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FEHLGEBURT- wenn plötzlich nichts ist wie es einmal war am Ende...

3. September 2015 um 11:51

Hallo,

Ich hätte nie gedacht als Mann in ein Frauenforum zu schreiben, aber ich brauche eine Meinung von Frauen.

Leider hatte meine Freundin vor 7 Wochen eine Fehlgeburt im frühen Schwangerschaftsstadium. (9 SSW), es war ein Windei, also kein Baby zu sehen, eine leere Fruchthöhle.

Mich hat das natürlich wie meine Freundin auch sehr getroffen, obwohl es anfänglich keine geplante Schwangerschaft war. Wir haben uns aber damit angefreundet und waren am Ende sogar so glücklich. Leider wurden wir mit der Wahrheit konfrontiert und haben unser kleines Sternchen ziehen lassen müssen.

Ein großer Schock, vorallem für meine Freundin.. Isabelle hat sich komplett die Schuld gegeben, hat nur mehr geweint, wurde von Schmerzen geplagt. Ich wusste nicht wie ich mich verhalten sollte, ich hab versucht da zu sein. Ich hab sie nicht bedrängt, hab ihr gesagt wenn sie reden möchte ich bin immer da. Hab versucht sie abzulenken, ihr mal was gekocht, wollte sie zum essen einladen. Hab den Haushalt gemacht, und alles so gerne gemacht. Aber mittlerweile mach ich mir Sorgen um sie..

Sie zieht sich zurück, hat zu ihrer besten Freundin den Kontakt abgebrochen, sowie zu allen anderen Freunden. Sie geht seit 3 Wochen wieder arbeiten, kommt nach hause und weint die ganze Zeit. Am Wochenende ist sie auch sehr traurig möchte nichts unternehmen. Sie ist eine Zeit lang in eine Selbsthilfegruppe gegangen, aber da hat sie es nicht lang ausgehalten. Sie meinte es zieht sie noch mehr runter.. Bianca, eine gute Freundin und Arbeitskollegin, die mit meinem besten Kumpel zusammen ist, hat mich auch gefragt was mit Isabelle (meiner Freundin) los ist. Es wusste keiner von der SS außer wir zwei. Sie hat erzählt, dass Isabelle sogar in der Arbeit manchmal heulend vom WC zurückkommt. Keiner weiß warum, auch ihre Chefin macht sich sorgen. Sie würde sehr ungenau arbeiten, obwohl sie eigentlich ihren Job super macht.. Sie vernachlässigt Dinge, die sie geliebt hat. Sie hat gerne gelesen, sie hat gerne gezeichnet und ist gerne ausgeritten. Sie macht nichts mehr davon.
Manchmal, wenn ich nach Hause komme, sitzt sie vor dem Fernseher, er ist nicht eingeschaltet und sie schaut starr auf einen Punkt. Wenn ich mit ihr rede, ist es so als würde ich an ihr vorbei reden, sie hat einen leeren Blick. Ich liebe meine Freundin so sehr, und hab so verdammt Angst um Sie, ich weiß einfach nicht was ich tun soll.

Jeden Tag und Tage zählt sie dich Wochen, die sie jetzt schwanger wäre. Sie sieht Schwangere an und hat sofort Tränen in den Augen. Sehr oft entschuldigt sie sich aber auch bei mir, und sagt mir, dass sie weiß dass es so nicht mehr weitergehen kann. Sie verspricht mir es wird besser werden, aber sie ist noch nicht so weit. Gestern hat sie mich gefragt, ob ich denke, dass sie psychisch krank ist. Natürlich habe ich nein gesagt, aber irgendwie bin ich mir nicht sicher. Vielleicht ist sie ja doch depressiv und braucht professionelle Hilfe.

Ich bin mit meinem Latein so am Ende, ich will ihr helfen weiß aber nicht wie. Langsam muss unser Leben doch weitergehen..

Gibt es jemanden der ähnliches durchgemacht hat? Wie verhält man sich als Mann am besten?

Liebe Grüße
Felix

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3. September 2015 um 12:05


Ach Mensch, erst einmal tut es mir leid, dass ihr beiden so eine Erfahrung machen musstet.

Deine Freundin scheint da sehr drunter zu leiden. Einerseits ist es gut wenn sie trauert, aber sie scheint da gerade alleine nicht mehr raus zu kommen.

Habt ihr denn mal darüber gesprochen, wie es weiter gehen soll? Möchtet ihr ein gemeinsames Kind?

Ich war vor einigen Jahren in einer ähnlichen Situation, wurde völlig überraschend von einem "Ausrutscher" schwanger. Erst waren mein Freund und ich geschockt, haben uns aber von Tag zu Tag mehr darüber gefreut, dass wir Eltern werden. Und dann kam ganz plötzlich die Fehlgeburt und es hat uns den Boden unter den Füßen weggerissen Für mich ist echt eine Welt zusammen gebrochen, ich hätte nie gedacht, dass mich das so hart trifft. Und für mich war klar, dass ich sehr bald wieder schwanger werden möchte. Ich habe also versucht anstatt in Trauer zu versinken mich auf das Ziel, erneut schwanger zu werden, zu konzentrieren. Mein Freund war anfangs zwar skeptisch, aber dann waren wir uns beide sicher, dass wir es nochmal probieren wollen.

Ich bin dann tatsächlich auch sehr schnell wieder schwanger geworden. Am Anfang war die Angst sehr groß, aber es ist alles zum Glück gut gegangen und unsere Tochter ist mittlerweile 4 1/2 Jahre alt

Jedenfalls denke ich, dass deine Freundin momentan auf jeden Fall dich braucht (und du scheinst ja auch sehr fürsorglich zu sein) und evtl. auch eine Krisenberatung... dort könnte man dann weiter sehen ob sie tatsächlich psychologische Hilfe benötigt, aber vielleicht hilft es ihr auch schon, wenn sie einmal mit einem unabhängigen Dritten drüber spricht.

Alles Gute für euch!

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3. September 2015 um 12:07

Hallo
hallo also erstens finde ich es klasse wie du versuchst deine Freundin zu unterstützen und für sie da zu sein... mein Respekt auch dafür das du dir hilfe suchst und nicht aufgibst...

Ich habe zwar noch nichts ähnliches erlebt aber vielleicht kannst du sie ja mal zu einer Paar Therapie überreden, vielleicht will sie dann auch alleine zu einer Psychologin, du solltest aber ihr auch vermitteln das du das nicht machst weil du denkst sie ist krank sondern ihr vermitteln das mit einer fremden Person die man nicht kennt reden oft viel leichter und besser geht.

es ist sicher nicht leicht aus so einer Situation heraus zu kommen wenn mal so tief drin steckt aber gib nicht auf... du bist momentan einfach der stärkere und solltest das auch zeigen damit sie erkennt das eine stütze da ist...

ich wünsche euch alles gute auf eurem weiterem weg.
und nur weil es einmal nicht geklappt hat heißt das nicht das es nochmal passieren wird. die zeit war vielleicht einfach noch nicht gekommen.

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3. September 2015 um 12:27

Hallo,
Erstmal es tut mir leid das ihr ein Sternchen habt.

Ich finde es toll, wie du dich um deine Freundin kümmerst und für sie da bist.
Das hat mir damals auch sehr geholfen, dass ich mich auf meinen Mann stützen konnte. Ich glaube es war für meinen Mann nicht leicht damals mit mir.

Mir hat es auch geholfen, mich im Internet mit Frauen zu unterhalten, denen das gleiche passiert ist. Fand es leichter in der Anonymität des Internets.

Richtig abgeschlossen hab ich glaub ich erst, als wir bei der Sammelbestattung (würde von dem KH für Sternchen organisiert) abschied genommen habe.
Und ich akzeptiert habe, dass es für mein Sternchen so besser war, da es eben wahrscheinlich sehr krank war und nicht lebensfähig gewesen wäre. Und das es nicht meine Schuld war, sondern eine Laune der Natur.

Das mit der Krisenberatung finde ich eine gute Idee.

Liebe Grüße und alles Gute für die Zukunft!

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3. September 2015 um 12:55
In Antwort auf reene_12237672


Ach Mensch, erst einmal tut es mir leid, dass ihr beiden so eine Erfahrung machen musstet.

Deine Freundin scheint da sehr drunter zu leiden. Einerseits ist es gut wenn sie trauert, aber sie scheint da gerade alleine nicht mehr raus zu kommen.

Habt ihr denn mal darüber gesprochen, wie es weiter gehen soll? Möchtet ihr ein gemeinsames Kind?

Ich war vor einigen Jahren in einer ähnlichen Situation, wurde völlig überraschend von einem "Ausrutscher" schwanger. Erst waren mein Freund und ich geschockt, haben uns aber von Tag zu Tag mehr darüber gefreut, dass wir Eltern werden. Und dann kam ganz plötzlich die Fehlgeburt und es hat uns den Boden unter den Füßen weggerissen Für mich ist echt eine Welt zusammen gebrochen, ich hätte nie gedacht, dass mich das so hart trifft. Und für mich war klar, dass ich sehr bald wieder schwanger werden möchte. Ich habe also versucht anstatt in Trauer zu versinken mich auf das Ziel, erneut schwanger zu werden, zu konzentrieren. Mein Freund war anfangs zwar skeptisch, aber dann waren wir uns beide sicher, dass wir es nochmal probieren wollen.

Ich bin dann tatsächlich auch sehr schnell wieder schwanger geworden. Am Anfang war die Angst sehr groß, aber es ist alles zum Glück gut gegangen und unsere Tochter ist mittlerweile 4 1/2 Jahre alt

Jedenfalls denke ich, dass deine Freundin momentan auf jeden Fall dich braucht (und du scheinst ja auch sehr fürsorglich zu sein) und evtl. auch eine Krisenberatung... dort könnte man dann weiter sehen ob sie tatsächlich psychologische Hilfe benötigt, aber vielleicht hilft es ihr auch schon, wenn sie einmal mit einem unabhängigen Dritten drüber spricht.

Alles Gute für euch!

Danke
für deine Antwort!

Bezüglich Kinder will ich sie nicht darauf ansprechen ehrlich gesagt. Sie ist ja überhaupt nicht fertig mit der Situation, ich will ihr die Zeit zum trauern geben, und ihr nicht das Gefühl geben, dass ich unser verlorenes Baby mit einem anderen ersetzen wollen

Ich werd mir mal ein paar Adressen und Tipps holen, ich glaub sie kommt da echt nicht mehr allein raus. Ich für mich brauch auch noch Zeit um das alles zu realisieren.. Also ich denke ich hab jetzt definitiv einen Kinderwunsch aber eben nicht jetzt sondern erst in 1 Jahr ca. ABer am wichtisgetn is dass Isabelle sich wieder erholt und es ihr wieder gut geht.

Ich versuch wirklich alles so einzurichten, dass es ihr besser geht. Ich versuch aber kein Mitleid zu zeigen, sondern einfach Verständnis. Das ist oft nicht so leicht..

Jedenfalls mach ich mir extreme Sorgen, wie das so weitergehen soll mit ihrer Arbeit etc.

Sie schreit mich oft ohne Grund an, und sagt ich würde das alles ja eh nicht verstehen und wieso ich nicht meine Sachen packe und abhaue. Das tut halt schon weh gerade weil wir uns in den 8 Jahren die wir zusammen sind, nie wirklich gestritten haben. Aber ich steh zu ihr und würde sie niemals im Stich lassen, sie ist halt meine große liebe und ich werde sie nie aufgeben

Danke für deinen Input.

Ich werd mich definitiv nach Hilfe umsehen und schauen was es für Möglichkeiten gibt,

danke danke

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3. September 2015 um 13:04

Ich hatte
auch eine fehlgeburt. Und bei mir War es auch ein Windei. Am Anfang War es für mich ein richtiger schock weil es ein Wunschkind war. Und als wir dann zum Arzt sind und er uns dann gesagt hat das es nicht gut für uns aussieht er kein Embryo sieht und es sich um ein Windei handelt. Ich hab auch tage lang geweint und mein Mann war die ganze zeit für mich da. Ich musste dann paar tage später ins kh zur Ausschabung. Es ging bei mir auch eine weile bis ich es verkraftet habe. Aber mein Frauenarzt meinte ich soll mir nicht so ein kopf machen weil das bringt wirklich nichts. Und unser Kinderwunsch ist trotzdem geblieben und sehe da ich hab jetzt noch 9 Wochen bis zur Entbindung ... Aber ich weiß wie deine Freundin sich fühlt mir ging es nicht anders. Aber am besten ist es wirklich wenn ihr euch Hilfe sucht. Und kopf hoch ihr schafft das .

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3. September 2015 um 13:19

Hey...
Ich finde es toll, dass du dich so um deine Freundin kümmerst. Leider hört es sich so an, als sei sie in eine ernsthafte Depression gerutscht. Versuche sie zu überreden, sich professionelle Hilfe zu holen. Eine Bekannte von mir ist auch in eine sehr tiefe Depression gerutscht und hatte sogar Selbstmordgedanken. Ihr hat eine Therapie sehr gut geholfen. Alles andere, was mir noch eingefallen wäre, wurde schon von den anderen erwähnt. Ich hoffe, es geht deiner Freundin bald besser! Liebe Grüße, Nina

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