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Geburtstermin und Kaiserschnitt

12. September 2003 um 22:43

Hallo,
mich beschäftigt seit einiger Zeit, weil ich es immer wieder höre, daß man sich den Geburtstermin aussuchen kann und auch einige nicht eine normale Geburt erleben wollen und sich für einen Kaiserschnitt entscheiden. Ich verstehe solche Entscheidungen nicht, wenn keine Bedrohung für Leib und Leben besteht oder Komplikationen aufgetreten sind.
Warum entscheiden sich Paare dafür, den Geburtstermin selbst zu wählen und warum wollen Frauen keine natürliche Geburt erleben? Warum hat ein menschliches Wesen nicht mehr das Recht geboren zu werden, wenn der Zeitpunkt gekommen ist? Das macht mich richtig betroffen.

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12. September 2003 um 23:30

Kaiserschnitt
Hallo,
also ich finde das gut das es diesen gewünschten Kaiserschnitt gibt. Bin zwar nicht schwanger aber ich habe die Geburt meines kleinen Bruders mitbekommen und weiß das ich vor angst mich nur total verrückt machen würde. Diese Schmerzen würde ich nie im Leben aushalten und da könnten noch so viele Hebammen auf mich einreden....Übertrieben finde ich auch das man sich den Geburtstermin aussuchen kann. Also ich würde wenns geht auch warten bis es losgeht oder halt einen Termin für den errechneten Geburtstermin machen. Aber wie gesagt ich bin wirklich froh darüber das es sowas mittlerweile gibt!

Liebe Grüße,

dschidda.

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13. September 2003 um 0:31
In Antwort auf billie_12155187

Kaiserschnitt
Hallo,
also ich finde das gut das es diesen gewünschten Kaiserschnitt gibt. Bin zwar nicht schwanger aber ich habe die Geburt meines kleinen Bruders mitbekommen und weiß das ich vor angst mich nur total verrückt machen würde. Diese Schmerzen würde ich nie im Leben aushalten und da könnten noch so viele Hebammen auf mich einreden....Übertrieben finde ich auch das man sich den Geburtstermin aussuchen kann. Also ich würde wenns geht auch warten bis es losgeht oder halt einen Termin für den errechneten Geburtstermin machen. Aber wie gesagt ich bin wirklich froh darüber das es sowas mittlerweile gibt!

Liebe Grüße,

dschidda.

Warum schmerzen?
ich denke eigentlich auch schon länger, daß ich einen kaiserschnitt machen würde, wenns denn mal soweit ist. seit der kinderwunsch stärker wird hat sich diese einstellung ein wenig geändert, aber einen wirklichen entschluß kann ich natürlich nicht treffen.

ich kann nur die frage in den raum stellen, warum man sich stundenlangen schmerzen aussetzen muß, wenns auch ohne geht?

ich weiß nicht, kann das schlecht beurteilen. aber ich kann die leute verstehen, die das machen! warum soll man sich denn stundenlang quälen, wenn man schon vorher tierisch angst hat? die moderne medizin bietet diese möglichkeit, und das nicht ohne grund. und auch eine natürliche geburt hat gewisse risiken...

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13. September 2003 um 9:10
In Antwort auf dassah_12554926

Warum schmerzen?
ich denke eigentlich auch schon länger, daß ich einen kaiserschnitt machen würde, wenns denn mal soweit ist. seit der kinderwunsch stärker wird hat sich diese einstellung ein wenig geändert, aber einen wirklichen entschluß kann ich natürlich nicht treffen.

ich kann nur die frage in den raum stellen, warum man sich stundenlangen schmerzen aussetzen muß, wenns auch ohne geht?

ich weiß nicht, kann das schlecht beurteilen. aber ich kann die leute verstehen, die das machen! warum soll man sich denn stundenlang quälen, wenn man schon vorher tierisch angst hat? die moderne medizin bietet diese möglichkeit, und das nicht ohne grund. und auch eine natürliche geburt hat gewisse risiken...

Gesellschaftliche Entwicklung
Mich wundert die Entwicklung! Es ist für mich schon eine Vorstufe dazu, daß es irgendwann auch frei sein wird, Babys außerhalb des Mutteleibes zu produzieren, weil Mesdames auch vor dem Anschwellen des Bauches Angst haben oder die Schwangerschaftsstreifen als unästhetisch ansehen werden. Es geht doch um das Leben. Ich habe das Gefühl, daß Menschen immer unfreier werden und sich die letzte von Natur gegebene Möglichkeit nehmen lassen.

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13. September 2003 um 9:58
In Antwort auf dassah_12554926

Warum schmerzen?
ich denke eigentlich auch schon länger, daß ich einen kaiserschnitt machen würde, wenns denn mal soweit ist. seit der kinderwunsch stärker wird hat sich diese einstellung ein wenig geändert, aber einen wirklichen entschluß kann ich natürlich nicht treffen.

ich kann nur die frage in den raum stellen, warum man sich stundenlangen schmerzen aussetzen muß, wenns auch ohne geht?

ich weiß nicht, kann das schlecht beurteilen. aber ich kann die leute verstehen, die das machen! warum soll man sich denn stundenlang quälen, wenn man schon vorher tierisch angst hat? die moderne medizin bietet diese möglichkeit, und das nicht ohne grund. und auch eine natürliche geburt hat gewisse risiken...

Hallo Ihr Beiden
Ich gebe euch gerne eine detaillierte Beschreibung eines Kaiserschnittes. Ich durfte nämlich eine normale Geburt und einen Kaiserschnitt erleben.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Genaue Schilderung?"
Geschickt von buffy3 am 6Februar um 13:04

Um noch etwas Wasser auf die Mühlen zu geben, erzähle ich mal, wie es bei einem Kaiserschnitt in etwa zugeht, da viele Schnitte weil meistens sehr eilig in Vollnarkose gemacht werden. Ich durfte jedoch alles NUR mit örtlicher Betäubung miterleben....
Also
Man wird morgens geweckt, darf in den Kreissaal. Dort bekommt man dann erst mal einen Einlauf *grusel*, darf jedoch danach ausgiebig baden oder duschen.
zurück im Entbindungszimmer, wird man von der Hebamme rasiert und bekommt einen Katheder gesetzt (nicht unbedingt angenehm), man wird an den Wehenschreiber und an ein EKG angeschlossen und darf danach nicht mehr aufstehen.
Etwas später kommt der Anästesiearzt und legt einen Zugang *autsch* und man wird an den Tropf angeschlossen. Die Ärzte stellen sich einem vor und geben in etwa eine Zeit durch bis wann man rechnen kann, dranzukommen. Danach heißt es sich in Geduld üben. WARTEN bis man endlich dran kommt.
Ich durfte 6 Stunden warten bis ich endlich drangekommen bin. (bin dabei fast verzweifelt)
Bewegen ist nicht viel drin, da man überall angeschlossen ist, trinken darf man nichts, man hat durst obwohl man Flüssigkeit bekommt.
Nachdem man endlich abgeholt worden ist, landet man im kalten OP-Saal und wird dort vom Bett auf den OP_Tisch gehievt. Das OP-Hemd wird ausgezogen, (damit die Anästesie besser an die Venen rankommt) und nur notdürftig damit zugedeckt.
Man liegt da, wie der "Gekreuzigte". Wird nach einer Weile automatisch hochgehievt und darf dann einen Rundrücken machen, damit der Anästesist die Narkose setzen kann. (Achtung Kreislauf).
Danach wird man wieder runtergelassen und dann heißt es warten bis die Narkose wirkt. Die Hände werden einem auf dem OP-Tisch festgeschnallt und es wird nochmal ein Zugang gelegt.
Ich hatte auf der rechten Seite 3 Infusionsflaschen und auf der linken Seite 2 Stück.
Danach heißt es wieder warten bis die Narkose endlich wirkt. Dein Unterkörper ist ab der Taille taub, in Deinen Beinen wird es warm und fängt an furchtbar zu kribbeln.
nachdem die Narkose endlich angefangen hat zu wirken, wird zuerst ein kleiner grüner Vorhang hochgezogen und um alles ganz abzusichern noch ein großer grüner Vorhang.
Bewegen kann man sich nicht mehr. Festgeschnallt und betäubt kann man nur noch den Kopf etwas bewegen.
Bei mir hat der Kreislauf nicht mehr mitgespielt und mir wurde schlecht und schwarz vor Augen. Das Mittel, daß sie mir gespritzt hatten, hatte in der Vene wie Feuer gebrannt.
Die OP Ärzte erklären einem dann in kurzen Sätzen, was sie nun machen, und man hört, wie der Bauch aufgeschnitten und gerissen wird, (häßliches Geräusch), spürt wie an einem gezogen und gezerrt wird bis endlich das Kind raus ist.
Danach bekommt man das Kind nicht mal richtig zu sehen, da es erst mal von der Hebamme versorgt wird.
Unterdessen wird am Bauch weitergezerrt und genäht.
Nach einer kleinen Ewigkeit zeigt einem die Hebamme das Baby, aber man kannst es noch nicht in den Arm nehmen, da man ja noch festgeschnallt ist und an den Infusionen hängst.
Nachdem man wieder zusammengeflickt bist, wirst man wieder ins Bett gehievt. Meistens läßt die Narkose dann schon nach und der Bauch tut da schon etwas weh.
Nach 2 Stunden auf der Aufwachstation wird einem ein Zugang wieder gezogen und wenn alles in Ordnung ist, darf man wieder aufs Zimmer.
Im Normalfall bekommt man sein Baby solange man noch im Aufwachraum ist.
Was danach alles noch kommt ist weiter unten ja schon sehr deutlich beschrieben worden.
Das Fernsehen zeigt auch bei einem Kaiserschnitt nur die "angenehmen" Seiten.
Vielleicht bringt der Erfahrungsbericht die Eine oder Andere weiter.

Liebe Grüße
Buffy
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Antworten

Und an die Schmerzen der nächsten Tage nach einem Kaierschnitt will ich mich gar nicht erinnern, denn Katheder ziehen ist nicht angenehm, Wehenmittelinfusionen (damit sich die Gebärmutter wieder zurückbildet) sind auch nicht der Bringer, ganz zu schweigen davon, daß man danach kaum richtig laufen kann, weil einem die Narbe am Bauch weh tut.

Also ich habe die Schmerzen während der Geburt auch furchtbar gefunden, aber ich war danach viel fitter. Freiwillig würde ich mir keinem Kaiserschnitt unterziehen.

Aber jeder wie er es will.

Schönes WE
Liebe Grüße
Buffy

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13. September 2003 um 15:11

Das Argument mit der Natürlichkeit
Hallo,

ich selber habe keine Kinder, weiß auch nicht ob ich mal welche will.
Irgendwie finde ich beide Aussichten-1. aufgeschnittten werden, 2. dass Babby unter Schmerzen rauspressen mit eventuellem Dammschnitt oder Riss etc. - nicht so erbaulich.

Es ist durchaus möglich, daß ich mich für einen Kaiserschnitt entscheide würde, wenn normale Geburt, dann aber mit PDA. Ich persöhnlich lege auf ein natürliches Geburtserlebnis nicht wirklich Wert.

Heutzutage gibt es viele Frauen (zu denen ich mich - durch einen technischen Beruf an Vorausberechenbarkeit gewöhnt - ebenfalls zähle), die gewohnt sind, sich zu informieren, Entscheidungen zu fällen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, Kontrolle zu bewahren.

Eien Schwangerschaft einfach dem Zufall zu überlassen ("Ich setz jetzt einfach mal die Pille ab, dumdidum..."), wiederstrebt solchen Frauen... Frau informiert sich also schon VORHER worauf sie sich da möglicherweise einlässt, denn dass da im Bauch etwas wachsen und dann an einer Stelle rauskommen soll, die viel zu eng dafür ist (wenn es nicht zu eng wäre, würde es ja wohl nicht weh tun, oder?) ist doch 'ne ziemlich ungewohnte Sache.

Und bevor sich jetzt die "Urerlebnis"-"natürlichste Sache der Welt"-Verfechterinnen zu Wort melden:

Ehrlich gesagt gibt es kaum "natürlichen" Dinge in meinem Alltagsleben, die ich besonders schätze.

Ich mag (Achtung, jetzt kommt eine unsortierte Liste an Beispielen)

meine Milch pasteurisiert und homogenisiert (von unbehandelter Vollmilch muss ich mich übergeben)

meine Möbel holzschutzbehandelt

wenn ich Durchfall habe Immodium, Lopedium oder sonstwas

wenn ich Kopfschmerzen habe Aspirin

wenn mir der Zahnarzt mein Gebiss anbohrt eine Spritze

nicht in die Natur (z.B. Berge) ohne entsprechende technische Ausrüstung (Erste-Hilfe-Pack, Lawinenrucksack, Handy)

mich schminken, weil ich weiss, dass ich mit MakeUp gepflegter aussehe als in Natura

meine Beine, Achseln und sonstigen intimen Bereiche rasieren (denn diese ursprünglich aus hyhienischen Gründen benötigten Haare sind heute zu nichts mehr gut)

mein Essen auf dem Herd kochen (ein Lagerfeuer in der Wohnung ist nicht gerade angebracht)

eine Zentralheizung

und wenn ich keinen Computer hätte könnte ich das hier nicht schreiben
[...]

die Dinge im Griff haben

wenn ich mit etwas nicht zurecht komme, einen Spezialisten damit beauftragen

Ich glaube halt einfach nicht daran, dass alles toll so ist, wie es natürlich ist...

Bei uns Menschen ist es doch evolutionstechnisch gesehen so, dass das Becken sich durch den aufrechten Gang verengt hat und gleichzeitig der Kopfumpfang relativ groß geblieben ist (eventuell ist er sogar noch ein bsischen gewachsen, weiss das leider nicht soo genau).

Jetzt könnt Ihr alle mich schimpfen, was für ein entfremdetes Leben ich doch führe und dass ich doch bloß Angst hab, aber so ist es nunmal!

Was ich nicht verstehe, wieso sich frauen überhaupt darüber aufregen können, wie eine andere Frau ihr Kind zur Welt bringt. Das sollte doch jeder selbst überlassen bleiben.
Außerdem glaube ich, daß ein Wunschkaiserschnitt nicht unbedingt mit einem Notkaiserschnitt verglichen werden kann, da Ängste Komplikationen und Hektik wegfallen.

LG

RedDevil

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13. September 2003 um 19:22

Bedürfnis
Ich habe Eure Beiträge gelesen und möchte noch eine weitere Frage an die stellen, die sich für eine Vorausplanung/Festlegung des Geburtstermins und für den Kaiserschnitt sprechen würden.

Mich interessieren Eure Motive, Euch eventl. dafür zu entscheiden, also, aus welchem Bedürfnis heraus würdet Ihr das machen?

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14. September 2003 um 20:52

Wie gesagt....
jeder muß und sollte das für sich entscheiden. ich würde jetzt auf keinen fall sagen, ich will einen kaiserschnitt oder ich will eine nat. geburt! dazu muß ich zumindest erstmal schwanger sein und genug infos haben!

beides hat vor- und nachteile! die gründe die reddevil oben geschrieben hat klingen auch sehr logisch, für mich sogar vernünftig. andererseits ist es auch wahr, daß millionen frauen das hinter sich haben und es überstanden haben vielleicht sage ich auch, wenns soweit ist, ich will dieses erlebnis haben? vielleicht denke ich aber, daß ich das auf keinen fall will. es gibt ja auch viele frauen, die einen kaiserschnitt hatten und dadurch auch nicht traumatisiert sind...

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15. September 2003 um 12:58

Es ist wohl im großen und ganzen
eher die Angst, dass dem Kind was passiert. Man hört kaum von Bilderbuch-Geburten. Ich hab in meinem Bekanntenkreis erst von einer Geburt gehört, die glatt verlief, der Rest waren Saugglockengeburten, Kaiserschnitte nach 24 Stunden Geburtswehen, extrem lange und kräftezehrende Geburten.

Ein Kaiserschnitt ist nunmal für das Kind die risikoärmste Art auf die Welt zu kommen, zumindest ist das Risiko einen Sauerstoffmangel zu erleiden nicht gegeben. Saugglocke und Zange müssen im Ernstfall von den Ärzten auch beherrscht werden und Fälle, in denen sie falsch angewendet wurden und das Kind geschädigt wurde, gehen auch ziemlich oft durch die Presse.

Ich finde nicht, dass man die heutige Zeit mit früher vergleichen darf. Früher waren Totgeburten üblich, auch musste man mit dem Tod der Mutter rechnen. Meine Freundin arbeitet auf der Geburtenstation und Saugglocke oder Zange kommen ziemlich häufig zur Anwendung, auch recht häufig haben Kinder die Nabelschnur um den Hals gewickelt. Diese Komplikationen sind nicht vorhersehbar.

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15. September 2003 um 13:52

Zum Risiko

Zu den Nachteilen des Kaiserschnitts ist natürlich zu sagen, dass es eine leicht erhöhte Sterblichkeit der Mütter gibt, nämlich 1:17.000 statt 1:43.000.
ABER: Diese Sterblichkeitsrate bezieht sich vor allem auf Notfallkaiserschnitte!
Und das erhöhte Infektionsrisiko ist natürlich auch zu erwähnen, sowie spätere mögliche Verwachsungen.


Beide Risiken sind so gering, daß das Risiko, auf dem Weg zum Krankenhaus bei einem Autounfall zu sterben größer ist.

Für das Kind gibt es eigentlich eher Vorteile:
So garantiert der Kaiserschnitt die geringste Sterblichkeit des Säuglings(und wenn dann muss ausschließlich betont werden, dass die Gefährdung des Kindes durch die dem Kaiserschnitt zugrunde liegende Ursache als durch die OP selbst hervorgerufen wird!!!) und auch die Gefährdung durch Sauerstoffmangel, Nabelschnurstrangulierung und dadurch anschließende Behinderung ist nahezu ausgeschlossen!
Das Risiko, den Säugling während der Geburt zu schädigen, beträgt immerhin 1:500, den man bei eine Kaiserschnitt ausschließen kann!!!
Es gibt zwar etwas häufiger Adaptionsprobleme, die erfordern, dass das Kind vorübergehend überwacht werden muss, aber gerät der Säugling dabei nicht in Lebensgefahr.

Die beste Geburt ist sicher die vaginale Geburt ohne Dammschnitt, ohne Zange/Saugglocke und ohne Komplikationen. Eine alternative Geburt kann ein geplanter
Kaiserschnitt sein. Die planbare Variante kann der Arzt praktisch garantieren, während die natürliche Variante von einigen Launen der Natur abhängt, die wir kaum steuern können. Man muss sich also zwischen der natürlichen Ungewissheit und der planbaren Gewissheit entscheiden und mit ihrem eigenen Wertesystem in Einklang bringen..

RedDevil

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15. September 2003 um 13:55

"Das Risiko bei der OP
zu sterben 5 x höher ist, als bei einer natürlichen Geburt - sprich an den inneren Blutungen ?"

Du solltest geplante Kaiserschnitte mit natürlichen Geburten vergleichen und nicht allgemein OP's oder Notsectios. Ausserdem musst du auch vergleichen, welches Risiko das Kind hat bei der natürlichen Geburt oder beim Kaiserschnitt einen dauerhaften, schwerwiegenden Schaden zu erlangen.

Du magst es ja so sehen, dass man sich vorher keine Gedanken machen sollte. Die meisten Frauen tun es aber, sei es aufgrund von erlebten Fehlgeburten, Totgeburten in der Familie, schwierigen Schwangerschaften, Infektionen während der Schwangerschaft...

Deine Freundinnen sind auch neidisch auf dich, weil einem Kaiserschnitt oft der Hauch des Versagens anhaftet. Frau war nicht fähig ihr Kind normal zu gebären, Frau hat den natürlichen Vorgang nicht hinbekommen, Frau blieb durch ihre körperliche Unzulänglichkeit ein tolles Erlebnis verwehrt, Frau war unfähig ihrem Kind zuliebe Schmerz auszuhalten...

Gemessen an der Tatsache, dass die Geburt nur einen Bruchteil des Lebens ausmacht und der weitere Lebensverlauf einen viel größeren Einfluss auf die Entwickung des Kindes hat, wird die Geburt allzusehr verklärt.

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17. September 2003 um 18:41
In Antwort auf maud_12699340

Hallo Ihr Beiden
Ich gebe euch gerne eine detaillierte Beschreibung eines Kaiserschnittes. Ich durfte nämlich eine normale Geburt und einen Kaiserschnitt erleben.
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"Genaue Schilderung?"
Geschickt von buffy3 am 6Februar um 13:04

Um noch etwas Wasser auf die Mühlen zu geben, erzähle ich mal, wie es bei einem Kaiserschnitt in etwa zugeht, da viele Schnitte weil meistens sehr eilig in Vollnarkose gemacht werden. Ich durfte jedoch alles NUR mit örtlicher Betäubung miterleben....
Also
Man wird morgens geweckt, darf in den Kreissaal. Dort bekommt man dann erst mal einen Einlauf *grusel*, darf jedoch danach ausgiebig baden oder duschen.
zurück im Entbindungszimmer, wird man von der Hebamme rasiert und bekommt einen Katheder gesetzt (nicht unbedingt angenehm), man wird an den Wehenschreiber und an ein EKG angeschlossen und darf danach nicht mehr aufstehen.
Etwas später kommt der Anästesiearzt und legt einen Zugang *autsch* und man wird an den Tropf angeschlossen. Die Ärzte stellen sich einem vor und geben in etwa eine Zeit durch bis wann man rechnen kann, dranzukommen. Danach heißt es sich in Geduld üben. WARTEN bis man endlich dran kommt.
Ich durfte 6 Stunden warten bis ich endlich drangekommen bin. (bin dabei fast verzweifelt)
Bewegen ist nicht viel drin, da man überall angeschlossen ist, trinken darf man nichts, man hat durst obwohl man Flüssigkeit bekommt.
Nachdem man endlich abgeholt worden ist, landet man im kalten OP-Saal und wird dort vom Bett auf den OP_Tisch gehievt. Das OP-Hemd wird ausgezogen, (damit die Anästesie besser an die Venen rankommt) und nur notdürftig damit zugedeckt.
Man liegt da, wie der "Gekreuzigte". Wird nach einer Weile automatisch hochgehievt und darf dann einen Rundrücken machen, damit der Anästesist die Narkose setzen kann. (Achtung Kreislauf).
Danach wird man wieder runtergelassen und dann heißt es warten bis die Narkose wirkt. Die Hände werden einem auf dem OP-Tisch festgeschnallt und es wird nochmal ein Zugang gelegt.
Ich hatte auf der rechten Seite 3 Infusionsflaschen und auf der linken Seite 2 Stück.
Danach heißt es wieder warten bis die Narkose endlich wirkt. Dein Unterkörper ist ab der Taille taub, in Deinen Beinen wird es warm und fängt an furchtbar zu kribbeln.
nachdem die Narkose endlich angefangen hat zu wirken, wird zuerst ein kleiner grüner Vorhang hochgezogen und um alles ganz abzusichern noch ein großer grüner Vorhang.
Bewegen kann man sich nicht mehr. Festgeschnallt und betäubt kann man nur noch den Kopf etwas bewegen.
Bei mir hat der Kreislauf nicht mehr mitgespielt und mir wurde schlecht und schwarz vor Augen. Das Mittel, daß sie mir gespritzt hatten, hatte in der Vene wie Feuer gebrannt.
Die OP Ärzte erklären einem dann in kurzen Sätzen, was sie nun machen, und man hört, wie der Bauch aufgeschnitten und gerissen wird, (häßliches Geräusch), spürt wie an einem gezogen und gezerrt wird bis endlich das Kind raus ist.
Danach bekommt man das Kind nicht mal richtig zu sehen, da es erst mal von der Hebamme versorgt wird.
Unterdessen wird am Bauch weitergezerrt und genäht.
Nach einer kleinen Ewigkeit zeigt einem die Hebamme das Baby, aber man kannst es noch nicht in den Arm nehmen, da man ja noch festgeschnallt ist und an den Infusionen hängst.
Nachdem man wieder zusammengeflickt bist, wirst man wieder ins Bett gehievt. Meistens läßt die Narkose dann schon nach und der Bauch tut da schon etwas weh.
Nach 2 Stunden auf der Aufwachstation wird einem ein Zugang wieder gezogen und wenn alles in Ordnung ist, darf man wieder aufs Zimmer.
Im Normalfall bekommt man sein Baby solange man noch im Aufwachraum ist.
Was danach alles noch kommt ist weiter unten ja schon sehr deutlich beschrieben worden.
Das Fernsehen zeigt auch bei einem Kaiserschnitt nur die "angenehmen" Seiten.
Vielleicht bringt der Erfahrungsbericht die Eine oder Andere weiter.

Liebe Grüße
Buffy
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Antworten

Und an die Schmerzen der nächsten Tage nach einem Kaierschnitt will ich mich gar nicht erinnern, denn Katheder ziehen ist nicht angenehm, Wehenmittelinfusionen (damit sich die Gebärmutter wieder zurückbildet) sind auch nicht der Bringer, ganz zu schweigen davon, daß man danach kaum richtig laufen kann, weil einem die Narbe am Bauch weh tut.

Also ich habe die Schmerzen während der Geburt auch furchtbar gefunden, aber ich war danach viel fitter. Freiwillig würde ich mir keinem Kaiserschnitt unterziehen.

Aber jeder wie er es will.

Schönes WE
Liebe Grüße
Buffy

Dito !
Hallo Buffy,
habe mich beim Lesen Deiner Geschichte ganze 7 Jahre zurückgesetzt gefühlt, hatte auch solch eine "klasse" Geburt.
Habe aber vor 5 Jahren nochmal das Glück (!) gehabt meine Tochter "normal" auf die Welt bringen zu dürfen, fand es gegen den KS ein Spaziergang! Lieber Schmerzen haben und Wissen warum (man bekommt in diesem moment ja was dafür)als nacher wenn das Baby da ist und man sich kaum bewegen kann. Bin kein Held und fande die ersten 3 Tage nach dem KS ganz schrecklich, konnte das Baby nicht wirklich genießen, war mit mir und den Schmerzen so sehr beschäftigt. Wenn man kann sollte man sich den Stress des KS nach meiner Meinung nicht antun.
LG, Lulaby

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22. September 2003 um 11:20

Schubs
..

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