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Ehemann möchte Abtreibung

3. September 2015 um 15:46 Letzte Antwort: 10. September 2015 um 17:05

Ich weiß nun seit ungefähr 4 Wochen, dass ich schwanger bin. Meine erste Reaktion war pure Freude. Nachdem ich es akönntengs meinem Mann erzählt habe, hat sich für mich irgendwie alles in einen Albtraum verwandelt.

Wir hatten nie eine sehr einfache Beziehung und war mir aber immer sicher, dass es nichts gibt, was wir nicht zusammen schaffen. Ende des letzten Jahres hat es sich dann so ergeben, dass ich wieder zu meinen Eltern gezogen bin. Nicht wegen Problemen mit meinem Mann, sondern weil mein Opa ein Pflegefall wurde und meine Eltern das alleine nicht hinbekommen. Mein Mann konnte zu diesem Zeitpunkt aus arbeitstechnischen Gründen nicht mitkommen. Wir hatten ausgemacht, dass er Ende dieses Jahres nachkommen sollte. Wir besuchen uns so ofte es geht und telefonieren jeden Tag.

Nun bin ich schwanger. Als ich es meinem Mann zuerst erzählt habe, meinte er, wir sollten 2 Wochen in Ruhe darüber nachdenken und dann nochmals darüber sprechen. Er machte da aber bereits deutlich, dass er sehr für eine Abtreibung ist. Nach diesen 2 Wochen sagte er noch immer das Gleiche. Ich sagte ihm, dass ich mir für mich keine Abtreibung vorstellen könne. In den folgenden Tagen kristallisierte sich immer mehr heraus, dass er tatsächlich vorhat mich zu verlassen, wenn ich mich für das Kind entscheide. Ich habe ihn seitdem nicht mehr gesehen und auch kaum noch gesprochen, da er mir ausweicht. Er schreibt mir immer wieder Sachen wie "wenn du dieses Kind bekommst, zerstörst du mein Leben", "Mach es weg, ich will es nicht", "ich möchte niemals etwas damit zu tun haben und mit dir dann auch nicht mehr".
Ich weiß, dass es sicher nicht einfach wäre, aber ich war mir dennoch sicher, dass wir das irgendwie hinbekommen könnten. Mein Mann hat auch immer von Kindern gesprochen, weshalb mich das nun noch mehr trifft. Zuerst war ich mir absolut sicher, dass ich das Baby behalten würde, aber seit einer Woche bin ich am wanken. Ich hatte sogar einen Beratungstermin bezüglich einer Abtreibung und Anfang nächster Woche müsste ich mich entschieden haben. Aber ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll. Ich weiß, dass die Art, wie mein Mann mit der Situation umgeht absolut schrecklich ist, aber er hat wohl auch seine Gründe/Ängste. Und ich kann mir nach wie vor nicht vorstellen ihn zu verlassen. Dass ich an einer Abtreibung aber mein Leben lang zu knabbern hätte, daran bin ich mir ebenso sicher. Und nun habe ich panische Angst, dass egal was ich tun werde, ich es am Ende für immer bereue. Habe das Thema auch schon mit einer Freundin und meinen Eltern immer wieder durchgesprochen... Ich fühle mich einfach nur noch, als würde mir die Decke auf den Kopf fallen.

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3. September 2015 um 16:37

Das ist nicht nur schrecklich:
"Ich weiß, dass die Art, wie mein Mann mit der Situation umgeht absolut schrecklich ist,"

sondern möglicherweise auch eine Straftat:
http://dejure.org/gesetze/StGB/240.html
"(4) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter
...
2. eine Schwangere zum Schwangerschaftsabbruch nötigt oder"

wobei das:
"aber er hat wohl auch seine Gründe/Ängste."
höchstens dazu führt, dass seine Schule verringert ist, aber eine Straftat wäre es immer noch.

Nützt dir vermutlich nichts, aber ist wenigstens nochmal eine Bestätigung seitens des Gesetzgebers, dass sein Tun falsch und dein Versuch trotzdem durchzuhalten richtig ist.


"Und ich kann mir nach wie vor nicht vorstellen ihn zu verlassen. Dass ich an einer Abtreibung aber mein Leben lang zu knabbern hätte, daran bin ich mir ebenso sicher. Und nun habe ich panische Angst, dass egal was ich tun werde, ich es am Ende für immer bereue."

Eigene Erfahrungen kann ich nicht präsentieren (da selbst Mann), aber aus Beobachtungen hier im Forum kann man sagen:
1. In einem Teil der Fälle finden sich Männer, die vorher viel mit Verlassen bei Austragen des Kindes gedroht haben, damit ab und versuchen die Beziehung wieder zu kitten bzw. wenigstens ein bischen ihre Vaterrolle anzunehmen.
2. In einem Teil der Fälle, in denen die Schwangere "Treib ab, sonst gehe ich." nachgibt, geht der Mann dann trotz Abtreibung bzw. die Bezeihung zerbröselt sowieso.

Es kann also sein, dass du grad gar nicht vor der Wahl Kind oder Mann stehst, sondern tatsächlich nur vor der Wahl Mann und Kind oder keins von beiden ODER Kind oder nicht, da Mann sowieso effektiv verloren ist ODER Kind oder nicht, da Mann so oder so bleibt.

Was es genau ist, kann dir nur der nächste Zeitreisende aus der Zukunft sagen.

"Ehemann möchte Abtreibung"

Habt ihr vielleicht kirchlich geheiratet?

Dann würde ich vielleicht mal auf ein freundliche Nachricht ala "Treib ab, sonst verlass ich dich." mit

"Ich verspreche dir die Treue
in guten und bösen Tagen,
in Gesundheit und Krankheit
bis der Tod uns scheidet.
Ich will dich lieben, achten und ehren
alle Tage meines Lebens.

Das haben wir uns versprochen; ich habe dir also versprochen dich zu lieben, zu achten und zu ehren, auch wenn du versuchst mich dazu zu bringen, dein Kind, das ich auch lieben, achten und ehren sollte, da es dein Kind ist, abzutreiben; und du hast versprochen mich zu lieben, zu achten und zu ehren, auch wenn ich grad auf Glucke mache und Kinder werfe, die du eigentlich nicht haben willst;
wollen wir versuchen unsere Versprechen zu halten?"


Ist aber wohl zu theatralisch.


Meine persönliche Meinung ist übrigens noch, dass wenn er tatsächlich in seinem Herzen bereit ist, dich zu verlassen, weil du sein Kind nicht töten lässt, dann ist eure Ehe bereits gescheitert und nur noch eine leere formale Hülle und dem ist ein echtes Kind sowieso vorzuziehen. Und ob er es wirklich ernst meint, wirst du sowieso erst erfahren, wenn die Schwangerschaft weitergeht, also lass das mit der Abtreibung.

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3. September 2015 um 21:24

Es
schmerzt mich, dass Du gerade solche einen Alptraum durchleiden mußt in dieser Zwickmühle zwischen Deinem Mann und Deinem ungeborenen Kind zu stehen. Es spricht für Dich, dass Du ihn nicht verlassen willst. Sage ihm wie wichtig er für Dich ist und was Du an ihm schätzt und dass Du ihn als Vater für dieses Kind brauchst. Denn ernstgemeinte Komplimente erweichen manches harte Männerherz. Weil sie die Helden ihrer Frauen sein wollen. Eine Abtreibung für einen anderen lohnt sich nicht. Willst Du Dein Leben mit einem Mann verbringen, der Dich um dieses Kind gebracht hat?
VLG Yankho

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4. September 2015 um 0:40

Ihr seid verheiratet?
Und dein Mann hat mal von Kindern gesprochen?

Hmm, ehrlich gesagt finde ich die Haltung deines Mannes abscheulich. Nicht, weil ich gegen Abtreibung bin (bin ich ganz und gar nicht!), sondern weil er dich erpresst und offensichtlich in der Vergangenheit belogen hat, was gemeinsame Kinder betrifft.

Wie alt seid ihr? Habt ihr schon Kinder?

Hast du deinen Mann mal nach den Gründen gefragt und diese auch auseinander genommen? Warum zerstörst du sein Leben, wenn das Kind käme? Hat er dir das mal vernünftig begründet?

In deinem Text lese ich nichts von Liebe seinerseits. Man merkt es auch nicht. Dein Mann ist kalt, er droht dir mit Trennung. Auf mich wirkt das so, als würde er dich nicht lieben. Denn täte er das, dann würde er dich nicht mit einer Trennung erpressen, sondern vernünftig und tiefergehend darlegen, wo sein Problem liegt.

Ich verstehe dein emotionales Problem sehr gut! Du solltest schleunigst durch intensive Gespräche heraus bekommen, ob dich dein Mann überhaupt noch liebt. Merkst du, dass er das nicht oder nicht mehr ausreichend tut, dann würde auch eine Abtreibung deine Ehe nicht retten und die Entscheidung fällt dir vielleicht leichter.

Alles Gute!

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4. September 2015 um 6:28

Ich sehe es wie Carn
Eine Abtreibung wird Eure Beziehung nicht retten. Wenn Eure Beziehung was wert ist, hält sie auch mit Kind. Wenn nicht, wird sie zerbrechen, auch wenn Du abtreibst, und dann stehst Du ohne Mann und mir der Schuld einer ungewollten Abtreibung alleine da. Wenn Du Dich auf's Kind gefreut hast, und das mit Recht, dann sag ja zum Kind. Die Beziehung zu diesem Wesen wird stärker sein als die zu Deinem Mann je sein wird. Gib nicht was Starkes für was Schwächeres auf. Es lohnt sich nicht.

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4. September 2015 um 18:09

Hey evchen
ich kann absolut nachvollziehen, dass du voll durch den Wind
bist und gar nicht glauben kannst, dass dein Mann dich mit seinem Verhalten so übel unter Druck setzt!
Was ist los mit ihm? Der erste Schock kann es nach vier Wochen ja nicht mehr sein... die Schwangerschaft passt ihm jetzt nicht in sein Leben... was sind denn seine größten Ängste? Irgendwie klingt es als würdest du ihn verstehen können!? Ist es vielleicht wegen eurer momentanen Fernbeziehung?

Echt sehr bemerkenswert, dass du deinen Eltern bei der Pflege deines Opas in so großem Maße beistehst und dazu direkt wieder daheim eingezogen bist. Das ist nicht selbstverständlich. Familie hat bei dir offenbar sehr hohe Priorität! Deshalb ist der Gedanke an Abtreibung für dich offenbar noch schrecklicher und würde ganz und gar nicht zu dir passen. Das steht ja total entgegen deiner innersten Werte und fühlt sich für dich bestimmt unerträglich an!

Liebe evchen, es geht mir direkt nahe, wie untröstlich dir zumute sein muss. Ich wünsche dir ehrlich ganz viel Kraft für die kommende Zeit und schicke dir lauter gute Gedanken.

Vielleicht braucht dein Mann dich einfach wieder fest an seiner Seite!? Gäbe es für deine Eltern nicht eine Pflegehilfe von der Caritas oder einer anderen sozialen Einrichtung!? - Sorry, war nur so ein Gedanke... bestimmt hat es gute Gründe warum DU deinen Opa mitpflegst.

Ich umarme dich und hoffe, es kommt bei euch alles wieder ins Lot.
Was würdest du dir denn jetzt am meisten wünschen? Wie könnte dir geholfen werden?

Melde dich doch wieder. Ich denke an dich,
Viola

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10. September 2015 um 17:05

:/
Vielleicht bin ich naiv und blöd...Aber ich finde, wenn ein Mann dich wirklich so sehr liebt, dann kann er auch das gemeinsame Baby lieben (schließlich war er nicht ganz unbeteiligt^^). Dir so zu "drohen", von wegen du würdest sein Leben zerstören. Sowas finde ich ganz furchtbar. Du musst dir bewusst werden mit was du eher leben könntest: a) ohne diesen Mann oder b) mit den Gedanken dein/euer Baby verloren zu haben... Klingt vielleicht einfach so daher gesagt. Aber wenn du mit ihm weiterhin zusammen bist (nach dem Abbruch) und er dich irgendwann doch aus Eigennutz verlässt? Dann hast du nichts. Wenn du dich für das Baby entscheidest hast du ein kleines Würmchen zu Hause. Und Unterstützung würdest du sicherlich auch von deiner Familie/Freunden usw. bekommen Trotz all dem wünsche ich dir alles erdenklich Gute!

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