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Fehlgeburt in der 15. SSW es ging alles schief

9. Februar 2010 um 14:07 Letzte Antwort: 10. Februar 2010 um 15:18

Hallo,

ich habe schon einige Zeit in diesem Forum gelesen und wollte nun auch von meiner Schwangerschaft, in der wirklich alles schief ging, erzählen.

Mein Mann und ich wünschen uns schon seid langem ein Kind, ich wollte aber unbedingt noch vorher heiraten und die Pille auch erst nach der Hochzeit absetzen weil mit dickem Bauch heiraten ist ja doof (war damals meine Meinung).

Im Mai 2008 haben wir auch endlich geheiratet und die Pille wurde gleich danach abgesetzt. Leider ließ eine Schwangerschaft lange auf sich warten. Da ich auch noch einen sehr langen Zyklus hatte war natürlich jeden Monat die Hoffnung groß, dass es endlich geklappt hat aber leider sollte es wohl nicht sein.

Im Oktober 2009 beschloss ich dann endlich zum Arzt zu gehen und mich untersuchen zu lassen. Der hat dann einen Ultraschall gemacht und gesagt soweit er das beurteilen kann sieht alles in Ordnung aus aber ich solle jetzt jeden Morgen meine Themparatur messen und aufschreiben damit er sieht wie mein Eisprung verläuft. Das sollte ich ab meiner nächsten Periode tun. Dazu kams nicht mehr. Zwei Wochen später habe ich einen Schwangerschaftstest gemacht. Einfach so war nicht überfällig (soweit man das bei meinem Zyklus überhaupt feststellen konnte) hatte auch sonst keine Anzeichen für eine Schwangerschaft, aber irgendwie kam der Test nach hause und dann hab ich ihn halt gemacht. Und siehe da ich war schwanger die Freude war natürlich riesig groß. Hab am nächsten Tag nochmal nen Test gemacht und der war wieder positiv. Hab dann gleich nen Termin beim Arzt gemacht der aber auf dem Ultraschall nichts sehen konnte. Er hat mir dann Blut abgenommen um den HCG - Wert zu bestimmen und siehe da ich war wirklich Schwanger anfang der 7. Woche.
Wir haben es dann gleich meinen Eltern und Schwiegereltern erzählt, die sich auch riesig gefreut haben. Aber dann gingen die Probleme los.
Am nächsten Tag bekam ich leichte Schmierblutungen. Natürlich bin ich sofort zum Arzt der mich zwei Wochen krank geschrieben hat. An meinem ersten Arbeitstag nach diesen zwei Wochen bekam ich nach zwei Stunden im Geschäft starke Blutungen wie bei der Periode. Mein Frauenarzt war nicht da und die Vertretung erst am Nachmittag. Also sind wir sofort ins Krankenhaus. Dort haben sie uns erst mal ne Stunde warten lassen. Dann kam endlich eine Asistenzärztin die einen Ultraschall gemacht hat. Ihre aussage war nur sie kann nichts in der Fruchthöle sehen aber sie holt mal den Oberarzt. Darauf folgte wieder 1 Stunde warten. Mein Mann war schon völlig am Ende und wir hatten uns schon darauf eingestellt dass wir unser Kind verloren haben. Der Oberarzt sagte uns dann nach dem er Ultraschall gemacht hat, mit dem Kind sei alles in Ordnung es sei gut entwickelt und die Herztöne sind zu sehen. Ich sollte dann im Krankenhaus bleiben. Drei Tage später haben sie wieder Ultraschall gemacht mit dem Baby war immernoch alles OK, ich hatte aber nach wie vor leichte Blutungen. Am 5. Tag haben sie mich dann, mit leichten Blutungen, nach Hause geschickt. Ich war dann noch drei Wochen zu Hause. Dann endlich war die 12 Woche vorbei. "Ab jetzt geht es aufwerts" Meinte mein Arzt. Mein Baby war ein Kämpfer und ab der 13 Woche sei das Risiko einer Fehlgeburt ja viel geringer. Ich konnte es kaum glauben als ich mein Baby auf dem Ultraschall gesehn hab. Wie es strampelt und hüpft. Ich war so glücklich.

Ende der 14- Woche kam dann der Schock. Wieder leichte Blutungen. Also wieder ab zum Arzt, der meinte ich solle mich halt schonen er kann sich nicht erklären woher die Blutungen kommen an der Plazenta sei alles in Ordnung und mit dem Baby ist alles OK.
SSW 15+0 Am 27. Dezember bekam ich dann am Abend wieder starke Blutungen. Weil es ein Sonntag war haben wir dann beim Notdienst angerufen der uns in die nächste Stadt geschickt hat dort sei der Arzt um 18 Uhr in der Praxis. Leider standen wir vor verschlossenen Türen. Wieder ein Anruf bei der Notdienststelle. Da bekam ich zur Antwort "warten sie halt noch die obligatorische viertel Stunde und wenn er dann nicht da ist rufen sie nochmal an" Ich konnte es nicht fassen. Natürlich war niemand da. Wieder ein Anruf bei der Notdienststelle. " Ah uns ist da ein Fehler passiert der Arzt fährt jetzt erst los und kommt gegen 19 Uhr an" Ich meinte dann braucht er gar nich kommen dann fahr ich gleich ins Krankenhaus. Aber die Dame vom Notdienst meinte da sei kein Arzt anwesend am Sonntag nach Weihnachten und wir müssten dort auch mindestens ne Stunde warten. Nach einer geschlagenen Stunde die wir in der Kälte standen kam dann doch endlich der Arzt. Ich konnte schon spüren dass sich richtige Stücke lösten und hatte starke schmerzen. Der Arzt machte einen Ultraschall und sagte dem Baby ginge es gut er könne auch an der Plazenta nichts sehen. Ich war so erleichtert das könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Wieder zuhause legte ich mich ins Bett, aber die Schmerzen wurden immer schlimmer um halb zwölf hielt ich es nicht mehr aus und lies mich in Krankenhaus fahren. Im Kreissahl machten sie wieder Ultraschall die Ärztin konnte aber nichts mehr sehen weil die Komplette Gebärmutter voller blut sei. 2 Minuten Später lag ich auch schon in meinem eigenen Blut. Ich hatte mein Kind verloren. Die Schmerzen und Blutungen hörte nicht auf und somit musste ich nachts noch Opariert werden.
Als ich aufgewacht bin fühlte ich mich schrecklich leer und alleine. Meinen Mann haben sie nach Hause geschickt. Ich konnte gar nicht fassen dass ich das Kind auf das wir so lange gewartet haben verloren hab. Es hat so lange Tapfer durchgehalten aber es durfte einfach nicht sein.
Wir versuchen dass alles zu verarbeiten in dem wir viel darüber reden. Viele Frauen machen ein geheimnis daraus aber es ist wirklich erschrecken und auf gewisse Art auch tröstlich zu hören dass es vielen anderen Frauen genau so geht und es nicht die eigene Schuld ist das sowas passiert.

Wir werden es auf jeden Fall weiter versuchen und sind uns sicher beim nächsten mal wird alles besser

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9. Februar 2010 um 16:28

Ich fühle mit dir
Hallo Kathi! Habe mit Bestürzung deinen Eintrag gelesen und möchte dir erst mal sagen, dass es mir sehr leid tut!
Man kann es mit Worten fast nicht beschreiben, wie es einem nach so einem Erlebnis geht, und Nichtbetroffene können dies auch in keinster Weise nachvollziehen...

Darüber reden hilft sehr, aber mir hat auch dieses Forum sehr viel Kraft gegeben. Da du ja schon seit einiger Zeit Mitleserin warst, kennst du vielleicht schon die eine oder andere Geschichte, und weißt, dass jede neue Sternenmami mit viel Mitgefühl, Ratschlägen und guten Wünschen "aufgenommen" wird. Ich hoffe, du fühlst dich trotz allem "bei uns" wohl..

Es ist super, wenn dich Familie und Freunde in dieser schweren Zeit unterstützen, aber es wird jeden Tag, jede Woche ein klitzekleines Bisschen besser..

Ganz wichtig ist, dass du den Mut nicht aufgibst.

Wenn ich nach jeder FG (und ich hatte schon 3) aufgegeben hätte, hätte ich jetzt nicht 2 gesunde Kinder!

Viel Kraft und alles erdenlklich Gute!! LG Sandra

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9. Februar 2010 um 20:07

Du bist nicht alleine
Liebe Kathi,

mit ganz viel Traurigkeit und Mitgefühl habe ich gerade Deinen Bericht gelesen.
Ich habe letzte Woche meine 2. FG direkt hintereinander innerhalb von nur 6 Monaten erlebt und für mich gibt es nichts mehr, was diese Schmerzen, diese Trauer übertreffen könnte. Auch ich habe mich in den letzten Tagen schon 1000x gefragt, ob und was ich falsch gemacht haben könnte.. aber ich finde keine Antwort..

Vor meiner ersten FG wusste ich nicht einmal, dass es fast an der Tagesordnung ist und plötzlich tauchen im Familien- und Bekanntenkreis so viele Frauen mit mindestens 1 FG auf.. ich war schier erschrocken. Inzwischen weiß ich auch durch Gespräche mit den Ärzten, dass es so unglaublich viele FG gibt und leider seitens der Pharmaindustrie keinerlei Interesse besteht die Gründe zu erforschen.

Es ist und bleibt das Gefühl, dass ein Stück der Seele mitgestorben ist und nichts auf der Welt kann das ändern.

Wir werden es auch weiter versuchen, sobald etwas Zeit vergangen ist.

Wenn Du Dich weiterhin austauschen möchtest, melde Dich gerne.

Alles Liebe,
Jutta & 2 Sternchen

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10. Februar 2010 um 9:04
In Antwort auf hanka_11922329

Ich fühle mit dir
Hallo Kathi! Habe mit Bestürzung deinen Eintrag gelesen und möchte dir erst mal sagen, dass es mir sehr leid tut!
Man kann es mit Worten fast nicht beschreiben, wie es einem nach so einem Erlebnis geht, und Nichtbetroffene können dies auch in keinster Weise nachvollziehen...

Darüber reden hilft sehr, aber mir hat auch dieses Forum sehr viel Kraft gegeben. Da du ja schon seit einiger Zeit Mitleserin warst, kennst du vielleicht schon die eine oder andere Geschichte, und weißt, dass jede neue Sternenmami mit viel Mitgefühl, Ratschlägen und guten Wünschen "aufgenommen" wird. Ich hoffe, du fühlst dich trotz allem "bei uns" wohl..

Es ist super, wenn dich Familie und Freunde in dieser schweren Zeit unterstützen, aber es wird jeden Tag, jede Woche ein klitzekleines Bisschen besser..

Ganz wichtig ist, dass du den Mut nicht aufgibst.

Wenn ich nach jeder FG (und ich hatte schon 3) aufgegeben hätte, hätte ich jetzt nicht 2 gesunde Kinder!

Viel Kraft und alles erdenlklich Gute!! LG Sandra

Ich weiß nicht...
... ob es wirklich besser wird. Im Moment hab ich eher das Gefühl dass es immer schlimmer wird. Am Anfang ging es mir eigentlich gut (kann vielleicht auch der Schock gewesen sein) jetzt muss ich immer wieder daran denken auf was ich mich alles gefreut habe.
Zu allen Überfluss hat eine Kollegin von mir, die mit mir auch zur Schule gegangen ist, bekannt gegeben, dass sie schwanger ist. Sie ist jetzt in der 20. Woche. Ich wäre in der 22 es ist ziemlich hart zu sehen wie ihr Bauch wächst und sie sich auf die Geburt vorbereitet. Und ich.......
Daweil wollte sie gar kein Kind! Sie wollte Kariere machen und Reisen und war total geschockt als sie schwanger wurde. Sowas ist doch unfair. Ich weiß sowas sollte man nicht denken aber ich bin da wirklich eifersüchtig.

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10. Februar 2010 um 15:18
In Antwort auf jewell_12339054

Ich weiß nicht...
... ob es wirklich besser wird. Im Moment hab ich eher das Gefühl dass es immer schlimmer wird. Am Anfang ging es mir eigentlich gut (kann vielleicht auch der Schock gewesen sein) jetzt muss ich immer wieder daran denken auf was ich mich alles gefreut habe.
Zu allen Überfluss hat eine Kollegin von mir, die mit mir auch zur Schule gegangen ist, bekannt gegeben, dass sie schwanger ist. Sie ist jetzt in der 20. Woche. Ich wäre in der 22 es ist ziemlich hart zu sehen wie ihr Bauch wächst und sie sich auf die Geburt vorbereitet. Und ich.......
Daweil wollte sie gar kein Kind! Sie wollte Kariere machen und Reisen und war total geschockt als sie schwanger wurde. Sowas ist doch unfair. Ich weiß sowas sollte man nicht denken aber ich bin da wirklich eifersüchtig.

Ich..
hatte auch die ersten Tage einen regelrechten Schock, da ich ja fast 3 Tage zuhause noch auf den AS-Termin im KH warten musste. Mich haben natürlich auch meine 2 Kiddies von meiner Trauer abgelenkt. Wenn sie aber sagten "Mami sei nicht so traurig", habe ich noch mehr geweint.

Ich weiß auch, wie weh es tut, andere Schwangere zu sehen. Meine Schwägerin bekommt ihr baby jetzt Ende Februar, und auch 2 Bekannte sind jetzt grade in der SSW. in der ich auch gewesen wäre.. Das ist auch für mich sehr hart...

Es ist schwer für uns zu verstehen,warum dies passieren musste... ich finde es auch ungerecht, obwohl ich mich für alle die schwanger sein dürfen freue.
Wie groß dieses Geschenk ist, schwanger sein zu dürfen, verstehen nur wir aus tiefstem Herzen--- die Sternenmamis!!

Wir geben aber nicht auf, wir werden diese tolle SS-Zeit auch nochmal erleben, das glaube ich ganz fest!!

Alles Gute für dich, und fühl dich gedrückt!! Lg Sandra

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