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Fehlgeburten & Eileiterschwangerschaft (Mit APS und/oder Schilddrüse)

4. Juni 2018 um 13:20 Letzte Antwort: 4. Juni 2018 um 22:25

Hallo ihr Lieben,

ich habe in in den letzten Monaten so einige Beiträge in den Foren gelesen und oft haben sie mir Mut gemacht und Hoffnung gegeben. Deshalb teile ich nun auch mal meine Geschichte, vielleicht hatte eine unter euch ähnliche Erfahrungen.

Im August 2017 bin ich im zweiten Übungszyklus schwanger geworden und mein Mann und ich waren natürlich überglücklich. Mir war den ganzen September über schwindelig und übel, konnte bestimmte Sachen nicht mehr riechen, musste mich aber nur ein einziges Mal übergeben. Im Oktober ging es mir dann um einiges besser und als mein Mann und ich zum Kontrolltermin gegangen sind hat meine Gynäkologin uns erklärt, dass das Herz aufgehört hat zu schlagen. Da war ich in der 11ten Woche (10+6). Ich hatte am nächsten Tag direkt eine Ausschabung und emotional ging es uns in der Zeit sehr schlecht. Im Krankenhaus meinte die Ärztin wir sollten einen Monat abwarten und könnten dann versuchen erneut schwanger zu werden. Meine Gynäkologin sagte, dass wir mindestens einen zyklus abwarten sollen, besser wären aber 3 Monate.

Der nächste Versuch war dann im Januar, also nach 3 Monaten und ich wurde direkt schwanger. Allerdings hatte ich in in der 6ten Woche (5+3) einen natürlichen Abgang. Wie auch in der ersten Schwangerschaft musste ich danach zwei mal Blut abgeben, damit der HCG wert beobachtet werden konnte. Er musste ja mindestens unter 5 gehen.

Daraufhin schickte meine Ärztin mich zu einer Transfusionsmedizinerin. Dort entnahm man mir 10 Tage später Blut mit dem Ergebnis einer Blutgerinnungsstörung (APS) und einem leicht erhöhten Cholesterinwert (dieser war allerdings nicht von Bedeutung). Sie empfahl mir in der nächsten Schwangerschaft 1x täglich ASS (Aspirin) 100 einzunehmen und mir Heparin zu spritzen.

Im selben Monat wurde ich wieder Schwanger und fing nun an mich täglich zu spritzen und ASS zu nehmen. Schön war das nicht, aber der Kinderwunsch war größer als  alles andere. Natürlich habe ich sehr früh mit dem testen angefangen, da ich sorge vor einer erneuten Fehlgeburt hatte und rechtzeitig mit den Medikamenten starten wollte.

Da ich mich bei erneuter Schwangerschaft wieder bei der Blutgerinnungsspezialistin vorstellen sollte, tat ich das auch. Das Ergebnis kam zwei Wochen später und mein APS konnte nicht bestätigt werden. Trotzdem empfahl sie mir mich prophylaktisch weiter zu spritzen und das ASS zu nehmen in der Schwangerschaft.

In der 5ten Woche bekam ich dann leichte Blutungen. Meine Ärztin war im Urlaub und ihre Vertretungen meinte ich solle mir keine Sorgen machen, solange es bräunliche Blutungen sein, weil das altes Blut wäre. Der Ansatz einer Fruchthöhle in der Gebärmutter war aber noch nicht zu erkennen.
Am Abend darauf bekam ich dann immer rötlichere Blutungen und mein Mann brachte mich ins Krankenhaus. Der schwangerschaftstest war positiv, aber es gab keine Anzeichen einer SS im Uterus. Die Ärztin im Krankenhaus behauptete es wäre meine Periode und ich hätte bestimmt nur Rest HCG aus der letzten SS im Urin gehabt. (Völliger Blödsinn btw, weil mein wert 2 Wochen vorher ja schon bei 0 war). Ich bin dann zu der Blutgerinnungsspezialistin gefahren und ich sollte dann das ASS absetzen und sie hatte mir dann Blut abgenommen im meinen HCG Wert zu bestimmen, zwei Tage später nochmal um den Verlauf zu beobachten. Der erste Wert lag bei 117 und zwei Tage später bei 157. Da der Anstieg sehr schwach war wussten wir, dass die SS nicht intakt war.
Auch meine Gynäkologin bestätigte dann - als sie aus dem Urlaub wieder da war - dass die SS nicht intakt ist, mit dem ganzen Blut sähe es sehr nach Fehlgeburt aus und in der Gebärmutter sei nichts zu sehen. Der HCG Wert stieg aber wieder ein wenig dann auf 163. Da ich große Angst vor einer OP hatte und ich keine Schmerzen empfand einigte ich mich mit meiner Ärztin, dass wir den Wert beobachten und hoffen, dass die SS auf natürlichem Wege abgeht. Also testete sie den HCG Wert nach zwei Tagen erneut und er war wieder gestiegen, auf 261. Ich sollte also am nächsten Tag wieder reinkommen und meine Ärztin sprach den Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft aus. Sie machte einen langen Ultraschall und konnte nichts zu 100% bestätigen, da sie mit dem Gerät nicht alles genau sehen konnte. An der Stelle an der sie die Eileiterschwangerschaft vermutete war auch noch der Darm im Weg und dort mündete der Eileiter zum Eierstock. In den Tagen darauf waren dann einige Feiertage, sodass ich mich im Krankenhaus vorstellen sollte. Dort hatten sie die gleiche Vermutung, entnahmen mir aber auch Blut, vlt hätten wir ja Glück und der Wert war wieder gesunken. Und tatsächlich, er war auf 130, also um die Hälfte gesunken. Ich sollte mich dann nach den Feiertagen bei meiner Gynäkologin melden. Die entnahm mir dann wieder Blut, der Wert hatte sich wieder verdoppelt auf 273 und ich musste sofort ins Krankenhaus. Eine halbe Stunde Ultraschall später war die Ärztin beeindruckt davon, dass meine Gynäkologin die ES vor einer Woche überhaupt erkannte hatte.
Ich musste dann im Krankenhaus bleiben und wurde am nächsten morgen operiert. Es lief wohl alles gut, ich hatte keine Verklebungen, Zysten oder ähnliches. Die ES saß sehr versteckt und es war gut, dass wir eine Bauchspiegelung gemacht hatten, sonst wäre mein Eileiter geplatzt.

Das Ende vom Lied war, dass mein Mann und ich die Hoffnung natürlich nicht aufgeben wollen. Im Krankenhaus sagte die Ärztin, dass wir nach einem Monat weiter probieren könnten schwanger zu werden, die Wahrscheinlichkeit einer erneuten ES sei jetzt allerdings höher (ich meine bei 25%). Meine Gynäkologin hingegen riet uns wieder zu 3 Monaten Pause und wir sollten doch noch einige Tests in einer Kinderwunschklinik machen.

Gesagt, getan. Spermiogramm, Bluttests, Diebetistest und Gentest. Der Arzt dort vermutete keine Auffälligkeiten bei uns, wir seien jung und gesund. Und wir sollten auch seiner Meinung nach jetzt weiter probieren schwanger zu werden. (Jetzt ist die OP zwei Monate her). Der Diebetistest und das Spermiogramm waren unauffällig, also alles gut. Der Gentest liegt noch nicht vor und beim Bluttest stellte der Arzt einen leicht erhöhten Schilddrüsenwert von 3,1 fest. Laut ihm sollte er aber bei 2,5 liegen höchstens. Also habe ich mir einen Termin in der Nuklearmedizin/Radiologie geben lassen.
Ebenfalls habe ich in zwei Tagen einen Termin bei der Transfusionsmedizin um noch einmal die Werte testen zu lassen. In der Kinderwunschklinik vermuten sie das Problem eher an meiner Schilddrüse. Beides steht in Verbindung mit Fehlgeburten. Jetzt habe ich auch gelesen, dass ein erhöhter Cholesterinwert in Relation mit einer Schilddrüsenerkrankung stehen kann, also passen würde es ja.

Mein Mann und ich wünschen uns nichts sehnlicher als ein Baby. Wir haben uns dazu entschlossen es diesen Zyklus zu probieren, wenn alles gut geht wäre ich in der 14ten Woche noch bevor wir in den Urlaub fliegen. Ansonsten müssten wir bis ende August warten, damit wir in den kritischen 12 Wochen auch in Deutschland in der Nähe meiner Ärztin sind. Nach allen Arztterminen, Blutabnahmen und Heparinspritzen ist das schlimmste an der ganzen Situation dieses ewige Warten. Wir sind es einfach Leid. Natürlich habe ich Angst, dass wieder etwas schief geht, aber eine Eileiterschwangerschaft kann ich sowieso nicht verhindern. Ich spritze mich in der nächsten SS weiter prophylaktisch oder nehme Medikamente für die Schilddrüse. Das erfahren wir in den nächsten Tagen dann. Aber Aufgeben kommt für uns nicht in Frage. Ich bin sehr gesegnet überhaupt so schnell schwanger zu werden und bin mir sicher, dass es beim nächsten mal klappen wird. Ich hoffe ich werde dann einigen die das hier lesen Mut machen können. Ich habe viele Beiträge gelesen und habe nach allen Rückschlägen große Hoffnung und Mut gemacht bekommen durch dieses Forum. Danke dafür!

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4. Juni 2018 um 13:49

...was eine schlimme Geschichte ihr durchgemacht habt.  Ihr habt mein Mitgefühl. Ich hatte vor zwei Monaten ebenfalls eine OP aufgrund einer ELSS im rechten Eileiter. Man konnte sie deutlch erkennen. Ich war in der 7. Woche und das Herzchen hat geschlagen. War wirklich grauenhaft. Ich kann so mitfühlen. Nun sind ca 2 Monate vergangen und wir üben auch wieder. Ich drücke dir und mir die Daumen, dass wir dieses mal Glück haben werden.
Ich denke an dich!

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4. Juni 2018 um 22:25
In Antwort auf maati91

...was eine schlimme Geschichte ihr durchgemacht habt.  Ihr habt mein Mitgefühl. Ich hatte vor zwei Monaten ebenfalls eine OP aufgrund einer ELSS im rechten Eileiter. Man konnte sie deutlch erkennen. Ich war in der 7. Woche und das Herzchen hat geschlagen. War wirklich grauenhaft. Ich kann so mitfühlen. Nun sind ca 2 Monate vergangen und wir üben auch wieder. Ich drücke dir und mir die Daumen, dass wir dieses mal Glück haben werden.
Ich denke an dich!

Dankeschön, ich drücke euch auch ganz fest die Daumen! Wahnsinn, dass das Herzchen sogar geschlagen hat... aber beim nächsten mal klappt es bei uns! <3

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