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Fehlgeburt in der 11. Woche - aber meine Trauer wir von Hass überdeckt

23. April 2011 um 1:47

Hallo,
ich bin neu hier und brauche mal eure Meinung, ob ich den Arzt wegen unterlassener Hilfeleistung (wurde im Krankenhaus nicht untersucht, trotz starker Blutung und Krämpfen) verklagen soll oder das Ganze auf sich beruhen lassen soll.

Hier meine ganze Geschichte von Anfang an:

Eine Woche nach ausbleiben meiner Periode habe ich einen Schwangerschaftstest gemacht. Mit der Lupe konnte man eine zarte Linie erkennen, also machte ich ein paar Tage später einen 2 und später noch einen 3. Test. Die Linie wurde zwar immer stärker, aber immer noch nickt wirklich kräftig. Schwangerschaftsanzeichen wie Übelkeit, Müdigkeit, ziehen im Unterleib, rund gesagt das ganze Paket hatte ich (kannte ich von meiner ersten Schwangerschaft so nicht). In der 6. SSW hatte ich meinen Arzttermin. Der Bluttest ergab zwar auch eine leichte Schwangerschaft, aber auf dem Ultraschall war noch nichts zu sehen, woraufhin ich den Hinweis auf eine mögliche Eileiterschwangerschaft bekam. Ich sollte 11 Tage später nochmals vorbei kommen. Endlich war auf dem Ultraschall was zu erkennen, aber immer noch keine gute Nachricht, die Eileiterschwangerschaft konnte immer noch nicht ausgeschlossen werden, da nur eine Fruchthöhle aber kein Dottersack zu erkennen war. Also wieder 11 Tage warten und bangen, die auch noch durch eine immer wieder auftretende leichte Blutung zur Hölle wurden.
Am 11. April dann endlich die erlösende Nachricht, es war der Dottersack zu erkennen und man könnte fast schon meinen, dass da wohl ein leichter Herzschlag zu sehen sei. Scheinbar sei ein verspäteter Eisprung an allem schuld. Eine leichte Blutung kann immer wieder in den ersten drei Monaten vorkommen, also kein Grund zur Sorge, aber zur Sicherheit sollte ich eine Woche später nochmals vorbei kommen.
Am 17. April wurde die Blutung stärker, laut Aussage meiner Frauenärztin am 18.4. immer noch nicht wirklich beunruhigend, aber was viel beunruhigender sei, dass kein eindeutiger Herzschlag zu erkennen sei, alles was sie sehen würde, sei reine Vermutung. Es sollte die Hormonentwicklung kontrolliert werden. So wurde am 18.4. Blut abgenommen und sollte mit dem vom 21.4. verglichen werden, aber dazu sollte es nicht mehr kommen.

Am 20. April setzten gegen Mittag starke Unterleibkrämpfe und Blutungen ein, sodass ich gegen 17:00 Uhr den ärztlichen Bereitschaftsdienst anrief. Beim Rückruf wurde mir mitgeteilt, dass sie die Bereitschaftsärztin nicht erreichen konnten und ich mich doch bitte in das nächst gelegene Krankenhaus hinfahren lassen soll. Da ich genau in der Mitte zwischen zwei Krankenhäusern wohne entschied ich mich für das in dem ich bereits meinen Sohn entbunden habe (schwerer Fehler!!!)

Im Krankenhaus angekommen erzählte ich einer (ich gehe mal davon aus) Krankenschwester und Notärztin von meinen starken Schmerzen und Blutungen, woraufhin der zuständige Gynäkologe angerufen werden sollte. Nach ein paar Minuten im Wartezimmer und dem Gefühl, dass das Blut nur noch so fliest, erhielt ich von den beiden Damen die Auskunft, dass der Gynäkologe die telefonische Anweisung gegeben hätte, ich solle doch wieder nach Hause fahren und morgen früh zu meiner Frauenärztin fahren, schließlich würde sie den bisherigen Verlauf kennen. Die beiden machten mir den Eindruck, dass sie ein solches Vorgehen nicht verstehen konnten. Auf meine Frage, was ich denn bitte gegen die Schmerzen und Blutung machen solle, bekam ich zur Antwort, dass wenn es schlimmer werden sollte, ich vielleicht besser ins nächste 40 km entfernte Krankenhaus fahren sollte?!?!?

Auf das schlimmer werden wollten wir nicht warten, also sind wir direkt wieder an unserer Haustür vorbei in die andere Richtung ins nächste Krankenhaus gefahren. Dort angekommen wurde ich sofort sehr fürsorglich betreut, aber mein Körper hatte zwischenzeitig mein Baby abgestoßen, sodass ich es in meiner Hose entdecken konnte. Es folgte eine stationäre Aufnahme mit anschließender Ausschabung in der gleichen Nacht.

Jetzt empfinde ich nur noch Wut gegen diesen Idioten vom ersten Krankenhaus. Natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass er die Fehlgeburt nicht hätte verhindern können, aber zumindest hätte er mich ernst nehmen können. Diese Ferndiagnose hätte ich aus jedem Forum bekommen können, dafür brauch ich nicht erst in der Weltgeschichte rumfahren. Wenn ich mir vorstelle, ich wäre erst nach Hause gefahren und hätte dort die Entdeckung gemacht oder was noch hätte passieren können.

In meiner ersten Wut habe ich einen Brief an diesen Dr. verfasst und um Stellungnahme gebeten. Gleichzeitig würde dieser Brief zur Kenntnis an die Ärztekammer, dem Geschäftsführer des Krankenhauses und meiner Krankenkasse geschickt. Ich bin der Meinung so kann man nicht mit Menschen umgehen (auch wenn ich NUR Kassenpatient bin). Vor allem möchte ich verhindern, dass vielleicht bei der nächsten eine Fehlgeburt verhindert werden könnte. Bin mir aber jetzt nicht mehr so sicher, ob ich vielleicht dadurch nie zur Ruhe kommen werde.

Was würdet ihr tun?

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23. April 2011 um 8:32

Kämpfe!!!
Hallo,
ich bin auch neu hier. Deine Wut kann ich sehr gut nachvollziehen
und dein Handeln ist absolut richtig. Du bracuhst dir keine Gedanken machen oder unsicher sein. Ein soche Aktion ist wichtig und vorallem sehr mutig und zeigt stärke nach so kurzer ZEit zu handeln. AUsserdem bin ich der Meinung, dass es dir hilft, die Trauer um dein Kind zu überstehen. Denn auch solche Schritte gehören dazu, uns Eltern die Kraft zu geben, zu realisieren. Es zeigt, dass du dich mit der Realität ausseinandersetzt. Auch wenn es dir dein Kind nicht wieder bringt, und ein damals fürsorglicheres HAndeln von anfangan vwahscheinlich dein Kind nicht retten hätte können ist es unmöglich in einer so stark unsicheren und verzweilfelten Situation einer Schwngeren die blutet und Schwerzen hat so respektlos zu handeln. Ich finde das grenzt an unterlassener Hilfeleistung.
Ich habe leider auch meine kleine Tochter in der 22SSW in einer Spontangeburt nach langem Krankenhaus verloren. Auch ich hatte in den ersten 12Wochen immer mal Blutungen und habe beim erstenmal auch des NAchts ein Krankenhaus aufgesucht. Beim Emfang bekam ich das gleich GEfühl, wie du es beschreibst zu spüren. Und zwar als die Empfangsdame eine Ä'rztin anrief und meinte ganz pänetrant,: "ein schwangere mit Blutungen". Aber wie sie es gesagt hat? Einfach abgebrüht und nüchtern, so nach dem Motto was ich dann da will.
NAch den folgenden Krankenhausauenthalten und dem schlimmen Schiksal habe ich auch überlegt ob ich juristische Schritte einleiten soll. Weil ich erst in einem Krankenhaus war und dort auch schmerzdurchströmte Nächte verbracht hab, ohne dass eine Gynäkologin es für nötig gehalten hat nach mir und meinem BAby zu schauen. Das War schlimm. Immer dies warterei und dann die Aussage, man könne eh nix tun! Aber dann eines NAchts konnte man doch was tun und hat mich spontan um MItternacht operiert und meine GEbärmutter aufgerichtet. Und es ist einfach so krass-denn von dieser Möglichkeit haben wir vorher nix gewusst. Dann haben die mich irgendwann in ein größeres Kraneknhaus mit mehr Erfahrung gelegt und die konnten nicht so richtig nachvollziehen, was in der letzten OP passiert ist. SUper-war es fusch oder einfach blöder zufall, dass die Gebärmutter wieder zurück gerutscht ist? NAja und da ging es dann weiter 2.OP etc. Den Rest erspar ich mal es war schlimm und eine sehr harte Zeit mit vielen Schmerzen, Blutuungen MEdikamenten, Wehentropf...
Und im ersten Krankenhaus hatte ich das GEfühl ich sei nur ein VErsuchskaninchen, weil keiner der behandelnden Ärzte je einen FAll wie ich in seiner LAufbahn hatte. Warum haben sie mich nicht gleich verlegt? Warum haut mich mein Frauenrzt nicht gleich in ein pärinatalzentrum verlegt. Vielleicht hätte meine Tochter da eine Chance gehabt! Auch mein Frauenarzt war immer sehr nüchtern mit seiner Diagnose...

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23. April 2011 um 14:02

Mein Arzt hat auch nicht reagiert
Hallo,
es tut mir sehr leid mit Deiner Fehlgeburt. Ich hatte vor 4 Wo meine 3. FG ( 9. SSW.) Und es war so ähnlich. Mein Frauenarzt meinte er sieht den Herzschlag nicht, aber das hätte nichts zu bedeuten, ich solle nächste Woche wieder kommen, so weit kam es nicht, ich bekam starke Blutungen bin abends ca. 19 Uhr zu meinem Frauenarzt, er meinte es kann sein, daß ich es verliere, muß aber nicht sein ich solle nach Hause gehen. Um 22 Uhr hatte ich so starke Blutungen und es kamen Stücke raus, daß ich mich vor Schmerzen gekrümmt habe, daraufhin hat mich mein Freund ins Krankenhaus gefahren, dort haben sie mich dabehalten und eine Ausschabung gemacht, sie meinten wieso ich nicht früher gekommen bin, ich meinte ich war bei meinem Frauenarzt und der meinte ich solle erst mal Heim, die Ärzte im Krankenhaus meinten, der Frauenarzt hätte mich sofort einweisen müssen. Als ich die Woche später nicht zu meinem Arzt gegangen bin, hat der nicht mal angerufen, das fand ich echt hart, der wußte ja dann, d. ich es verloren habe. Und bei dem Arzt war ich 10 Jahre lang, fand ich hart. Bin auch Kassenpatientin. Wollte mich auch erst beim Arzt beschweren, hab es aber dann gelassen, hatte keine Kraft dazu und versuche einfach über den Schmerz irgendwie hinwegzukommen. An Deiner Stelle würde ich auf mein Herz hören, wenn Du Dich besser fühlst wenn Du Dich beschwerst, dann mach es, ansonstel laß es.
Wünsche Dir alles Liebe
Emma

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23. April 2011 um 20:41

Hallo
Hatte am 19ten auch eine Fehlgeburt in der fast 7tn ssw.war am 18tn mit leichter schmierblutungen bei einem FA und sofort geholfen so wir glaubten ihm aber nicht sind wir am nächsten tag einfach paar km weiter sind 13.25 drann gekommen bei der FÄ so und 13.30 habe ich mein kleines genau in seiner paxis verloren genau vor dem stuhl.

fahre hin und frage die was die scheiße sollte.wieso die die blutungen nicht ernst genommen haben.vieleicht warst du ja fast jeden tag beim FA? das sie dir nicht glauben. glaube ich zwar nicht aber sind einfach nur schwachköpfe stell sie zur rede!!!

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25. April 2011 um 22:26

Danke
Hallo,

danke erst einmal für Eure Antworten. Erschreckend finde, wie oft eine unzureichende oder garkeine Behandlung stattfindet. Ich denke ich werde es mir noch ein paar Tage überlegen

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6. Mai 2011 um 18:25

Schau nach vorn
Hallo vielleicht "hilft" Dir ja meine Geschichte... also ich wohne in Schweden und habe gerade am Mittwoche eine AS hinter mir... 12 SSW
In Schweden wird vor der 16 Woche kein US gemacht... nachdem ich mir grosse Sorgen gemacht habe das ich Ostern sehr leite Blutungen hatte sollte ich mich nur ruhig verhalten... es wurde bisher noch keine Untersuchung gemacht. Meine Mutter hatte mehr als 8 Fehlgeburten im 3 und 5 Monoat meine Schwester hatte auch Probleme. Ein US wurde mir verweigert.
Als ich am Dienstag leichte Blutungen bekam wollte ich sofort ins Krakenhaus und wurde auf den nächsten Tag vertröstet da kein Gyn da war. In der Nacht hatte ich so starke Schmerzen und Blutungen das ich in Krankenhaus wollte... sie haben mich nichtmal mit der Ambulanz geholt und ich musste ins 95 km entfernte KH auf Handtuechern etc fahren. Mein Mann hat mir so Leid getan...
Dann musste ich noch 2 h warten und hab nichtmal n Schmerzmittel bekommen. Nach der AS lag ich dann im Aufwachraum neben einer frischen Mutter eines Mädchens die sich heftig mit den Krankenschwestern freute....
Ich bin ueber meinen Verlust traurig aber mir geht es gut. Es hätte sicher nicht viel gemacht werden können. Ich lag 2 Wochen nur -konnte nicht arbeiten. man wird hier nicht mal krankgeschrieben...
Diese Hilflosigkeit war fuer mich schlimm. Ich kann mir vorstellen wie Du Dich fuehlst und finde Du hast es richtig gemacht- mit der Beschwerde.
Kopf hoch und wir werden sicher bald erneut das Glueck haben. Ich tröste mich damit das ich schwanger werden kann und das ich keine Schäden duch den Abort habe... Also Kopf hoch - erhol Dich und versuche nach vorne zu schaun. Du weisse wo Du das nächste mal hingest und das ist schon mal was. Ich muss bei dem System hier bleiben und hier wird erst nach der 3.Fehlgeburt etwas mehr untersucht....

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