Forum / Schwangerschaft & Kinderwunsch / Schwangerschaft: Abtreibung, Schwangerschaftsabbruch

Freund ist extremer Abtreibungsgegner

26. Juni 2015 um 14:48 Letzte Antwort: 8. Juli 2015 um 6:17

Hallo

Ich bräuchte mal eure Meinungen.

Ich bin jetz seit einem knappen Jahr mit meinem Freund zusammen und wir sind beide Anfang 20.
Jedenfalls sind wir vor kurzem irgendwie auf das Thema Schwangerschaft und Abtreibung gekommen. (Nur zur Info ich bin nicht schwanger)
Ich bin absolut für Abtreibung, da ich finde eine Frau hat das Recht zur Selbstbestimmung was mit ihrem Körper passiert und sie sich nicht ihren biologischen Voraussetzungen unterwerfen muss und ich finde einen Schwangerschaftsabbruch als legitim wenn sie sich nicht dazu bereit fühlt, sich wirklich sicher ist, diesen Schritt zu machen, es sich nicht leisten kann oder aus medizinischen Gründen (Behinderung).
Mein Freund dagegn ist der Meinung dass jedes Leben lebenswert ist und dass der Mensch nicht entscheiden darf wer leben darf und wer nicht. Natürlich verstehe ich diese Meinung in einer gewissen Art und Weise aber eben nur bis zu einem gewissen Punkt.
Wir verhüten selbstverständlich aber passieren kann es ja trotzdem und jetzt habe ich momentan keine Lust mit ihm zu schlafen, denn er würde mich als Verbrecherin darstellen wenn ich schwanger werden würde und abtreiben würde, egal ob das Kind gesund ist oder das Kind eine bereits diagnostizierte Behinderung hätte.

Ich weiß momentan nicht was ich tun soll, denn ich verstehe seine Ansichte aber es muss trotzdem der Frau die Möglichkeit offen bleiben auch eine Abbruch machen zu können ohne dafür verurteilt zu werden, genau das würde er aber tun...

So, nach meinem Roman würde ich jetzt gerne eure Meinungen dazu hören.

Danke jetzt schon mal

Mehr lesen

26. Juni 2015 um 17:30

Nogo
Ich bin total auf deiner Seite. Ich würde mich niemals von einem Mann zwingen lassen - egal ob emotional oder körperlich - ein Kind auszutragen. Genauso wenig würde ich mich zum Abbruch drängen lassen.

Es ist und bleibt die Entscheidung einer Frau. Ein Mann kann gern mit mir ins Gespräch gehen, seine Meinung und seine Wünsche äußern, versuchen mich zu überzeugen (egal in welche Richtung, mich aber niemals unter Druck setzen.

Alles andere hat in meinem Leben nichts zu suchen. Ich bin kein Brutkasten, aber auch kein emotionsloser Krüppel, der gern abtreibt.

Gefällt mir

26. Juni 2015 um 21:37

Gut, dass ihr euch jetzt schon darüber unterhaltet.
Dass du momentan keine Lust hast, mit ihm zu schlafen, kann ich verstehen. Eigentlich müsste es ihm umgekehrt genauso gehen ... es sei denn, er denkt darüber nicht so sehr nach, wie du es jetzt tust. Denn aus seiner Sicht müsste er ja Angst haben, dass du im Fall einer ungewollten Schwangerschaft sein Kind tötest. (Ich frage mich allerdings, ob es ihm darum ginge, dich als Verbrecherin darzustellen, oder ob er nicht einfach nur tieftraurig wäre, dass sein Kind nicht leben darf.)

Dummerweise sehe ich für euch keinen Ausweg aus dem Dilemma, da ihr beide aus eurer Sicht jeweils gute Gründe für eure je andere Meinung habt. Ich kann mir weder vorstellen, dass er bei dieser Grundhaltung mit dir unbeschwert zusammenbleiben würde, wenn du ein ungeplantes oder behindertes Kind abtreibst, noch, dass du bei deiner Grundhaltung nur ihm zuliebe das Kind nicht abtreibst, selbst wenn du es eigentlich aus irgendwelchen Gründen möchtest ...

... oder doch?

Könnt ihr darüber reden, dass diese Unvereinbarkeit eurer Haltungen das Aus für eure Beziehung bedeuten könnte?

Im Grunde sehe ich nur drei Möglichkeiten:

- einer von euch ändert seine grundsätzliche Haltung - das stelle ich mir schwer bis unmöglich vor ...
- ihr trennt euch jetzt, damit es nie zu einer solchen Situation kommt ...
- ihr verhütet, so gut es geht (am besten mehrfach; z.B. Pille und zusätzlich Kondom) und hofft, dass eine solche Situation nie eintreffen wird oder es im konkreten Fall doch irgendwie in Liebe zueinander lösbar wäre, und bleibt zusammen ...

Liebe Grüße,

Anka

Gefällt mir

27. Juni 2015 um 8:06

Vielleicht
kann es helfen, wenn er nicht nur darüber nachdenkt, ob Abtreibung falsch ist, sondern wenn er mal darüber nachdenkt, welche Konsequenzen das eigentlich genau hat.

Denn nur weil Abtreibung falsch ist, ist es ja noch lange nicht automatisch richtig eine Schwangere dazu zu zwingen, das Kind auszutragen.

Und was bedeutet verurteilen anderes genau, als eine Art Versuch zwar nicht körperlich aber doch geistig Zwang auszuüben. Ist es damit richtig?

Lässt sich nicht klar sagen, aber mindestens lässt sich sagen, dass man mit verurteilen zurückhaltend sein sollte.


Aber wenn Abtreibung falsch ist, was folgt noch?

Folgt daraus nicht, dass der Mann, der in Bezug auf Fragen der Verhütung nicht sorgfältig ist, auch etwas falsch macht, denn er erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Abbruchs?

Folgt daraus nicht, dass der Mann, der auf die Nachricht einer Abtreibung mit Ablehnung, Unfreundlichkeiten oder gar "Lass es weg machen" auch etwas falsch macht?

Folgt daraus nicht, dass wenn du eines Tages ungeplant schwanger sein sollte, dein Freund dich vor allem erstmal nicht verurteilen sollte, sondern genau zuhören sollte, warum du dich nicht für das Kind entscheiden kannst, um dann Himmel und Hölle in Bewqegung zu setzen, um die Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen, denn es geht dann um Leben und Tod seines eigenen Kindes?

Folgt daraus nicht, dass er bereits heute dich fragen sollte, wann und unter welchen Umständen, du vielleicht doch "Ja" zu einem solchem ungeplanten Kind sagen könntest, damit er sich ab heute darum bemüht, dass die Umstände möglichst günstig sind und bleiben?

Folgt daraus nicht, dass er sogar bereit sein müsste, monatelange Sexpausen ohne Beschwerde zu ertragen, wenn die Umstände nicht günstig sind und eine zu große Unsicherheit hinsichtlich der Verhütung besteht?

Folgt daraus nicht, dass wenn du eine von den ca. 30-60% Frauen bist, die die Reihenfolge "Erst Heiraten, dann Kind" aus welchen Gründen auch immer bevorzugen, dass er sich dann nicht fragen sollte, ob er dir einen Antrag macht, sondern nur noch wann?

Folgt daraus nicht, dass er dann grundsätzlich nur mit dir Sex haben sollte, denn hätte er mit anderen Frauen Affären, würdest du ja einerseits bei einem ungeplanten Kind eher "Nein" sagen, wegen seiner unzuverlässigkeit, und die Affäre, wenn schwanger, würde erst recht zu "Nein" tendieren, weil er zu dir gehört?

Folgt daraus nicht, dass wenn du eigentlich Kinder und Familie willst, er eigentlich ein ganz brauchbarer Kandidat ist, denn er müsste eigentlich immer darum bemüht sein, dass deine Lebensumstände so sind und bleiben (*), dass wenigstens immer die Chance besteht, dass du "Ja" zu einem ungeplanten Kind sagst?



Begreife es also vielleicht nicht nur als Bedrohung, sondern als Chance, denn die Einstellung deines Freundes macht zwar einige Dinge für dich komplizierter, aber - wenn er sie ERNST meint - vielleicht auch einige Dinge leichter für dich.

(Und stellt ihm ruhig einige der obigen Fragen, vielleicht etwas weniger scharf als ich das formuliert habe.)
(* und das betrifft auch das emotionale Miteinander, hieße sogar, dass er seinen mit 60-90%-Wahrscheinlichkeit vorhandenen Pornokonsum einstellen müsste, wenn das für dich wichtig wäre))

Gefällt mir

27. Juni 2015 um 11:49

Und er?
Hallo, lunape03,
immerhin: Ihr habt ein Thema, bevor es Thema werden könnte, weil es Thema werden muss. Gut, sich vorher Gedanken zu machen. Ich bin ein wenig erstaunt, dass er die Haltung hat, denn es ist ja wohl so, dass i.d.R. Männer einen Abbruch erwarten. Bei Euch zeigt der Mann die Haltung: Jedes Leben ist lebenswert (und stellt sich dann auch dazu?).
Ihr seid argumentativ in einer Sackgasse und das wirkt sich aus bis ins Liebesleben ... Du willst mit ihm momentan keinen Sex haben. Will er denn mit Dir welchen haben, war das mal Thema bei Euch? Oder kommt Ihr in dem Thema einfach nicht weiter ... und jetzt tun sich, ohne dass darüber geredet wird, Gräben auf?
Ich finde es jedefalls bedenkenswert, dass dein Freund eine solch optimistische Lebenseinstellung hat, sie macht es Dir ggf. einmal leichter, wenn eine Schwangerschaft auf Euch zukommt, bei der Du zu einem JA findest.
In einer Beziehung, wo man füreinander da ist und miteinander Verantwortung übernimmt, solltet Ihr klären, wie Ihr einander achtet in diesen Fragen. Dass frau einfach auf das Recht beharrt: Ich entscheide ... ist sicherlich auch nicht beziehungsförderlich, wenn man beziehungsmäßig vorher Tisch und Bett geteilt hat.
Wir haben in unserer Familie ein Kind "with special needs" ... und es gehört selbstverständlich und mit ganzem Herzen bejaht dazu. Was Kraft kostet und "unbequem ist", ist doch liebenswert. Und lebenswert.
ich wünsche Euch eine innige Auseinandersetzung um Euretwillen
nikotho

Gefällt mir

2. Juli 2015 um 1:26

Na?
Zu tief in die Flasche geguckt, oder was?

Komm mal runter, geht ja gar nicht

Gefällt mir

2. Juli 2015 um 8:42

Ich vermute mal
Dass dein Freund sich jetzt öfters ,die gleichen Gedanken macht ,allerdings ,ob du die richtige Frau bist für ihn ,

Da du anscheinend keine Probleme hättest deine und seine Kinder "unter Umständen "dem Tode selbst zu übergeben ,,,,

Dies sage ich als Frau die selbst abgetrieben hat .

Glaube mir diese "Freiheit" ist keine Freiheit ,sondern eine Ideologie die keine Frau befreit sondern sie Knechtet .

https://www.youtube.com/watch?v=hmhEJHXvMng

Gefällt mir

2. Juli 2015 um 8:46
In Antwort auf

Ich vermute mal
Dass dein Freund sich jetzt öfters ,die gleichen Gedanken macht ,allerdings ,ob du die richtige Frau bist für ihn ,

Da du anscheinend keine Probleme hättest deine und seine Kinder "unter Umständen "dem Tode selbst zu übergeben ,,,,

Dies sage ich als Frau die selbst abgetrieben hat .

Glaube mir diese "Freiheit" ist keine Freiheit ,sondern eine Ideologie die keine Frau befreit sondern sie Knechtet .

https://www.youtube.com/watch?v=hmhEJHXvMng

Https://www.youtube.com/watch?v=0kc...


http://afterabortion.org/1999/more-research-on-post-abortion-issues/

Gefällt mir

2. Juli 2015 um 19:34

Das Recht zur Selbstbestimmung....
Bedenke, dass es für die Entstehung eines Kindes immer zwei Elternteile braucht. Auch wenn der Mann das Kind nicht in sich trägt, ist es doch auch sein Kind, dessen Leben er schützen möchte. Es spricht sehr für Deinen Freund, dass er sich für das Leben eines so kleinen Wesens einsetzt. Er hat ein gutes Herz, das findet man nicht überall.

Eine Abtreibung gegen den Willen eines Partners, ob Frau oder Mann, kann schwer zu ertragen sein. Wenn Du Deinen Freund liebst, tust Du ihm das nicht an. Wenn Du also denkst, dass Du nicht damit leben kannst, im Falle einer Verhütungspanne ein Kind zu bekommen, dann ist die einzig richtige Konsequenz, auf Sex zu verzichten. Ob Ihr eine Beziehung ohne Sex leben wollt, bis der Tag kommt, an dem Du für ein Kind bereit bist, ist Euch überlassen.

Das Recht zur Selbstbestimmung ist eine gute Sache. Im Falle einer Schwangerschaft entscheidest Du allerdings nicht nur über Deinen Körper und Dein Leben, sondern auch über Körper und Leben Deines Kindes und das Leben Deines Partners. Lass diese beiden nicht aus Deiner Entscheidung raus.

Gefällt mir

2. Juli 2015 um 19:36
In Antwort auf

Nogo
Ich bin total auf deiner Seite. Ich würde mich niemals von einem Mann zwingen lassen - egal ob emotional oder körperlich - ein Kind auszutragen. Genauso wenig würde ich mich zum Abbruch drängen lassen.

Es ist und bleibt die Entscheidung einer Frau. Ein Mann kann gern mit mir ins Gespräch gehen, seine Meinung und seine Wünsche äußern, versuchen mich zu überzeugen (egal in welche Richtung, mich aber niemals unter Druck setzen.

Alles andere hat in meinem Leben nichts zu suchen. Ich bin kein Brutkasten, aber auch kein emotionsloser Krüppel, der gern abtreibt.

Ich wette, Du bist eine Verfechterin der Gleichberechtigung
Interessanterweise stellen sich Frauen immer gern mit dem Mann gleich, umgekehrt aber nicht.

Gefällt mir

2. Juli 2015 um 22:01

Geht's noch?
Ich habe nie behauptet dass für mich schon feststeht dass ich abtreiben würde im Falle einer ungewollten Schwangerschaft also beruhig dich mal...und nur zur Info wir haben noch einmal ernsthaft über das Thema geredet und das Einzige was ich wollte war dass er auch meinen Standpunkt nachvollziehen kann und das hat er durchaus getan. Ich weiß ja nicht was dich dazu berufen hat mir zu sagen ich solle mich von ihm trennen weil ich ja so ein schrecklicher Mensch bin.

Gefällt mir

2. Juli 2015 um 22:11

Danke
Vielen Dank für eure Antworten!
Ich habe noch einmal mit meinem Freund darüber geredet und er kann mittlerweile meinen Standpunkt durchaus verstehen und das war das was mir sehr wichtig war.
Wie ich mich im Fall des Falles entscheiden würde kann ich wahrscheinlich momentan gar nicht wissen.

Gefällt mir

6. Juli 2015 um 15:00

...
Gut, dass er es jetzt kapiert hat. Deine Unlust weiter mit ihm zu schlafen, hat dazu wahrscheinlich maßgeblich beigetragen.

Männern die nicht wollen, dass "ihr" Kind abgetrieben wird, kann ich nur raten, ihren Penis in der Hose zu behalten, oder sich allermindestens einer Vasektomie zu unterziehen - dann passiert das auch nicht.

Gefällt mir

6. Juli 2015 um 17:36
In Antwort auf

...
Gut, dass er es jetzt kapiert hat. Deine Unlust weiter mit ihm zu schlafen, hat dazu wahrscheinlich maßgeblich beigetragen.

Männern die nicht wollen, dass "ihr" Kind abgetrieben wird, kann ich nur raten, ihren Penis in der Hose zu behalten, oder sich allermindestens einer Vasektomie zu unterziehen - dann passiert das auch nicht.

Die Option,
"Männern die nicht wollen, dass "ihr" Kind abgetrieben wird, kann ich nur raten, ihren Penis in der Hose zu behalten, oder sich allermindestens einer Vasektomie zu unterziehen - dann passiert das auch nicht. "
sich vorher mit der Frau darauf zu einigen, dass nicht angetrieben wird, existiert nicht?

Gefällt mir

8. Juli 2015 um 6:17
In Antwort auf

Die Option,
"Männern die nicht wollen, dass "ihr" Kind abgetrieben wird, kann ich nur raten, ihren Penis in der Hose zu behalten, oder sich allermindestens einer Vasektomie zu unterziehen - dann passiert das auch nicht. "
sich vorher mit der Frau darauf zu einigen, dass nicht angetrieben wird, existiert nicht?

Hast Du nicht gemerkt
dass Ihr Männer im Zeitalter der "Gleichberechtigung" schon lange nichts mehr zu melden habt?

Gefällt mir