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Eileiterschwangerschaft und jetzt?

17. Januar 2008 um 16:20 Letzte Antwort: 18. Januar 2008 um 13:38

Hallo,

ich bin auch neu hier und weiß z.Zt auch nicht mehr weiter. Ich hatte eine Eileiterschwangerschaft in der 7. Woche, die mir am 20.12.07 mit einer Bauchspiegelung entfernt wurde. Mein Mann und ich hatten uns so gefreut, aber es ging dann alles so schnell, dass ich es heute ca. 3 Wochen danach immer noch nicht glauben kann. Mein linker Eileiter konnte erhalten bleiben, aber ich fühle mich so leer, traurig und glaube es einfach nicht, dass mir das passiert ist. Ich wollte schon immer Kinder haben, immer gewartet, Job, Geld etc. Das schlimme ist, dass ich keine Kinderwagen und schwangere Frauen sehen kann, am liebsten weggucke, weil es mir sehr weh tut. Aber was soll ich machen, ich arbeite auch noch in einem Job wo ich den ganzen Tag mit Müttern und ihren Babys/Kindern zu tun habe. Das hat mir immer sehr viel Spaß und Freude bereitet, aber in der jetzigen Situation kann ich mir nicht vorstellen wieder arbeiten zu gehen, obwohl mein Jahresvertrag nur bis März geht. Geht einfach nicht. Ich bin noch weiter krank geschrieben und habe auch mit Hilfe meiner Ärztin nächste Woche einen Termin bei einer Psychotherapeutin. Mir ist z.Zt. alles egal. Was soll ich tun, so schnell wie möglich wieder arbeiten gehen, da sonst Job weg ist ? Ich möchte wieder die Alte sein, lebenslustig und Spaß im Job. Nun ist nichts mehr wie vorher. Würde mich über Antworten freuen.

Liebe Grüße,

Tati7410

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17. Januar 2008 um 16:56

Liebe Tati,
Erstmal, fuehle dich gedrueckt. Ich kann dich gut verstehen, hatte am 25.12.2007 auch eine ESS bei SSW 7+0, fast aehnlich wie du. Auch links.
Deine Gefuehle und Gedanken kann ich mich so gut vorstellen. Mir geht es aehnlich: Probleme mit schwangeren Frauen um zu gehen, Eifersucht fuehlen, Wut. Hast du vielleicht auch?
Das mit einer Psychotherapeutin reden, finde ich ganz gut. Nach meiner ersten ESS (OP 13.08.2007) habe ich auch nach einiger Zeit mit Gespraechen mit einer Hebamme/Soz. Paedagogin von Pro Familia angefangen. Das mache ich immer noch. Mit ihr kann ich ueber meine Trauer reden. Beim ersten Mal hat das Reden so gut geklappt, dass ich nach 3 Monaten wieder in der Lage war mich auf eine neue SS (Schwangerschaft)zu konzentrieren.
Ich hoffe von ganzen Herzen, dass die Gespraeche mit dieser Psychotherapeutin dir auch weiterhelfen.

Nach meiner ersten ESS bin ich nach einem Monat, 5 Wochen wieder an der Arbeit gegangen. Am Anfang fiel es mir schwer, spaeter, als ich mich wieder besser fuehlte (auch durch diese Gespraeche und durchs Spazieren, ins Tagebuch schreiben, Malen, einen Trauerfeier fuer Fehlgeborene Kinder besuchen, etc...), konnte ich mich wieder besser konzentrieren und ging die Arbeit auch besser.

Tja, bei dir, ich weiss nicht so gut, was ich an deiner Stelle machen wuerde. 1. Wenn es dir wirklich so schwer faellt dort zu arbeiten (vor allem mit vielen Schwangeren), dann wuerde ich sagen: besser nicht. Schade dann, was den Job angeht. Du als Person bist wichtiger, aber mann soll es sich auch leisten koennen. Und das weisst nur du.
2. Wenn es dir in einigermassen gelingt, die Arbeit mit Schwangeren zu leisten, dann koenntest du natuerlich weitermachen.
Du koenntest versuchen ein oder zwei Tage dort zu arbeiten und dann mal sehen, wie es laeuft.
3. Waere es auch eine Moeglichkeit irgendwo auf einer anderen Abteilung zu arbeiten oder ist das leider nicht moeglich? Wenn, ja, dann koenntest du das auch mal ueberlegen.

Ich moechte nur noch hinzufuegen, dass es meiner Meinung nach wichtig ist, deine Grenzen im Augen zu halten. Es hat keinen Sinn ueber deine Grenzen zu gehen und damit dich selbst zu ueberfordern. Das waere schade, dass du dann noch mehr Stress erfahren wuerdest. Sei lieb fuer dich selbst, vor allem jetzt nach deinem Verlust!

Alles gute und wenn du reden moechtest, moechte ich gerne zu hoeren, mit lesen. Viel Kraft und viel Erfolg bei deiner Entscheidung! (Jede Entscheidung ist gut).

Liebe Gruesse,
Cindy

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17. Januar 2008 um 17:50
In Antwort auf akua_11988820

Liebe Tati,
Erstmal, fuehle dich gedrueckt. Ich kann dich gut verstehen, hatte am 25.12.2007 auch eine ESS bei SSW 7+0, fast aehnlich wie du. Auch links.
Deine Gefuehle und Gedanken kann ich mich so gut vorstellen. Mir geht es aehnlich: Probleme mit schwangeren Frauen um zu gehen, Eifersucht fuehlen, Wut. Hast du vielleicht auch?
Das mit einer Psychotherapeutin reden, finde ich ganz gut. Nach meiner ersten ESS (OP 13.08.2007) habe ich auch nach einiger Zeit mit Gespraechen mit einer Hebamme/Soz. Paedagogin von Pro Familia angefangen. Das mache ich immer noch. Mit ihr kann ich ueber meine Trauer reden. Beim ersten Mal hat das Reden so gut geklappt, dass ich nach 3 Monaten wieder in der Lage war mich auf eine neue SS (Schwangerschaft)zu konzentrieren.
Ich hoffe von ganzen Herzen, dass die Gespraeche mit dieser Psychotherapeutin dir auch weiterhelfen.

Nach meiner ersten ESS bin ich nach einem Monat, 5 Wochen wieder an der Arbeit gegangen. Am Anfang fiel es mir schwer, spaeter, als ich mich wieder besser fuehlte (auch durch diese Gespraeche und durchs Spazieren, ins Tagebuch schreiben, Malen, einen Trauerfeier fuer Fehlgeborene Kinder besuchen, etc...), konnte ich mich wieder besser konzentrieren und ging die Arbeit auch besser.

Tja, bei dir, ich weiss nicht so gut, was ich an deiner Stelle machen wuerde. 1. Wenn es dir wirklich so schwer faellt dort zu arbeiten (vor allem mit vielen Schwangeren), dann wuerde ich sagen: besser nicht. Schade dann, was den Job angeht. Du als Person bist wichtiger, aber mann soll es sich auch leisten koennen. Und das weisst nur du.
2. Wenn es dir in einigermassen gelingt, die Arbeit mit Schwangeren zu leisten, dann koenntest du natuerlich weitermachen.
Du koenntest versuchen ein oder zwei Tage dort zu arbeiten und dann mal sehen, wie es laeuft.
3. Waere es auch eine Moeglichkeit irgendwo auf einer anderen Abteilung zu arbeiten oder ist das leider nicht moeglich? Wenn, ja, dann koenntest du das auch mal ueberlegen.

Ich moechte nur noch hinzufuegen, dass es meiner Meinung nach wichtig ist, deine Grenzen im Augen zu halten. Es hat keinen Sinn ueber deine Grenzen zu gehen und damit dich selbst zu ueberfordern. Das waere schade, dass du dann noch mehr Stress erfahren wuerdest. Sei lieb fuer dich selbst, vor allem jetzt nach deinem Verlust!

Alles gute und wenn du reden moechtest, moechte ich gerne zu hoeren, mit lesen. Viel Kraft und viel Erfolg bei deiner Entscheidung! (Jede Entscheidung ist gut).

Liebe Gruesse,
Cindy

Liebe Cindy,
ersteinmal vielen lieben Dank für deine netten Worte, es tut gut sich mit Jemanden auszutauschen, der das gleiche erlebt hat! Ich habe sonst nicht viel Kontakt mit Jemanden der das gleiche erlebt hat. Immer nur Freundinnen und von mir betreute Frauen, die schwanger geworden sind und mit denen ich immer mitgefühlt und mich gefreut habe, aber immer in der Annahme, selber dann komplikationslos irgendwann schwanger zu werden, wenn für mich die Zeit reif ist. Aber Pustekuchen! Ist jetzt echt hart damit umzugehen, denn es kann glaube ich die Gefühle und Ängste keiner sonst nachvollziehen, der nicht das gleiche erlebt hat. Die Anderen sagen halt, dass man sich auf was anderes konzentrieren soll, als schwanger zu werden, dann klappt es bestimmt. Aber mit Arbeit ablenken ist in meinem Fall halt nicht möglich. Da treffe ich auch noch glatt vor meinem alles entscheidenen Ultraschall, der Diagnose der Eileiterschwangerschaft im linken Eileiter, eine von mir betreute schwangere junge Frau im Krankenhaus vor dem Kreißsaal! Sie hatte am nächsten Tag Kaiserschnitt gehabt und einen gesunden Jungen entbunden. Toll ne? Na ja, am Anfang war ich von meiner Verfassung normal drauf, habe immer Scherze gamacht, aber ich denke ich habe das alles überhaupt nicht realisiert was da passiert ist. Ich denke immer noch das es nicht wahr ist und ich irgendwann wieder aufwache. Es war so schön schwanger zu sein, aber solche Schmerzen habe ich noch nie erlebt. Ich hatte Blutungen und Stiche, wie Messerstiche in der Vagina. Ganz furchtbar, war aber am nächsten Tag wieder weg. Es hätte auch anders ausgehen können, mir wird erst jetzt bewusst, das es lebensgefährlich war! Aber ich werde nie den letzten Ultraschall von meinem Kind vergessen, ich habe die Fruchthöhle und den Embryo gesehen, es war ca. 5 mm groß. Die Ärztin sagte dann, ah da ist es ja, aber im Eileiter, wir müssen sofort operieren. Das werde ich nie vergessen und dann lag ich eine Stunde später schon im Op. Keine Zeit nachzudenken was geschieht. Und nun versuche ich mit der Trauer und Leere umzugehen, mal geht es, aber bin dann wiederum nur am heulen. Mit dem Job werde ich mich nicht unter Druck setzten, denn Du hast Recht, ich muss meine Grenzen erkennen. Es tut halt weh zu sehen, wenn die Frauen nicht mit ihren Würmern zurecht kommen und ich mit dem Jugendamt sie ihnen wegnehmen muss. Das ist jetzt hart, aber vorher hat es mir nichts ausgemacht. Das ist halt so und in einer Pflegefamilie oder im Heim haben sie es besser. Ich habe nur noch die Hoffnung, dass die Zeit die Wunden heilt und wenn nicht mehr in meinen Job, dann studiere ich eben. Mein Mann ist jetzt fertig, dann bin ich eben dran und er verdient dann das Geld. Nochmals Danke fürs lesen und zuhören,

liebe Grüße,

Tati

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17. Januar 2008 um 22:56
In Antwort auf yara_12165132

Liebe Cindy,
ersteinmal vielen lieben Dank für deine netten Worte, es tut gut sich mit Jemanden auszutauschen, der das gleiche erlebt hat! Ich habe sonst nicht viel Kontakt mit Jemanden der das gleiche erlebt hat. Immer nur Freundinnen und von mir betreute Frauen, die schwanger geworden sind und mit denen ich immer mitgefühlt und mich gefreut habe, aber immer in der Annahme, selber dann komplikationslos irgendwann schwanger zu werden, wenn für mich die Zeit reif ist. Aber Pustekuchen! Ist jetzt echt hart damit umzugehen, denn es kann glaube ich die Gefühle und Ängste keiner sonst nachvollziehen, der nicht das gleiche erlebt hat. Die Anderen sagen halt, dass man sich auf was anderes konzentrieren soll, als schwanger zu werden, dann klappt es bestimmt. Aber mit Arbeit ablenken ist in meinem Fall halt nicht möglich. Da treffe ich auch noch glatt vor meinem alles entscheidenen Ultraschall, der Diagnose der Eileiterschwangerschaft im linken Eileiter, eine von mir betreute schwangere junge Frau im Krankenhaus vor dem Kreißsaal! Sie hatte am nächsten Tag Kaiserschnitt gehabt und einen gesunden Jungen entbunden. Toll ne? Na ja, am Anfang war ich von meiner Verfassung normal drauf, habe immer Scherze gamacht, aber ich denke ich habe das alles überhaupt nicht realisiert was da passiert ist. Ich denke immer noch das es nicht wahr ist und ich irgendwann wieder aufwache. Es war so schön schwanger zu sein, aber solche Schmerzen habe ich noch nie erlebt. Ich hatte Blutungen und Stiche, wie Messerstiche in der Vagina. Ganz furchtbar, war aber am nächsten Tag wieder weg. Es hätte auch anders ausgehen können, mir wird erst jetzt bewusst, das es lebensgefährlich war! Aber ich werde nie den letzten Ultraschall von meinem Kind vergessen, ich habe die Fruchthöhle und den Embryo gesehen, es war ca. 5 mm groß. Die Ärztin sagte dann, ah da ist es ja, aber im Eileiter, wir müssen sofort operieren. Das werde ich nie vergessen und dann lag ich eine Stunde später schon im Op. Keine Zeit nachzudenken was geschieht. Und nun versuche ich mit der Trauer und Leere umzugehen, mal geht es, aber bin dann wiederum nur am heulen. Mit dem Job werde ich mich nicht unter Druck setzten, denn Du hast Recht, ich muss meine Grenzen erkennen. Es tut halt weh zu sehen, wenn die Frauen nicht mit ihren Würmern zurecht kommen und ich mit dem Jugendamt sie ihnen wegnehmen muss. Das ist jetzt hart, aber vorher hat es mir nichts ausgemacht. Das ist halt so und in einer Pflegefamilie oder im Heim haben sie es besser. Ich habe nur noch die Hoffnung, dass die Zeit die Wunden heilt und wenn nicht mehr in meinen Job, dann studiere ich eben. Mein Mann ist jetzt fertig, dann bin ich eben dran und er verdient dann das Geld. Nochmals Danke fürs lesen und zuhören,

liebe Grüße,

Tati

Hallo Tati,
Jetzt als du mehr von deine Arbeit erzaehlt hast, kann ich mich auch sehr gut vorstellen, dass es dir schwer faellt, wieder oder schnell dort arbeiten zu gehen. Es tut mir gut zu lesen, dass du dich entscheiden hast dich nicht unter Druck zu setzen. Das ist ganz wichtig un gut. Lass dir Zeit um diese Erfahrung Teil deines Lebens zu werden. Es ist normal, dass du traurig bist und dann wieder eine Weile weniger und es dir etwas besser geht. Hoehen und Tiefen...
;( ..Alles ist auch so schnell bei dir gegangen; in einer Stunde der Diagnose und dann sofort im OP, in der dein Kind aus dir genommen wurde. Das kann man nicht in drei Wochen verarbeiten, fassen , verstehen?! Du brauchst Zeit.
Der Shock und Betaeubung werden jetzt weniger und das bedeutet, dass der Schmerz, der Trauer und die Leere mehr spuerbar werden. Schade (wegen des Schmerzes, der Trauer) und auch schoen, dass du noch den letzten Ultraschall gesehen hast. Habe ich auch und fand es trotz der Trauer um den Verlust was kommen wuerde, doch schoen, dass ich es noch gesehen habe. Diesmal hatte ich mehr Zeit um mich von meinem Kind zu verabschieden im Gegensatz zu dem ersten Mal im August 2007. Damals war es auch fast wie bei dir: anderthalb Stunde spaeter operieren. Keine Zeit um nach zu denken was passiert. Diesmal geht das Trauern mir vielleicht deshalb besser als beim ersten Mal. Keine Idee.
Liebe Tati, denke nur an dich! Gib die Hoffnung nicht auf, aber nimm dir Zeit, egal was Anderen sagen.

Ich wuensche dir viel Kraft!
Liebe Gruesse und guten Nacht,
Cindy

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18. Januar 2008 um 13:38

Hallo Tati7410!
Ich kann deine Gefühle auch sehr gut verstehen. Ich selbst hatte Ende Oktober 06 eine ESS, wobei mir der Eileiter entfernt werden musste. Man fühlt sich danach so unheimlich leer und andere, die nicht dasselbe erlebt haben, können nicht wirklich verstehen, was in einem vorgeht. Ich selbst habe auch eine ganze Weile gebraucht, um über den Schmerz hinwegzukommen und vergessen habe ich unser kleines Sternchen bis heute nicht. Ich habe Gedichte gelsen und geschrieben, das hat mir bei meiner Trauer sehr geholfen. Außerdem habe ich schon 2 gesunde Jungs im Alter von 4 und 5 Jahren, die mich gebraucht haben. Aber das größte Glück halte ich gerade in meinem Arm, es ist unsere gesunde kleine Tochter, die jetzt 11 Wochen alt ist und genau 1 Jahr und 5 Tage nach meiner ESS-Op auf die Welt gekommen ist.
Es lohnt sich also nicht aufzugeben.
Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft auf dass du die Trauer überwinden kannst und bald ein gesundes Baby in deinen Armen halten kannst.
Viele liebe Grüße
Petra mit Jule (11 Wochen)

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