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Geburtsbericht meiner kleinen Tochter

15. September 2016 um 16:19 Letzte Antwort: 4. November 2016 um 14:54

Hallöchen, ich möchte gerne das einmalige Erlebnis, die Geburt, mit euch teilen.

Ich habe am 22.8. spontan entbunden, da war ich einen Tag über dem ET. An dem Wochenende davor hatte ich kaum Anzeichen, dass es los ging. Nur mein Schleimpropf löste sich und da wusste ich, dass es nicht mehr lange dauernd würde. Hatte die Wochen davor immer wieder mal Vor und Senkwehen, was sich aber immer wieder als Fehlalarm raus stellte.

Am 22.8. morgens gegen 5:30 schrieb ich noch mit meinem Mann, dass ich wieder leichte Wehen habe aber es sicher wieder nur Fehlalarm ist. Er war schon an Arbeit. Dann gegen 5:45 begab ich mich auf Toilette und mit einmal machte es "platsch" und meine Fruchtblase hatte sich verabschiedet. Ich musste das erst einmal realisieren und ging danach schnell zum Handy und rief mein Mann an, dass er von Arbeit wieder heim kommen kann *gg*.

Ich packte meine Tasche weiter, versuchte ruhig zu bleiben. So oft hatte ich diesen Moment in meinem Kopf durch gespielt und ruhig bleiben war das wichtigste an der ganzen Sache. Danach rief ich im Kreißsaal im Krankenhaus in Erfurt an und meldete mich schon einmal an, damit sie bescheid wussten. Die Wehen kamen genau im Abstand von 6 Minuten und es war also noch genug Zeit.

Nach ca. 1 Stunde kam mein Mann und wir begaben uns ins Krankenhaus. Die Schmerzen waren ganz erträglich, noch....ich sagte meiner Familie bescheid und alle waren ganz aus dem Häuschen und wünschten uns, dass es schnell geht usw.

Gegen 8 Uhr morgens ca. kamen wir im Krankenhaus an und begaben uns in den Kreißsaal. Erst einmal das übliche: Urin abgeben, Blut abgeben, dann wurde untersucht, ob es wirklich Fruchtwasser war und ja, es war Fruchtwasser. Dann lief das CTG ca. eine gute Stunde, welches regelmäßige Wehen anzeigte. Die Wehen waren aber noch zu schwach und der Muttermund war auch erst auf 2 cm. Die Ärztin konnte das Köpfchen fühlen und meinte, dass es gut wäre, wenn ich etwas laufe.

Ich bezog mein Zimmer auf der Wochenstation, wo im Zimmer ebenfalls eine Frau in den Wehen lag. Draußen war herrliches Wetter, also beschlossen wir, dass wir in den Park gingen nach draußen. Am Anfang tat das laufen gut, die Wehen kamen immer noch alle 6 minuten. Die Intensität wurde aber schon schmerzhafter und sie wurden länger. Wir liefen ca. 45-60 minuten durch den Park und dann kamen die Wehen schon alle 2 minuten. Ich musste schon ziemlich mit atmen und mich überall fest halten.

Also gingen wir dann doch lieber zurück aufs Zimmer. Im Zimmer wartete essen auf mich und ich hatte einen Mordshunger. Also versuchte ich neben den Wehen, dass Essen zu essen (was echt eklig war). Dann eine weitere halbe Stunde später wurden die Schmerzen immer heftiger. Die Ärztin untersuchte nochmals den Muttermund aber es hatte sich noch nicht viel getan, war bei ca. 3 cm.

Meine Bettnachbarin wurde inzwischen in den Kreißsaal gefahren, da ihre Wehen so heftig waren. Mein Mann und ich waren allein im Zimmer und er kümmerte sich rührend um mich. Er massierte mir bei jeder Wehe den Lendenwirbel und atmete fleißig mit. Ich versuchte irgendwie mit den Schmerzen klar zu kommen, welche Position die beste war. Mal im 4 Füßler Stand, dann am Bett, dann wieder im Sitzen. Es war alles irgendwie unerträglich.

Die Schwestern gaben mir ein Zäpfchen gegen die Schmerzen. Ich frag mich bis heute ob das überhaupt gewirkt hat? Ich hatte davon jedenfalls nix gemerkt.

Dann ca. wieder eine halbe Stunde später, die Schmerzen wurden nochmal stärker und inzwischen wurde ich auch laut, was ich eigentlich nie werden wollte. Aber es ging nicht anders. In dem Moment denkst du da einfach nicht dran. Ich schnaufte mit, schrie AHHHH oder OHHHH. Dann bekam ich leider durch die Schmerzen einen total Kotzanfall und hatte das ganze Bad voll gebrochen. Das war mir unheimlich unangenehm und ich hab mich so geschämt. Die Schwestern waren nett, waren nicht böße und endlich wurde ich in den Kreißsaal verlegt.

Im Kreißsaal angekommen ging es erst einmal wieder ans CTG. Die Wehen waren weiterhin alle 2 minuten zu sehen und sehr schmerzhaft. ich hielt mich bei jeder Wehe am bett oben an dem Griff fest oder bei meinem Mann. Irgendwann konnte ich nicht mehr und verlangte etwas, gegen die Schmerzen. Am liebsten eine PDA aber irgendwie meinte die Hebamme, dass ich es auch so schaffe. Sie wollte, dass ich in die heiße Wanne gehe und gab mir Globulis gegen die Schmerzen. Auch da merkte ich keine Wirkung.

Inzwischen suchte der Arzt nach einem Zugang in meinem Arm, was sich wie eine Ewigkeit anfühlte. In den Wehenpausen stocherte er in meinem Arm rum, wo ich einfach nur meine Ruhe wollte.

Die Hebamme entschied sich dazu, bei mir einen Einlauf durchzuführen um das ganze etwas in Schwung zu bringen. Mein Mann stütze mich ins Bad und so langsam konnte ich nix weiter tun als schreien. Ich glaube, der ganze Kreißsaal, oder besser noch dass ganze krankenhaus hat mich gehört.....

Ich bekam den Einlauf, was echt eklig war und musste dann ca. 15 minuten auf dem Klo sitzen und dort Wehen veratmen. Es war schrecklich. Ich hab mich glaube ich noch nie in meinem Leben so schrecklich niederträchtig gefühlt. Dann half man mir in die Wanne. Es war doch schon schön, am Anfang. Die Schmerzen wurde etwas besser und ich konnte mich endlich mal fallen lassen. Mein Mann machte meinen Bauch immer wieder mit warmen Wasser nass.

Ich weiß nicht wie lang ich in der Wanne war. Vom Gefühl her glaube ich, dass es nicht allzu lang war. Ich bekam mit einmal solche heftigen Wehen und so einen starken Pressdrang dass ich dachte, die Kleine kommt jeden Moment. Ich fing wieder an zu schreien, hatte höllische Schmerzen, wollte einfach nur aus der Wanne. Mein Mann drückte den Notknopf und die Hebamme kam. Ich war wirklich total neben mir. Sie hieften mich aus der Wanne und setzen mich erst einmal auf den Boden.

Wieder diese extreme Pressdrang und du kannst gar nicht anders, als mit zu pressen. In der Wehenpause ging es auf die Liege und der Muttermund war inzwischen bei 8 cm. Die Hebamme sagte, es sei die Übergangsphase und diese ist immer die heftigste und dass kann ich nur bestätigen. Solche heftigen Wehenschmerzen hätte ich mir niemals vor gestellt.

Sie halfen mir hoch und es kam eine Wehe und ich musste mit drücken. ich durfte nicht aber es war mir egal. Ich konnte nicht anders. Wieder nebenan in den Kreißsaal, Blut lief mir das Bein runter. Ich erschrak total, doch die Hebamme meinte, dass dies normal war. Ab ins große Kreißbett, der Pressdrang wurde immer intensiver aber mein Muttermund öffnete sich nur langsam. Also entschieden die Ärzte, dass bei jeder Wehe ein Medikament in meinen Zugang gespritzt wird, was den Muttermund schneller öffnet. Dazu bekam mein Baby durch die Scheide ein CTG an den Kopf, um die Herztöne zu überwachen.

Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, ich schrie immer noch und nach ca. 3 Wehen kam der rettende Satz "Der Muttermund ist jetz vollständig geöffnet, sie dürfen mit pressen".

Ich klammerte mich wie wild an meinem Mann und schob bei jeder Wehe fleisig mit. Es fühlte sich komisch an, als ob man ganz dringend groß muss. Ich merkte genau, wo der Kopf war. Dann wieder fleißig pressen, der Kopf kam immer weiter vor. Es tat weh aber noch lange nicht so, wie die Eröffnungswehen. Das Pressen war die reinste Wohltat dagegen.

Dann der Moment, der Kopf kam und ich hatte das Gefühl, innerlich zu zerreißen. Anders kann ich es nicht beschreiben. Der Kopf war da und ich sollte nicht mehr pressen, nur noch hecheln. Und der Rest kam so gut wie von selbst raus, ohne eine Wehe!

Am 22.8.2016 um 15:44 erblickte unsere kleine Prinzessin nach ca. 10 Stunden, dass Licht der Welt. Sie ist kern gesund und entwickelt sich prächtig.

Mein Fazit: Es war mein erstes Kind und es wird mein einziges bleiben. Ich empfand die Geburt als unheimlich schmerzhaft und ich möchte das nie wieder erleben. Ich ziehe vor allen Frauen den Hut, die so etwas mehrmals freiwillig mit machen. Ein großes Lob an meinem Mann, der mich die ganze zeit unterstützt hat und alles ertragen hat. Er war mir eine unheimliche Stütze und ohne Ihn hätte ich das niemals ertragen! Ich liebe Dich!

Euch allen eine schöne Geburt .

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17. September 2016 um 8:34

Schöner bericht

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27. September 2016 um 14:35

Huhu
ich habe damals nach der Geburt genau das selbe gesagt wie du:

"Es war mein erstes Kind und es wird mein einziges bleiben. Ich empfand die Geburt als unheimlich schmerzhaft und ich möchte das nie wieder erleben. Ich ziehe vor allen Frauen den Hut, die so etwas mehrmals freiwillig mit machen".

Meine Tochter ist jetzt knapp 1 1/2 Jahre alt und wir wollen jetzt mit dem zweiten beginnen .

Will nur damit sagen, das wenn ein bisschen Zeit vergeht, man das alles wieder anderst sieht


Liebe Grüße


PS: Meine Geburt hat 20 Std gedauert

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4. November 2016 um 14:54

Herzlichen glückwunsch!
beim lesen hab ich mir gedacht.. das könnte mein bericht sein. bei mir wars seeehr ähnlich. bei mir hats leider 18h gedauert und bei mir hats auch ewig gedauert bis is auf 3cm war und dann ab in die wanne und ab da wars echt die hölle. hatte keine pausen mehr und konnte auch garnicht alleine aus der wanne. ich hab nur noch geschrien. das war das schlimmste was ich in meinem leben erlebt habe. dann auch aufs kreißbett. 8cm. wie bei dir. und da hab ich gebettelt um eine pda. aber keine chance wein das baby gleich da ist. tja und so gkngs dann noch 2h und der kleine wurde am ende mit saugglocke geholt. ich konnte mir auch nicht vorstellen.. jemals noch ein kind zu bekommen. obwoh ich immer 2-3 wollte. nun.. mein sohn ist knapp 8 monate und wir wollen bald wieder los legen freu mich schon wieder total auf das gefühl.. ein baby im bauch zu haben.

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