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Dieser Schmerz kennt keinen Namen * 14.03.2009

24. März 2009 um 13:39

Ein Meer voll Tränen


Es ist vorbei..
Ich habe zum dritten mal mein Baby verloren. Ein Kartenhaus ist in sich zusammen gefallen. Ich fühle mich so leer. Warum nur? Warum durchleben wir schon wider diesen Höllengang? Ich hab` s doch schon mal geschafft und vor fast 6 Jahren einen wunderbaren, gesunden Sohn auf die Welt gebracht. Wieso klappt es seit dem nicht mehr? Als hätte ich seit der Geburt meines Sohnes einen anderen Körper. Die Schwangerschaft mit meinen süßen Max verlief ohne Probleme, keine Blutungen, keine Schmerzen, diese war so super schick. Ich verstehe das einfach nicht. Ich wollte immer zwei bis drei Kinder. Nie wollte ich ein Einzelkind. Ich bin in einer Großfamilie aufgewachsen, fast jedes Jahr ein Baby im Arm. Es ist so super ungerecht. Als ich 2005 meinen kleinen Paul in der 24 SSW verlor, war dies ein großer Schock für uns. Die Trauer um mein Sohn wurde erschwert, weil ich zwei Monate zuvor meinen geliebten Bruder durch einen Unfalltod verlor. Es war die reinste Hölle! Immer wieder hat sich die Trauer um meinen Sohn mit dem Verlust meines Bruders vermischt. Dank einer Therapie hab` ich es nach einem Jahr geschafft beide Verluste zu trennen und konnte somit leichter trauern und immer mehr Abschied nehmen. 2007 der nächste Schlag! Ich verlor meine kleine Sophie in der 23 SSW. Der verlauf der Schwangerschaft war mit Paul identisch. Beide habe ich durch einen plötzlichen Blassensprung verloren. Bei beiden lag ich 16 Tage in der Klinik in der Hoffnung, die Fruchtblasse würde sich wieder schließen und alles können wieder seinen lauf nehmen. Aber leider schließ sich die Blase nicht. Immer wieder ging Fruchtwasser ab und somit ging es meinen kleinen Mäusen auch nicht gut. Aufgrund der fällenden Fruchtwassermenge entwickelte sich die Lunge bei Paul nicht optimal weiter. Es war von da an klar, dass die SS keine Happy End nehmen wird. Mein Mann und ich hatten dann entschlossen die SS abzubrechen und die Geburt einleiten zu lassen. Wir wollten nicht mehr, dass unsere Kinder leiden. Paul und Sophie sind in würde und ohne schmerzen in Mamas Bauch gestorben. Wir haben uns genügend Zeit zum verabschieden genommen. Ich wollte meine Kinder sofort auf den Arm bekommen und mit ihnen schmusen. Wir haben mit ihnen gekuschelt, sie beschnuppert, sie geküsst, sie gewaschen, viele Fotos von ihnen gemacht und beide hatten eine würdevolle Bestattung. Nach 2 Jahren nahmen wir nun unseren ganzen Mut und unsere Hoffnung zusammen und entschlossen uns unseren Traum vom zweiten Kind doch noch mal nach zu gehen. Die Freude war so groß als der Test POSITIV anzeigte. Wir waren in so guter Hoffnung! Aber diesmal sollte die SS alles andere als harmonisch verlaufen. In der 8 SSW bekam ich aufgrund eines Hämatoms Blutungen. Der Schreck war groß, weil die Ärztin in der Klinik meine Maus nicht sah und sie schon alles für eine OP vorbereitete. Ich wollte dies aber nicht war haben, weil mein Gefühl so positiv war und hatte somit auf eine Zweitmeinung gepocht. Mein Gefühl gab mir Recht. Dieses Glücksgefühl war enorm, als die Kollegin schalte und wir dann unsere Maus entdeckten und sahen, dass das kleine Herz schlug. Die SS war also intakt. In der 13 SSW war das blöde Hämatom endlich abgeblutet. In der 14 SSW folgte dann der totale Mutermundsverschluss mit Cerclage. Da man nicht weiß, weshalb in den letzten beiden SS die Blase platze, wollte man mit diesem Eingriff verhindern, das Bakterien sich in die Gebärmutter einschleichen. Es wurde zwar nie eine Infektion nachgewiesen, aber sicher ist sicher. Zwei Tage nach dem Eingriff bekam ich wieder Blutungen wegen einem erneuten Hämatom. Aber auch dieser war nach 1,5 Wochen verschwunden. Ich war wieder erleichtert und konnte aufatmen. Die Ruhe hielt aber nur eine Woche und dann bekam ich (16SSW) wieder Blutungen, aber diesmal waren diese sehr heftig. Ein großes Hämatom war wieder aufgetaucht. Jedes Mal diese Blutungen und diese Angst das dies negative folgen für das Baby haben könnte. Ich konnte die Klinik schon nicht mehr sehen. Ich konnte die SS nicht einmal wirklich intensiv genießen. Dieses ständige auf und ab zerrte so stark. Physisch, und natürlich auch Psychisch. Wir gaben aber die Hoffnung nicht auf auch wenn es an manschen Tagen sehr schwer viel. Am Samstag dann der große Schock! Das große Hämatom war zwar wieder weg, aber dafür füllte sich mein Unterbauch mit Blut. Die Wehen setzten ein und dann gab` s kein halten mehr. Der Fundusstand war eigentlich für die 19SSW bis zum Nabel und durch das ganze Blut lag er nach her unterm Rippenbogen. Es ging also nicht nur um das leben meines Baby sondern auch um meins. Ich hatte panische Angst und wusste gar nicht wie mir geschah. Die Gebärmutter hat natürlich auf die große Blutansammlung reagiert und somit öffnete sich auch der Muttermund. Der Arzt musste die Cerclage durchschneiden, weil die Wehen nicht mehr aufzuhalten waren. Ich hatte in der Zeit sehr viel Blut verloren. Beim Ultraschall lebte mein Baby noch. Ich kam in die Klinik mit leichten Wehen und innerhalb von einer Stunde waren diese so heftig, dass ich meinen kleinen Lukas gebar. Diesmal war es kein Blasensprung, sondern dieses scheiß Blut schuld. Mein Lukas hatte keine Chance! Meine kleine zarte Maus war tot. Wieder hielt ich ein totes Baby im Arm, wieder mussten mein Mann und ich abschied nehmen, wieder mussten wir durch die Hölle gehen, wieder werden wir zur Beerdigung unseres Kindes gehen. Wir waren doch in so guter Hoffnung! Mein Sohn versteht die Welt auch nicht mehr. Er hat sich so sehr auf sein Geschwisterchen gefreut. Er hat sich so sehr eine kleine Schwester gewünscht und war ganz fest der Überzeugung, dass es ein Mädchen wird. Er bekommt jetzt keine Schwester und auch kein Bruder mehr. Er bleibt wieder allein. Das waren heute Morgen seine Worte! Mein kleiner, süßer Max! Wir sind so froh, dass wir ihn haben. Er gibt uns so viel kraft. Wir sagen ihm auch immer wieder, wie sehr wie ihn doch lieben und wie froh wir doch das wir ihn haben. Wir sind so glücklich und dankbar, dass wir wenigstens ein gesundes Kind haben. Dennoch die Trauer bleibt! Lukas wollte kommen und nun mussten wir uns leider so früh von ihn verabschieden. Für diesen Schmerz gibt es keinen Namen! Unsere Kinder sind für immer in unseren Herzen!

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24. März 2009 um 13:57


oh man , beim lesen ging mir ein schauer übe en Rücken , eine fg in der frühschwangerschaft ist schon hart aber das was du erlebt hast ist ja noch viel , viel härter und dann so oft. Ich hab schon viel hier gelesen aber das übertrfft fast alles. Sei gedrückt, unbekannter weise , wie geht denn ein mann damit um , ich bin sprachlos und schockiert

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24. März 2009 um 15:26


es tut mir so leid!!!

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24. März 2009 um 17:21

Es tut mir leid
Ich weiß nicht was ich dazu sagen soll außer - es tut mir unendlich leid für euch drei. Eine Fehlgeburt im frühen Stadium ist ja schon kaum erträglich. Aber so weit fortgeschritten muss es um ein mehrfaches schlimmer sein. Und ich sag jetzt auch nicht - seid doch froh ihr habt schon ein Kind - es ändert nichts am Schmerz. Vielleicht verstärkt es den Schmerz sogar noch - weil ihr wißt wie es sein könnte mit den Würmchen. Es tut mir leid. Ich wünsch euch alles erdenklich Gute. Verliert die Hoffnung nicht. Steffi

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24. März 2009 um 18:59


Es tut mir soooo unendlich leid
Ich kann deinen Schmerz nachvollziehen. Es gibt wirklich nichts schlimmeres im Leben als sein eigenes Kind zu verlieren. Und ihr musstet es auch noch 3 mal durchstehen
Ich wünsche euch von Herzen jetzt ganz ganz viel Kraft in dieser schweren Zeit!

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25. März 2009 um 15:24


es tut mir unendlich leid für euch! ich habe gerade vor 2 tagen eine fg erlitten in der 9. ssw aber das kann man ja garnicht vergleichen... ich bin sprachlos furchtbar!

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26. März 2009 um 15:07


Das tut mir so unendlich leid, sei fest gedrückt!!!
Ich kann mir sowas gar nicht vorstellen und ich dachte, dass es mich schon schlimm erwischt hat, weil ich mein Sternchen durch Abbruch in der 15. SSW hergeben musste. Aber das ist ja überhuapt nicht mit Deiner traurigen geschichte zu vergleichen.
Wünsche Dir viel Kraft und neue Hoffnung, doch noch ein kleines Geschisterchen für Max zu bekommen!!!

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27. März 2009 um 18:51
In Antwort auf halice_12662472


oh man , beim lesen ging mir ein schauer übe en Rücken , eine fg in der frühschwangerschaft ist schon hart aber das was du erlebt hast ist ja noch viel , viel härter und dann so oft. Ich hab schon viel hier gelesen aber das übertrfft fast alles. Sei gedrückt, unbekannter weise , wie geht denn ein mann damit um , ich bin sprachlos und schockiert

Danke,
für die Anteilnahme! Mein Mann ist der Fels in der Brandung. Die ganzen Schicksalsschläge haben uns noch mehr zusammen geschweisst. Mein Mann und mein Sohn sind meine Ritter! Ohne meine zwei Männer wäre ich nicht mehr da. Meine Liebe zu ihnen lässt mich jeden Morgen aufstehen! Danke noch mal an alle für die Lieben Worte!

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2. April 2009 um 11:15


Danke für die lieben Worte! Jetzt sind 2,5 Wochen vergangen und ich kann noch immer nicht glauben, dass ich wieder mein absolutes Wunschkind hergeben musste und dann auch noch auf so grausame Weiße.

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14. April 2009 um 9:51

Heute vor einem Monat....................
Mir ist so schwer um`s Herz. Ich kann noch immer nicht glauben, dass mein Bauch nun seit einem Monat leer ist und ich meinen kleinen Schatz her geben musste.



Jetzt wo der Frühling mit seinem schönen Wetter die Leute an die Sonne lockt und darunter sind natürlich viele glückliche Schwangere Frauen mit ihren Kugelbäuchen oder Eltern wie sie glücklich mit ihrem Baby auf der Wiese schmusen, verschlägt es mir dem Atem. Ich stelle mir dann vor, wie auch ich vor einem Monat unter den glücken war und wie gerne ich jetzt auch meinen Schwangerenbauch in die Sonne halten möchte. Ich werde wohl nie mehr in den Genuss kommen. Zu groß ist die Angst! Ich trauer nicht nur um mein Kind, sondern auch um mein Wunsch nach einem zweiten Kind. Mein Herzenswunsch hat sich wieder nicht erfühlt und nun muß ich mich von ihm verabschieden. Dies wird ein schwerer und anstrengender Weg! Mein kleiner Lukas, wir alle lieben dich und du wirst für immer einen besonderen Platz in unserem Herzen haben.

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