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Geburtsbericht meiner Tochter vom 22.8.2016

2. September 2017 um 21:44 Letzte Antwort: 4. September 2017 um 12:28

Hallöchen, ich dachte mir ich teile einfach mal das Erlebnis. Viele haben die Geburt ja noch vor sich und kugeln noch. Ich will hier niemand Angst machen, da jede Geburt anders verläuft und jede Frau Schmerzen anders wahrnimmt. Ich möchte nur meine Erfahrung mit euch teilen und auch wenn es schon über 1 Jahr her ist, es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen .

​Der eigentliche Stichtag sollte der 21.8.016 sein. Zumindest verlor ich damals an dem Tag meinen Propf und wusste, dass es nun sicherlich nicht mehr so lange dauernd würde. Nun, am 22.8.2016 morgens gegen 5:45 ging ich auf die Toilette, nachdem ich mal wieder Wehen hatte und mal wieder davon ausging, dass es Fehlalarm sei. Aber nein, dieses mal war es wirklich ernst. Meine Fruchtblase platzte um kurz vor 6 Uhr morgens. Mein Freund war gerade an Arbeit gefahren 55 km, also rief ich ihn wieder an, dass er heim kommen kann. Die Abstände zwischen den Wehen betrug genau 6 Minuten und es war noch nicht wirklich schmerzhaft. Ich packte weiter meine Tasche und aß eine Kleinigeit.
​Jedenfalls waren wir gegen 8:30 im Krankenhaus und es ging ans CTG, es wurde Blut genommen und ein Test gemacht, ob es Fruchtwasser war. Der Muttermund war allerdings erst bei ca. 2 cm und ich sollte laufen laufen laufen. Ich bezog mein Zimmer auf der Babystation und wir gingen raus in den Park. Ja, dass Laufen hatte geholfen. Nach ca. 30 minuten hatte ich nun schon alle 2 Minuten wehen, die ich auch schon ziemlich veratmen musste. Irgendwann dann gingen wir wieder aufs Zimmer und ganz ehrlich Leute, so langsam hatte ich kein Bock mehr 
​Die Wehen kamen immer noch alle zwei Minuten aber sie wurden nun schon echt dermaßen schmerzhaft, Ich hatte nach jeder Wehe schon Angst vor der nächsten Wehe. Die Hebamme untersuchte und der Muttermund war immer noch nur bei 2 cm, grausam. Jedenfalls gab sie mir was gegen die Schmerzen, glaube Buscoban aber allerdings warte ich noch heute auf die Wirkung ​. Ich schaffte es nicht, mein Essen anzurühren und aß nur eine Scheibe Brot. Ja, dass blieb leider nicht drinnen und ich erbach mich im Bad, was mir total unangenhem war. Nun wurde ich endlich in den Kreißsaal gebracht.
​Erstmal wieder ans CTG und die Wehenkurven waren echt richtige Berge. Von den Schmerzen fang ich erst gar nicht an. Ehrlich gesagt, man kann es kaum beschreiben. Ich dachte, dass es mich zerreist am Bauch. So fühlte es sich an. Es war grausam und ich wollte was gegen die Schmerzen, am liebsten eine PDA. Aber die Hebamme gab mir so Globulis die absolut gar nichts brachten. Es wurde immer schlimmer und inzwischen brüllte ich den ganzen Kreißsaal zusammen. Der Muttermund war gerade einmal bei 3 cm. Nun, meine Hebamme beschloss, dass ein Einlauf gemacht wird. Details erspare ich euch, es ist jedenfalls sehr sehr unangenhem. Nach dem Einlauf sollte ich in die heiße Wanne. Ja, was soll ich sagen. Der Einlauf hat Wirkung gezeigt und innerhalb von 10 Minuten war mein Muttermund von 4 auf 8 cm geöffnet.
​In der Badewanne hatte ich nun das Gefühl, dass ich sterbe. Entschuldigt meine Wortwahl aber die Schmerzen waren bestialisch. Ich merkte den Druck vom Köpfchen und gleichzeitig wieder dieses fiese Zerreisen. Meine Hebamme erklärte, dass das Köpfchen nun in den Geburtskanal rutscht und das mit das schmerzhafteste bei der ganzen Geburt ist. Ja, sie hatte recht. Es war ganz grausam. Für eine PDA war es zu spät und ich musste mit pressen, obwohl ich nicht durfte aber ich konnte nicht anders. 
​Mein Muttermund war immer noch bei 8 cm und der Arzt spritze mir bei jeder Wehe ein Mittel in meinen Zugang, wo sich der Muttermund schneller öffnet. Keine Ahnung wie das hieß. Jedenfalls war mein Muttermund dann geöffnet und ich war auf dem Bett. Ich hätte lieber irgendwie anders entbunden oder mich bewegt während der Wehen. Das fand ich nicht so toll, dass man keine große Entscheidungsfreiheit hatte.
​Na jedenfalls durfte ich dann endlich mit pressen und es war die pure Erleichterung im Vergleich zu den Eröffnungswehen, die die absolute Hölle waren, waren die Presswehen ein Traum. Als der Kopf kam dachte ich, dass es mich zerfetzt. Aber das war auch das schlimmste am Pressen. Na jedenfalls war sie nach ca. 8 Presswehen da. Und sobald das Baby da ist, sind die Schmerzen wirklich wie weg geblasen. Die Plazenta ist nochmal ne kleine Wehe aber nicht zu vergleichen mit echten Wehen.
​Jede Wehe die ich hatte, hat sich gelohnt. Am 22.8.2016 um 15:44 kam meine zuckersüse kleine Maus zur Welt. 

​Jeder empfindet es anders. Ich würde bei einem zweiten Kind nur noch ambulant mit sofortiger PDA entbinden. Also ohne PDA würde ich nicht mehr entbinden wollen. Dafür empfand ich die Schmerzen zu grausam. 

Danke fürs Lesen hab grad Tränen in den Augen.

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2. September 2017 um 22:57

Hey, 

also wenn ich ehrlich bin, habe ich den Bericht nur überflogen, aber der Schluss ...
in einem Forum wo viele auf ihr erstes Kind hibbeln und sich freuen und so ... 
Angst machen mit "bestialischen Schmerzen" und "nur noch pda" 

also ich hatte keine und mitunter war es bestimmt kein Spaziergang, aber soooo dramatisch war es nun nicht. 

Die Mädels bekommen ja Angst. Da kann ich ja meine vorbereitungskurs Kameradin verstehen, die gleich nen Kaiserschnitt wollte, weil sie so viele schlimme Sachen gehört hatte... 

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3. September 2017 um 1:27

Hey. 
Also ich bin das erste mal Schwanger und man hört echt viel schreckliches über die Geburt (aber natürlich wird einem das erst erzählt wenn man sich nicht mehr davor drücken kann :roule
Naja auf jedenfall möchte ich mich trotz allen für deine Erfahrung bedanken das du die mit uns teilst
Jede Frau empfindet das anders manche sagen mit PDA war es grausam dafür gibt es auch welche die sagen ohne PDA ist es auszuhalten wenn man sich genug aufs Pressen konzentriert usw... 
Dennoch finde ich es schön zu lesen das jemand seine Erfahrungen hier mitteilt
Ich hab zwar wirklich schiss vor der Geburt aber dennoch ist es irgendwo Hilfreich zu lesen wie sich andere fühlen und gefühlt haben und das man mit seinen Ängsten nicht alleine ist 
Vielen Dank 

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3. September 2017 um 9:32

Hallo, danke für die meist positive Resonanz. Ich habe Mädels in meinem Umfeld, die haben ebenfalls spontan, ohne PDA entbunden und die fanden es, sagen wir mal ok.Dann gibt es halt wieder die, die es nicht aushalten, so wie Ich zum beispiel. Ich persönlich finde meinen Bericht weder Angsteinflösend noch sonst was. Denn ich kann nicht wissen, wie es bei anderen läuft. Vielleicht haben andere auch tolle Hebammen und können selbst bestimmen, oder oder oder...
​Jedenfalls fand ich Geburtsberichte immer recht spannend und hatte deswegen trotzdem keinerlei Angst vor der Geburt, da es eh so kommt wie es kommt

​Euch Mädels wünsche ich ne wirklich angenehme Geburt. Ihr schafft das alle. 

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3. September 2017 um 14:26

Dazu möchte ich auch noch schnell etwas sagen.
Ich hatte nach fast 9 Stunden Kreißsaal am Ende eine Sectio, außer etwas rütteln nichts gespürt. Durfte unsere Tochter direkt auf dem Tisch liegend noch in die Arme schließen. Dann wurde sie gewogen, vermessen und zu meinem Partner in den Nebenraum gebracht. Nach 20 Minuten war ich dann auch dort. Es ging aufs Zimmer und fortan war ich nicht eine Minute von ihr getrennt, auch nicht zur Nacht. Am nächsten Tag bin ich aufgestanden, logisch, mit Schmerzen, allerdings dank Schmerzmittel absolut aushaltbar. Ich hatte auch in den Tagen danach, keinerlei Probleme mit der Wunde und bereits am 3 Tag keine Medikation mehr benötigt. Duschen konnte ich an Tag 2 . Unseren Sohn werde ich in 3 Monaten hoffentlich normal gebären, sollte es allerdings doch wieder zu einem Kaiserschnitt kommen, ist das für mich absolut kein Drama.

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3. September 2017 um 19:08

Hallo, ich versuche mal darauf zu antworten, bzw. mich zu erinnern. Ich persönlich hatte das Gefühl, dass ich keinerlei Mitspracherecht hatte. Ich war recht lange auf Station, bevor es in den Kreißsaal ging. Ich wurde im Bett runter gefahren und dort im Bett wurde mir sofort ein CTG angelegt und ein Zugang am Arm gelegt. Ehrlich gesagt, hatte ich da auch nicht die Gedanken irgendwie zu fragen, weshalb ich liege. Meine Hebamme fing dann mit Dammmassage an, gerissen bin ich aber trotzem.

​Ich muss sagen, dass ich die Geburt als nicht real empfunden habe. Irgendwie hab ich nur eine Rolle gespielt und wollte einfach nur, dass es endlich vorbei ist. Es war die ganze Zeit der Kinderarzt anwesend, die Hebamme kam und ging. 

​Würde ich noch einmal ein zweites Kind bekommen, dann nur noch ambulant. Ich weis, dass es im Geburtshaus keine PDA oder sonstiges gibt, sondern nur pflanzliche Sachen. Aber ich würde wahrscheinlich eine Geburt im Geburtshaus vorziehen.

​Gut, für mich hat sich das Thema zweites Kind sowieso erledigt aber ich ärgere mich sehr oft darüber, dass ich nicht im Geburtshaus entbunden habe. Es ging so viel schief, auch danach auf der Station fühlte ich mich absolut unwohl. 

Liebe Grüße.

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4. September 2017 um 12:28

Weil ich mich vom Kindsvater getrennt habe. Lange Geschichte. habe dazu einen zweiten Threath aufgemacht:

http://beziehung.gofeminin.de/forum/trennung-vom-partner-krankhaft-eifersucht-gemeinsames-kind-vorsicht-konnte-lang-werden-fd968958#af-post-968958-9424

​Wenn es jemand interessiert, kamnn er es gern lesen. Liebe Grüße.

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