Was interessiert denn da Wochen später ihr Geburtsplan noch? Das hätte sie damals in Ruhe ja schon vortragen können.

Und bei dieser Untersuchung, man kanns auch übertreiben. Irgendwie muss man ja mal feststellen, wie weit die Patientin ist. 


Hier fehlt das Dazwischen von schwarz und weiß. Du stellst alles rabenschwarz dar, es gibt aber notwendige Farben dazwischen, hier geht es in erster Linie ums Kind und nicht um die Mutter
 

PDA wird ohne Einwilligung gar nichr gelegt.

Ohne Unterschrift macht kein Anaesthesist das ..

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13. Juli um 0:36
In Antwort auf juno574

PDA wird ohne Einwilligung gar nichr gelegt.

Ohne Unterschrift macht kein Anaesthesist das ..

Doch bei Schwangeren ist dass möglich...  Die können für den Moment entmündigt  werden. 

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13. Juli um 1:06
In Antwort auf nadu2.0

Doch bei Schwangeren ist dass möglich...  Die können für den Moment entmündigt  werden. 

ne sie muss trotzdem
unterschreiben weil die PDA eine spezielle Form der Schmerzbekaempfung darstellt nichts was nicht unbedingt unan’bdingbar notwendig ist. Da greift dann kein Notfallparagraf 

Woher ich das weiss- es ist mein Metier.

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13. Juli um 1:25

Klar, sieht das jeder anders, auch geprägt durch die eigenen oder Erfahrungen von Familie, Freunden und Bekannten. Ich kenne sehr viele Frauen, die keine schöne Geburt hatten, wo am Ende ein Ks stattfand, nachdem vorher stundenlang in den natürlichen Geburtsverlauf eingegriffen wurde. Wehentropfen, Wehenhemmer im Wechsel, Geburtsstillstand, Ks. Fast alle hatten einen Ks, keine wollte einen. Da informiert man sich eben.
Das tolle im Gh ist ja, dass immer jemand da ist und sich die meisten Probleme schon rechtzeitig ankündigen und entsprechend reagiert werden kann. Vertraut man nicht darauf, ist eine Klinik besser. Frau muss sich sicher aufgehoben fühlen. 

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13. Juli um 2:29
In Antwort auf juno574

ne sie muss trotzdem
unterschreiben weil die PDA eine spezielle Form der Schmerzbekaempfung darstellt nichts was nicht unbedingt unan’bdingbar notwendig ist. Da greift dann kein Notfallparagraf 

Woher ich das weiss- es ist mein Metier.

Vielleicht bei pda.

Aber sie können ohne Einwilligung zum Ks. 

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13. Juli um 3:12
In Antwort auf nadu2.0

Vielleicht bei pda.

Aber sie können ohne Einwilligung zum Ks. 

Nadu, ohne Einwilligung geht gar keine OP. Das weiß ich genau, da mir selbst kurz vorm Blinddarmdurchbruch im KH die Ärzte sagten: "Sie unterschrieben hier, sonst können wir nichts für Sie tun und müssen Ihrem Blinddarm beim Durchbrechen zusehen!"
(ich war ja noch bei vollem Bewusstsein.)

Wenn eine Frau während der Geburt bewusstlos wird und es darum geht, das Leben des Kindes zu retten, sieht es sicher anders aus.

Aber wenn du bei vollem Bewusstsein bist, kannst du hier in D. nicht gegen deinen Willen zwangsoperiert werden, damit würde sich ein Arzt strafbar machen.

Andersherum - ich habe glücklicherweise noch nie gehört oder gelesen, dass eine Frau, deren Kindes Leben auf dem Spiel steht, einen Kaiserschnitt abgelehnt hätte. 
Man denkt bei einer Geburt wenn es hart auf hart geht ja eh man stirbt - in dem Moment wäre es sogar mir als hardcore Allergikerin egal gewesen, wenn man mir gesagt hätte, man pumpt mich jetzt mit Medikamenten voll und macht einen Kaiserschnitt. 
Man hat ja in dem Augenblick keine echte Wahl mehr, und das spüren die meisten dann doch - auch wenn sie natürlich weiterhin sagen, dass sie das so nicht wollten. Dass niemand wirklich einen Notkaiserschnitt will, ist ja klar. 
 

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13. Juli um 7:14
In Antwort auf sommerkind1-1

Mmmhh, finde ich schwierig... Dies nun unbedingt als Gewalt zu betiteln, ist meiner Meinung nach nicht ganz richtig. Natürlich muss die Frau untersucht werden, und ja, das kann schmerzhaft sein. Das ist eine Wurzelbehandlung aber auch. In erster Linie sollte die Gesundheit von Mutter und Kind Priorität 1 haben. Vielleicht ist die Frau auch etwas zu rosarot an die Geburt gegangen. Ja, es ist schmerzhaft, blutig und teilweise ekelig. Ich kann Geburtspläne auch nur belächeln. Ich war bei meinen Geburten froh mich in medizinisch gut ausgebildeten Händen zu befinden. Unverantwortlich finde ich Frauen, die zu Hause oder im Geburtshaus entbinden. Nur um Duftstäbchen inhalieren zu können, wird die Gesundheit des Kindes aufs Spiel gesetzt. 

Solche Aussagen kommen halt von Leuten, die von Geburt keine Ahnung haben. Was leider ein ziemlich großer Anteil unserer Bevölkerung ist.
Du siehst die Gewalt nicht mal udn findest das tatsächlich normal.

Es ist einfach nicht wahr, dass Frauen vaginal untersucht werden müssen. Und zudem ist es nicht wahr, dass es wehtut. Ich hatte während der ersten Geburt 3 Untersuchungen und keine hat wehgetan, weil die Hebamme respektvoll war und darauf acht gegeben hat, dass es mir nicht wegtut.

Eine Geburt ist auch keine Wurzelbehandlung. Eine Wurzelbehandlung bekommst du, wenn was ziemlich schief in deinem Körper läuft. Eine Geburt ist etwas natürliches und normalerweise sollte sie als solche auch komplikationslos ablaufen.
Da sollte etwas nur unverhältnismäßig wehtun, wenn etwas tatsächlich nicht stimmt.

Und dass du von außerklinischer Geburt auch keine Ahnung hast sondern nur bösen Zungen nachplapperst sei der Vollständigkeit halber auch mal erwähnt. Bei keiner meiner Geburten war auch nur ein Duftstäbchen in der Nähe. Zugegeben, als es zur sekundärerer Wehenschwäche bei meiner ersten Geburt kam, da sollte ich an einer Flasche riechen, da war Eisenkraut drin. Was genau, weiß ich nicht. Das hat im übrigen auch geholfen. Ohne dass man gleich mal ungefragt (!!) bei 1cm Muttemrundsöffnung (!!) einen Wehentropf angehangen bekommst.
Offensichtlich weißt du nicht mal, dass das unter Körperverletzung fällt. Oder zu was solche Maßnahmen führen können, wie z.B. unnötige Kaiserschnitte.

 

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13. Juli um 8:16
In Antwort auf zweigestreifte_quelljungfer

Solche Aussagen kommen halt von Leuten, die von Geburt keine Ahnung haben. Was leider ein ziemlich großer Anteil unserer Bevölkerung ist.
Du siehst die Gewalt nicht mal udn findest das tatsächlich normal.

Es ist einfach nicht wahr, dass Frauen vaginal untersucht werden müssen. Und zudem ist es nicht wahr, dass es wehtut. Ich hatte während der ersten Geburt 3 Untersuchungen und keine hat wehgetan, weil die Hebamme respektvoll war und darauf acht gegeben hat, dass es mir nicht wegtut.

Eine Geburt ist auch keine Wurzelbehandlung. Eine Wurzelbehandlung bekommst du, wenn was ziemlich schief in deinem Körper läuft. Eine Geburt ist etwas natürliches und normalerweise sollte sie als solche auch komplikationslos ablaufen.
Da sollte etwas nur unverhältnismäßig wehtun, wenn etwas tatsächlich nicht stimmt.

Und dass du von außerklinischer Geburt auch keine Ahnung hast sondern nur bösen Zungen nachplapperst sei der Vollständigkeit halber auch mal erwähnt. Bei keiner meiner Geburten war auch nur ein Duftstäbchen in der Nähe. Zugegeben, als es zur sekundärerer Wehenschwäche bei meiner ersten Geburt kam, da sollte ich an einer Flasche riechen, da war Eisenkraut drin. Was genau, weiß ich nicht. Das hat im übrigen auch geholfen. Ohne dass man gleich mal ungefragt (!!) bei 1cm Muttemrundsöffnung (!!) einen Wehentropf angehangen bekommst.
Offensichtlich weißt du nicht mal, dass das unter Körperverletzung fällt. Oder zu was solche Maßnahmen führen können, wie z.B. unnötige Kaiserschnitte.

 

Das mit den Duftstäbchen war natürlich überspitzt gemeint. Selbstverständlich ist eine Geburt etwas völlig Natürliches, dennoch können wir den uns heute zur Verfügung stehenden Mitteln die Risiken von Komplikationen deutlich senken. Das fängt schon beim Impfstatus bei Kinderwunsch an. Oder hast du dies auch alles ausser Acht gelassen? Ich bin froh um den medizinischen Fortschritt unserer Gesellschaft, was die Sterblichkeitsrate von Säuglingen deutlich gesenkt hat. In meinen Augen ist die medizinische Entbindung das einzig Wahre, was nicht aus Nachplappern sondern aus persönlichen Erfahrungen resultiert. 

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13. Juli um 9:07

Immer wieder schön, wenn der/die ahnungslose Azubi den Profis erklärt wie es läuft. Du hast den Beruf verfehlt. 

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13. Juli um 9:11
In Antwort auf sofiasmum_

Nadu, ohne Einwilligung geht gar keine OP. Das weiß ich genau, da mir selbst kurz vorm Blinddarmdurchbruch im KH die Ärzte sagten: "Sie unterschrieben hier, sonst können wir nichts für Sie tun und müssen Ihrem Blinddarm beim Durchbrechen zusehen!"
(ich war ja noch bei vollem Bewusstsein.)

Wenn eine Frau während der Geburt bewusstlos wird und es darum geht, das Leben des Kindes zu retten, sieht es sicher anders aus.

Aber wenn du bei vollem Bewusstsein bist, kannst du hier in D. nicht gegen deinen Willen zwangsoperiert werden, damit würde sich ein Arzt strafbar machen.

Andersherum - ich habe glücklicherweise noch nie gehört oder gelesen, dass eine Frau, deren Kindes Leben auf dem Spiel steht, einen Kaiserschnitt abgelehnt hätte. 
Man denkt bei einer Geburt wenn es hart auf hart geht ja eh man stirbt - in dem Moment wäre es sogar mir als hardcore Allergikerin egal gewesen, wenn man mir gesagt hätte, man pumpt mich jetzt mit Medikamenten voll und macht einen Kaiserschnitt. 
Man hat ja in dem Augenblick keine echte Wahl mehr, und das spüren die meisten dann doch - auch wenn sie natürlich weiterhin sagen, dass sie das so nicht wollten. Dass niemand wirklich einen Notkaiserschnitt will, ist ja klar. 
 

Naja ich war bei der Geburt meiner Schwester dabei... 

Es wurden auch einfach Dinge mit ihr gemacht die sie nicht wollte.... 

z.b. Einfach ein Wehentropf an die Braunüle gemacht...  wollte sie nicht  wegen vorhandener Ks Narbe... 

Mit Beinschalen auf den Rücken gezwungen ( dabei haben sie was ausgenkt,  trotz nein schreien wurde sie so gegen ihren Wilen festgehalten) und mit Saugglocke das Kind geholt.

In die Badewanne durfte sie nicht...  Weil ctg lief... 

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13. Juli um 11:37
In Antwort auf sommerkind1-1

Mmmhh, finde ich schwierig... Dies nun unbedingt als Gewalt zu betiteln, ist meiner Meinung nach nicht ganz richtig. Natürlich muss die Frau untersucht werden, und ja, das kann schmerzhaft sein. Das ist eine Wurzelbehandlung aber auch. In erster Linie sollte die Gesundheit von Mutter und Kind Priorität 1 haben. Vielleicht ist die Frau auch etwas zu rosarot an die Geburt gegangen. Ja, es ist schmerzhaft, blutig und teilweise ekelig. Ich kann Geburtspläne auch nur belächeln. Ich war bei meinen Geburten froh mich in medizinisch gut ausgebildeten Händen zu befinden. Unverantwortlich finde ich Frauen, die zu Hause oder im Geburtshaus entbinden. Nur um Duftstäbchen inhalieren zu können, wird die Gesundheit des Kindes aufs Spiel gesetzt. 

Deine Antwort ist nun aber auch nicht wirklich wahr. Wurzelkanalbehandlungen sind heute nicht mehr schmerzhaft, zum ersten. Verantwortungslos ist es ebenso nicht, zuhause oder im Geburtshaus zu entbinden, wenn medizinisch nichts dagegen spricht. Eine Geburt ist ein natürlicher Prozess, der nicht unbedingt medizinische Interventionen bedarf, zum zweiten. Und zum dritten sollte eine VU nicht weh tun, und das muss es auch nicht. Letzten Endes möchte ich sagen, das alles, was als gewalt empfunden wird, auch Gewalt ist. 

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13. Juli um 12:53
In Antwort auf nadu2.0

Doch bei Schwangeren ist dass möglich...  Die können für den Moment entmündigt  werden. 

Nein, man kann auch Schwangere nicht "einfach so" entmündigen. Ich hab mal auf der Geburtshilfe gearbeitet (die übrigens nicht immer so Horror sind, wie hier beschrieben, aber das würde nun zunweit führen, hier alle Vorurteile auseinander zu dröseln und man kann meistens auch gar nicht überzeugen) und wir hatten eine schwangere Patientin, die mit einer Lungenembolie eingeliefert und auf der ITS stabilisiert wurde und am nächsten Tag einen KS bekommen sollen. Allerdings hatten wir dann die Situation, dass sich die Herztöne vom Ungeborenen so sehr verschlechtert haben, dass wir noch am Bett einen Not-KS machen mussten. Selbst da musste die Mutter noch unterschreiben und dabei ging es wirklich um Leben oder Tod. bei der Geschichte mussten wir Ärzte uns übrigens noch vor der Familie und auch unseren Vorgesetzen verteidigen. Ich für mich hab daraus die Konsequenzen gezogen und dann doch eine andere Fachrichtung eingeschlagen. 

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13. Juli um 13:31
In Antwort auf annimina80

Nein, man kann auch Schwangere nicht "einfach so" entmündigen. Ich hab mal auf der Geburtshilfe gearbeitet (die übrigens nicht immer so Horror sind, wie hier beschrieben, aber das würde nun zunweit führen, hier alle Vorurteile auseinander zu dröseln und man kann meistens auch gar nicht überzeugen) und wir hatten eine schwangere Patientin, die mit einer Lungenembolie eingeliefert und auf der ITS stabilisiert wurde und am nächsten Tag einen KS bekommen sollen. Allerdings hatten wir dann die Situation, dass sich die Herztöne vom Ungeborenen so sehr verschlechtert haben, dass wir noch am Bett einen Not-KS machen mussten. Selbst da musste die Mutter noch unterschreiben und dabei ging es wirklich um Leben oder Tod. bei der Geschichte mussten wir Ärzte uns übrigens noch vor der Familie und auch unseren Vorgesetzen verteidigen. Ich für mich hab daraus die Konsequenzen gezogen und dann doch eine andere Fachrichtung eingeschlagen. 

genauso kenne ich es auch.

Hier wird viel emotional gearbeitet und teilweise falsch wiedergegeben


Es verdient auch die Klinik nicht mehr an einem
Kaiserschnitt— das bissel mehr  an Geld wiegt den Mehraufwand nicht auf an Personal.

Spontane Geburt im’Kreissaal-  eine Hebamme.

Geburt per Kaiserschnitt: zwei Gynaekologen zwei von der Op Pflege ein Anaesthesist eine Anaesthesiepflege  Hebamme und Kinderarzt. 
eins gegen acht.


Jetzt kommt bestimmt das Argument- die sind sowieso fest angestellt- ja sind sie.

Aber wenn die Geburt spontan gelaufen waere haetten sie eine andere Op durchfuehren koennen.
und mit der neben einer spontanen Geburt «  Geld verdient »( wenn man es schon oekonomisch betrachtet)

 »Normale » Geburten sind immer vom Kosten Nutzenverhaeltnis guenstiger fuer die Klinik.





 

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13. Juli um 20:53
In Antwort auf frau.g

Deine Antwort ist nun aber auch nicht wirklich wahr. Wurzelkanalbehandlungen sind heute nicht mehr schmerzhaft, zum ersten. Verantwortungslos ist es ebenso nicht, zuhause oder im Geburtshaus zu entbinden, wenn medizinisch nichts dagegen spricht. Eine Geburt ist ein natürlicher Prozess, der nicht unbedingt medizinische Interventionen bedarf, zum zweiten. Und zum dritten sollte eine VU nicht weh tun, und das muss es auch nicht. Letzten Endes möchte ich sagen, das alles, was als gewalt empfunden wird, auch Gewalt ist. 

Bei der Geburt meines Kindes stand theoretisch auch nichts im Wege die Geburt zu Hause, im Geburtshaus oder im Wald durchzuführen. WÄHREND der Geburt ergaben sich Komplikationen, bei denen das Kind nicht überlebt hätte oder behindert geblieben wäre. Über Schmerzempfindung lässt sich sicher streiten. Meine Wurzelbehandlung war zb sooo schmerzhaft, dass ich eher noch ein Kind zur Welt bringen möchte, als noch einmal das durchzustehen. 

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13. Juli um 21:17
In Antwort auf sommerkind1-1

Bei der Geburt meines Kindes stand theoretisch auch nichts im Wege die Geburt zu Hause, im Geburtshaus oder im Wald durchzuführen. WÄHREND der Geburt ergaben sich Komplikationen, bei denen das Kind nicht überlebt hätte oder behindert geblieben wäre. Über Schmerzempfindung lässt sich sicher streiten. Meine Wurzelbehandlung war zb sooo schmerzhaft, dass ich eher noch ein Kind zur Welt bringen möchte, als noch einmal das durchzustehen. 

Ich kenne dafür Fälle, wo Gebärende im Krankenhaus aufgrund von Personalengpässen allein gelassen wurden und somit der kritische Zustand erst verspätet bemerkt wurde. Das sollte man bei diesen Diskussionen um die ach so sicheren Kliniken auch bedenken.

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13. Juli um 22:07

Habe mal gelesen, dass ein Kh bei einer normalen Geburt ohne irgendwelche Intervention 300-400 €verdient. Mit Ks ca. 3500€.
Bei meiner ersten Geburt waren wir stundenlang alleine, obwohl ich bereits Wehen hatte. Bei mir wäre es deswegen fast ein Ks geworden. Erst die neue Schicht hat sich um uns gekümmert. Im Gh waren immer Hebammen bei mir. Ich war nicht eine Sekunde alleine. Wäre was falsch gelaufen, wäre ein Profi dagewesen, um die Situation richtig einzuschätzen. Dafür war ich so froh und dankbar. 

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13. Juli um 22:12
In Antwort auf nadu2.0

Naja ich war bei der Geburt meiner Schwester dabei... 

Es wurden auch einfach Dinge mit ihr gemacht die sie nicht wollte.... 

z.b. Einfach ein Wehentropf an die Braunüle gemacht...  wollte sie nicht  wegen vorhandener Ks Narbe... 

Mit Beinschalen auf den Rücken gezwungen ( dabei haben sie was ausgenkt,  trotz nein schreien wurde sie so gegen ihren Wilen festgehalten) und mit Saugglocke das Kind geholt.

In die Badewanne durfte sie nicht...  Weil ctg lief... 

Nadu, furchtbar wie es bei deiner Schwester gelaufen ist.
Und rechtlich gesehen nicht in Ordnung - man darf hier niemanden zu einem Wehentropf zwingen.

Hierzulande darf wirklich niemandem gegen seinen Willen ein Medikament verabreicht werden, nicht, wenn derjenige voll zurechnungsfähig und mündig ist.

Und was annimina80 sagt, stimmt - man muss hier alles zuerst unterschreiben und einwilligen... sonst machen die Ärzte sich strafbar.

Hier in unserer Gegend würde kein Arzt ein solches Risiko eingehen, die sichern sich alle doppelt und dreifach ab (was ich nachvollziehen kann).


Gut, bei der Debatte um die Kliniken muss man ehrlich sagen, dass es schlechte Kliniken mit großem Personalmangel gibt.
Und natürlich geht auch in Krankenhäusern etwas schief. Das ist keine Frage.

Aber genau deswegen sollte man sich bei der Auswahl der Geburtsklinik etwas Mühe geben und nicht die schlechteste Klinik aussuchen, nur weil die andere ein paar Kilometer weiter weg ist.


Für mich ist der Gedanke entscheidend, dass in einem Notfall, in dem es um jede Minute geht, sofort gehandelt werden kann.


Bzgl. CTG und Wasser - doch doch, man kann mit CTG in die Wanne!
Ich bekam nach 24h Blasensprung und 12 Stunden Wehen mein 2. Kind in der Wanne! Mit schnurlosem CTG um den Bauch!

Die Hebammen lassen einen nur normalerweise ab einem Punkt nicht mehr gerne in die Wanne, wenn nicht sicher ist ob ein KS gemacht werden muss - da es dann zu lange dauern würde, die Schwangere im Notfall wieder aus der Wanne zu hieven.

Ich hatte Glück - da bei mir als hochallergischer Patientin ein Kaiserschnitt die allerletzte Option war, durfte ich am Ende trotzdem noch in die Wanne (mit dem mobilen CTG), was wohl am Ende ganz erheblich dazu beitrug, den Kaiserschnitt zu verhindern.

 

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