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Er (35) kann sich nicht für ein Kind entscheiden

10. November 2015 um 8:40 Letzte Antwort: 18. Mai 2016 um 9:13

Hallo zusammen,

ich weiß nicht, ob ich hier in diesem Forum richtig bin, aber ich versuche mal mein Glück
Mein Partner (35) und ich (27) sind nun seit vier Jahren zusammen. Er hat bereits einen Sohn (10) aus einer früheren Beziehung. Zu Beginn unserer Beziehung fragte ich ihn, ob er sich denn zukünftig vorstellen kann, noch ein Kind in die Welt zu setzen. Er war stets dafür. Unsere Beziehung entwickelte sich sehr gut, wir sind sehr glücklich miteinander, beruflich beide erfolgreich. So sprach ich das Thema "Kinder" vor ca. einem Jahr nochmal an, da der Wunsch in mir größer wurde, und ich generell seine Meinung dazu hören wollte. Er war sehr abweisend, sagte, er wüsste nicht mehr, ob und wann er mal Kinder haben möchte und dass wir das Thema besser erst einmal vertagen. Man muss dazu sagen, dass er mit seinem Sohn nicht den aller besten Kontakt hat, da sehr viele Differenzen mit seiner Ex den Kontakt erschweren. Hier geht es sowohl um finanzielle, als auch um erzieherische Aspekte.
Sein Sohn war kein Wunschkind, vielleicht liegt es auch ein bisschen daran...
In letzter Zeit sprach mein Partner oft das Thema heiraten an, hat bereits eine Gästeliste erstellt, Kalkulationen angestellt usw. Ich war sehr glücklich, wartete bereits sehnsüchtig auf den Tag, dass er mich endlich fragt Aber nix.
Dieses Wochenende kamen wir nach über einem Jahr erneut auf das Thema "Kinder" zu sprechen. Er brach in Tränen aus, sagte mir, dass er mich schon so oft fragen wollte, ob ich ihn heiraten will, dass er bereits bei der Bank war, um sich über einen Hauskredit zu informieren. Aber dass er das alles einfach nicht kann, weil er sich mit einer Hochzeit und einem gemeinsamen Kredit zu einem Kind bekennen müsste, da ansonsten eine Scheidung ja vorhersehbar sei. Er beteuerte mir, wie sehr er mich liebt und dass er auf alles verzichten würde, nur um mich glücklich zu machen. Aber ein Kind ist für ihn so unrealistisch geworden. Er beendete die Beziehung, ich packte meine Koffer. Wir weinten beide sehr viel, mir wurde der Boden unter den Füßen weggerissen. Als ich mit meinen Koffern in der Tür stand, nahm er mich in den Arm und teilte mir mit, dass er durch seine Krankheit (Epillepsie) damals sehr eingeschränkt war, als sein Sohn ein Baby war. Er braucht wegen dieser Krankheit einen durchgehenden Schlaf, und als er den damals nicht hatte, ist er regelmäßig umgekippt, konnte kein Auto mehr fahren und war oft krank geschrieben. Er sagt, er sei durch die Hölle gegangen und kann das nicht nochmal mitmachen. Zumal er die Krankheit an seinen Sohn vererbt hat und er das einem weiteren Kind nicht zumuten möchte.
Ich habe ihm mein Verständnis ausgedrückt und bin gegangen. Da saß ich nun mit meinen Koffern im Auto, auf dem Weg zu meinen Eltern. Aber ich wollte und konnte das so nicht stehen lassen. Ich rief ihn weinend an und fragte, ob ich wieder nach Hause kommen dürfte und wir nochmal über alles reden. Er war sichtlich erleichtert, wir redeten viel, aber die Quintessenz aus dem Gespräch war, dass er mir niemals versprechen kann, ob sich seine Meinung ändert. Ich bin bei ihm geblieben, in der Hoffnung, dass genau dies geschieht. Jetzt bin ich verzweifelt, kann kaum noch schlafen. Die Tatsache, dass er mich hätte gehen lassen, zeigt mir so deutlich, dass er sich durch nichts mehr umstimmen lassen würde. Nicht mal unserer Beziehung zuliebe. Ich weiß nicht mehr weiter. Er hat dann auch gesagt, dass es durchaus sein kann, dass sich seine Meinung noch ändert. Aber das wäre momentan noch sehr weit weg... Ich möchte diese wundervolle Beziehung nicht aufgeben, aber dennoch nicht auf all das verzichten. Ich bin so ratlos. Vielleicht steckte einer von euch in einer ähnlichen Situation und hat einen Rat für mich?!

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10. November 2015 um 10:46

Ich kann dich sehr gut verstehen!
In einer ähnlichen Situation war ich auch. Mein Partner hatte bereits ein Kind, hat mich jahrelang hingehalten. Als ich das Thema Kind ansprach, hat er mich meist abgewiesen und wurde manchmal sogar wütend. Ansonsten hatten wir eine tolle und harmonische Beziehung. Einmalhaben wir uns deswegen getrennt und sind dann doch wieder zusammen gekommen. Doch bei mir ist es immer schlimmer geworden, ich konnte nachts nicht mehr schlafen. Wenn ich Kinder gesehen habe, war ich traurig. Mir hat das echt zugesetzt. Nach 5 Jahren Beziehung, da war ich 28 Jahre alt, habe ich beschlossen, dass ich auf Kinder nicht verzichten möchte. Es war erstmal sehr schwierig, ich habe unter der Trennung gelitten aber habe mich auch gefreut, dass ich auf einmal wieder die Chance auf eine Familie habe. Und jetzt? Jetzt bin ich 33 Jahre alt und mit dem 3. Kind schwanger. Meine beiden Kinder machen mich so glücklich, ich bin so froh nun eine Familie zu haben. Bei deinem Partner sind die Gründe nachvollziehbar, trotzdem hätte ich nicht auf Kinder verzichtet. Ich habe mich auch immer gefragt: Was ist wenn ich wegen ihm auf Kinder verzichte und dann trennen wir uns doch? Dann ärgere ich mich sehr. Auch habe ich mich gefragt: Was ist wenn er mal Enkel kriegt? Das halte ich nicht aus!
Ich sag dir, Kinder sind was wundervolles, das beste was einem im Leben passieren kann!

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10. November 2015 um 12:36


Ich kann dir nur raten, niemals auf so etwas essentielles wie einen Kinderwunsch zu verzichten.

Bei uns Frauen läuft die biologische Uhr. Mit aller spätestens 45 Jahren ist Schicht im Schacht, während die Männer auch jenseits der 60 noch Kinder zeugen können. Den Druck der Zeit haben also wir Frauen. Also auch du.

Dein Freund hat bereits einen Sohn. Auch, wenn er ihn wenig sieht, so hat er einen und kann sich auch im Alter an ihm und möglichen Enkelkindern erfreuen. Das kannst du nicht, weder jetzt noch im Alter, wenn du auf Kinder verzichtest. Die Frage ist sich, warum du auf solch einen Herzenswunsch verzichten solltest. Wegen einem Mann, der andere Lebenspläne hat als du? Es gibt noch andere Männer, in deren Zukunft Kinder vorgesehen sind. Die besser zu dir passen. Ja, natürlich liebst du deinen Freund, aber zu welchem Preis? Dein Preis, den du zahlen müsstest, wäre Kinderlosigkeit. Und du weißt ja nicht mal, ob ihr in 20 Jahren noch zusammen seid! Stell dir vor, ihr trennt euch in 15 Jahren, wenn du biologisch keine Kinder mehr kriegen kannst, weil zu alt? Dann hast du dein Leben auf Kinder, Familie, Enkel und Urenkel verzichtet - für einen Mann, der gar nicht mehr an deiner Seite ist. Das würde ich niemals machen.

Und stell dir vor, was passiert, wenn du mal ungeplant schwanger werden würdest. Das ist möglich, kein Mittel und auch kein Mensch ist unfehlbar. Dein Freund würde das Kind nicht wollen, dich vielleicht sogar unter Druck setzen und eine Abtreibung fordern, während du es gern bekommen würdest und Mama sein möchtest. Das funktioniert nicht.

Beim Kinderthema muss man sich einig sein. Es ist ein gemeinsames Ziel und eine 20 jährige Lebensaufgabe. Wenn eure Wünsche und Sichtweisen hier so eklatant auseinander gehen, dann passt ihr nicht zusammen. Einer von euch beiden müsste nachgeben bzw. zurück stecken. Mindestens einer wäre unglücklich. Tut euch das nicht an, nicht bei solch einem essentiellen Thema. Hier gibt es keine Kompromisse, die beide glücklich machen.

Je nachdem wie ausgeprägt dein aktueller Kinderwunsch gerade ist, kannst du noch zwei, drei Jahre abwarten, ob sich an seiner Meinung noch etwas ändert (was ich nicht glaube, denn dein Partner wird auch nicht jünger, gesünder und fitter!) oder dich gleich trennen, die Beziehung verarbeiten und dir dann einen neuen Partner suchen, der Kinder in absehbarer Zeit möchte.

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10. November 2015 um 13:17

... auf die Suche nach einem Erzeuger...
Einen Erzeuger kann man auch lieben!

Es geht hier darum, dass die TE entweder auf ihren Herzenswunsch verzichten oder sich einen neuen PARTNER suchen muss, der auch Lust auf Kinder hat.

Keiner schickt sie los sich einen Erzeuger zu suchen, der nur sein Sperma spendet Dann können wir ihr auch empfehlen heimlich die Verhütungsmittel abzusetzen, wenn es nur um die Zeugung geht.

Wenn die Beziehung der TE aus anderen Gründen scheitert (zum Bsp. Betrug oder schwindende Liebe), dann würde sie dich doch auch irgendwann einen neuen Partner suchen. Kinderzeugung schließt Liebe ja gewiss nicht aus.

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10. November 2015 um 13:18

Hä?
Warum?

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10. November 2015 um 15:57

Wäre da nicht noch die Hoffnung...
Natürlich vergeht der Schmerz irgendwann, aber die Angst bleibt, dass ich nie mehr einen Menschen finde, für den ich das gleiche empfinde, wie für meinen jetzigen Partner. Auch wenn sich das nach kindlichem Gerede anhört... Zudem sagt er ja, dass sich seine Meinung ja vielleicht noch ändert. Wäre es nicht richtig, ihm noch eine gewisse Zeit zu geben? Und wenn ja, wie lange soll die sein? Sozusagen ein Ultimatum, das nur ich kenne...

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10. November 2015 um 18:24

Hallo madl
Du könntest in großen Teilen meine Geschichte erzählen. Anfangs war der kinderwunsch von seiner Seite genau so da. Dann als es konkret wurde nicht mehr. Unwiderruflich von seiner Seite aus. Die Meinung wackelte dann ab und an ein wenig und dann war es definitiv. Ich habe es nicht mehr ausgehalten. War fast schon depressiv. Ich wollte ja nicht mit irgendwem ein Kind sondern mit ihm. Die Vorstellung dass er aber mit mir keins wollte war schlimm . Sonst war alles super und alle anderen Problemchen sind nicht so existentiell wie das. Da ist kein Kompromiss möglich. Ich hatte auch Angst ihn zu verlieren und nie mehr jemanden zu finden mit dem ich ein Kind will und den ich so liebe. Dann bin ich schweren Herzens nach fünf Jahren gegangen. Nicht um ihn unter Druck zu setzen aber ich konnte auf meinen kinderwunsch nicht verzichten. Ich hätte mir immer vorgeworfen es nicht versucht zu haben jemand anderen zu finden. Auch für meine Tochter die dann Einzelkind bleiben würde. Und ihm hätte ich unterbewusst immer vorgeworfen, schuld an meinem verzicht zu sein. Ein paar Wochen später bat er mich um einen Neuanfang. Wir haben eh jeder schon Kinder und eins mehr oder weniger war für ihn jetzt doch nicht schlimmer als mich zu verlieren. Überspitzt ausgedrückt natürlich. Er liebt ja Kinder grundsätzlich und ist ein guter Vater. Von daher war es keine Grundsatzfrage ob Kinder oder nein. Er hatte einfach Angst vor der Verantwortung und hat ähnlich wie Dein Freund schlechte Erfahrungen vorher gemacht. Das musste er erst abschließen. Aber mich zu verlieren und mir den Wunsch zu verwehren (aus dem ich von Anfang an keinen Hehl gemacht habe und er hatte ihn anfangs auch sonst wäre ich keine Beziehung eingegangen ) obwohl wir uns über alles lieben. Damit kann er nicht klar. Er hat mich gebeten sofort an gleichen Tag die Verhütung einzustellen. Das war im Mai und jetzt warten wir beide sehnsüchtig auf einen positiven Test. Wenn es nicht klappt will er im neuen Jahr auch Untersuchungen vornehmen lassen. Sollte es nicht klappen verlasse ich ihn natürlich nicht. Da müssten wir dann zusammen durch. Das wollen wir aber nicht hoffen. Aber alleine seine Bereitschaft bedeutet mir für unsere Beziehung unheimlich viel. Als Mami kann ich dir sagen. Der kinderwunsch hört nicht auf und ist für einige Frauen existentiell. Mit Kinderwunsch bei Männern kaum vergleichbar. Und wenn ich dir raten darf etwas im Leben nicht zu verpassen, dann dieses Abenteuer. Aber gib die Hoffnung noch nicht auf. Du hast ja altersmässig noch ein bisschen Zeit. Entscheidest Du Dich gegen ein Kind und für ihn KANN es sein dass du ihn das immer vorwirfst und die Beziehung doch kaputt geht. Und DANN ist es vielleicht echt zu spät. Alles Liebe von jemandem der Dich zu 100% versteht.

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11. November 2015 um 7:11
In Antwort auf easy1980

Hallo madl
Du könntest in großen Teilen meine Geschichte erzählen. Anfangs war der kinderwunsch von seiner Seite genau so da. Dann als es konkret wurde nicht mehr. Unwiderruflich von seiner Seite aus. Die Meinung wackelte dann ab und an ein wenig und dann war es definitiv. Ich habe es nicht mehr ausgehalten. War fast schon depressiv. Ich wollte ja nicht mit irgendwem ein Kind sondern mit ihm. Die Vorstellung dass er aber mit mir keins wollte war schlimm . Sonst war alles super und alle anderen Problemchen sind nicht so existentiell wie das. Da ist kein Kompromiss möglich. Ich hatte auch Angst ihn zu verlieren und nie mehr jemanden zu finden mit dem ich ein Kind will und den ich so liebe. Dann bin ich schweren Herzens nach fünf Jahren gegangen. Nicht um ihn unter Druck zu setzen aber ich konnte auf meinen kinderwunsch nicht verzichten. Ich hätte mir immer vorgeworfen es nicht versucht zu haben jemand anderen zu finden. Auch für meine Tochter die dann Einzelkind bleiben würde. Und ihm hätte ich unterbewusst immer vorgeworfen, schuld an meinem verzicht zu sein. Ein paar Wochen später bat er mich um einen Neuanfang. Wir haben eh jeder schon Kinder und eins mehr oder weniger war für ihn jetzt doch nicht schlimmer als mich zu verlieren. Überspitzt ausgedrückt natürlich. Er liebt ja Kinder grundsätzlich und ist ein guter Vater. Von daher war es keine Grundsatzfrage ob Kinder oder nein. Er hatte einfach Angst vor der Verantwortung und hat ähnlich wie Dein Freund schlechte Erfahrungen vorher gemacht. Das musste er erst abschließen. Aber mich zu verlieren und mir den Wunsch zu verwehren (aus dem ich von Anfang an keinen Hehl gemacht habe und er hatte ihn anfangs auch sonst wäre ich keine Beziehung eingegangen ) obwohl wir uns über alles lieben. Damit kann er nicht klar. Er hat mich gebeten sofort an gleichen Tag die Verhütung einzustellen. Das war im Mai und jetzt warten wir beide sehnsüchtig auf einen positiven Test. Wenn es nicht klappt will er im neuen Jahr auch Untersuchungen vornehmen lassen. Sollte es nicht klappen verlasse ich ihn natürlich nicht. Da müssten wir dann zusammen durch. Das wollen wir aber nicht hoffen. Aber alleine seine Bereitschaft bedeutet mir für unsere Beziehung unheimlich viel. Als Mami kann ich dir sagen. Der kinderwunsch hört nicht auf und ist für einige Frauen existentiell. Mit Kinderwunsch bei Männern kaum vergleichbar. Und wenn ich dir raten darf etwas im Leben nicht zu verpassen, dann dieses Abenteuer. Aber gib die Hoffnung noch nicht auf. Du hast ja altersmässig noch ein bisschen Zeit. Entscheidest Du Dich gegen ein Kind und für ihn KANN es sein dass du ihn das immer vorwirfst und die Beziehung doch kaputt geht. Und DANN ist es vielleicht echt zu spät. Alles Liebe von jemandem der Dich zu 100% versteht.

Hallo easy1980
Das freut mich sehr zu lesen, dass dein Freund es sich anders überlegt hat Es ist so wahnsinnig schwer, diesen endgültigen Schritt zu machen und sich wirklich zu trennen. Am Wochenende war es ja quasi so weit. Ich hatte bis zuletzt gehofft, dass er mir hinterherläuft, mir sagt, dass er es sich anders überlegt hat. Aber er kam nicht, und da stellt sich mir die Frage: Wäre es das wirklich gewesen? Nie wieder ein Wort? Das werde ich wohl erst mal nicht herausfinden, aber dein Mann ist ja das perfekte Beispiel dafür, dass sich ein Mann scheinbar doch noch dazu "durchringen" kann, auch wenn er scheinbar erst mal merken musste, was er sonst verliert... Du hast Recht, ich habe noch Zeit, ein Kinderwunsch an sich ist schon da, aber derzeit (noch) nicht extrem.
Ich habe auch viel mit meinen Eltern geredet, meine Mutter wäre lieber heute als morgen schon Oma, auch sie rieten mir dazu, noch etwas Zeit ins Land streichen zu lassen. Sollte sich seine Meinung allerdings in 1 - 2 Jahren nicht geändert haben, natürlich einen Schlussstrich ziehen.
Für mich käme es auch absolut nicht infrage, auf diesen Wunsch zu verzichten. Mir ist bewusst, dass ich irgendwann diesen Schritt gehen muss, aber momentan käme es mir zu früh und falsch vor. Ich kann nicht erklären, woran das liegt...
Darf ich fragen wie lange du mit dir hadern musstest, bis du diesen Schritt gehen konntest? War das eine "spontane" Entscheidung, oder war sie gut überlegt?
Liebe Grüße

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11. November 2015 um 8:31
In Antwort auf madl88

Hallo easy1980
Das freut mich sehr zu lesen, dass dein Freund es sich anders überlegt hat Es ist so wahnsinnig schwer, diesen endgültigen Schritt zu machen und sich wirklich zu trennen. Am Wochenende war es ja quasi so weit. Ich hatte bis zuletzt gehofft, dass er mir hinterherläuft, mir sagt, dass er es sich anders überlegt hat. Aber er kam nicht, und da stellt sich mir die Frage: Wäre es das wirklich gewesen? Nie wieder ein Wort? Das werde ich wohl erst mal nicht herausfinden, aber dein Mann ist ja das perfekte Beispiel dafür, dass sich ein Mann scheinbar doch noch dazu "durchringen" kann, auch wenn er scheinbar erst mal merken musste, was er sonst verliert... Du hast Recht, ich habe noch Zeit, ein Kinderwunsch an sich ist schon da, aber derzeit (noch) nicht extrem.
Ich habe auch viel mit meinen Eltern geredet, meine Mutter wäre lieber heute als morgen schon Oma, auch sie rieten mir dazu, noch etwas Zeit ins Land streichen zu lassen. Sollte sich seine Meinung allerdings in 1 - 2 Jahren nicht geändert haben, natürlich einen Schlussstrich ziehen.
Für mich käme es auch absolut nicht infrage, auf diesen Wunsch zu verzichten. Mir ist bewusst, dass ich irgendwann diesen Schritt gehen muss, aber momentan käme es mir zu früh und falsch vor. Ich kann nicht erklären, woran das liegt...
Darf ich fragen wie lange du mit dir hadern musstest, bis du diesen Schritt gehen konntest? War das eine "spontane" Entscheidung, oder war sie gut überlegt?
Liebe Grüße

Die
Entscheidung war natürlich nicht spontan, sondern ist lange gereift. Es hat viele Gespräche gegeben, manchmal ein Hinweis von ihm, dass es evtl. doch möglich wäre und schon war ich überzeugt, doch zu bleiben. Aber dann sind fünf Jahre ins Land gezogen und ich konnte nicht mehr. Meine Gedanken kreisten nur noch um das Thema, meine Große wurde älter und älter. Ich wollte noch nicht mal meine Geburtstag feiern, denn im April bin ich 35 geworden. Das war so eine Grenze. Ich wollte das Thema auch nicht mehr ansprechen, weil es ihn verständlicherweise genervt hat. Man will ja auch nicht sagen: Wenn Du mir kein Kind machst, bin ich weg. Ich war nur noch schlecht drauf. Denn wenn es dann noch 1 - 2 Jahre dauert, ist das das absolute Maximum für mich persönlich, um nochmal bei Null anzufangen.

Am besten hätte er einfach gesagt: Jetzt nicht aber in fünf Jahren, dann wäre mir viel erspart geblieben.

Aber es war wirklich kein Warnschuss, ich hatte mich nach ca. 2 Wochen langsam mit dem Gedanken abgefunden, neu anzufangen. Klar hat es sehr weh getan aber ich wäre nicht zurück gegangen. Und wenn er versucht hätte, mich nochmal hinzuhalten, das hätte ich nicht mehr geschafft. Aber sofort absetzen war das beste Signal für mich. Ein bisschen Unsicherheit ist manchmal noch da. Aber nur bei mir. Das ist unfair, aber manchmal denke ich, er hat es nur mir zum Gefallen getan und wird es mir irgendwann vorwerfen. Oder dass es seiner Bindung zu dem Kind schadet. Er versteht nicht, dass ich immer noch so denke, aber ich bekomme es nicht richtig aus dem Kopf. Ich glaube, ich wäre auch immer noch aufgeregt, es ihm zu sagen, wenn es geklappt hat. Komisch, ist aber so.

Ich weiß wie Du Dich fühlst. Es ist so schwer zu sagen, in einem Jahr bin ich weg. So habe ich zwischendurch auch immer gedacht. Aber dann kam Weihnachten, dann wieder Ostern, Sommerurlaub war gebucht, Geburtstag und ich hatte Angst, alleine da zu stehen. Und wenn man den anderen dann auch so liebt... alles nicht so einfach...

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12. November 2015 um 14:53
In Antwort auf easy1980

Die
Entscheidung war natürlich nicht spontan, sondern ist lange gereift. Es hat viele Gespräche gegeben, manchmal ein Hinweis von ihm, dass es evtl. doch möglich wäre und schon war ich überzeugt, doch zu bleiben. Aber dann sind fünf Jahre ins Land gezogen und ich konnte nicht mehr. Meine Gedanken kreisten nur noch um das Thema, meine Große wurde älter und älter. Ich wollte noch nicht mal meine Geburtstag feiern, denn im April bin ich 35 geworden. Das war so eine Grenze. Ich wollte das Thema auch nicht mehr ansprechen, weil es ihn verständlicherweise genervt hat. Man will ja auch nicht sagen: Wenn Du mir kein Kind machst, bin ich weg. Ich war nur noch schlecht drauf. Denn wenn es dann noch 1 - 2 Jahre dauert, ist das das absolute Maximum für mich persönlich, um nochmal bei Null anzufangen.

Am besten hätte er einfach gesagt: Jetzt nicht aber in fünf Jahren, dann wäre mir viel erspart geblieben.

Aber es war wirklich kein Warnschuss, ich hatte mich nach ca. 2 Wochen langsam mit dem Gedanken abgefunden, neu anzufangen. Klar hat es sehr weh getan aber ich wäre nicht zurück gegangen. Und wenn er versucht hätte, mich nochmal hinzuhalten, das hätte ich nicht mehr geschafft. Aber sofort absetzen war das beste Signal für mich. Ein bisschen Unsicherheit ist manchmal noch da. Aber nur bei mir. Das ist unfair, aber manchmal denke ich, er hat es nur mir zum Gefallen getan und wird es mir irgendwann vorwerfen. Oder dass es seiner Bindung zu dem Kind schadet. Er versteht nicht, dass ich immer noch so denke, aber ich bekomme es nicht richtig aus dem Kopf. Ich glaube, ich wäre auch immer noch aufgeregt, es ihm zu sagen, wenn es geklappt hat. Komisch, ist aber so.

Ich weiß wie Du Dich fühlst. Es ist so schwer zu sagen, in einem Jahr bin ich weg. So habe ich zwischendurch auch immer gedacht. Aber dann kam Weihnachten, dann wieder Ostern, Sommerurlaub war gebucht, Geburtstag und ich hatte Angst, alleine da zu stehen. Und wenn man den anderen dann auch so liebt... alles nicht so einfach...

Genau
so ging es mir auch schon oft. Mit Weihnachten, Geburtstag, Urlaub... Man redet es sich selber immer wieder schön, warum es soooo viele Gründe gibt, nicht zu gehen. Das kenne ich nur zu gut
Aber finde ich gut, dass du so konsequent warst. Ich hoffe, dass ich irgendwann auch mal diese Stärke haben werde.
Und ja, von ihm kamen auch hier und da Hinweise. Haben uns mal ein Haus angeschaut und da sagte er: Nee, das Kinderzimmer ist viel zu klein. Was machst du wenn unser Kind mal 14 ist? Da stell ich mir immer die Frage: Hääää, da redest du von Kindern, und anderen Tags ist es so unvorstellbar?! Er sagte am Wochenende auch zu mir, dass das bei ihm "tagesabhängig" sei. Wenn er z.B. sein Patenkind (2) sieht, dann wäre der Wunsch da und er könne sich das alles vorstellen. Aber zu einem anderen Zeitpunkt ändert er seine Meinung wieder. So sprunghaft... Deshalb hoffe ich ja, dass er irgendwann mal bei einer Meinung bleibt und sich festlegt. Und wenn er mir sagt, dass er ein Kind zu 100 % ausschließt. Das würde mir vielleicht auch helfen. Aber immer dieses hin- und her...
Hmmmm... Ja, es ist wirklich schwierig

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12. November 2015 um 15:10
In Antwort auf madl88

Genau
so ging es mir auch schon oft. Mit Weihnachten, Geburtstag, Urlaub... Man redet es sich selber immer wieder schön, warum es soooo viele Gründe gibt, nicht zu gehen. Das kenne ich nur zu gut
Aber finde ich gut, dass du so konsequent warst. Ich hoffe, dass ich irgendwann auch mal diese Stärke haben werde.
Und ja, von ihm kamen auch hier und da Hinweise. Haben uns mal ein Haus angeschaut und da sagte er: Nee, das Kinderzimmer ist viel zu klein. Was machst du wenn unser Kind mal 14 ist? Da stell ich mir immer die Frage: Hääää, da redest du von Kindern, und anderen Tags ist es so unvorstellbar?! Er sagte am Wochenende auch zu mir, dass das bei ihm "tagesabhängig" sei. Wenn er z.B. sein Patenkind (2) sieht, dann wäre der Wunsch da und er könne sich das alles vorstellen. Aber zu einem anderen Zeitpunkt ändert er seine Meinung wieder. So sprunghaft... Deshalb hoffe ich ja, dass er irgendwann mal bei einer Meinung bleibt und sich festlegt. Und wenn er mir sagt, dass er ein Kind zu 100 % ausschließt. Das würde mir vielleicht auch helfen. Aber immer dieses hin- und her...
Hmmmm... Ja, es ist wirklich schwierig

Ich kenne das
Er hat es mir auch hoch angerechnet dass ich nicht einfach abgesetzt hat. Das wäre für mich nie in Frage gekommen auch wenn du mich nicht verlassen hatte . Ich hätte mich immer gefragt ob er mich nur wegen des Unfalls noch nicht verlassen hat und ob sein Kind überhaupt liebt. Auf so einer Lüge hätte ich meine Familie nicht aufbauen wollen und können. Es gibt aber sicher andere die weniger skrupel haben.

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18. Mai 2016 um 9:13

Interessant
Bei mir waren es auch knapp 5 Jahre bis ich mich getrennt habe. Mein Ex hat mir auch extrem viel bedeutet. Nach der Trennung habe ich wirklich ein Jahr sehr gelitten, es war sehr schwer für mich, konnte erstmal mich auf keinen anderen Mann einlassen. Dachte ich finde keinen mehr. Mein Ex hatte kurz nach der Trennung einen Moment wo er mir per SMS geschrieben hat er könnte sich es doch vorstellen um die Beziehung zu retten. DAS WAR FÜR MICH KEINE OPTION!

Wenn ein Mann aus tiefstem Herzen keine Kinder (mehr) möchte, dann bringt es nichts. Das hat nix mit Liebe oder nicht zu tun sondern ist eine Lebenseinstellung. Es blieb auch bei der SMS. Er sagte nochmals dass er eigentlich nicht will und wir sagten dass es dann falsch wäre. Mein jetziger Mann tut sehr viel für seine Familie, er liebt seine Kinder über alles. Sie waren alle von ihm gewünscht. Das ist so schön!!! Ein Vater, der überredet oder genötigt wurde liebt sein Kind vielleicht auch, aber es hat für ihn einen Beigeschmack! Kinder muss man aus tiefstem Herzen wollen. Man braucht Zeit für eine Trennung, das ist ein Prozess. Ich habe es irgendwann nicht mehr ausgehalten, wurde immer traurig wenn ich glückliche Mütter gesehen habe. Sogar nachts lag ich wach. Mit 29 habe ich dann gesagt, jetzt ist Schluss, mit 30 möchte ich Mutter sein. Hat tatsächlich geklappt. Mit 30 wurde ich schwanger und noch vor dem 31. war das Kind da

Mein Mann und ich haben uns innerhalb von 5 Monaten entschieden, ein Kind zu bekommen und zu heiraten. Das haben wir bis heute- 5 Jahre später- nicht bereut. Wir sind eine glückliche Familie und nun ist das 3. Kind unterwegs. Ich bin froh über meinen damaligen Schritt, der mich aber viel Kraft und Mut gekostet hat.

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