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Geburtsbericht meiner Tochter Hannah-Marie - KS - sehr laaaaaang!

23. September 2011 um 23:32

Ich habe während meiner SS ein Tagebuch geführt, was ich irgendwann meiner Maus schenken möchte, der Geburtsbericht kommt auch rein, daher ist er an sie gerichtet, also, nicht wundern.
Ich habe es geliebt, Eure Berichte zu lesen und daher auch einen geschrieben - extra lang sogar
Viel Spaß damit ...

15.09.2011
5:30 Uhr
Der Wecker klingelt. Ich hab doch tatsächlich tief und fest geschlafen in der Nacht bevor Du mein Liebling geboren wirst. Seit 2 Wochen weiß ich nun, dass Du am 15.9. kommst und nun schwuppsdiwupps ist er da, DER große Tag, die letzen Tage vergingen wie im Flug. Ich stehe also auf und gehe innerlich total aufgewühlt ins Bad, dusche mich, wasche die Haare und schau noch mal nach, ob alles Krankenhaustauglich ist Erklär ich Dir, wenn Du groß bist, was ich damit meine mein Mäuschen Dann wecke ich Deinen Papa er ist sofort hellwach und die Aufregung steht ihm deutlich ins Gesicht geschrieben Er springt unter die Dusche, während ich meine Zähne putze und unsere Gespräche drehen sich nur um Dich und um das schöne Ereignis, das wir heute zusammen erleben werden. Nachdem Papa mit Duschen und Anziehen fertig ist, beginnt er, mich ein bisschen zu nerven, er rennt hier hin und dorthin, will 3 mal den KH-Koffer ins Auto packen , obwohl ich noch nicht fertig bin und reißt mir zig mal meine Schminksachen aus der Hand, OBWOHL ich noch nicht fertig bin. Man merkt, er ist leicht nervös hihi Da ich keinen Kaffee trinken darf, lasse ich mir besonders viel Zeit, ich merke, dass wir viel zu früh aufgestanden sind, um 8:00 Ihr müssen wir ja erst im Krankenhaus sein. Ich nutze also nun die Zeit und mache mich mit dem Gedanken vertraut, dass ich endlich das abführende Zäpfchen nehmen sollte, dass mir die Hebamme am Tag zuvor praktischerweise mitgegeben hat. Ich bin seit meiner eigenen Kindheit kein Zäpfchenfan uijuijui. Augen zu und durch ich habs getan, nun soll es eine halbe Stunde einwirken und dann geht man wohl einmal auf die Toillette und gut ist Coole Sache, hab ich mir doch vorher tagelang den Kopf zerbrochen, wie ich im Kreißsaal aufs Klo gehen soll, wenn an der Tür andere Patienten, Ärzte und Pflegepersonal vorbeihirschen. Da bin ich total gehemmt. Nach 10 Minuten Einwirkzeit bekomme ich dermaßen das Gefühl, ich müsse, dass ich es kaum aushalte nach 12 Minuten geb ich auf, renne auf die Toillette und raus kommt nur leere Luft und die Reste vom Zäpfchen! Da bin ich dann zum ersten Mal frustriert an diesem Tag, ich weiß, nun besteht mir tatsächlich eine Klo-Sitzung im KH vor. Üble Sache aber ich denke daran, wofür ich da durch muss und mir wirds leichter ums Herz. Nach dieser Geschichte versorgen wir noch Kira, gehen noch mal Gassi mit ihr und hinterlassen den Nachbarn einen Zettel mit Anweisungen für die nächsten 2 Tage, wenn wir nicht da sind. Dann geht es los! Gegen 7:15 Uhr verlassen Dein Papi und ich zum letzten Mal das Haus als Paar. Der Gedanke, dass wir erst wieder mit Dir im Arm als Familie zurückkehren werden, treibt mir zum hundertsten Male in meiner Schwangerschaft die Tränen ins Auge. Dein Papi findet das wieder zum Schmunzeln. Auch die Autofahrt ist sehr tränenreich, immer wieder muss ich daran denken, dass Du in ein paar Stunden endlich in Mamis Armen liegst. Ich kann es nicht so ganz glauben, nicht realisieren. Monatelang haben wir auf diesen Tag sehnsüchtig gewartet. Heute ist er endlich da!
07:45 Uhr
Wir kommen überpünktlich im KH an, eine Hebamme empfängt uns kurz, bittet uns schon mal in unser OP-Vorbereitungszimmer und lässt uns dann erst mal alleine. Wir schauen uns ganz genau um. Auf einem Tisch liegen diverse komische Gegenstände, deren schrecklicher Nutzen mir später noch genauer klar werden würde, das OP-Hemd und wunderschöne sexy Thrombose-Strümpfe. Mir machen diese Gegenstände ein wenig ein banges Gefühl, ich rede mir ein, das wird schon nicht alles benötigt werden haha
Ansonsten ist es ein gemütlich eingerichtetes Zimmer mit schönen gelben Vorhängen, einem Krankenbett und einer Wickelkommode. Ich stelle mir vor, wie Du dort in ein paar Stunden liegen wirst und sofort schießen mir die Tränen in die Augen, außerdem kommen nun die ersten Angstgefühle in mir hoch. Dein Papa baut mich aber gleich liebevoll auf, putzt mir die Nase wie einem Kleinkind und redet mir sanft Mut zu. Frauen die da ohne ihren Mann durchmüssen, tun mir von Herzen Leid! Ohne Deinen Papi wär ich hier schon völlig verzweifelt. Dann kommt eine weitere Hebamme herein und stellt sich vor und ich bitte sie, mir eiligst noch ein Zäpfchen zu geben, sie meint, ich könne mir Zeit lassen, die OP sei von 09:00 Uhr auf 11:00 Uhr verschoben worden. Ich wusste nicht, was ich in diesem Moment denken sollte! 2 Stunden länger auf Dich warten? 2 Stunden länger Angst durchstehen? 2 Stunden füllen, die wahrscheinlich wie in Zeitlupe vergehen würden? Papa gehen ähnliche Gedanken durch den Kopf. Wir sind völlig fertig nach dieser Nachricht! Ich geh dann zunächst auf die Toilette und erledige die Zäpfchensache, dann gehe ich zum Warten wieder in unser Zimmer. Die Hebamme kommt und legt mich ans CTG und ich schicke Papi los, dass er sich was zu essen holt. Ich muss meinen eigenen Hunger und Durst unterdrücken, ich muss ja nüchtern bleiben für die OP. Die Hebamme verlässt dann auch das Zimmer und ich bin alleine mit Deinem Herzschlag und meinen Gedanken ich stelle mir die ganze Zeit vor, wie ich Dich bald küssen und anfassen kann und die Angst verlässt mich wieder und macht wieder 100% meiner Vorfreude Platz! Ich liebe Dich jetzt schon so enorm, wie wird das erst werden, wenn Du da bist?
08:30 Uhr
Papi kommt wieder, CTG war wieder mal super (Du hattest erstmalig am CTG einen Schluckauf . Zuckersüüüüüüüüüüüüß) und ich merke in diesem Moment, das das blöde Zäpfchen wieder nicht so wirkt, wie es doch eigentlich sollte!!?? Diesmal tut sich rein gar nichts!!! So ein Mist aber auch, mir ist völlig klar, dass mir nun ein Einlauf blüht. Ich hätt heulen können, das ist sooooooooooooo peinlich! Die Hebamme schlägt dann genau das vor, wenn ich nicht unter der Narkose im OP Hab Papi dann aber kurz rausgeschickt, er hat in der SS viel gesehen und mitgekriegt, aber DAS wollte ich ihm und mir dann echt ersparen. Die Hebamme ist aber soooo süß, versichert mir, dass sie das hundert Mal am Tag macht und zack, isses auch schon vorbei. Ich solle 10 Minuten aushalten, dann darf ich aufs stille Örtchen. 10 Minuten??? Kein Problem, schaff ich! Denkste! Nach 2 Minuten habe ich das Gefühl, ich habe die schlimmste Magen-Darm-Grippe meines Lebens, ich fing an zu weinen und Papi hat mich abgelenkt und es geschafft, dass ich weitere 6 Minuten aushielt, dann gab die Hebamme ihre Erlaubnis und schob mir sicherheitshalber noch eine Slip Einlage ins Netzhöschen. Son Riesenteil hab ich mein Lebtag noch nicht gesehen??!!! Egal ich rannte auf die Toilette, als ginge es um Leben und Tod! Danach schwebte ich für einige Minuten auf Wolke sieben hihi Ich habe das Schlimmste hinter mir! Von wegen! Nach und nach kommen Hebamme und Assistenzärztin und legen einen Blasenkatheter (ganz übel), einen Venenzugang (schrecklich) und zapften noch mal Blut ab. Wir erledigen noch die Formalitäten für die Nabelblutspende und hoffen, dass wir irgendeinem Menschen auf dieser Welt damit das Leben retten können und dann ist es plötzlich auch schon kurz vor 11:00 Uhr!!! Ich bekomme noch die Thrombosestrümpfe überreicht und soll dann zu Fuß in den OP laufen. Der Blasenkatheter erschwert dies aber ziemlich, ich habe fürchterlich das Gefühl, ich muss mal Pipi! Vorm OP-Saal nehmen sie Deinen Papi mit, die nächsten Minuten muss ich alleine durchstehen, ich habe fürchterliche Angst und fange an, zu zittern. Im OP wuselt es vor Menschen! Der Raum selbst ist erstaunlich klein und die OP-Liege sieht schwächlich aus, ich hab echt Bedenken, dass ich da drauf passe??? Mein Liegestuhl im Garten sieht stabiler aus?! Ich soll darauf Platz nehmen, die OP-Schwester kümmert sich voll lieb im mich, überhaupt sind alles so süß zu mir, sie bemerken natürlich meine enorme Angst und Aufregung. Ich werde ans EKG und an die Pulskontrolle geschlossen. In meinem kleinen OP-Hemd komm ich mir nackt und verletzlich vor und meine Angst verschlimmert sich. Ich schau mich um und frage die Schwester, ob die Leute alle wegen meinem KS hier sind, was sie bejat!!?? Ich bin wirklich erstaunt, ein KS ist eben doch keine Kleinigkeit es ist und bleibt eine Operation und meine Ängste steigen weiter! Jetzt beginnen sie, mich am Rücken von oben bis unten mit Jod zu bepinseln, bald legen sie die Spinalanästhesie, vor der fürchte ich mich am meisten. Tatsächlich läuft es bei mir auch nicht rund, mehrere Anläufe der Ärztin sind nötig, bis diese sitzt und ich lüge, wenn ich behaupte, dass es nicht weh tut! Es war sehr unangenehm! Dennoch letztlich auszuhalten. (Nach der OP hat mir Dein Papa aber erzählt, dass ich wohl eine Art Versuchskaninchen für eine ganz junge Ärztin war, die letztendlich dann auch von ihrem älteren Kollegen abgelöst wurde, bei ihm hab ich dann nichts gemerkt, plötzlich saß die Narkose!) Sofort schießt mir ein warmes Gefühl in die Beine und sie legen mich gleich längs auf den Tisch, so dass ich die Haltung noch selbst korrgieren kann, so lange ich noch ein Restgefühl in den Beinen habe. Und endlich sitzt auch Dein Papi wieder bei mir und küsst mich und beruhigt mich und lenkt mich ab, von dem, was nun mit meinem Körper passiert. Mir entgleist jedes Gefühl unterhalb meiner Brust, was überaus beängstigend ist, aber mit Papis Hilfe gelingt es mir, Panikattacken gar nicht erst aufkommen zu lassen. Ein Arzt kneift mich, aber ich merke nichts mehr. Sie spannen ein riesiges Tuch vor meinen Kopf, so, wie man es immer im Fernsehen sieht und fangen an! Dein Papa ist wundervoll! Er redet und redet, erzählt mir von unserem ersten Urlaub als Familie, malt mit seinen Worten tolle Bilder vor meine Augen und ich werde innerlich ruhiger und konzentriere mich voll auf ihn, aber immer wachsam genug, dass ich auch ja Deinen ersten Schrei mitkriege! Ich nehme war, wie sie an mir rumdrücken und rumzerren, aber es tut wirklich kein Bisschen weh! Und dann spüre ich, wie sie Dich mir entreißen. Ich weiß nicht, wie ich dieses Gefühl beschreiben kann, aber ich habs gespürt! Sofort! Dass Du raus bist! Und dann mein Liebling vernehme ich Deinen ersten Schrei! Es war so unglaublich ergreifend. Ich fing sofort an, zu weinen. Ich hörte um 11:50 Uhr am 15.09.2011 zu m ersten Mal Deine Stimme und ich verliebte mich in diesem Augenblich unsterblich! Es sind nur Sekunden, aber es kommt mir vor wie Stunden bis ich die Hebamme mit Dir im Arm an mir vorbeilaufen sehe. Ich sehe ein graublaues Baby, über und über verschmiert mit Käseschmiere und es schreit aus voller Leibeskraft und ich registriere in diesem Moment, dass Du das schönste Baby auf der ganzen Welt bist. Und schon war sie vorbei im Nebenraum. Dein Papi springt sofort auf und rennt ihr hinterher, ich wär gern mit ihm gegangen, ich kann ihn vollstens verstehen! So schnell hab ich Deinen Papi noch nie aufspringen sehn hihi Er darf dann auch noch ein Stück Deiner Nabelschnur abschneiden.
Ich rufe Ist es auch ein Mädchen ?? und weine Mein Baby, mein Baby!! Und sie versichern mir Ja, es ist ein wunderschönes Mädchen und Gleich kommt Ihr Baby! Nicht mal zwei Minuten später kommen die Hebamme und Papi wieder und sie legen Dich mir auf die Brust und mein Herz fliegt Dir erstaunlicherweise noch mehr zu, ich liebe Dich abgöttisch mein Engel! Egal was kommt, daran musst Du nie zweifeln. Du schreist immer noch und bist völlig verwirrt, weißt nicht, was mit Dir geschieht und ich und Papi reden Dir liebevoll zu und küssen Dich und streicheln Dich und genießen jeden Schrei, den Du von Dir gibst. Du bist unser größtes Glück auf Erden. Ich werde währenddessen genäht und bekomme von alldem nichts mit. Deine Anwesenheit erfordert meine ganze Aufmerksamkeit, wir können uns nicht satt sehen an Dir. Dann schicken Sie Papi schon mal raus und Du darfst mit. Draußen wartet schon Deine Nonna, sie hats auf Arbeit nicht ausgehalten und sich schon vor unserem Anruf auf den Weg gemacht und kam gerade rechtzeitig, dass sie Deinen ersten Schrei gehört hat! Im Vorbereitungszimmer angekommen legen sie Dich gleich bei mir an und Du fängst sofort an, zu nuckeln bezaubernd!
Wir stoßen dann mit Champagner auf unser neues Leben an! Ich und Papa und Deine Nonna! Wir freuen uns riesig darauf mein Liebling!

Hannah-Marie
geb. am 15.09.2011 um 11:50 Uhr, 3960g + 51cm pures Glück, KU 36,5 cm

Im Nachhinein war der KS den ich wegen einer schweren Symphysen Lockerung machen ließ, gut auszuhalten. Es war weniger schlimm, als ich mir in meiner Vorstellung ausgemalt hatte. Die erste Nacht und der erste Tag danach waren für mich schlimmer zu ertragen, da ich durch das lange Liegen starke Rückenschmerzen hatte, gegen die die Medis nichts halfen.

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23. September 2011 um 23:34

Huch ...
der ist aber wirklich lang

Bilder von meiner Maus findet Ihr in meinem Album

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24. September 2011 um 4:25

Toller Bericht
Gratuliert habe ich dir ja schon öfters zu deiner Maus, aber hier nochmal: Herzlichen Glückwunsch zu eurer süßen Maus!!!
Den Bericht hast du echt super geschrieben. Finde die Idee ihn an deine Maus zu richten auch ganz toll
Ich hatte direkt mal wieder Tränen in den Augen stehen.

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24. September 2011 um 6:49


Ohh ja was für ein schöner Bericht Schnief

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24. September 2011 um 10:34

Vielen Dank
Ihr Lieben )))))))))))))))))))))))))))

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24. September 2011 um 13:33


Ein schöner Bericht!

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24. September 2011 um 18:27

Wunderschön
Ich glaub deine tochter wird, wenn es soweit ist, mehr als nur begeistert sein von diesem bericht voller liebe nun freu ich mich noch mehr auf under baby, muss noch 108 tage warten

Nukki& felix 25ssw

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25. September 2011 um 11:19

Schöner bericht
dani hast du echt toll geschrieben. hat sich superschön gelesen, deine süße hannah wird sich später mal freuen wenn sie ihn ließt.
nochmal herzlichen glückwunsch zu deinem schatz!
*schnief*
drück dich ganz fest

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25. September 2011 um 17:05

Wow
das ist ja echt ein unheimlich langer aber wunderschön geschriebener Geburtsbericht!!! Toll, d awird sich klein Hannah freuen wenn sie den mal liest

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