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Geburtsbericht von Paul (sehr ausführlich)

18. Juli 2008 um 22:27 Letzte Antwort: 20. Juli 2008 um 13:54

Aaaaaalso:

Es begann so richtig eigentlich am Donnerstag den 10.07. Morgens war ich noch bei einer Freundin. Wir haben gefrühstückt und dabei sage und schreibe 5 Stunden durchgequatscht. Danach musste ich schnell einkaufen und kochen, denn um 17:00 kam mein Mann von der Arbeit.
Zehn vor fünf, kurz bevor er kam, war das Essen soweit fertig und ich ging noch kurz auf die Toilette.
Da entdeckte ich einen dicken durchsichtigen Schleimklumpen in meiner Unterhose. "Hilfe der Schleimpfropf" dachte ich. Sofort bin ich an den Computer gegangen um zu recherchieren ob das stimmte was ich gehört habe. Vom Schleimpfropf bis zur Geburt dauert es nur noch 2-3 Tage.
Es enttäuschte mich etwas zu lesen, das es auch durchaus noch ne Woche oder so dauern kann. Aufgeregt war ich totzdem total. Mein Mann konnte die Aufregung nciht so ganz teilen. Durch vorzeitige Wehen seid der 33. Woche nahm er kaum noch Anzeichen ernst.

Abends sind wir mit Freunden essen gegangen und ich fühlte mich die ganze Zeit komisch. Wehen hatte ich ja wie gesagt öfter schon mal gehabt aber irgendwas war anders.
Freitag morgen lag ich um 4:00 Uhr wach und starte auf den Wecker. Die Wehen waren etwas stärker aber noch recht unregelmäßig. Immer wieder miss ich die Zeit. Um sechs Uhr ging der Wecker von meinem Mann. Ich erzählte ihm davon und wir beschlossen, das er trotzdem erst noch arbeiten fährt und ich mich melde sobald es stärker oder in kürzeren Abständen kommt.

Ich habe dann erstmal verschiedene Tricks wie baden und spazieren gehen versucht. Gegen mittag lag ich frustiert auf der Couch weil die Wehen wieder so gut wie weg waren. Um vier Uhr kam mein Mann von der Arbeit. Er hatte am Tag drauf Geburtstag und wir überlegten ob wir feiern sollen oder nicht. Um sechs uhr sind wir dann zum einkaufen gefahren mit dem Entschluss den Geburtstag zu feiern.
Auf dem Weg und in den Geschäften merkte ich dann das es wieder schlimmer wurde und mir das gehen schon zum Teil schwerer viel.
Wieder zu Hause hab ich wieder die Zeiten aufgeschrieben. Die Wehen kamen nun so alle 8 Min. ca. Um 21:00 rief ich meine Hebamme an. Sie sagte ich soll noch mal min. 1Std. spazieren, baden gehen und noch mal anrufen wenns schlimmer ist. Also Hund und Mann geschnappt und losspaziert. Ich konnt schon nicht mehr so gut laufen und fing schon an zu schnaufen dabei.
Um 23:00 dann wieder Hebamme angerufen. Sie sagte weiter bewegen, ich würd noch zu wenig veratmen müssen. Dauert also noch.

Um 2:00 hab ich sie dann wieder angerufen und gebeten zu kommen, weil ich nicht mehr wusste was ich tun soll. Sie kam dann auch und schrieb CTG. Es waren schöne Wehen zu sehen, aber irgendwie "litt" ich ihr noch zu wenig darunter. Ich habe mich auch in ihrer Gegenwart noch arg zusammengerissen weil es mir unangenehm war so zu keuchen. Dementsprechend überrascht war sie dann, als sie mich untersuchte, das der Muttermund schon 3cm geöffnet war. Sie sagte wir könnten schon zum KH fahren oder aber noch bei uns zu Hause weiter veratmen. Ich wollte lieber schon zum KH fahren, ich wollte vorort sein wenns richtig schlimm wird.
So gegen 4:00 waren wir dann im KH. Bis um 8:00 ca. haben wir dann damit verbracht die Flure auf und ab zu laufen, Homöopathie zu lutschen und Wehen zu veratmen. Inzwischen musste ich immer anhalten für jede Wehe und es war mir ziemlich egal wie ich dabei aussah. Ich hab schon doll rumgestöhnt.
Um 8:00 bin ich dann in die Wanne. Das war erstmal sehr entspannend. Die Wehen wurden zwar immer stärker aber das warme Wasser dabei war echt angenehm. So verging Stunde um Stunde und ab jetzt kann ich auch keine genaue Zeit mehr sagen.
Als ich anfing über eine PDA nachzudenken, war der Muttermund auf 8cm und somit alles zu spät dafür. Ich fing schon langsam an zu jammern. Ich konnte und wollte auch nciht mehr. Das muss so 10:00 gewesen sein.
Da sich Pauls Köpfchen nicht so richtig ins Becken drehen wollte, schlug die Hebamme vor kurzfristig aus der Wanne zu steigen und aufs Kreissaalbett zu gehen, damit ich mich mal auf die Seite legen oder auch in die Hocke gehen könnte. Ich wollte gern in der Wanne entbinden, aber da meine Beine schon recht taub geworden sind, stimmte ich zu. Der weg von Wanne zum Bett war schwer. Dort angekommen fühlte ich mich aber besser mit dem festen Boden unter mir und einem Kissen im arm. Ich atmete und jammerte und atmete und jammerte. So zwischen 11:00 und 12:00 fingen die Presswehen an und ich presste was das Zeug hielt. Angetrieben von dem Gedanken, das es jetzt nicht mehr lang dauert. Man liest ja immer wieder das die Babys nach ein paar Presswehen da sind. Ich presste und presste und nichts tat sich. Langsam wurd ich richtig mürrisch und meckerte mit meinem Mann und der Hebamme. Mein Mann sollte gefälligst mit dem "gleich hast du es geschafft" aufhören und die Hebamme endlich dieses Kind aus mir raus holen. Ich fluchte wie ein Rohspatz und schrie auch so langsam das Krankenhaus zusammen. Aber nix tat sich. Ich kriegte mit das die Hebamme und die inzwischen dazugekommene Ärztin sich berieten. Pauls Kopf steckte auf halber Strecke fest. Kam immer fast ein Stück raus und rutschte dann wieder zurück. Die Presswehen wurden immer kürzer und reichten nicht mehr aus und auch die Abstände wurden größer. Pauls Herztöne gingen runter. Mein Mann hantierte hinter mit einem feuchten Lappen und meinen Befehlen. Ich wollte und konnte nicht mehr. Zwischen den Wehen war ich schon total wie weggetreten.
Die Ärztin traf dann die rettenden Entscheidungen. Erst Wehentropf, dann auf den Rücken legen und beide Knie fest in meinen Händen und zum Schluss legte sich die Ärztin noch mit auf meinen Bauch. Bei der vorletzten Presswehe steckte Pauls Kopf auf halber Strecke fest und ich dachte ich zerplatze. Mein Mann dachte ich tret die Hebamme jetzt um. Ich schrie und fluchte das das so nicht passt was die da vor haben und eine Wehe weiter war der Kopf dann da und noch eine weiter war der ganze Paul geboren. Um genau 13:55 Uhr.
Laut Aussage meines Mannes lallte ich nur noch " oh mein gott..Paul Paul...oh mein Gott "

Das sie Paul etwas wach rubbeln mussten und Frank die Nabelschnur durchgeschnitten hat und auch die Nachgeburt bekam ich nur noch am Rande mit.
Erst als sie Ihn mir dann auf die Brust legten war ich wieder etwas bei mir. Mein Mann weinte und ich guckte nur etwas benommen zwischen meinen beiden Männern hin und her. Als Paul dann einige Zeit später gewaschen, vermessen und angezogen wurde, war ich wieder relativ fit. Ich war sehr neugierig auf Größe und Gewicht und muss sagen mein Arzt lag ziemlich nah dran.

Paul ist 52cm groß, hat 3220g und einen KU von 33,5cm.

Ich wurde noch 1,5 Stunden genäht da doch einiges gerissen ist. Innen wie aussen an allen möglichen Stellen. Das empfand ich aber nur noch als langatmig und nciht mehr als so schlimm.

Ich hoffe ich habe jetzt keinen schockiert. Wenns euch beruhigt würde ich trotzdem wieder eine normale Geburt vorziehen, da ich sofort wieder recht fit war, nach vier Tagen schon aus dem KH entlassen wurde und heute nach 6 Tagen geht es mir schon relativ gut.

LG
Anja + Paul 6 Tage alt.
Geboren am 12.07.2008 am Geburtstag meines Mannes !!!

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18. Juli 2008 um 22:46


Ganz, ganz herzlichen Glückwunsch für eure kleine Familile! Da ist dein Mann bestimmt mächtig stolz, mit seinem Stammhalter Geburtstag zu haben ! Und du warst ganz schön tapfer,... so ohne PDA! Hut ab!

Alles Liebe!

LG
Softi
36. SSW (gefühlte 46. SSW)

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19. Juli 2008 um 8:28

Was ne Geburt!!
Aber du hast sie ja inzwischen gut weggesteckt Suesse

Ich freu mich, dass du endlich mit deinem supersüßen Paul zu Hause bist! Ich wünsch euch noch eine schöne erste Kuschelzeit zu Hause

LG Katti

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19. Juli 2008 um 13:46

Ich schieeeeb
uns noch mal nach oben...
bin doch soooo stolz.

Bilder folgen nächste Woche. Mein Mann (übrigens sehr sehr stolz, ja) muss die Bilder noch vom Handy auf den Computer spielen.

LG
Anja und Paul jetzt genau 1 Woche alt

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19. Juli 2008 um 14:38

Puuuh...
das hörte sich schwer nach Arbeit an! Meinen Respekt!
Hat ja alles in allem ganz schön lange gedauert!
Aber schön dass du alles so gut weggesteckt hast und ihr alle fit seid!

Und da hast du deinem Mann ja ein schönes Geb.geschenk gemacht!

Liebe Grüße und eine schöne Zeit wünsche ich euch!

LG Jana mit Lee-Jeanne (19 Tage alt)

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19. Juli 2008 um 19:39

Wahnsinn,
hab ja schon beim lesen mitgefiebert - ganz schon anstrengend! Aber herzlichen Glückwunsch und alles liebe!

lg

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20. Juli 2008 um 13:54

Herzlichen Glückwünsch
Liebe süsse, hab so mitgefiebert im stillen....wow was für ein bericht, der hamma!!! kannst stolz auf dich sein und wie Bin schon so gespannt auf Bilderchen von Paul....

Nochmal von herzen alles alles gute und viel spass mit deinen kleinen prinzen

ganz liebe grüsse
Lela und Milo

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