Forum / Schwangerschaft & Kinderwunsch

Fruchtwasserabgang in der 20.SSW - WARUM???

Letzte Nachricht: 13:26
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christina1304
8:58

Hallo, bei meiner 2. Mutterkindpass-Untersuchung (in AT heißt das so) hat meine Frauenärztin festgestellt, dass ich kein Fruchtwasser mehr habe und mich direkt ins Krankenhaus zu Pränatalspegialisten überwiesen, die leider dasselbe festegestellt haben. 
Keiner der Ärzte konnte mir sagen warum, ich hatte lt. Untersuchungen und Befunden weder eine Infektion noch sonst eine Ausfälligkeit....
In weiterer Folge mussten wir am 10.11.2022 schweren Herzens unseren Sternenengel Oliver still gebären und im Himmel fliegen lernen lassen.....
Was bleibt ist das große WARUM, warum ist das alles passiert, warum hatte ich einen Blasensprung und warum konnte man nichts tun.....
Musste jemand von euch so etwas auch schon einmal erleben und hat Antworten bekommen? Besonders ich kann nur schwer mit dem Verlust umgehen und mache mir Vorwürfe und stelle mir Fragen was ich anders oder besser hätte machen sollen....und das sind auch Kleinigkeiten wie: habe ich die falschen Kosmetika etc. benutzt, etwas bei der Körperpflege falsch gemacht, ist meine Schilddrüsen Erkrankung (Hashimoto) schuld.....
Ich bitte euch mit Antworten zu geben wenn ihr welche habt, danke

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xxkathaxx
13:26

Liebe Christina,

was du erlebt hast ist wirklich eine der furchtbarsten Sachen, die man durchleben kann. Es tut mir für euch unfassbar leid. Fühl dich erst einmal unbekannterweise gedrückt.
Das wichtigste erst einmal vorweg. DU KANNST NICHTS DAFÜR!!!! Du hast nichts falsch gemacht und hättest nichts anders machen können.

Ich selbst musste so etwas zum Glück nie erleben. Musste dir aber dennoch einfach schreiben. Zwei Freundinnen von mir, mussten schwere Schicksalsschläge einstecken. Eine meiner beiden besten Freundinnen hat in der 31 SSW ihre Tochter still zur Welt bringen müssen. Bei einer anderen befreundeten Familie ist die Tochter gerade einmal etwas über ein halbes Jahr alt geworden. Sie kam mit einer Behinderung zur Welt, aber niemand ahnte, dass sie so früh gehen wird.
Beides war sehr hart und ich habe den Weg und die Trauer der beiden Familien mitbekommen. Da habe ich erlebt, dass gerade die Frauen dazu neigen, die Schuld bei sich zu suchen und sich zu fragen, was sie hätten anders machen müssen. Da gibt es die Antwort: Nichts.

Die Babys im Bauch sind sehr gut geschützt, denen kann man mit "ich habe da etwas gehoben" oder "ich habe mir die Haare gefärbt" oder "ich hab da aber zwei Tassen Kaffee getrunken" so schnell nichts anhaben. Wenn du dich also nicht grob fahrlässig verhalten haben solltest (damit meine ich seltsame Formen von Extremsport oder mal mit Drogen experimentieren...), und so klingt es bei dir so gar nicht, dann kannst du da überhaupt nichts für und dich trifft keine Schuld. Ich habe miterlebt, wie schwer es zu akzeptieren ist, dass es einfach ganz ganz großes Pech war. Helfen tut da nur die Zeit, auch wenn das abgedroschen klingt.

Einigen hilft da der Glaube, anderen eine Erinnerungsecke im Haus, wieder andere brauchen ein Abschiedsritual. Da gibt es sehr unterschiedliche Wege. Alles ist erlaubt, solange es sich für dich richtig anfühlt. Fühle dich niemandem gegenüber zu irgenwas verpflichtet. Nicht dazu wieder zu "funktionieren" oder auf eine bestimmte Art zu trauern.

Leider wird dir die große Warum-Frage vermutlich niemand beantworten können. In den meisten Fällen ist es eben einfach ein großes Unglück, für das es keinen Grund gibt, und an dem niemand Schuld ist. Es ist nur natürlich, dass du dir diese Frage stellst, sie wird dich aber leider nicht weiter bringen. Diese Frage los zu lassen ist ein sehr schwerer Schritt.

Liebe Grüße und die besten Wünsche
Katha

P.S. die Freundin, die in der Spätschwangerschaft ihre Tochter gehen lassen musste, hat inzwischen zwei gesunde Kids. Die Schwangerschaften waren von Ängsten begleitet, aber diese haben sich nicht bewahrheitet.

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