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Erfahrungsbericht - medikamentöser Schwangerschaftsabbruch mit Mifegyne

15. August 2009 um 18:22

Dieser Beitrag ist für all diejenigen Frauen und Paare gedacht, die einen Erfahrungsbericht zum Thema medikamentöser Schwangerschaftsabbruch mit Mifegyne suchen. Alle anderen sollten hier nicht weiter lesen bzw. ihre Kommentare abgeben.

Sich nicht für ein Kind zu entscheiden ist eine sehr schwierige und ernste Angelegenheit. Diese Entscheidung ist stark mit Gefühlen, Fragen, Schuldzuweisungen, vielleicht auch mit Hass dem Partner gegenüber und garantiert mit vielen Tränen verbunden. Man sollte sich jedoch vor Augen halten das immer zwei Personen daran beteiligt waren und es sollten beide die Verantwortung tragen und nicht nur die Frau, die am Ende ein Kind in der Gebärmutter trägt.
Die Gründe für unsere Entscheidung gegen das Kind stelle ich hier nicht vor. Es ist eine individuelle Entscheidung und keiner kann einem einen Rat geben bzw. die getroffen Entscheidung verurteilen. Darum hier ein hoffentlich hilfreicher Erfahrungsbericht:

Sonst pünktlich auf den Tag, blieb meine Regelblutung aus. Ich gab mir noch 2 Tage, da ich gerade schwer erkältet war. Im Hinterkopf schlummerte bereits die Gewissheit, dass ich schwanger bin. Die Anzeichen waren eindeutig (Brustziehen, Übelkeit, Ziehen in der Leistengegend). Ich äußerte meine Vermutung gegenüber meinem Mann. Er war sichtlich betroffen, genauso wie ich, denn wir hatten uns vor gut 2 Monaten dazu entschieden über ein drittes Kind frühestens in einem Jahr zu entscheiden. Mein Mann besorgte den Schwangerschaftstest positiv. Wir gingen uns erst einmal 2 Tage aus dem Weg, keiner wollte das Thema ansprechen. Jeder hatte auf seine Weise ein schlechtes Gewissen. Ich rief bei meiner Frauenärztin an, sagte der Schwangerschaftstest sei positiv und bekam gleich einen Termin. Am Abend vor dem Termin setzten wir uns lange zusammen und versuchten eine Lösung zu finden, zu konstruieren. Was wenn und man könnte doch... letztendlich entschieden wir uns gegen das Kind.

Beim Frauenarzt:
Es lief alles ganz normal ab bis zu dem Zeitpunkt an dem ich verdeutlichte, dass wir uns gegen die Schwangerschaft entschieden haben. Daraufhin wurde die Frauenärztin ungehalten und machte mir Vorwürfe. Ich hörte mir mit Tränen in den Augen solche Sachen an, wie
- ob man nicht vorher darüber nachdenken könnte oder
- die Verhütungsmethoden sind doch allen bekannt
- andere Paare brauchen Jahre für ein Kind und sie entscheiden so
- die Entscheidung holt sie irgendwann einmal ein
- ich sollte über eine Sterilisation nachdenken
Warum ich nicht aufgestanden und gegangen bin, weiß ich nicht. Ich hatte mir mehr Verständnis vom Arzt erhofft, eine gute Beratung und Aufklärung über mögliche Abbruchmethoden, jedoch nicht so etwas. Die Untersuchung lief dann kommentarlos ab, d.h. ich erhielt keine Informationen über Kind, Größe, Zustand. Ob ich wirklich Schwanger bin wusste ich nur durch meinen eigenen Schwangerschaftstest von zu Hause! Bestätigt wurde nichts. Man gab mir eine Liste mit Beratungsstellen mit. HÄ?
Danach habe ich erst einmal im Internet nachgelesen, wie so eine Abtreibung gesetzlich einwandfrei abläuft:
1. Schwangerschaftskonfliktberatu ng + dort einen Beratungsschein ausstellen lassen
2. 3 Tage später kann dann der medikamentöse Abbruch durch einen Arzt stattfinden

Drei Tage später bekam ich einen Termin bei der Schwangerschaftskonfliktberatu ng (Caritas). Ich erklärte der Beraterin wie es zum Kind und zu unserer Entscheidung kam. Sie versuchte nicht die Entscheidung in Frage zu stellen, sondern bot ihre Hilfe beim Verarbeiten des Abbruchs an. Sie klärte mich über die Methoden eines Schwangerschaftsabbruchs auf, gab mir Ärztlisten, Telefonnummern und die Preislisten der Ärzte mit. Am Ende füllten wir gemeinsam einen Erhebungsboden zu statistischen Zwecken aus und sie gab mit den Beratungsschein.
Ich erhielt 3 Tage später ganz früh zeitig einen Arzttermin bei einem Gynäkologen, der den medikamentösen Schwangerschaftsabbruch durchführt. Ich gab ihm meine Unterlagen (meine Mutterpässe der vorherigen 2 Schwangerschaften wegen der Blutgruppe, eine Überweisung von meiner (nunmehr Ex-) Frauenärztin und den Beratungsschein). Er kontrollierte ob tatsächlich eine Schwangerschaft vorliegt - was tatsächlich so war. Nach dem Herzschlag schaute er nicht, es hat gereicht eine Fruchthöle in der Gebährmutter darzustellen. Sachlich und fair. Dann gab er mir 1 Tablette Mifegyne, einen Termin für den nächsten Tag und ich durfte nach Hause gehen.

Von der Wirkung der Tablette merkte ich nichts, ich war nur sehr weinerlich.

Zum Termin (einen Tag später) sollte ich mir Vorlagen und ca. 1-2 Stunden Zeit mitbringen. Nachmittags 15.00 Uhr ging ich in die Praxis. Die Schwester gab mit 2 Tabletten Cytotec (ein Prostagladin, das den Muttermund weich machen und Wehen auslösen soll). Ich sollte mich hinsetzen und eine Stunde warten, ab und zu mal auf das WC gehen und schauen, ob eine Blutung eingesetzt hat. Ich bekam Bauchschmerzen, ähnlich denen bei der Monatsblutung bzw. leichte Wehen. Mir wurde leicht schwindelig, was aber nicht weiter schlimm war. Eine Blutung bekam ich bin 16.10 Uhr nicht. Die Schwester gab mit 2 weitere Tabletten. Nach 15 min Wartezeit (um zu sehen, ob die Tabletten im Körper verbleiben; Übelkeit und Erbrechen ist eine Nebenwirkung) durfte ich nach Hause gehen. Ca. 20min später begann eine Schmierblutung. Bis 18.00 Uhr wurde diese langsam stärker und 18.20Uhr richtig stark. Die Bauchschmerzen nahmen dabei stetig zu. Krämpfe bekam ich keine.
Da ich meinen Mann vorher erklärte, dass dieses Kind nicht einfach so verschwindet, sondern das ich es auf die Welt bringen werde, wie bei einer richtigen Geburt (nur eben alles viel kleiner) lies er mich im Bad in Ruhe und betreute die Kinder.

Nach einer heftigen Blutungsperiode ging ich auf die Toilette. In der Vorlage befand sich der Fruchtkörper. Die Plazenta ging gleichzeitig mit einem riesigen Schwall Blut ab. Ich rief ihn und sagte ihm, dass ich das Kind nicht in der Toilette herunterspülen kann. Ich konnte es einfach nicht. Es ging nicht. Er holte eine kleine Kiste und wir legten beide weinend unser Kind hinein. Es war nicht blutig, sondern eine kleine ca. 1,5-2cm große fast durchsichtige gelartige Kugel. Morgen werden wir einen schönen Platz im Garten suchen und die Kiste dort begraben.
Die Blutungen waren nachts noch recht heftig. Heute sind sie kaum mehr da. Eine normale Regelblutung. Die Bauchschmerzen sind ebenso weg. Ich wurde auf Wunsch 2 Tage krank geschrieben, denn ich wusste nicht wie es mir nach der Tabletteneinnahme bzw. nach dem Abbruch geht.
In 14 Tagen gehe ich zur Nachuntersuchung.

Unspektakulär einfach könnte man meinen, doch man bekommt jedes Detail der medikamentös hervorgerufenen Fehlgeburt mit vollem Bewusstsein mit!
Das schlechte Gewissen wird bleiben und die ewige Erinnerung daran warum wir nur zu viert und nicht schon zu fünft sind die Umstände lassen so etwas aber manchmal nicht zu, egal wie viele Kompromisse man für ein FÜR finden kann oder erfinden möchte.

Fazit:
Zusammen hat alles 10 Tage gedauert (man schafft es auch schneller, doch ich bekam keinen zeitigeren Beratungstermin bei der Schwangerschaftskonfliktberatu ng).
Meine Schwangerschaftswoche am Abbruchtag: 5+5
Kosten des Abbruchs: 290 EURO (wird nicht von der Krankenkasse getragen, wenn bestimmte Einkommensgrenzen überschritten werden)
Zu meiner Frauenärztin gehen ich nie wieder!

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Top 3 Antworten

20. August 2013 um 9:24
In Antwort auf granin

Du kannst von einer frauenärztin nicht verlangen,
dass sie gegen ihre Prinzipien verstösst.Sie vertritt eben eine Meinung, die ich auch respektiere und die du als Schwangere ebenso respektieren solltest.
Die Frauenärztin möchte dich sicher genauso wenig wiedersehen ,wie du sie. Ist doch menschlich,oder?
ÜBRIGENS:Sogar der Tierarzt meiner Katzen und Hund lehnt Abtreibungen bzw. Kastrationen bei trächtigen Tieren grundsätzlich ab .Ich respektiere das und schätze das.Die Ethik geht eben doch noch manchmal vor Geldgier.Gott sei Dank.


was ist denn das bitte für eine Aussage.Die Frauenärztin möchte dich sicher genauso wenig wiedersehen ,wie du sie. Ist doch menschlich,oder? Ein Arzt hat die Pflicht sich neutral dazu zu äußern egal ob eine Frau das Kind möchte oder nicht.Schön wenn sie UND Du diese Meinung vertritt,aber es sei weder DIR noch der Ärztin anzumaßen der Patientin ein schlechtes Gewissen einzureden.Ich hoffe für dich,daß du NIE in eine Situation gerätst,in der du für oder gegen ein Kind entscheiden musst.Du solltest niemals vergessen,daß es ganz individuelle Gründe für ein AB gibt.Nicht jeder AB wird desshalb durchgeführt,weil die Frau mal eben so kein Bock aufs Kind hat.Es gibt genug die durch Vergewaltigung entstanden sind bzw. wo die Gesundheit der Mutter/der Kindes gefärdet ist.Wobei wir beim richtigen Thema sind.WAS hat bitte ein AB beim Menschen mit einem AB bei Tieren zu tun?Ich kenne jedenfalls keinen T-Arzt der ABs bei Tieren durchführt.

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2. Dezember 2014 um 23:51

In der selben Lage, mit anderer Basis...
Es ist etwa ein Jahr her, dass ich mich entschieden habe die Pille nach 7 Jahren abzusetzen. Ich litt schlichtweg unter Nebenwirkungen die für mich nicht in Frage kamen und mir dermaßen das Liebesleben versauten, dass ich mir dachte ich probiere einfach mal was anderes aus. Ich wollte meinem Körper keine künstlichen Hormone mehr zuführen, die gehören dort nicht hin finde ich. Durch meine Mutter erfuhr ich von der Methode der "Natürlichen Familienplanung", etwas, das schon Beate Uhse damals in ihrer "Schrift X" den Frauen näher brachte. Bei dieser Methode muss jeden Morgen vor dem Aufstehen die Körpertemperatur gemessen und notiert werden. Parallel dazu wird die Qualität der Zervixschleims täglich bestimmt, dieser verändert sich über den Zyklus. So lassen sich fruchtbare Tage und Eisprung und die Zeit in der man unfruchtbar ist ermitteln. Hierzu hatte ich mich auf mynfp.de angemeldet. Ich lief gut mit dieser Methode, bekam immer pünktlich meine Mens und hatte nachdem das Programm mir frei gab meinen Spaß ohne Verhütung. Aber ich wurde schlampig beim Messen und auswerten. Und als das Programm sagte dass ich dürfte, dachte ich ich könnte. Ohne Verhütung. Aber scheinbar ist mein Körper nach einem Jahr erst so richtig in Schwung gekommen (die Frauen in meiner Familie sind ziemlich fruchtbar) und meine Regel blieb aus an dem Tag an dem ich sie erwartetete. ich entschloss mich dazu noch ein paar Tage zu warten, obwohl sie ja eigentlich immer pünktlich kam. Und dann machte ich 3 Tage später einen Test, welcher negativ war. Am Wochenende passierte immer noch nichts und nachdem ich eine Woche überfällig war machte ich einen Morgen später nochmals einen Test. Positiv. Mir fiel alles aus dem Gesicht. Mein Freund hatte mich am Abend zuvor vor lauter Eifersucht verlassen. Es war inzwischen der dritte Anlauf zum Versuch einer Beziehung und wir waren mehr als 2 Jahre zusammen insgesamt. Aber es war wohl einfach schon zu viel kaputt... jedenfalls habe ich gerade im August meine Ausbildung angefangen. Ich bin 22 und werde Tierarzthelferin. In diesem Beruf darf man wenn man schwanger ist nicht arbeiten und wird augenblicklich beurlaubt. Das würde also bedeuten, dass ich die Ausbildung abbrechen müsste. Und dann die Tatsache, dass es mit meinem Freund vorbei war, zu meiner Erleichterung muss ich gestehen. Es wurde auch mir alles zu viel. Aber dieser positive Test stellte alles auf den Kopf. Wie sage ich das meinem Chef, ich kann doch jetzt kein Kind bekommen und dann ohne Vater, nein, das ist nicht meine Vorstellung von Familienplanung. Also machte ich einen Termin bei meiner Frauenärztin. Sie konnte beim ersten mal noch nichts sehen auf dem Ultraschall, ich sollte eine Woche später nochmal kommen, sie gab mir ein Infoblatt über die Mifegyne mit und eine Übersicht mit Beratungsstellen und sagte nicht viel dazu, fragte nur ob ich nicht doch wieder die Pille nehmen wolle obwohl ich es ihr schon so oft erklärt hatte. Ich fühlte mich ziemlich schlecht beraten und verurteilt. eine Woche später erkannte sie auf dem Schallbild eine Fruchtblase und gab mir einen Termin bei ihrer Kollegin, die den Abbruch durchführen würde. Zu diesem Termin würde nochmal eine Untersuchung stattfinden. Ich klärte die Formalitäten, stellte den Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse, was sehr schnell ging, ging zur Beratung. Die Frau dort war sehr nett und klärte mich umfassend auf. Als ich zur Untersuchung bei der anderen Ärztin war konnte diese zum ersten mal den Embryo sehen, ich habe den Monitor nicht sehen können. Vielleicht ist das besser so. Ich muss auch sagen dass ich mich relativ schnell emotional davon abkapselte und mich auch mit Alkohol und Zigaretten nicht wirklich zurück nahm. Wenn mir danach war feierte ich ganz normal mit meinen Freunden. Im Grunde genommen nervte mich die Schwangerschaft nur nich, weil mir mit jedem Tag mehr übel wurde und meine Brüste weh taten. Dann bekam ich letzte Woche Freitag die Mifegyne. Die Ärztin sagte mir ich solle sie Sonntag früh nehmen und dass es wichtig wäre, sie genau 48 Stunden vor der Einnahme der Cyctotec Tabletten zu nehmen. Sie war im Gegensatz zu Ihrer Kollegin auch sehr sehr freundlich und klärte mich darüber auf, dass es danach kein Zurück mehr gäbe und welche Möglichkeiten ich noch hätte. Ich nahm am Sonntag früh die Tabletten und schlief dann noch ein paar Stunden. Es passierte nichts. Außer, dass ich mich emotional völlig von dem löste, was dort in mir wuchs. Ich ging heute früh in die Praxis. Dort durfte ich mich in einem Behandlungsraum auf die Liege legen und in Ruhe die Tabletten einnehmen. Ich machte es mir gemütlich und las ein Buch. Nach etwa einer dreiviertel Stunde bekam ich ein leichtes Ziehen im Unterleib. Etwa eine halbe Stunde später merkte ich, dass die Blutung eingesetzt hatte. Ich ging zur Toilette und verlor sofort etwas das sich mit einem *plumps* in die Kanalisation verabschiedete. Als ich da Gefühl hatte es würde wieder gehen ging ich zurück und legte mich wieder hin. Von da an wurden die Bauchschmerzen heftiger. Alles in allem hielten sie über anderthalb Stunden in dem Maße an und waren etwas heftiger als bei der Regelblutung. Alle 20 Minuten ging ich zur Toilette um mich wieder trocken zu legen. Es gingen immer mal wieder Gewebeteile ab. Gegen Mittag wurde die Blutung schwächer und die Bauchschmerzen auch. Ich durfte um 13 Uhr nach Hause gehen, ließ mich abholen und liege seitdem im Bett, habe kaum Bauchschmerzen und eine Blutung wie an stärkeren Regeltagen. Es ist ein wenig komisch. Ich frage mich ob bei mir irgendwas nicht stimmt, dass mich das so kalt lässt. Aber ich weiß, es wäre absolut unvernünftig gewesen das Kind zu bekommen. Ich habe mich für die medikamentöse Abtreibung entschieden, weil ich nicht möchte, dass ich irgendwelche Instrumente in meiner Gebärmutter habe. Denn eines Tages möchte ich eine Familie gründen, ich möchte auch mehr als nur ein Kind haben. Das weiß ich schon seit vielen Jahren. Aber es ist eben noch nicht so weit. Ich muss in 2 Wochen zu einer Nachuntersuchung und werde dann nochmal Bericht erstatten ob der SS-Abbruch erfolgreich war. Im Januar zieht meine Ärztin um. Die andere Ärztin bleibt in der Praxis. Ich denke ich werde auch in dieser Praxis und bei dieser Ärztin bleiben. Denn ich finde, dass eine Frauenärztin eine Frau unabhängig von ihrer eigenen Meinung und ihren moralischen Vorstellungen beraten muss. Es ist mein Körper. Ich entscheide, wie ich ihn behandle und was für mich das Beste ist.
Natürlich werde ich nun nicht mehr so leichtsinnig beim Thema Verhütung sein. Ich messe weiter, einfach um den Überblick zu behalten. Aber ab jetzt wird mit Kondom verhütet. Hormone oder irgendwelche Spiralen kommen für mich nicht in Frage. Sollte mir das wieder passieren, würde ich mich wieder für die medikamentöse Abtreibung entscheiden. Aber ich denke ich habe das nur so locker weggesteckt weil ich damit bereits emotional abgeschlossen hatte.

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27. August 2009 um 8:15

Immer diese "netten" Kommentare
Hallo!

Ich finde es sehr mutig von Dir, hier deine Erfahrungen zu veröffentlichen - auch in dem Wissen, dass es Menschen geben wird, welche den Stab über Dir brechen und über Dich urteilen werden.

Keine Frau entscheidet sich leichtfertig für eine Abtreibung und genauso muss kein Abtreibungsgegner Deinen Beitrag lesen, um dann auch noch unsachliche und beleidigende Kommentare abzugeben. Aber wie so oft, lässt das Niveau gewisser Leute zu wünschen übrig und ich hoffe, dass Du die Zeilen dieser Individuen ignorieren kannst oder in einem anderen Forum etwas mehr Unterstützung finden wirst.
Dir wünsche ich viel Kraft, das Geschehene zu verarbeiten!

Alles Gute, Nela

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15. August 2009 um 23:06

Habs...
auch so erlebt... nur mit dem unterschied dass ich in der praxis bleiben musste bis es raus war... und dann in den mülleimer und ich hätts so gern vergraben....
scheiise sowas echt... nie wieder...

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27. August 2009 um 8:15

Immer diese "netten" Kommentare
Hallo!

Ich finde es sehr mutig von Dir, hier deine Erfahrungen zu veröffentlichen - auch in dem Wissen, dass es Menschen geben wird, welche den Stab über Dir brechen und über Dich urteilen werden.

Keine Frau entscheidet sich leichtfertig für eine Abtreibung und genauso muss kein Abtreibungsgegner Deinen Beitrag lesen, um dann auch noch unsachliche und beleidigende Kommentare abzugeben. Aber wie so oft, lässt das Niveau gewisser Leute zu wünschen übrig und ich hoffe, dass Du die Zeilen dieser Individuen ignorieren kannst oder in einem anderen Forum etwas mehr Unterstützung finden wirst.
Dir wünsche ich viel Kraft, das Geschehene zu verarbeiten!

Alles Gute, Nela

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29. August 2009 um 21:06

Jeder mensch trifft immer noch seine entscheidung alleine ...
Hallo

zu erst mal muss ich sagen als ich deinen bericht gelesen habe, hatte ich leichte tränen in den augen, keine mensch der welt darf jemanden verurteilen egal um welche entscheidung es geht.

ich hab auch den medikamentöser abbruch gewählt war in der 5ssw.für mich war die entscheidung auch nicht leicht aber auch für mich gab es keine andere wahl auch wenn immer alle sagen das wird schon und das bekommen wir schon hin aber am ende muss man ja doch das kind mit mann alleine großziehen.

meine frauenärztin hat mich versucht zu dem kind zu überreden, ich hätte ja das richtige älter und und und ...
auch in der Schwangerschaftsberatungstelle war es genau so, die frau könnte oder wollte nicht verstehen warum ich mich so entscheiden habe.

bei der frauenärztin wo ich dann den abbruch machen lassen habe war das ganz anders, sie war super lieb und hat mir alles ganz genau erklärt und hat mich auch nicht alleine gelassen.ich bin früh um sieben in die praxis und wurde in einen extra raum gebracht wo ich liegen könnte, die kam aller halben stunde zum kontrollieren vorbei und nach 2 stunden musste ich zur kontrolle zu ihr auf den stuhl.sie hat mich so lange betreut bis alles vorbei war.ich drufte dann gegen 16 uhr ihre praxis dann verlassen ich musste aber abgeholt werden, alleine durfte ich nicht gehen.und auch bei der nachuntersuchung war sie wieder super lieb.

heute überleg ich ob es die richtig entscheidung war, besonders weil meine nachbarin jetzt auch schwanger ist und ich jetzt ständig daran errinnert werde!!!

liebe grüße caro

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11. Juli 2010 um 18:17

Ähnliche situation...
bin seit tagen nur am weinen ... ich war so dumm die pille so unregelmäßig zu nehmen dass es passiert ist.. ich bin schwanger!

nach zwei jahren gelegenheitsjobs und suche nach dem richtigen weg für mich dachte ich nun halbwegs alles in die richtigen bahnen zu leiten... endlich einen harterkämpften ausbildungsplatz an einer fh ergattert... wohnung gefunden, freund beziehung ... drogen und essprobleme komplett überwunden ... und jetzt das ... ich bin schwanger ... ich hab niemanden der mich unterstützt und mir dazu rät es zu behalten alle drängen mich zur abtreibung.. ich bin 22 im september fängt mein studium an ... alles so wie ichs mir erträumt hatte... und jetzt ist da dieses kleine wesen in mir und ich habs mit jeder minute mehr lieb... was soll ich nur tun? mein freund spart schno für die abtreibung zusammen ich bin jetzt in der 6.ssw und hab rießen angst vor einem abbruch ... ich dank dir für deinen ehrlichen erfahrungsbericht ich fühl sehr mit dir und muss grad immer noch sehr viel weinen.. ein abbruch kostet bei uns in österreich 490 euro egal ob medikamentös oder anders.. ich weiß nicht was ich tun soll wofür ich mich entscheiden soll.. die vernunft spricht gegen das kind und bis es mich selbst betroffen hat hab ich abtreibung nie als etwas derart schlimmes gesehen... aber nun wo ich selbst meinem ersten kind ... das schon unterwegs is und bereits existieren soll nciht die chance gebe zu leben... es is so ein schrecklicher gedanke ich komm überhaupt nicht klar ... damit hätte ich nicht gerechnet! gings dir ähnlich? hast dus gut überwunden? oder bereust dus?

ich würd mich sehr über eine antwort freuen...

lg

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11. Juli 2010 um 19:52
In Antwort auf sadwoman88

Ähnliche situation...
bin seit tagen nur am weinen ... ich war so dumm die pille so unregelmäßig zu nehmen dass es passiert ist.. ich bin schwanger!

nach zwei jahren gelegenheitsjobs und suche nach dem richtigen weg für mich dachte ich nun halbwegs alles in die richtigen bahnen zu leiten... endlich einen harterkämpften ausbildungsplatz an einer fh ergattert... wohnung gefunden, freund beziehung ... drogen und essprobleme komplett überwunden ... und jetzt das ... ich bin schwanger ... ich hab niemanden der mich unterstützt und mir dazu rät es zu behalten alle drängen mich zur abtreibung.. ich bin 22 im september fängt mein studium an ... alles so wie ichs mir erträumt hatte... und jetzt ist da dieses kleine wesen in mir und ich habs mit jeder minute mehr lieb... was soll ich nur tun? mein freund spart schno für die abtreibung zusammen ich bin jetzt in der 6.ssw und hab rießen angst vor einem abbruch ... ich dank dir für deinen ehrlichen erfahrungsbericht ich fühl sehr mit dir und muss grad immer noch sehr viel weinen.. ein abbruch kostet bei uns in österreich 490 euro egal ob medikamentös oder anders.. ich weiß nicht was ich tun soll wofür ich mich entscheiden soll.. die vernunft spricht gegen das kind und bis es mich selbst betroffen hat hab ich abtreibung nie als etwas derart schlimmes gesehen... aber nun wo ich selbst meinem ersten kind ... das schon unterwegs is und bereits existieren soll nciht die chance gebe zu leben... es is so ein schrecklicher gedanke ich komm überhaupt nicht klar ... damit hätte ich nicht gerechnet! gings dir ähnlich? hast dus gut überwunden? oder bereust dus?

ich würd mich sehr über eine antwort freuen...

lg

Sadwomen88
Hallo Sadwomen88,
wer um ein ungeborenes Kind weinen kann, der wird auch einen guten Weg mit diesem Kind finden. Auch wenn dieser Weg ganz sicher erst gefunden werden muß.
Du weißt nicht wofür Du Dich entscheiden sollst und was Du tun sollst, aber es geht gar nicht darum, was Du tun sollst, sondern darum, dass Du eine Entscheidung treffen kannst, auf die Du in vielen Jahren stolz sein kannst.
Du hast dieses kleine Wesen in Dir von Minute zu Minute mehr lieb, damit hast Du Dir eigentlich Deine Antwort schon gegeben. Denn diese Liebe wird Dich stark machen, Dir eine Perspektive zu erarbeiten, wie es mit diesem Kind gehen kann. Auch wenn Du in Österreich wohnst, darfst Du Dich dazu bei ausweg-pforzheim.de melden, die sind einfühlsam und fit. Deine Angst vor einer Abtreibung hat ihre Berechtigung. Denn es kann für Dich zu einer Verlusterfahrung werden, die Dich über Jahre hinweg körperlich und psychisch belasten kann (vor-abtreibung.de, Seite Risiken) Du kommst jetzt schon mit dem Gedanken einer Abtreibung nicht klar, wie soll dies dann anschließend sein? Du denkst gerade an das Geld. Aber anschließend ist dieses absolut unwichtig, wenn Du merkst es fehlt ein Mensch auf dieser Welt, und das Herz weh tut. Ein Studium ist auch mit Kind zu schaffen, auch wenn es nicht immer einfach ist.
LG Itemba

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14. Juli 2010 um 1:04

Du kannst von einer frauenärztin nicht verlangen,
dass sie gegen ihre Prinzipien verstösst.Sie vertritt eben eine Meinung, die ich auch respektiere und die du als Schwangere ebenso respektieren solltest.
Die Frauenärztin möchte dich sicher genauso wenig wiedersehen ,wie du sie. Ist doch menschlich,oder?
ÜBRIGENS:Sogar der Tierarzt meiner Katzen und Hund lehnt Abtreibungen bzw. Kastrationen bei trächtigen Tieren grundsätzlich ab .Ich respektiere das und schätze das.Die Ethik geht eben doch noch manchmal vor Geldgier.Gott sei Dank.

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20. August 2013 um 9:24
In Antwort auf granin

Du kannst von einer frauenärztin nicht verlangen,
dass sie gegen ihre Prinzipien verstösst.Sie vertritt eben eine Meinung, die ich auch respektiere und die du als Schwangere ebenso respektieren solltest.
Die Frauenärztin möchte dich sicher genauso wenig wiedersehen ,wie du sie. Ist doch menschlich,oder?
ÜBRIGENS:Sogar der Tierarzt meiner Katzen und Hund lehnt Abtreibungen bzw. Kastrationen bei trächtigen Tieren grundsätzlich ab .Ich respektiere das und schätze das.Die Ethik geht eben doch noch manchmal vor Geldgier.Gott sei Dank.


was ist denn das bitte für eine Aussage.Die Frauenärztin möchte dich sicher genauso wenig wiedersehen ,wie du sie. Ist doch menschlich,oder? Ein Arzt hat die Pflicht sich neutral dazu zu äußern egal ob eine Frau das Kind möchte oder nicht.Schön wenn sie UND Du diese Meinung vertritt,aber es sei weder DIR noch der Ärztin anzumaßen der Patientin ein schlechtes Gewissen einzureden.Ich hoffe für dich,daß du NIE in eine Situation gerätst,in der du für oder gegen ein Kind entscheiden musst.Du solltest niemals vergessen,daß es ganz individuelle Gründe für ein AB gibt.Nicht jeder AB wird desshalb durchgeführt,weil die Frau mal eben so kein Bock aufs Kind hat.Es gibt genug die durch Vergewaltigung entstanden sind bzw. wo die Gesundheit der Mutter/der Kindes gefärdet ist.Wobei wir beim richtigen Thema sind.WAS hat bitte ein AB beim Menschen mit einem AB bei Tieren zu tun?Ich kenne jedenfalls keinen T-Arzt der ABs bei Tieren durchführt.

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20. August 2013 um 13:52

Aaaaaalt...
Tote sollte man ruhen lassen....

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2. Dezember 2014 um 23:51

In der selben Lage, mit anderer Basis...
Es ist etwa ein Jahr her, dass ich mich entschieden habe die Pille nach 7 Jahren abzusetzen. Ich litt schlichtweg unter Nebenwirkungen die für mich nicht in Frage kamen und mir dermaßen das Liebesleben versauten, dass ich mir dachte ich probiere einfach mal was anderes aus. Ich wollte meinem Körper keine künstlichen Hormone mehr zuführen, die gehören dort nicht hin finde ich. Durch meine Mutter erfuhr ich von der Methode der "Natürlichen Familienplanung", etwas, das schon Beate Uhse damals in ihrer "Schrift X" den Frauen näher brachte. Bei dieser Methode muss jeden Morgen vor dem Aufstehen die Körpertemperatur gemessen und notiert werden. Parallel dazu wird die Qualität der Zervixschleims täglich bestimmt, dieser verändert sich über den Zyklus. So lassen sich fruchtbare Tage und Eisprung und die Zeit in der man unfruchtbar ist ermitteln. Hierzu hatte ich mich auf mynfp.de angemeldet. Ich lief gut mit dieser Methode, bekam immer pünktlich meine Mens und hatte nachdem das Programm mir frei gab meinen Spaß ohne Verhütung. Aber ich wurde schlampig beim Messen und auswerten. Und als das Programm sagte dass ich dürfte, dachte ich ich könnte. Ohne Verhütung. Aber scheinbar ist mein Körper nach einem Jahr erst so richtig in Schwung gekommen (die Frauen in meiner Familie sind ziemlich fruchtbar) und meine Regel blieb aus an dem Tag an dem ich sie erwartetete. ich entschloss mich dazu noch ein paar Tage zu warten, obwohl sie ja eigentlich immer pünktlich kam. Und dann machte ich 3 Tage später einen Test, welcher negativ war. Am Wochenende passierte immer noch nichts und nachdem ich eine Woche überfällig war machte ich einen Morgen später nochmals einen Test. Positiv. Mir fiel alles aus dem Gesicht. Mein Freund hatte mich am Abend zuvor vor lauter Eifersucht verlassen. Es war inzwischen der dritte Anlauf zum Versuch einer Beziehung und wir waren mehr als 2 Jahre zusammen insgesamt. Aber es war wohl einfach schon zu viel kaputt... jedenfalls habe ich gerade im August meine Ausbildung angefangen. Ich bin 22 und werde Tierarzthelferin. In diesem Beruf darf man wenn man schwanger ist nicht arbeiten und wird augenblicklich beurlaubt. Das würde also bedeuten, dass ich die Ausbildung abbrechen müsste. Und dann die Tatsache, dass es mit meinem Freund vorbei war, zu meiner Erleichterung muss ich gestehen. Es wurde auch mir alles zu viel. Aber dieser positive Test stellte alles auf den Kopf. Wie sage ich das meinem Chef, ich kann doch jetzt kein Kind bekommen und dann ohne Vater, nein, das ist nicht meine Vorstellung von Familienplanung. Also machte ich einen Termin bei meiner Frauenärztin. Sie konnte beim ersten mal noch nichts sehen auf dem Ultraschall, ich sollte eine Woche später nochmal kommen, sie gab mir ein Infoblatt über die Mifegyne mit und eine Übersicht mit Beratungsstellen und sagte nicht viel dazu, fragte nur ob ich nicht doch wieder die Pille nehmen wolle obwohl ich es ihr schon so oft erklärt hatte. Ich fühlte mich ziemlich schlecht beraten und verurteilt. eine Woche später erkannte sie auf dem Schallbild eine Fruchtblase und gab mir einen Termin bei ihrer Kollegin, die den Abbruch durchführen würde. Zu diesem Termin würde nochmal eine Untersuchung stattfinden. Ich klärte die Formalitäten, stellte den Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse, was sehr schnell ging, ging zur Beratung. Die Frau dort war sehr nett und klärte mich umfassend auf. Als ich zur Untersuchung bei der anderen Ärztin war konnte diese zum ersten mal den Embryo sehen, ich habe den Monitor nicht sehen können. Vielleicht ist das besser so. Ich muss auch sagen dass ich mich relativ schnell emotional davon abkapselte und mich auch mit Alkohol und Zigaretten nicht wirklich zurück nahm. Wenn mir danach war feierte ich ganz normal mit meinen Freunden. Im Grunde genommen nervte mich die Schwangerschaft nur nich, weil mir mit jedem Tag mehr übel wurde und meine Brüste weh taten. Dann bekam ich letzte Woche Freitag die Mifegyne. Die Ärztin sagte mir ich solle sie Sonntag früh nehmen und dass es wichtig wäre, sie genau 48 Stunden vor der Einnahme der Cyctotec Tabletten zu nehmen. Sie war im Gegensatz zu Ihrer Kollegin auch sehr sehr freundlich und klärte mich darüber auf, dass es danach kein Zurück mehr gäbe und welche Möglichkeiten ich noch hätte. Ich nahm am Sonntag früh die Tabletten und schlief dann noch ein paar Stunden. Es passierte nichts. Außer, dass ich mich emotional völlig von dem löste, was dort in mir wuchs. Ich ging heute früh in die Praxis. Dort durfte ich mich in einem Behandlungsraum auf die Liege legen und in Ruhe die Tabletten einnehmen. Ich machte es mir gemütlich und las ein Buch. Nach etwa einer dreiviertel Stunde bekam ich ein leichtes Ziehen im Unterleib. Etwa eine halbe Stunde später merkte ich, dass die Blutung eingesetzt hatte. Ich ging zur Toilette und verlor sofort etwas das sich mit einem *plumps* in die Kanalisation verabschiedete. Als ich da Gefühl hatte es würde wieder gehen ging ich zurück und legte mich wieder hin. Von da an wurden die Bauchschmerzen heftiger. Alles in allem hielten sie über anderthalb Stunden in dem Maße an und waren etwas heftiger als bei der Regelblutung. Alle 20 Minuten ging ich zur Toilette um mich wieder trocken zu legen. Es gingen immer mal wieder Gewebeteile ab. Gegen Mittag wurde die Blutung schwächer und die Bauchschmerzen auch. Ich durfte um 13 Uhr nach Hause gehen, ließ mich abholen und liege seitdem im Bett, habe kaum Bauchschmerzen und eine Blutung wie an stärkeren Regeltagen. Es ist ein wenig komisch. Ich frage mich ob bei mir irgendwas nicht stimmt, dass mich das so kalt lässt. Aber ich weiß, es wäre absolut unvernünftig gewesen das Kind zu bekommen. Ich habe mich für die medikamentöse Abtreibung entschieden, weil ich nicht möchte, dass ich irgendwelche Instrumente in meiner Gebärmutter habe. Denn eines Tages möchte ich eine Familie gründen, ich möchte auch mehr als nur ein Kind haben. Das weiß ich schon seit vielen Jahren. Aber es ist eben noch nicht so weit. Ich muss in 2 Wochen zu einer Nachuntersuchung und werde dann nochmal Bericht erstatten ob der SS-Abbruch erfolgreich war. Im Januar zieht meine Ärztin um. Die andere Ärztin bleibt in der Praxis. Ich denke ich werde auch in dieser Praxis und bei dieser Ärztin bleiben. Denn ich finde, dass eine Frauenärztin eine Frau unabhängig von ihrer eigenen Meinung und ihren moralischen Vorstellungen beraten muss. Es ist mein Körper. Ich entscheide, wie ich ihn behandle und was für mich das Beste ist.
Natürlich werde ich nun nicht mehr so leichtsinnig beim Thema Verhütung sein. Ich messe weiter, einfach um den Überblick zu behalten. Aber ab jetzt wird mit Kondom verhütet. Hormone oder irgendwelche Spiralen kommen für mich nicht in Frage. Sollte mir das wieder passieren, würde ich mich wieder für die medikamentöse Abtreibung entscheiden. Aber ich denke ich habe das nur so locker weggesteckt weil ich damit bereits emotional abgeschlossen hatte.

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5. Januar 2017 um 19:36

Hallo,

vor zweieinhalb Wochen wurde auch bei mir eine Ss festgestellt. Ich war gerade mal 4,0 Woche und man konnte ausser einer verdickten Schleimhaut nichts sehen.

Ich habe schon zwei Kinder und die Schwangerschaftssymptome wie extremes Brustspannen, Übelkeit und Müdigkeit waren schon voll da. Als ich das erste mal die Vermutung hatte, dass ich Schwanger bin hatte ich nur Angst und Panik. Ich wollte es nicht!
Wir verhüten seit 4 Jahren natürlich und es hatte bis dahin auch immer gut funktioniert. Mein Zyklus war bis dahin immer regelmäßig.

Ich hatte nach meinem Test zu Hause direkt bei pro Familia, Krankenkasse und bei der Ärztin angerufen. Mein Entschluß stand sofort fest. Ein drittes Kind...NEIN das geht nicht.Auch wenn es mir mit dieser Entscheidung bis heute auch nicht gut geht.

Der nächstmöglichste Termin war am 02.Januar für den medikamentösen Abbruch. Klar, zwischen Weihnachten und Neujahr macht keiner was. Das war das schlimmste Weihnachten und generell der schlimmste Urlaub den ich hatte. Jeden Tag und jede Nacht Gewissensbisse und Schuldgefühle, ich konnte an nichts anderes mehr denken. Ich stehe nach wie vor dazu, ich wollte kein Kind mehr und trotzdem ging bzw.geht es mir schlecht damit. Vorallem weil ich Schuldgefühle dem Wurm gegenüber habe!!! Es tut mir trotzdem unendlich Leid! Aber ein Kind bedeutet Verantwortung und ist mit einer Menge Kosten und Zeit verbunden. Manchmal muss man auch rational entscheiden. LEIDER!!! Ich weiß nicht ob die Entscheidung richtig war, aber es ist jetzt eh zu spät. 

Montag hatte ich den ersten Termin, wo ich drei Tabletten schlucken musste, dann konnte ich nach Hause. Da ich mich von meinem Hausarzt die Woche krank schreiben lassen habe, musste ich zumindest nicht zur Arbeit.

Ich hatte Unterleibsschmerzen, aber nicht schlimm. Psychisch war es allerdings eine andere Sache. Ich wusste das der Wurm in mir gerade stirbt. SCHLIMM!!!

Dienstag Nachmittag setzten Blutungen ein und ich musste mehrmals auf Toilette. Kaum auf Toilette angelangt rutschte mehrmals was größeres aus meiner Mumu. 

Ich war schockiert, vorallem weil es nun in der Toilette war. Das ging mehrmals den Abend lang. Irgendwann hörte es auf und die Blutungen wurden schwächer. Ich dachte schon das es das gewesen sei und ich die Tablette heute beim zweiten Termin nicht brauche. Gestern ging es Tagsüber und zum Abend hin wurden die Blutungen so stark, das es mir die Beine runter lief. Das ganze ging ca.5 Stunden und es kamen immer wieder Gewebereste mit raus. Ich konnte irgendwann schon gar nicht mehr. 

Das ganze war Psychisch der Horror! Von den Schmerzen her, war es erträglich. Hatte zwei Ibus genommen. Aber Psychisch ging es gar nicht. Das habe ich wohl allerdings verdient.

Heute bei der Ärztin wurde festgestellt das nur noch ein wenig Geweberest vorhanden ist. Trotzdem musste ich mir die Vaginaltablette einführen, damit das auch noch weg geht. Nach einer Stunde zur Beobachtung ( um zu sehen ob ich Allergisch reagiere) in der Praxis durfte ich gehen. 

Zu Hause hatte ich ein leichtes ziehen und auch der Rest ging ab. 

Fazit: Es war weitaus mehr als ein kleines etwas, was da abgegangen ist und es waren die schlimmsten Tage meines Lebens. Schmerzhaft war es nicht, es war auszuhalten, aber Psychisch war es der Horror. 



 

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20. Juni 2017 um 11:25

Danke danke danke für eure Berichte, auch wenn sie zum Teil schon sehr lange zurückliegen. Auch ich stand kürzlich vor der Situation einer ungewollten Schwangerschaft (mein Partner ist sterilisiert! in seltenen Fällen kann da wohl wieder was zusammenwachsen, er lässt heute ein Spermiogramm machen...)
Mir war immer klar, dass ich keine Kinder will, bin somit 5 Tage überfällig (in der ganzen Zeit mittelstarke Unterleibsschmerzen, so als ob die Tage kommen wollten aber sie kamen eben nicht...) nach zwei positiven Tests und Besuch beim Frauenarzt (HCG-Wert 33, auf dem Ultraschall noch nichts zu erkennen weil zu früh) direkt zum Gesundheitsamt. Das Beratungsgespräch war überhaupt nicht schlimm, ich erhielt den Schein und hatte für die Folgewoche Termine in einer Praxis gemacht für den medikamentösen Abbruch - ich wollte nicht, dass in mir rumgeschabt wird und eure Schilderungen haben mir zu dieser Entscheidung verholfen, es war ja auch noch früh genug.
Kurz darauf fing ich an zu bluten mit sehr starken Schmerzen, die zwei Tage lang anhielten. Der neue HCG-Wert am zweiten Tag der Blutung war 7, ich hatte also einen Abgang. Glück im Unglück, sozusagen, auch wenn ich das alles um keinen Preis nochmal erleben möchte. Die körperlichen und psychischen Belastungen waren sehr anstrengend, ich musste mich sehr schonen in den letzten Tagen und bin unendlich erleichtert, dass ich von meinem Partner komplett unterstützt wurde. Er ist bereit eine neue Vasektomie durchführen zu lassen. Die ganze Geschichte hat uns sehr zusammengeschweißt und ich bin einfach nur froh, wenn alles vorbei ist.
Alles Liebe und lasst euch nicht von dem Weg abbringen, der für euch (und niemanden sonst) der richtige ist.

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15. August 2017 um 20:48

Ihr Lieben,
nach weit mehr als 2 Jahren meines medikamentösen Schwangerschaftsabruchs möchte ich meine Geschichte an euch weitergeben. 

Ich war mitten im Studium, Stichtag vor einem wichtigen Staatsexamen, aber vielmehr führt ich eine Fernbeziehung ins Ausland und für mich war es ein Albtraum allein dieses Kind aufzuziehen, zumal ich auch noch nicht glaubte meinen Traummann gefunden zu haben. 
Ich hatte Angst allein mit dieser Situation zu sein. Ich stelle mir eine kleine 1-Zimmer-Wohnung vor, alleine mit dem Kind zu sein.

Heute weiß ich von Freunden, dass eine ungeplante Schwanderschaft immer mit Angst verbunden ist und dem kurzzeitigen Gedanken es abzutreiben. Diese Angst darf man also irgendwo also normal hinnehmen. Und was ich heute auch weiß: es bleibt ein ewiger Schmerz deines ungeborenen Kindes zurück. Ich hab mein Examen gemacht, hatte weitere Auslandserfahrungen, hab Studenten-Leben führen können usw., aber mein Kind bedeutet viel mehr, als all der letztendlich oberflächliche Kram. Zum Zeitpunkt des Schwangerschaftsabbruchs wusste ich dass einige Frauen bis heute daunter leiden - trotzdem hab ich es gemacht. 

Ich möchte euch keinen eindeutigen Rat geben, aber wenn ihr emotionale anhängliche Personen seid, würde ich an eurer Stelle das mit in Bezug nehmen. Ich hab bis heute einen Schmerz in mir. 
<3  
 

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15. Dezember 2018 um 15:49
In Antwort auf gewi003

Dieser Beitrag ist für all diejenigen Frauen und Paare gedacht, die einen Erfahrungsbericht zum Thema medikamentöser Schwangerschaftsabbruch mit Mifegyne suchen. Alle anderen sollten hier nicht weiter lesen bzw. ihre Kommentare abgeben.

Sich nicht für ein Kind zu entscheiden ist eine sehr schwierige und ernste Angelegenheit. Diese Entscheidung ist stark mit Gefühlen, Fragen, Schuldzuweisungen, vielleicht auch mit Hass dem Partner gegenüber und garantiert mit vielen Tränen verbunden. Man sollte sich jedoch vor Augen halten das immer zwei Personen daran beteiligt waren und es sollten beide die Verantwortung tragen und nicht nur die Frau, die am Ende ein Kind in der Gebärmutter trägt.
Die Gründe für unsere Entscheidung gegen das Kind stelle ich hier nicht vor. Es ist eine individuelle Entscheidung und keiner kann einem einen Rat geben bzw. die getroffen Entscheidung verurteilen. Darum hier ein hoffentlich hilfreicher Erfahrungsbericht:

Sonst pünktlich auf den Tag, blieb meine Regelblutung aus. Ich gab mir noch 2 Tage, da ich gerade schwer erkältet war. Im Hinterkopf schlummerte bereits die Gewissheit, dass ich schwanger bin. Die Anzeichen waren eindeutig (Brustziehen, Übelkeit, Ziehen in der Leistengegend). Ich äußerte meine Vermutung gegenüber meinem Mann. Er war sichtlich betroffen, genauso wie ich, denn wir hatten uns vor gut 2 Monaten dazu entschieden über ein drittes Kind frühestens in einem Jahr zu entscheiden. Mein Mann besorgte den Schwangerschaftstest positiv. Wir gingen uns erst einmal 2 Tage aus dem Weg, keiner wollte das Thema ansprechen. Jeder hatte auf seine Weise ein schlechtes Gewissen. Ich rief bei meiner Frauenärztin an, sagte der Schwangerschaftstest sei positiv und bekam gleich einen Termin. Am Abend vor dem Termin setzten wir uns lange zusammen und versuchten eine Lösung zu finden, zu konstruieren. Was wenn und man könnte doch... letztendlich entschieden wir uns gegen das Kind.

Beim Frauenarzt:
Es lief alles ganz normal ab bis zu dem Zeitpunkt an dem ich verdeutlichte, dass wir uns gegen die Schwangerschaft entschieden haben. Daraufhin wurde die Frauenärztin ungehalten und machte mir Vorwürfe. Ich hörte mir mit Tränen in den Augen solche Sachen an, wie
- ob man nicht vorher darüber nachdenken könnte oder
- die Verhütungsmethoden sind doch allen bekannt
- andere Paare brauchen Jahre für ein Kind und sie entscheiden so
- die Entscheidung holt sie irgendwann einmal ein
- ich sollte über eine Sterilisation nachdenken
Warum ich nicht aufgestanden und gegangen bin, weiß ich nicht. Ich hatte mir mehr Verständnis vom Arzt erhofft, eine gute Beratung und Aufklärung über mögliche Abbruchmethoden, jedoch nicht so etwas. Die Untersuchung lief dann kommentarlos ab, d.h. ich erhielt keine Informationen über Kind, Größe, Zustand. Ob ich wirklich Schwanger bin wusste ich nur durch meinen eigenen Schwangerschaftstest von zu Hause! Bestätigt wurde nichts. Man gab mir eine Liste mit Beratungsstellen mit. HÄ?
Danach habe ich erst einmal im Internet nachgelesen, wie so eine Abtreibung gesetzlich einwandfrei abläuft:
1. Schwangerschaftskonfliktberatu ng + dort einen Beratungsschein ausstellen lassen
2. 3 Tage später kann dann der medikamentöse Abbruch durch einen Arzt stattfinden

Drei Tage später bekam ich einen Termin bei der Schwangerschaftskonfliktberatu ng (Caritas). Ich erklärte der Beraterin wie es zum Kind und zu unserer Entscheidung kam. Sie versuchte nicht die Entscheidung in Frage zu stellen, sondern bot ihre Hilfe beim Verarbeiten des Abbruchs an. Sie klärte mich über die Methoden eines Schwangerschaftsabbruchs auf, gab mir Ärztlisten, Telefonnummern und die Preislisten der Ärzte mit. Am Ende füllten wir gemeinsam einen Erhebungsboden zu statistischen Zwecken aus und sie gab mit den Beratungsschein.
Ich erhielt 3 Tage später ganz früh zeitig einen Arzttermin bei einem Gynäkologen, der den medikamentösen Schwangerschaftsabbruch durchführt. Ich gab ihm meine Unterlagen (meine Mutterpässe der vorherigen 2 Schwangerschaften wegen der Blutgruppe, eine Überweisung von meiner (nunmehr Ex-) Frauenärztin und den Beratungsschein). Er kontrollierte ob tatsächlich eine Schwangerschaft vorliegt - was tatsächlich so war. Nach dem Herzschlag schaute er nicht, es hat gereicht eine Fruchthöle in der Gebährmutter darzustellen. Sachlich und fair. Dann gab er mir 1 Tablette Mifegyne, einen Termin für den nächsten Tag und ich durfte nach Hause gehen.

Von der Wirkung der Tablette merkte ich nichts, ich war nur sehr weinerlich.

Zum Termin (einen Tag später) sollte ich mir Vorlagen und ca. 1-2 Stunden Zeit mitbringen. Nachmittags 15.00 Uhr ging ich in die Praxis. Die Schwester gab mit 2 Tabletten Cytotec (ein Prostagladin, das den Muttermund weich machen und Wehen auslösen soll). Ich sollte mich hinsetzen und eine Stunde warten, ab und zu mal auf das WC gehen und schauen, ob eine Blutung eingesetzt hat. Ich bekam Bauchschmerzen, ähnlich denen bei der Monatsblutung bzw. leichte Wehen. Mir wurde leicht schwindelig, was aber nicht weiter schlimm war. Eine Blutung bekam ich bin 16.10 Uhr nicht. Die Schwester gab mit 2 weitere Tabletten. Nach 15 min Wartezeit (um zu sehen, ob die Tabletten im Körper verbleiben; Übelkeit und Erbrechen ist eine Nebenwirkung) durfte ich nach Hause gehen. Ca. 20min später begann eine Schmierblutung. Bis 18.00 Uhr wurde diese langsam stärker und 18.20Uhr richtig stark. Die Bauchschmerzen nahmen dabei stetig zu. Krämpfe bekam ich keine.
Da ich meinen Mann vorher erklärte, dass dieses Kind nicht einfach so verschwindet, sondern das ich es auf die Welt bringen werde, wie bei einer richtigen Geburt (nur eben alles viel kleiner) lies er mich im Bad in Ruhe und betreute die Kinder.

Nach einer heftigen Blutungsperiode ging ich auf die Toilette. In der Vorlage befand sich der Fruchtkörper. Die Plazenta ging gleichzeitig mit einem riesigen Schwall Blut ab. Ich rief ihn und sagte ihm, dass ich das Kind nicht in der Toilette herunterspülen kann. Ich konnte es einfach nicht. Es ging nicht. Er holte eine kleine Kiste und wir legten beide weinend unser Kind hinein. Es war nicht blutig, sondern eine kleine ca. 1,5-2cm große fast durchsichtige gelartige Kugel. Morgen werden wir einen schönen Platz im Garten suchen und die Kiste dort begraben.
Die Blutungen waren nachts noch recht heftig. Heute sind sie kaum mehr da. Eine normale Regelblutung. Die Bauchschmerzen sind ebenso weg. Ich wurde auf Wunsch 2 Tage krank geschrieben, denn ich wusste nicht wie es mir nach der Tabletteneinnahme bzw. nach dem Abbruch geht.
In 14 Tagen gehe ich zur Nachuntersuchung.

Unspektakulär einfach könnte man meinen, doch man bekommt jedes Detail der medikamentös hervorgerufenen Fehlgeburt mit vollem Bewusstsein mit!
Das schlechte Gewissen wird bleiben und die ewige Erinnerung daran warum wir nur zu viert und nicht schon zu fünft sind die Umstände lassen so etwas aber manchmal nicht zu, egal wie viele Kompromisse man für ein FÜR finden kann oder erfinden möchte.

Fazit:
Zusammen hat alles 10 Tage gedauert (man schafft es auch schneller, doch ich bekam keinen zeitigeren Beratungstermin bei der Schwangerschaftskonfliktberatu ng).
Meine Schwangerschaftswoche am Abbruchtag: 5+5
Kosten des Abbruchs: 290 EURO (wird nicht von der Krankenkasse getragen, wenn bestimmte Einkommensgrenzen überschritten werden)
Zu meiner Frauenärztin gehen ich nie wieder!

Hey, 
mir war es ein dringendes Bedürfnis auch von meiner Abtreibung zu berichten. Meine Abtreibung ist mittlerweile 2 Monate her und mir geht es wirklich gut. Als ich von der Schwangerschaft erfahren habe, war ich Anfang der 6. Woche. Irgendwie war ich gefasst, da ich es mir nach dem Ausbleiben meiner Regel schon gedacht habe und mir direkt einen Test geholt habe. Außerdem habe ich mich die letzte Woche extrem schlapp und müde gefühlt und mir war andauernd schlecht. Ich habe direkt einen Termin gemacht bei ProFamilia und auch direkt beim Arzt, dessen Nummer ich schon direkt nach dem Telefongespräch von ProFamilia bekam. Ich habe mich für die Abtreibunsgpille entschieden, da es mir irgendwie lieber war als ein medizinischer Eingriff, auch wenn der schneller vorbei ist und schmerzfreier sein soll. Ich habe mich sehr viel online informiert und ich fand es extrem schwierig hier sachliche Informationen zu bekommen weil man hier wirklich zu 90% nur Horrorberichte findet. Ich musste ungefähr 4 Tage auf den Termin bei ProFamilia warten, und nach dem Termin war mir einfach nur zu heulen zumute. Erstmal musste ich einundhalb Stunden im Wartezimmer von ProFamilia warten, während irgendwelche Kinder dort rumgetollt sind und irgendwelche Angestellten durch das Zimmer rannten. Am Anfang war ich noch guten Mutes aber nach dem eine Stunde rum war und man so mit seiner eigenen Angst umgeben war, war ich emotional sehr aufgekratzt. Das Gespräch wurde dann von einem Mann geführt mit einer Praktikantin, ich fühlte mich in der Sitiation nicht wirklich wohl und war einfach nur froh als ich den Beratungsschein hatte. Allerdings muss man dazu sagen dass der Mann schon nett war und auch am Anfang meinte dass ich nicht gezwungen bin irgendwas zu sagen und egal wie das Gespräch verläuft ich so oder so den Schein ausgestellt bekomme. Naja auf jeden Fall war ich die ganze Zeit dann kurz vorm heulen, auch als ich das Büro verließ. Bis zu dem ersten Arzttermin waren es dann weitere 5 Tage. Ich nahm meinen Partner mit und war wirklich überrascht von der Praxis. Alle waren total nett und man hatte überhaupt nicht das Gefühl irgendwie verurteilt zu werden, wie ich vorher gedacht hatte. Ich kam in einen kleinen Raum wo ich belehrt wurde und Sachen gefragt wurde von einer Arzthelferin, dann sollte ich die erste Tablette runterschlucken ( oder waren es zwei ich weiß es nicht mehr genau), auf jeden Fall das erste Präparat. Danach sollte ich meine Blase leeren und kam noch kurz auf den Stuhl für einen Abstrich und einen Ultraschall. Der Ultraschall wurde gegen meine Vorstellung nicht auf dem Bauch gemacht sondern irgendwo in/ an der Vagina/Vulva, das heißt man hat gar nichts davon mitbekommen und als man dachte es geht los war es schon wieder vorbei, wirklich ratzfatz. Dann konnte man schon wieder gehen. Nach dem ersten Präparat verging ein Tag zuhause, wo ich gar keine Veränderungen festgestellt habe. Am darauffolgenden Tag ging es dann wieder zu Ärztin. Ich bekam das zweite Präparat, was ich im Mund lutschen musste 10 Minuten lang (Die Ärztin klärte mich auf das es normal zwei Tabletten gäbe, die man runterschlucken muss, aber sie probiere eine neue Methode die laut Ärzten besser vertragen werde mit weniger Schmerzen). Dann gab es in Praxis einen extra Raum mit fünf  Betten, der gemütlich eingerichtet war, dort verblieb ich dann die nächsten fünf Stunden mit meinem Freund. Ich hatte im Vorhinein Angst starke Schmerzen zu bekommen, da man sagt, dass die Schmerzen ausfallen wie bei der Regel, und ich an einem Tag zumindest immer sehr starke Schmerzen habe. Allerdings verlief alles sehr moderat, ich bekam zwar irgendwann Schmerzen allerdings waren die von nicht allzu langer Dauer ( ich nahm aber auch Ibuprofen dazu und legte nach, nach paar Stunden. In dem Raum befanden sich noch andere Frauen, den es deutlich schlechter ging, aber nach paar Stunden ging es Ihnen auch besser. Ich sollte wenn ich auf Toilette ging nach einer runden durchsichtigen Kugel Ausschau halten, der Fruchtblase, und die Helferinnen holen falls ich eine sehen würde in der Toilette, dann könnte ich auch direkt heimgehen. Ich bekam zwar Blutungen, die auch relativ stark waren und zum Schluss wieder nachließen, aber ich habe während des gesamten Aufenthalts in der Praxis nichts entdecken können. Am Anfang nach der Einnahme wurde mit relativ übel, aber nur kurz, dann war meine Übelkeit ganz weg ( auch die die ich die Wochen zuvor verspürt hatte, vielleicht war ab dem Moment schon die Schwangerschaft vorbei gewesen?). Am Ende der fünf Stunden ließen die Blutungen wieder ein bisschen nach und ich hatte noch ein endgespräch mit der Ärztin und sie gab mir noch einen Umschlag mit, mit dem medizinischen Befund etc. falls ich danach zu einem anderen behandelnden Arzt gehen sollte. Außerdem gab sie mir noch ein Weiteres Präparat mit, was ich zur Sicherheit nochmal zuhause zu mir nehmen sollte um ganz sicher zu gehen. Naja das tat ich auch, allerdings konnte ich auch zuhause keine Fruchtblase erkennen. Ich vereinbarte bei ihr dann auch einen Nachuntersuchungstermin, der allerdings erst zwei Wochen später stattfinden sollte. Bis dahin war es nicht sehr angenehm, da man in Ungewissheit blieb ob jetzt alles wirklich gutgegangen ist, oder vielleicht sogar eine Ausschabung oder Aussaugung durchführe müsse. Allerdings bestätigte sie mir bei dem Termin, dass alles gut verlaufen sei und die Schwangerschaft nicht mehr sichtbar. Sie konnte sogar meinen nächsten Eisprung erkennen. Bis zu dem Termin hatte ich fortwährend Blutungen, die ungefähr 3-4 Tage nach der Nachuntersuchung erst entgültig endeten. Also insgesamt zweiundhalb Wochen. Die Blutungen waren allerdings nur moderat stark, und ich benutzte drei Tage nach der Abtreibung schon meinen Menstruationscup, obwohl man ja zwei Wochen lang Binden benutzen sollte. Ich hatte das mit der Ärztin abgesprochen, da ich mit Binden wirklich gar nicht klar komme, und sie hatte gesagt dass die gesundheitlichen Risiken da extrem gering sind, und es nur Problemfälle in den USA gab, ähnlich wie mit dem toxischen Schocksyndrom bei Tampons vor dem gewarnt wird. Insgesamt kann ich die Ärztin und ihre Praxis wirklich nur loben, das ganze Team total verständnis- und liebevoll, so wie man es sich wünscht. Erst im Nachinnein habe ich dann erfahren, dass sich die Ärztin auch gegen die Paragraphen 218/219 einsetzt, und kurz vor und in der Zeit meiner Behandlung mit einer medienweiten Klage zu kämpfen hatte. Wirklich ein Hoch auf diese Frau! Auch die Art und Weise wie sie und ihr Team das Thema behandelt haben, fand ich toll. Zwar umfassend aufklärend, aber auch nicht angstmachend. Einfach realistisch. Mein Fazit zu der Abtreibungspille: ich hatte kurz vor der Behandlung echt Zweifel ob die Absaugung nicht doch die bessere Variente wäre und wollte den Termin kurz vorher absagen. Allerdings kann ich jetzt  sagen dass alles so wie es sein soll verlaufen ist, und auch wenn ich manchmal starke Regelschmerzen habe, die Schmerzen während der Abtreibung echt machbar waren. Auch die Blutungen fand ich im Rahmen. Ich würde mich immer wieder für die Pille entscheiden. Allerdings muss ich sagen dass ich mir mit meiner Entscheidung absolut sicher war, und sie von mir selbst aus kam, ich weiß nicht wie es für Frauen wäre, die moralische/ emotionale Probleme mit der Entscheidung haben und dann ihre Fruchtblase sehen oder wochenlang noch Blutungen haben, also vielleicht ist es für manche Frauen einfach besser wenn es direkt vorbei ist. So nun zu dem emotionalen Punkt. Meine Entscheidung war von Anfang an zu 100% klar, da ich noch relativ jung bin und ein Kind zu dem jetzigen Zeitpunkt nicht das ist was ich mir im Leben wünschen würde, und womit ich wirklich glücklich werden würde. Auch moralisch/ emotional gesehen hatte ich keine Entscheidungsprobleme, da ich zu 100% für die Selbstbestimmung der Frau bin und auch von meiner Erziehung her nichts moralisch verwerfliches darin sehe. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich bei mir noch keine Muttergefühle vorhanden sind. Ich kann es nicht sagen, und ich weiß auch dass jede Frau da anders denkt, aber bei mir war meine Entscheidung von Anfang an klar und ich wusste das es das Richtige ist. Allerdings waren die 4 Wochen zwischen ausbleiben der Regel und Nachuntersuchung mit der Bestätigung dass alles geklappt hat, trotz allem sehr emotional und zermürbend. Mir ging es wirklich sehr schlecht und ich habe mich komplett zuhause eingeschlossen. Vor allem kam dazu dass ich erst mit keinem darüber reden konnte, da mein Freund und ich gesagt hatten wir behalten es für uns, da es mir sehr peinlich war ( obwohl ich bei anderen Frauen liberal denke, daran sieht man dass wenn man selbst in der Lage steckt, es immer was anderes ist). Allerdings hab ich mich zwischen dem 1. und 2. arzttermin dann doch meinen besten Freundinnen geöffnet, da ich überemotional war und einen kompletten Heulkrampf bekommen hatte. Danach ging es mir so viel besser. Daran sieht man wirklich dass es so wichtig ist sich jemandem öffnen zu können. Ja ich war auf jeden Fall in der Zeit grade zwischen dem Schwangerschaftstest und dem zweiten Arztbesuch sehr deprimiert und wollte mich einfach nur verstecken. Ich wollte einfach nur dass es vorbei ist. Dazu kam diese komplette Abgeschlagenheit/ Müdigkeit und Emotionalität von der Schwangerschaft. Ich war einfach nur richtig down. Es war einfach nicht schön mit dem Bewusstsein zu leben, dass sich grade ein Fötus in Dir befindet. Man hatte es die ganze Zeit im Kopf. Nach dem 2. Arztbesuch war ich auf jeden Fall total froh weil ich wusste dass ich endlich wieder „zu mir“ werde. Und bei der Nachuntersuchung ist dann auch noch die letzte Last von einem abgefallen. Ich muss sagen, dass dann mein Leben wieder so richtig losging und ich einfach nur total positiv gestimmt war und immernoch bin. Weil ich einfach total geschätzt habe danach wie toll es ist frei und „nicht schwanger“ zu sein. Ich habe auch heute kein schlechtes Gewissen. Es wurde ein Walnussgroßer Fötus getötet aus meinem Körper, den ich dort selbst reingesetzt hatte. Natürlich weiß ich nicht wie ich darüber denke wenn ich 30 oder 40 bin und selbst Kinder habe oder möchte. Allerdings muss man Entscheidungen immer im Kontext der jeweiligen Situation sehen, und meine Entscheidung war und ist für meine Entscheidung die beste, auch wenn sie vielleicht nicht für mein 40-jähriges auch die beste sein wird. Ich verstehe  einfach nicht warum es Menschen gibt die darüber urteilen, weil ich nicht verstehe was andere fremde Menschen MEIN Fötus angeht. Ich interessiere mich auch nicht für andere Föten. Für mich ist ein Mensch im biologischen Sinne ein Mensch wenn er lebensfähig ist und leben kann. Im weiteren Sinne wird er zu einem Menschen durch das was ihn prägt, was er lernt, was ihn ausmacht. Ich kenne Frauen die Kinder haben die sie nicht wollten. Klar haben diese Frauen glückliche Momente, aber ich sehe bei Ihnen nicht diese innere glückliche Zufriedenheit, die ich mir für das Leben wünsche. Jede Frau ist verschieden und ich weiß dass es viele Frauen gibt, für die es anders ist und die trotz moralischer Offenheit für andere Frauen, emotional das nicht mit sich vereinbaren können. Und das ist auch okay, ich empfehle keiner Frau für die es sich falsch anfühlt, es aufgrund äußerer Zwänge zu machen. Jede sollte das tun was sich für sie richtig anfühlt und womit sie leben kann. Trotzdem wollte ich mit meinem Bericht auch zeigen, dass es möglich ist nach einem Schwangerschaftsabbruch normal weiterzuleben ohne traumatisiert zu sein und dafür muss man sich auch nicht schlecht fühlen weil man sich nicht schlecht fühlt. Ich frage mich außerdem woran es liegt, dass man nur Horrorberichte findet, liegt es vielleicht daran, dass meistens nur die negativen Erfahrungen erzählt werden, oder vielleicht dass hinter manchen Berichten Abtreibungsgegner stecken, die Angst schüren und die jeweiligen Entscheidungen beeinflussen möchten? An diese Leute kann ich nur appellieren, dass ich es für extrem egoistisch finde, die eigenen moralischen Überzeugungen auf andere zu projezieren. Es ist okay beispielsweise christlich aufgewachsen zu sein und Abtreibung für einen persönlich als keine Option zu sehen. Aber lass das doch bitte deine Sache sein, ich verurteile doch  auch keine Menschen die so denken. 

Liebe Grüße

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20. Dezember 2018 um 11:38
In Antwort auf gewi003

Dieser Beitrag ist für all diejenigen Frauen und Paare gedacht, die einen Erfahrungsbericht zum Thema medikamentöser Schwangerschaftsabbruch mit Mifegyne suchen. Alle anderen sollten hier nicht weiter lesen bzw. ihre Kommentare abgeben.

Sich nicht für ein Kind zu entscheiden ist eine sehr schwierige und ernste Angelegenheit. Diese Entscheidung ist stark mit Gefühlen, Fragen, Schuldzuweisungen, vielleicht auch mit Hass dem Partner gegenüber und garantiert mit vielen Tränen verbunden. Man sollte sich jedoch vor Augen halten das immer zwei Personen daran beteiligt waren und es sollten beide die Verantwortung tragen und nicht nur die Frau, die am Ende ein Kind in der Gebärmutter trägt.
Die Gründe für unsere Entscheidung gegen das Kind stelle ich hier nicht vor. Es ist eine individuelle Entscheidung und keiner kann einem einen Rat geben bzw. die getroffen Entscheidung verurteilen. Darum hier ein hoffentlich hilfreicher Erfahrungsbericht:

Sonst pünktlich auf den Tag, blieb meine Regelblutung aus. Ich gab mir noch 2 Tage, da ich gerade schwer erkältet war. Im Hinterkopf schlummerte bereits die Gewissheit, dass ich schwanger bin. Die Anzeichen waren eindeutig (Brustziehen, Übelkeit, Ziehen in der Leistengegend). Ich äußerte meine Vermutung gegenüber meinem Mann. Er war sichtlich betroffen, genauso wie ich, denn wir hatten uns vor gut 2 Monaten dazu entschieden über ein drittes Kind frühestens in einem Jahr zu entscheiden. Mein Mann besorgte den Schwangerschaftstest positiv. Wir gingen uns erst einmal 2 Tage aus dem Weg, keiner wollte das Thema ansprechen. Jeder hatte auf seine Weise ein schlechtes Gewissen. Ich rief bei meiner Frauenärztin an, sagte der Schwangerschaftstest sei positiv und bekam gleich einen Termin. Am Abend vor dem Termin setzten wir uns lange zusammen und versuchten eine Lösung zu finden, zu konstruieren. Was wenn und man könnte doch... letztendlich entschieden wir uns gegen das Kind.

Beim Frauenarzt:
Es lief alles ganz normal ab bis zu dem Zeitpunkt an dem ich verdeutlichte, dass wir uns gegen die Schwangerschaft entschieden haben. Daraufhin wurde die Frauenärztin ungehalten und machte mir Vorwürfe. Ich hörte mir mit Tränen in den Augen solche Sachen an, wie
- ob man nicht vorher darüber nachdenken könnte oder
- die Verhütungsmethoden sind doch allen bekannt
- andere Paare brauchen Jahre für ein Kind und sie entscheiden so
- die Entscheidung holt sie irgendwann einmal ein
- ich sollte über eine Sterilisation nachdenken
Warum ich nicht aufgestanden und gegangen bin, weiß ich nicht. Ich hatte mir mehr Verständnis vom Arzt erhofft, eine gute Beratung und Aufklärung über mögliche Abbruchmethoden, jedoch nicht so etwas. Die Untersuchung lief dann kommentarlos ab, d.h. ich erhielt keine Informationen über Kind, Größe, Zustand. Ob ich wirklich Schwanger bin wusste ich nur durch meinen eigenen Schwangerschaftstest von zu Hause! Bestätigt wurde nichts. Man gab mir eine Liste mit Beratungsstellen mit. HÄ?
Danach habe ich erst einmal im Internet nachgelesen, wie so eine Abtreibung gesetzlich einwandfrei abläuft:
1. Schwangerschaftskonfliktberatu ng + dort einen Beratungsschein ausstellen lassen
2. 3 Tage später kann dann der medikamentöse Abbruch durch einen Arzt stattfinden

Drei Tage später bekam ich einen Termin bei der Schwangerschaftskonfliktberatu ng (Caritas). Ich erklärte der Beraterin wie es zum Kind und zu unserer Entscheidung kam. Sie versuchte nicht die Entscheidung in Frage zu stellen, sondern bot ihre Hilfe beim Verarbeiten des Abbruchs an. Sie klärte mich über die Methoden eines Schwangerschaftsabbruchs auf, gab mir Ärztlisten, Telefonnummern und die Preislisten der Ärzte mit. Am Ende füllten wir gemeinsam einen Erhebungsboden zu statistischen Zwecken aus und sie gab mit den Beratungsschein.
Ich erhielt 3 Tage später ganz früh zeitig einen Arzttermin bei einem Gynäkologen, der den medikamentösen Schwangerschaftsabbruch durchführt. Ich gab ihm meine Unterlagen (meine Mutterpässe der vorherigen 2 Schwangerschaften wegen der Blutgruppe, eine Überweisung von meiner (nunmehr Ex-) Frauenärztin und den Beratungsschein). Er kontrollierte ob tatsächlich eine Schwangerschaft vorliegt - was tatsächlich so war. Nach dem Herzschlag schaute er nicht, es hat gereicht eine Fruchthöle in der Gebährmutter darzustellen. Sachlich und fair. Dann gab er mir 1 Tablette Mifegyne, einen Termin für den nächsten Tag und ich durfte nach Hause gehen.

Von der Wirkung der Tablette merkte ich nichts, ich war nur sehr weinerlich.

Zum Termin (einen Tag später) sollte ich mir Vorlagen und ca. 1-2 Stunden Zeit mitbringen. Nachmittags 15.00 Uhr ging ich in die Praxis. Die Schwester gab mit 2 Tabletten Cytotec (ein Prostagladin, das den Muttermund weich machen und Wehen auslösen soll). Ich sollte mich hinsetzen und eine Stunde warten, ab und zu mal auf das WC gehen und schauen, ob eine Blutung eingesetzt hat. Ich bekam Bauchschmerzen, ähnlich denen bei der Monatsblutung bzw. leichte Wehen. Mir wurde leicht schwindelig, was aber nicht weiter schlimm war. Eine Blutung bekam ich bin 16.10 Uhr nicht. Die Schwester gab mit 2 weitere Tabletten. Nach 15 min Wartezeit (um zu sehen, ob die Tabletten im Körper verbleiben; Übelkeit und Erbrechen ist eine Nebenwirkung) durfte ich nach Hause gehen. Ca. 20min später begann eine Schmierblutung. Bis 18.00 Uhr wurde diese langsam stärker und 18.20Uhr richtig stark. Die Bauchschmerzen nahmen dabei stetig zu. Krämpfe bekam ich keine.
Da ich meinen Mann vorher erklärte, dass dieses Kind nicht einfach so verschwindet, sondern das ich es auf die Welt bringen werde, wie bei einer richtigen Geburt (nur eben alles viel kleiner) lies er mich im Bad in Ruhe und betreute die Kinder.

Nach einer heftigen Blutungsperiode ging ich auf die Toilette. In der Vorlage befand sich der Fruchtkörper. Die Plazenta ging gleichzeitig mit einem riesigen Schwall Blut ab. Ich rief ihn und sagte ihm, dass ich das Kind nicht in der Toilette herunterspülen kann. Ich konnte es einfach nicht. Es ging nicht. Er holte eine kleine Kiste und wir legten beide weinend unser Kind hinein. Es war nicht blutig, sondern eine kleine ca. 1,5-2cm große fast durchsichtige gelartige Kugel. Morgen werden wir einen schönen Platz im Garten suchen und die Kiste dort begraben.
Die Blutungen waren nachts noch recht heftig. Heute sind sie kaum mehr da. Eine normale Regelblutung. Die Bauchschmerzen sind ebenso weg. Ich wurde auf Wunsch 2 Tage krank geschrieben, denn ich wusste nicht wie es mir nach der Tabletteneinnahme bzw. nach dem Abbruch geht.
In 14 Tagen gehe ich zur Nachuntersuchung.

Unspektakulär einfach könnte man meinen, doch man bekommt jedes Detail der medikamentös hervorgerufenen Fehlgeburt mit vollem Bewusstsein mit!
Das schlechte Gewissen wird bleiben und die ewige Erinnerung daran warum wir nur zu viert und nicht schon zu fünft sind die Umstände lassen so etwas aber manchmal nicht zu, egal wie viele Kompromisse man für ein FÜR finden kann oder erfinden möchte.

Fazit:
Zusammen hat alles 10 Tage gedauert (man schafft es auch schneller, doch ich bekam keinen zeitigeren Beratungstermin bei der Schwangerschaftskonfliktberatu ng).
Meine Schwangerschaftswoche am Abbruchtag: 5+5
Kosten des Abbruchs: 290 EURO (wird nicht von der Krankenkasse getragen, wenn bestimmte Einkommensgrenzen überschritten werden)
Zu meiner Frauenärztin gehen ich nie wieder!

Meine Abtreibung ist jetzt 33 Jahre her.Ich war damals 17,eigentlich unfruchtbar,anorektisch und voller zysten.befund fa.
dann erlitt ich eine schwere nierenbeckenentzündung.bekam im krankenhaus starke antibiotika und schmerzmittel.im kk wurde NACH DEN MEDIKAMENTENGABEN
festgestellt,ich bin so in der 16 W schwanger.Das kind wäre wohl schwerstbehindert gewesen wegen der medikamente und meiner magersucht damals.
ich wäre 1985 ne alleinerziehende frau mit einem behinderten kind gewesen.
das hätte ich nie gestemmt.ich trieb ab.ich bekam vaginales und per infusion wehenmittel.
ich bekam dann noch so einen kloaufsatz in die hände gedrückt.nach heftigen,stundenlangen,einsamen schmerzen plumste ein ebenholzfarbenes,wohl schon länger tochtes mädchen,es passte in meine handfläche,aus mir raus.
ich nannte sie stephanie.
denke heute noch oft an sie.und als ich dann im heim für erw.schwerstbehinderte arbeitete,war ich froh,diese entscheidung getroffen zu haben.
Euch allen viel kraft.
wir sind keine mörder,wir waren in der lage entscheidungen zu treffen.


 

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