Home / Forum / Schwangerschaft & Kinderwunsch / Geplanter Kaiserschnitt - bin traurig und enttäuscht

Geplanter Kaiserschnitt - bin traurig und enttäuscht

4. April 2011 um 19:30

Hallo Mamas,

in meinem Kopf schwirren die Gedanken. Ich bin in der 37. ssw und mein Kind liegt in BEL. HIer in der Stadt gibt es keinen Arzt und keine Hebamme, der/die mich normal entbinden will. Bei der ersten Geburt hatte ich 38 (!) Stunden Wehen und fast zwei Tage den Kreissaal belegt, dann wurde ein Notkaiserschnitt gemacht, der mich noch heute (mehr als drei Jahre danach) noch immer leicht körperlich und stärker seelisch belastet. Bei der Notsectio ging die Narkose schief, mein Kind kam zum Kinderarzt und ich auf die Intensiv. Ich konnte ihn nach drei Wochen das erste Mal heben und selbst wickeln. Mir fehlen die ersten Augenblicke mit Kind völlig und ich habe Tage gebraucht zu begreifen, dass ich ein Kind habe. Heute ist die Bindung gut, aber mir kommen immer noch die Tränen, wenn ich an die Geburt denke.

Nun soll es also wieder ein Kaiserschnitt werden, dieses Mal geplant - und trotzdem ist mir nicht wohl dabei. Ich kriege Kopf und Herz einfach nicht zusammen. Einerseits denke ich dauernd daran, dass ich meinem Kind Zeit geben möchte, den Zeitpunkt der Geburt selbst zu wählen, dass ich normal ein Kind kriegen will, wie meine Schwester, meine Mutter und meine Großmutter, die zwar lange gebraucht haben, aber hinterher stolz auf ihre Leistung waren und ihr Kind direkt hinterher selbst versorgen konnten. Andererseits will ich mein Baby und natürlich auch mich nicht unnötig riskieren. Und dazu hab ich schon einen Sohn, der mich braucht.

Ich bin so durcheinander und fühle mich schuldig, weil ich nicht einfach nur dankbar bin, überhaupt ein Kind bekommen zu dürfen, was vielen doch verwehrt bleibt. Mein Verstand sagt mir, dass diese Kaiserschnittentscheidung, die hier für mich getroffen wird, vernünftig ist, mein Herz dagegen wehrt sich mit aller Macht. Kennt das jemand von Euch? Wie seid Ihr damit umgegangen? Hat jemand von Euch nach einem schrecklichen Kaiserschnitt möglicherweise eine positive KAiserschnitt erfahrung gemacht?

Danke für Eure Antworten

Eure verwirrte Nimju

Mehr lesen

4. April 2011 um 23:52

Hallo
Ich kann gut verstehen das du dich mit der Entscheidung eines erneuten Kaiserschnittes nicht wohl fühlst, nachdem du den ersten Kaiserschnitt als so traumatisch empfunden hast. Ich bin dipl. Krankenschwester und kann dir wie deine Hebamme und dein Arzt ebenso nur zu einem KS raten, ein Baby in BEL vaginal zu gebären ist sehr riskant und in der heutigen Zeit ist es einfach nur dumm wenn die Mutter und das Kind dem unnötigen Risiko aussetzt, wenn man doch einen KS machen kann, wo man das Baby problemlos holen kann. Ich halte von vaginalen Geburten in BEL gar nichts. Es ist eine sehr schmerzhafte Tortur für die Frauen und für die Babys wirklich sehr riskant. Deine Hebamme und dein Arzt haben richtig entschieden, versuche die Entscheidung zu akzeptieren. Es ist der Weg mit dem gerigsten Risiko für euch beide. Ein geplanter KS wird meistens nicht als schlimm empfunden ganz im Gegensatz zu einem Not-KS. Bei einem Not-KS fühlen sich die Frauen als hätten sie versagt weil sie es letztendlich doch nicht schafften ihr Baby vaginal zu gebären. Bei einem geplanten KS wissen die Frauen schon vorher was auf sie zukommt und können sich darauf einstellen und deshalb ist es dann nicht so traumatisch. Mit versagt haben weil man es nicht schaffte vaginal zu gebären hat es ja überhaupt nichts zu tun, wenn das Baby in BEL liegt, da kannst du ja nichts dafür, das kommt einfach vor. Versuche es zu akzeptieren, es ist der beste Weg für dein Baby und für dich.

Weil du von deinem ersten KS so traumatisiert bist. Du hast geschrieben das du 2 Tage Wehen hattest und es nicht geschafft hast. Ich verstehe das das nicht schön für dich war, aber es war eben notwendig und ich kann dir sagen das eine vaginale Geburt mit schlimmen Komplikationen ebenso traumatisch sein kann. Meine Kleine steckte fast zwei Stunden lang im Geburtskanal fest, ich hatte sehr sehr starke Schmerzen und wollte nur noch sterben, als sie endlich da war, hat sie kaum mehr geatmet und war schon blau. Ich habe das bis heute (fast 2 Jahre später) auch immer noch nicht richtig verarbeitet und bin sehr traumatisiert. Die Bindung zu meiner Kleinen ist deshalb anfangs auch gestört gewesen und ich konnte sie nur schwer annehmen. Und ich habe auch noch körperliche Schmerzen an meiner Dammnarbe. Damit möchte ich sagen, das du auch nach einer vaginalen Geburt traumatisiert sein kannst und eine vaginale Geburt auch keine Garantie für eine schöne Geburt ist. Gerade vor der Tortur wo das Baby noch im Bauch rumgedreht wird hätte ich persönlich so Angst davor, das ich mich bei einem Baby in BEL nur für einen KS entscheiden würde, mal ganz abgesehen das es eben für das Baby unnötig gefährlich ist. Versuch dem KS gegenüber nicht so negativ eingestellt zu sein, es ist das beste für dein Baby und für dich. Alles Gute

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Du willst nichts mehr verpassen?
facebook