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Geplant schwanger und nun Zweifel und Ängste...

2. August 2010 um 23:33 Letzte Antwort: 27. August 2010 um 18:12

Hallo!
Ich habe ein Problem und fühle mich ziemlich allein damit.
Ich bin 39 Jahre und in der 9. Woche schwanger. Mein Freund und ich sind seit einem Jahr ein Paar und glücklich, sind finanziell abgesichert, alles ist "eigentlich gut"! Wir wollten zusammen ein Kind, ich habe mir die Spirale ziehen lassen. Eigentlich hatten wir uns auf eine lange "Übungszeit" eingestellt, aber was soll ich sagen... Gleich im nächsten Zyklus: "Erster Schuss ein Treffer!" Erst habe ich mich sehr gefreut! Aber seit einer Woche machen sich starke Zweifel breit...ich möchte am liebsten aus meiner Haut, die Uhr zurück stellen...habe Angst meine Freiheit zu verlieren...nochmal (meine Tochter wird 11) Verantwortung für solch ein hilfloses Wesen zu übernehmen...habe Angst vor Überforderung...noch mehr zuzunehmen (wiege jetzt schon 85 kg)...die Hitze der letzten Wochen hat mir sehr (!) zugesetzt, mein Kreislauf ging bergab, das schwitzen...eine anstrengende Zeit...alles fühlte sich als Belastung an. Meine Vorfreude ist wie weg geblasen...Mein Freund ist ganz an meiner Seite und kann sich die plötzliche Wende auch nicht erklären - wo wir es doch unbedingt wollten!?!?!!! Ich ertappe mich sogar dabei an einen Abbruch zu denken...und fühle mich hilflos...grausam...überforder t...
Hat jemand von Euch eine ähnliche erfahrung gemacht oder kann mir weiter helfen? Freu mich über Eure Zeilen!!!!!!!! Stephanie

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27. August 2010 um 18:12

...auch FG in der 11. Woche...
Liebe "Pipa",
ich habe eben nochmal Deinen Brief gelesen in Bezug auf meine Zweifel und Ängste...
Ein paar Tage nach meinem "Verzweiflungsbrief" haben sich meine Gefühle total verändert und die Freude kam zurück...habe viel mit meiner Freundin geredet, hier im Forum gestöbert...es tat gut, das alles auszusprechen.
Vor einer Woche waren mein Liebster und ich das erste mal gemeinsam beim FA, wir wollten gespannt auf das kleine Herzchen sehen, gucken, wie es sich bewgt, wollten danach essen und hatten Theaterkarten - ein Abend "zu dritt" genießen. Doch dann kam alles anders...der Arzt stellte fest, dass das Herz nicht mehr schlug...und sagte mir, dass das Kleine in mir wohl schon 2 wochen tot sei...
Ich habe an Deine Zeilen gedacht..."Dein Wunsch" hatte sich erfüllt und Dein Kleines ist gegangen. Meins muss auch aufgehört haben zu leben, als ich in diese Verzweiflung gerutscht bin. Ich mache mir keine Vorwürfe...aber ich erfahre gerade durch die Trauer - wie Du es auch schön passend beschrieben hattest: "Mehr Ehrfurcht vor dem Leben". Ich habe die ganze letzte Woche nach der FG bzw. der Ausschabung 3 Tage später getrauert, viel geweint, mit Freunden gesprochen, in Büchern gelesen...es kam mir vor, als ob die Zeit still steht, ich plötzlich nicht mehr im Außen war, sondern ganz tief in mich hinein gehorcht habe (und dies auch immer noch tue). In der Zweifelzeit kam so viel zusammen: Die Hitze, ein schwerer Autounfall mit meiner Tochter (danach schlug das Herzchen aber noch), mein Arbeitgeber ist in Insolvenz gegangen...Hausbau...alles hat mich belastet und war zu viel. Da war kein Platz für die kleine Seele...vielleicht hat sie sich gedacht "da komme ich lieber später nochmal wieder"? Jetzt - nach allem, was passiert ist, fühle ich ganz tief im Herzen ein liebevolles "Ja". Ich möchte nicht sagen ,dass ich dankbar bin, dass mir sowas passiert ist, aber manchmal erkennt man das Licht erst nach der Dunkelheit. Danke nochmal für Deine Geschichte...Deine Offenheit...Stephanie

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