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Geburtsbericht David Julian oder Und auf einmal ging es ganz schnell

9. Januar 2014 um 13:12

Ich hab so gerne Geburtsberichte gelesen, deswegen hier meiner Sorry dass er so lang geworden ist...

Am 16. Dezember 2013 war ich bereits 6 Tage über dem Termin und mehr als ungeduldig!! Es tat sich einfach nichts. Ab und zu mal etwas Mensschmerzen, aber sonst wurde nun nur die Schwangerschaft sehr sehr mühsam. War ich noch bis vor 3 Wochen sehr gerne schwanger und hatte kaum Wehwehchen, hatte ich nun echt keine Lust mehr. Der Bauch war überall im Weg, ich konnte nur noch sehr langsam und schnaufend laufen. Und was mich am meisten nervte waren natürlich all die Fragen, wann es denn nun soweit wäre. Ja toll, woher soll ich das wissen? Ich möchte doch am liebsten endlich mein Baby haben

Am Wochenende vorher machten wir nochmal einen kleinen Spaziergang und es gab wiedermal Käsefondue (Tipp von den Hebammen). Ich trank literweise meinen Wehentee. Doch auch der 16. Dezember, ein Montag, verging immer weiter, ohne dass etwas passierte. Um 6 kam endlich mein Mann heim, genauso ungeduldig. Ich schaute noch ein bisschen fern und ging um viertel nach 8 aufs Klo. Setzte mich wieder vor den Fernseher, und da passierte es. So ein komisches Gefühl als würde ich auslaufen. Ich hab mich noch gefragt ob das nun wirklich die Fruchtblase ist oder ob ich nun inkontinent werde. Also wieder aufs Klo, und da war dann schon die Unterhose ziemlich durchnässt. Ausserdem wischte ich ziemlich viel Schleim ab. Trotzdem war ich mir noch nicht ganz sicher, dass es das nun wirklich ist. Mein Mann blieb ganz ruhig und wir warteten erstmal eine viertel Stunde ab, ich nun schon mit dicker Binde in der frischen Unterhose. Ja, und nach einer viertel Stunde wie gehabt alles nass Ich hab also im Spital angerufen, und die Hebamme sagte, ich soll mal vorbeikommen. Da ich aber noch keine Wehen habe und ziemlich nah (10 min) am Spital wohne, müssten wir uns nicht beeilen. Bin also nochmal unter die Dusche, wir haben die letzten Sachen für den Klinikkoffer zusammen gesucht und ab ins Auto. Dort haben wir zum Glück schon alles hergerichtet für den Fall der Fälle und ich sass dann auf einer wasserdichten Picknickdecke und einem Handtuch Denn nun lief das Fruchtwasser und lief und lief Jedes mal wenn ich aufstand dachte ich ich lauf total aus.

Im Spital um halb 10 angekommen wurden wir von einer lernenden Hebamme im 4. Jahr begrüsst und sie nahm uns mit in ein Gebärzimmer, leider ohne Badewanne. Sie sagte gleich, dass solange ich noch keine Wehen habe, wir wohl wieder heim müssten, oder aber bleiben, dann würde aber eingeleitet werden. Das wollte ich nun wirklich nicht und ich hab gesagt, dass ich lieber wieder heim möchte nach den Untersuchungen. Sie hat dann erstmal überprüft ob es wirklich Fruchtwasser ist, was ich da verliere, aber als sie auf dem WC die riesen Überschwemmung sah, gabs da eigentlich eh keine Zweifel mehr Dann wurde mir Blut abgenommen, und da ich ja wieder heim wollte wurde keine Kanüle gelegt. Danach gings dann ans CTG für 45 Minuten. Baby gings wunderbar, keine Wehen zu sehen, nur mein Blutdruck war etwas hoch. Am Ende vom CTG sah man eine mini Wehe, die ich auch nur leicht spürte. Dann schaute die Hebammenlernende noch nach meinem Mumu, der war fingerdurchlässig, alles geburtsreif, Kopf fest im Becken. Tjaaa, nur noch die Frage wann es losgeht. Eine Ärztin machte dann noch Ultraschall und auch da alles bestens. Die Hebamme ging eher davon aus dass es noch einige Zeit dauern wird bis die Wehen losgehen, sollten sie aber losgehen sollte ich direkt ins Spital kommen. Sie wollte uns gerade heim entlassen als dann noch die Ergebnisse vom Bluttest kamen: Meine Entzündungswerte sind zu hoch, ich muss hierbleiben. Es war dann gerade Schichtwechsel um 11 Uhr und die Hebammenlernende machte noch Witze, ob wir uns wohl zu ihrer nächsten Schicht am Nachmittag wiedersehen. Die neue Hebamme brachte mir ein Abendessen und versuchte dann die Kanüle in die Hand zu legen, woran sie leider 2x scheiterte. Sie holte eine Kollegin, die sonst immer trifft, aber auch bei ihr klappte es nicht. Anscheinend hab ich Roll- und Platzvenen Sie riefen dann eine von der Anästhesie, die dann endlich die Kanüle in den Handrücken beim 2. Versuch bekam. Autsch. Das Gebärbett wurde raus gefahren und ein normales Krankenhausbett rein, da alle davon ausgingen, dass ich mindestens diese Nacht noch abwarten werden muss, bis sich bei den Wehen was tut. Mein Mann schaltete noch zum Glück die Lüftung aus und fuhr dann um halb 12 heim. Einen Fernseher stellte mir die Hebamme auch noch aufs Zimmer, ich schaute noch ein paar Minuten und bin dann ins Bett. Um ca. 12 Uhr spürte ich die Mensschmerzen, die seit halb ... waren, nun deutlicher. Es fing schon an wirklich etwas weh zu tun und es gab auch eine gewisse Regelmässigkeit. Ich bin 2x aufs WC und hatte dabei Durchfall, und dann gingen die Wehen um ca. 1 so richtig los, alle 3 Minuten, von jetzt auf nachher. Mir wurde dabei speiübel und ich war froh, dass die Hebamme gerade reinkam. Sie gab mir eine Spucktüte und hängte mich wieder am CTG an. Dort waren die Wehen deutlich zu sehen und ich versuchte so gut es ging weiter zu atmen. Das war auf der Seite liegend gar nicht so einfach und ich fing an zu zweifeln, dass ich das wirklich schaffe. Ich ging davon aus, dass ich nun noch Stunden um Stunden so vor mir hatte. Bei manchen Wehen versuchte ich an das Teil vom Krankenhausbett oben dran zu kommen, um mich hochzuziehen, aber wegen dem CTG ging das nicht richtig. So blieb mir nur, während der Wehe mit dem oberen Bein irgendwie einen Ausgleich zu schaffen und ich hab wild damit gestrampelt. Inzwischen hab ich bei jeder Wehe schon irrsinnig laut geschrien. Um 2 hab ich dann eine andere Frau im Zimmer nebenan auch laut schreien hören und dachte mir da schon, dass sie es gleich hinter sich hat, wie dem auch so war

Die Hebamme kam dann wieder rein und ermahnte mich, dass ich nicht so laut schreien soll und lieber richtig atmen, denn meinem Baby würde es schon ganz schlecht gehen. Ich muss viel mehr in den Bauch atmen, denn die Herztöne vom Baby spielten total verrückt ohne genügend Sauerstoff. Ich versuchte echt mein Bestes, denn ich bekam ziemlich Angst um mein Kleines, aber es tat einfach so doll weh. Die Hebamme fragte mich ob ich meinen Mann anrufen will, aber ich sagte, der soll lieber noch schlafen damit er mich nachher besser unterstützen kann. Sie untersuchte dann den Muttermund und der war bei 3cm. Es würde also sicher noch einige Zeit dauern. Sie bat mir dann eine PDA an, aber die durfte ich wegen meinem Rücken ja eh nicht bekommen, das hatte ich vorher schon mit dem Anästhesisten abgeklärt. Und ich fragte mich, warum sie das nicht gelesen hatte, denn das war alles dokumentiert in meinen Unterlagen. Naja ich sagte ihr dann, dass man mir gesagt hätte, ich könnte Lachgas bekommen, aber sie sagte, das wäre erst kurz vor der Geburt möglich. Es gäbe aber noch ein Schmerzmittel für den Tropf. Erst wollte ich nicht, da ich mir noch was offen halten wollte. Ich ging ja davon aus, dass ich noch Stunden in den Wehen liegen werde. Aber inzwischen kamen die Wehen fast ohne Pause, so dass ich einwilligte. Endlich wurde das CTG entfernt und ich durfte mal aufstehen. Bin sofort im Zimmer umhergelaufen und hab mich bei jeder Wehe an einen Pfosten geklammert. Sonst gab es leider gar nichts im Gebärzimmer, um die Wehen verarbeiten zu können. Die Hebamme sagte, ich sollte vielleicht doch besser mal meinen Mann anrufen, und das hab ich dann auch um kurz vor halb 4.

Dann schickte sie mich aufs Klo und als ich zurück kam war das Krankenhausbett rausgeschoben, und das Gebärbett stand wieder da. Die Anästhesisten, die die Hebamme gerade telefonisch informiert hatte, hatte sie nun, wenige Minuten später wieder abbestellt, weil es eh nicht mehr reichen würde. Ich dachte sie wollte mich verarschen, als sie sagte Die Geburt geht jetzt los! Mein Mann war doch noch gar nicht da, und ich hatte doch noch gar nicht sooo lange Wehen? Ich musste aufs Gebärbett und wieder ans CTG, die Hebamme ermahnte mich immer wieder in den Bauch zu atmen. Erst als sie dann um kurz nach halb 4 meine Unterhose durchschnitt hab ich annähernd realisiert, dass es nun wirklich losgeht und ich sicher nicht noch 12 Stunden in den Wehen liegen werde. Eine Pflegefachfrau kam noch mit rein und gemeinsam haben sie meine Beine hoch gehalten. Sie erklärte mir kurz wie ich pressen sollte und beim nächsten Schmerz soll ich loslegen. Aber ich war total gehemmt, ich konnte mir einfach nicht vorstellen, das alles ohne meinen Mann zu schaffen. Trotzdem presste ich mit, so gut es ging, und nach den ersten Presswehen dachte ich echt, das schaff ich niiiemals, dieses Baby da raus zu bekommen Um viertel vor 4 kam mein Mann ins Gebärzimmer und der Hebamme fiel sichtlich ein Stein vom Herzen Ihr Mann ist da, Ihr Mann ist da, Sie können jetzt richtig pressen! Mein Mann hielt nun meinen Kopf nach vorne, eine Ärztin kam noch mit rein und half meine Beine festzuhalten, da ich sie selber nicht gut nach oben ziehen konnte. Die Hebamme versuchte noch mich zu weiten, aber da sah ich dann schon wie die Ärztin eine Schere nahm. Mein Mann dachte in dem Moment Ohoh, jetzt schreit sie gleich alles zusammen aber ich hab wirklich überhaupt nichts von dem Schnitt gemerkt. Ich musste dann pressen bis die Hebamme Stop sagt, und schon war das Köpfchen draussen. Sie fragte mich noch, ob ich es anfassen will, aber ich wollte das alles nur noch zu Ende bringen. Bei der nächsten Wehe sollte ich wieder pressen bis sie Stop sagt, und ich fand es echt nochmal sehr sehr schwer, den restlichen Körper rauszupressen, und hab auch nach dem Stop noch weiter gepresst Und dann war er da David Julian, am 17.12. um 04:04 Uhr, 52 cm und 2850 g. Mein Mann hat die Nabelschnur durchgeschnitten (was er vorher nie wollte) und schon kam er auf meinen Bauch. Sooo schön. Die Hebamme zog an der Nabelschnur, ich presste nochmal und schon kam die Nachgeburt. Ich hatte wohl, durch die Blutungen in der Frühschwangerschaft, eine Nebenplazenta, und ein Teil fehlte. Deswegen kam noch eine andere Hebamme und auch die Ärztin, um es sich anzuschauen, aber zum Glück waren alle der Meinung, die Plazenta ist vollständig. Was dann nochmal richtig weh tat war die anschliessende Untersuchung und die Betäubung. Blöderweise musste dann die Ärztin vor dem Nähen auch noch weg, weil 20 min nach mir schon das nächste Baby kam. Und als sie wiederkam musste sie die Betäubung nochmal machen. Leider konnte man nicht alles betäuben und einige Stiche taten echt ziemlich weh (aber nichts im Vergleich zu den Wehen). Und vor lauter hin und her hat sie auch noch asymmetrisch genäht.

Ich hätte nie gedacht, dass...
die Wehen echt sooo weh tun.
ich die Geburt ohne Schmerzmittel schaffe.
mein Mann erst 20 Minuten vor der Geburt da ist.
alles so schnell ging.
es so anstrengend und schwierig ist das Baby rauszupressen.
man wirklich nach der Geburt vergisst wie genau die Wehenschmerzen waren.
mir atmen mal so schwer fallen wird.

Nach der Geburt mussten wir dann noch bis 12 Uhr warten, bis wir endlich auf Station konnten. Fand ich etwas blöd, wir wurden gar nicht mehr informiert, wann es nun weiter geht, und so war mein Mann dann gerade essen als sie mich im Bett auf Station gefahren haben. Apropos Essen, ich hab erst nach um 9 Frühstück bekommen, und das wo ich nach der Geburt sooooo Hunger hatte. Mein Mann wollte mir schon bald was kaufen gehen, aber die haben immer versprochen sie bringen es gleich. Und Mittag hab ich auch nichts warmes bekommen. Auf der Gebärabteilung war ich schon abgemeldet, und auf Station dachten sie ich hatte schon. Also gabs nur ein Brot, genau wie abends dann auch. Ich hätt an dem ersten Tag sonstwas verspeisen können Aber dafür waren dann wirklich alle sowas von lieb die 3 Tage auf Station, jeder gab sich irre Mühe mit den Mamis und Babys

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9. Januar 2014 um 19:12


ui schön...
Herzlichen Glückwunsch

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