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Geburtsbericht Jonas Eliah 24.03.2012 Achtung lang!

22. Mai 2012 um 13:08

Endlich finde ich auch mal die Zeit, meinen Geburtsbericht zu schreiben.

Nach vielen Fehlalarmen ging es dann doch endlich mal los. Am 23.03.2012, 4 Tage vor ET stand ich gegen 6 Uhr morgens auf. Schon bald bemerkte ich ein regelmäßiges, sehr leichtes Ziehen im Unterleib. Ich dachte mir nichts dabei und so machten mein Mann und ich noch Scherze in der Küche, dass es eh wieder nur n Fehlalarm war und nichts weiter passieren wird . Ich war an diesem Freitag übrigens mit einer Freundin verabredet nachmittags, die ich seit Jahren nicht mehr gesehen habe und die weit weg wohnt. Habe mich tierisch auf dieses Treffen gefreut.

Nun ja, gegen 7 Uhr fuhr mein Mann dann ganz normal zur Arbeit. Ich musste dann auf einmal auf die Toilette, war ja nichts Neues. Doch als ich da so saß, war was komisch. Beim Abputzen hatte ich dann auf einmal Blut am Papier . Ja super dachte ich, was ist das denn nun? Ich hab sofort meinen Mann angerufen, der war gerade auf Arbeit angekommen. Er fragte, ob er wieder zurück kommen sollte und ich sagte ja, weil ich zum Arzt möchte. Die Wehen waren bis dahin nicht wirklich stärker geworden, aber immer noch da und regelmäßig alle 10 Minuten. Habe dann meine Mutter angerufen damit sie unsere große Tochter abholt. Schnell noch Sachen gepackt für Emily und dann war auch schon die Oma da, um sie mitzunehmen.

Wir konnten immer noch nicht glauben, dass es los ging und wegen der Blutung hatte ich ein mulmiges Gefühl. Also sind mein Mann und ich erst mal zum Frauenarzt. Witzig wie er ist, meinte er nach der Untersuchung, es kann sofort los gehen, kann sich aber auch noch übers Wochenende hinziehen . Na super dachte ich. Die Blutung war übrigens die Zeichnungsblutung, den Schleimpfropf habe ich anscheinend schon vor Wochen verloren. Wir sind dann erst mal wieder zurück gefahren zu meiner Mutter.

Die Wehen wurden langsam stärker, aber die Abstände blieben. Habe mich dann dazu entschlossen, noch mit meiner Mutter einkaufen zu gehen. Da war ich wenigstens in Bewegung, still rumsitzen oder gar liegen war die Hölle. Während mein Mann sich dann also um unsere Große gekümmert hat, bin ich mit meiner Mutter ganz entspannt shoppen gegangen . Da war es so ca. 13 Uhr. Während wir also durch die Supermarktregale tingelten, wurden die Wehen mit einem Mal immer stärker und stärker. Mit einem Mal war da nur noch ein 3-minütiger Abstand und gegen 15 Uhr, gerade als meine Mutter noch zum Metzger rein wollte, hab ich gesagt ich will nach Hause, ich packs nicht mehr. Da waren die Wehen schon so heftig, dass ich sie veratmen musste . Sind dann noch schnell zum Bäcker rein und die Verkäuferin machte noch Witze, wann es denn soweit wäre und dass es wohl nicht mehr lange dauern kann. Meine Mutter meinte nur ganz trocken, es ist JETZT soweit und wir sind abgerauscht, als wär der Teufel hinter uns her .

Wieder bei meiner Mutter haben mein Mann und ich uns direkt ins Auto gesetzt und sind aber noch mal schnell heim, um was zu essen. Nach dem Essen fuhren wir dann Richtung Krankenhaus, 20 Minuten Fahrt die die Hölle waren, weil ich nicht mehr sitzen konnte. Es zog soooo tierisch im Rücken und tat so weh. Aber das sollte noch gar nichts sein im Gegensatz zu dem was mich noch erwartete an diesem Tag .

Gegen 16 Uhr sind wir im Krankenhaus angekommen. Mein Mann fragte, ob er mich vorne absetzen soll oder ob er auf dem Parkplatz parken soll und wir gehen zusammen rüber. Ich wollte laufen, also ganz normal geparkt. Die Leute haben vielleicht geschaut, als ich hechelnder Weise über den Parkplatz marschiert bin und noch Scherze mit meinem Mann machen konnte. Im Kreißsaal angekommen, hat mich eine super liebe Hebamme empfangen. Eine Schülerin war auch noch mit dabei. Es sollte ihre erste Geburt werden, und mir machte das nichts aus, dass sie mit dabei ist. Also ab ins Untersuchungszimmer. Die Hebamme hat mich dann untersucht und der Befund war...sagen wir mal ernüchternd. Muttermund war 1-2 cm geöffnet, der Hals stand noch zu 1 cm. Na toll dachte ich, den ganzen Tag rennste mit den Schmerzen durch die Gegend und es hat sich NICHTS! getan ? Den Befund hatte ich doch schon vor 3 Wochen von meinem FA bekommen? Ich dachte nur, nein das kann nicht sein, wo soll das noch hinführen ? Die Wehen hab ich alle 3 Minuten immer noch schön veratmet, aber mittlerweile waren sie dann doch so fies geworden, dass ich kaum noch Puste zum Reden hatte. Die Hebamme meinte dann, wir können hierbleiben oder aber noch mal Hause. Entweder wären wir in einer Stunde wieder hier oder erst morgen früh. Mein Mann wurde bei dieser Aussage, nochmal nach Hause zu fahren, kreidebleich und meinte direkt NEIN ! Und dann fing die Diskussion an, für die ich eigentlich keine Puste mehr hatte. Naja irgendwoher hab ich sie wohl genommen, denn nach einigem Hin und Her haben wir uns auf einen Kompromiss geeinigt. Eine Stunde draussen in Krankenhausnähe spazieren gehen und dann nochmal untersuchen lassen. Wenn sich bis dahin nichts getan hat, würden wir noch mal heim fahren und entspannen. Für mich sind Krankenhäuser der Horror, deshalb wollte ich unbedingt wieder nach Hause.

Gegen 17:30 Uhr, nach einer Stunde spazieren und Wehen veratmen, sind wir hoch zum Ultraschall. Alles gut soweit. So aber am sonstigen Befund hatte sich NICHTS geändert. Wahhhh hab ich gedacht, ich mag nicht mehr. Aber ok, sind dann, sehr zum Unmut meines Mannes, wieder nach Hause gefahren. Das war so gegen 18:30 Uhr, als wir daheim ankamen. Haben uns dann nochmal was zu Essen gemacht und in der Küche gesessen und entspannt.

Dann mit einem Mal....AUTSCH...das tat mal richtig weh. Nächste Wehe kam und ich hatte das Bedürfnis zu pressen. Oh Gott dachte, nein nein nein, nicht hier zu Hause . Mein Mann kreidebleich, schnell ins Auto...wobei schnell dabei relativ war...es tat nur noch weh. Die Fahrt war die absolute Hölle, ich konnt kein Wort mehr sagen und das Veratmen wurde auch immer schwerer. Ich verkrampfte immer mehr, weil die Schmerzen so unerträglich wurden. Ich habe mich aber trotzdem bemüht, immer schön ein und auszuatmen.

Die 20 Minuten Fahrt kamen mir wie die Ewigkeit vor. Aber endlich waren wir da, da war es ca. 21 Uhr. Uff dachte ich, geschafft. Nun war eine andere Hebamme da, als am Nachmittag. Wir wurden ins Kreißsaalzimmer gebracht, wo ich mich direkt hinlegen sollte. CTG schrieb richtig tolle Wehen auf. Untersucht wurde ich da noch nicht wieder, ich sollte erstmal liegen bleiben. Irgendwann, da hatte ich bereits jedes Zeitgefühl verloren, wollte die Hebamme dann doch untersuchen. Ich hab kaum mehr was mitbekommen, die Wehen waren so schlimm, dass ich nur noch am zittern war, Veratmen war schon nicht mehr richtig möglich . Die Untersuchung scheiterte und man holte den Anästhesisten, um mir eine Kurzzeit-PDA zu legen. Die bekam ich dann auch und es war die Erlösung schlechthin. Sie wirkte augenblicklich und ab da hab ich n regelrechten Quatschanfall bekommen. Ich hatte keinerlei Schmerzen mehr und habe der Hebamme ein Kotelett ans Ohr gelabert. Mein Mann ist in der Zeit dann mal raus gegangen um frische Luft zu schnappen. In der Zwischenzeit meinte die Hebamme, dass wir es jetzt nochmal mit einer Untersuchung wagen und sie überzeugt ist, dass der Muttermund schon komplett auf ist.
Sie untersuchte mich und meinte dann, sie hätte Recht. Muttermund war 9 cm auf, aber der Hals stünde noch etwas weit hinten, ein wenig müsste ich noch durchhalten. Hab dann nur gesagt, kein Problem und ob die PDA noch mal nachgespritzt wird. Sie sagte das können wir machen, wenn mein Mann wieder da ist.

Mein Mann kam nach ein paar Minuten wieder rein. Und mit einem Mal merkte ich, wie die PDA nachließ und die Schmerzen wieder sooo unerträglich wurden. Die Hebamme sagte dann nur kurz, nachspritzen ist zu spät, ich soll mitschieben. Ich presste was das Zeug hielt, aber der Kopf wollte einfach nicht mit . Ich schrie nur noch vor Schmerzen. Irgendwann kam die Ärztin dazu. Ich presste immer noch. Ich weiß nicht mehr wie lang ich die Presswehen hatte, aber mein Mann meinte am nächsten Tag zu mir, dass die Ärztin wohl die Saugglocke holen wollte, wenn ichs nicht schaffe bei der nächsten Presswehe. Die Hebamme war aber überzeugt dass ich das schaffe und hat mich weiter angefeuert. Ich habe es geschafft und nach nur 3 weiteren Presswehen war mein kleiner Spatz dann ganz da .

Er rutschte mit einem Gurgeln auf das Bett und fing sofort an zu schreien. Und ab dem Punkt waren sämtliche Schmerzen und Strapazen der vergangenen Stunden wie weggepustet. Ich konnte nichts anderes machen, als meinen kleinen Prinzen zu küssen und zu bekuscheln .

Jonas Eliah wurde am 24.03.2012 um 0:26 Uhr nach 18,5 Stunden Wehen geboren. Er wog 2870 g, war 49 cm groß und hatte einen Kopfumfang von 34 cm .

Also ein ganz zarter kleiner Prinz, aber ich hatte am Ende des Tages wohl kaum mehr Kraft, daher hat es so lange dann gedauert, bis sein Köpfchen da war. Aber es war die Anstrengung alle Mal wert.
Jonas wird nun schon 2 Monate alt, ist bereits 60 cm groß und wiegt knappe 4,5 kg.

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22. Mai 2012 um 15:01

Schi...
...eeeb .

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22. Mai 2012 um 20:00

Ein letztes Mal...
hochschieb .

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22. Mai 2012 um 20:33


Schön und vor allem Respekt, ich hoffe das geht bei mir nicht sooo lang War schon deine zweite Geburt oder? Und trotzdem 18 Stunden...ist ja wahnsinn. Da hat sich dein Kleiner Mann wirklich Zeit gelassen

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22. Mai 2012 um 21:02

Danke euch
Die Geburt meiner ersten Tochter ging damals auch um 6 Uhr morgens los. Aber mit Blasensprung. Da hatte ich aber ne richtige PDA und nach nur 9 Stunden und 44 Minuten war Emily da.

Trotz dass meine zweite Geburt viel länger gedauert hat, bin ich diesmal nicht gerissen .

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22. Mai 2012 um 21:20

Total toller geburtbericht
schön dass bei euch alles so super verlaufen is

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22. Mai 2012 um 21:40


danke für den schönen bericht! am ende muss ich immer heulen wenn ich sowas schönes lese. danke schön

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