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Fehlgeburt - wem erzählt ihr was?

19. September 2017 um 11:59 Letzte Antwort: 21. September 2017 um 6:47

Im Moment scheint das Thema Fehlgeburt hier ja wieder recht präsent zu sein. Wobei es auch sein kann, dass es mir gerade nur so auffällt, weil ich es selbst vor einigen Wochen durchgemacht habe.

Mich würde mal interessieren, wie ihr nach außen damit umgeht. Erzählt ihr es der Familie / Freunden/ Bekannten?

Bei uns weiß es niemand. Nicht einmal unsere Eltern. Das stellt mich leider vor ein großes Problem, da einige Leute mitbekommen haben, dass ich seit einigen Wochen nicht arbeite (es gab von Anfang an Probleme mit der SS, daher war ich schon vor den Blutungen und dem Abgang krankgeschrieben). Natürlich vermuten viele, dass ein zweites Kind unterwegs ist, da wir immer recht offen mit dem Wunsch umgegangen sind. Das betrifft nicht nur Nachbarn, sondern z.B. auch Kollegen.. Ich frage mich jetzt, wie ich damit umgehe, wenn ich angesprochen werde. Dass ich nicht schwanger bin, sieht man ja. Aber wenn die Frage kommt, was los gewesen ist? Ich könnte 1. offen damit umgehen, was passiert ist. Das widerstrebt mir irgendwie. 2. eine Ausrede erfinden, aber Leuten ins Gesicht lügen mag ich auch nicht (a la ich hatte eine Blinddarm - OP oder irgendsowas) oder 3. einfach sagen, dass ich nciht darüber sprechen will, was wohl einige recht befremdlich finden und dann erst recht rätseln werden.

Ich hoffe, ihr versteht, worauf ich hinaus will?

Ich finde es einerseits anstrengend, NICHT darüber zu sprechen, aber andererseits kann ich mir nicht vorstellen, das jemandem, außer vielleicht meiner Familie, zu erzählen, weil es doch einfach soo persönlich ist. Und auf der anderen Seite weiß ich auch aus Erfahrung, dass das für denjenigen, dem man sowas erzählt, auch irgendwie schwierig ist, dann die richtigen Worte zu finden. Die Situation ist irgendwie einfach unangenehm.

Wie geht es euch dabei?

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20. September 2017 um 23:54

Auch ich würde beim Arbeitgeber aufpassen, außer, ihr habt tatsächlich ein sehr gutes Verhältnis. Nach meiner späten Fehlgeburt in der neunzehnten Woche wurde ich von meinem Arbeitgeber, ein international sehr angesehenes Unternehmen übrigens, sehr übel behandelt. In China ist es tatsächlich nicht so einfach, einen Mitarbeiter zu kündigen. Man hat versucht, meinen Reisepass einzubehalten und mit allen Mitteln versucht, mich zur Kündigung zu drängen. Wurde dann nach Ablauf der Krankschreibung auch direkt beseitigt, habe aber den darauf folgenden Gerichtsprozess gewonnen.

Prinzipiell bin ich aber der Meinung, dass nur ein offener Umgang die Wunden heilen kann. Wenn du es in dich hineinfrisst, wird es eher nur noch schlimmer. Nachher kriegst du noch psychische oder psychosomatische Probleme davon. Durch den Ärger mir meinem Arbeitgeber wurde ich in der Trauerbewältigung ziemlich unterbrochen, wodurch ich zeitweise Panikattacken hatte. Allerdings denke ich auch, dass dies auch damit zusammenhängt, dass ich durch die Fehlgeburt das Vertrauen in meinen Körper ein Stück weit verloren habe. Lange Rede, kurzer Sinn. Rede so viel es dir hilft, darüber. Und wenn es dir schwer fällt, schreibe in Foren oder ein Trauertagebuch, schreibe deinem Kind einen Brief, oder bzw. und lenk dich mit einem schönen Hobby ab. Das sind Dinge, die mir geholfen haben.
 

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21. September 2017 um 6:47

ich hab es nur meiner familie anfangs erzählt auf der arbeit wurde ich zwar gefragt was los war (fehlte 2 wochen und selbst danach sah/ fülte ich mich beschissen) erzählte aber nix darüber ...

ist jetzt 1 1/2 jahre her und ich kann nun darüber offen reden ... wenn mich jetzt jmd fragt antworte ich ehrlich bzw wird das thema diskutiert spreche ich auch mit ....

es ist schade dass dieses thema gesellschaftlich so unter den tisch fällt da doch viele min. einmal eine fehlgeburt haben und dann fühlt man sich sehr allein und mies ... man kann mit niemanden richtig reden nur hier in solchen anonymen foren was ich traurig finde denn mir half das reden /aussprechen über meinen verlust (war in therapie um es zu verarbeiten)

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