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Depression nach Eileiterschwangerschaft

11. August 2017 um 19:13

Hallo,
ich bin sehr durcheinander und so langsam habe ich das Gefühl, dass ich in einer ordentlichen Depression angekommen bin. Nichts macht mir echten Spaß, alles wird nur noch diesen einen traurigen Schicksalsschlag überschleiert.
Kurz zu meiner Story: Ich bin 35, habe nach etlichen schlechten Beziehungen eine gute Fernbeziehung ( 2  Flugstunden) gefunden, war mir aber noch nicht 100% sicher, ob ich das wirklich will. Der Kinderwunsch war deshalb immer unterschwellig im Kopf, aber nie ausgereift und auch kein absolutes muss. ( habe lange Therapie hinter mir, leider schwierige Familiengeschichte) Aber: ich wurde nach knapp 3 Monaten dann schwanger, für mich erstmal der Schock. Nach einer Nacht war es aber da, okay ich freue mich, aber ganz schön komplizierte Umstände.
Dann nach vielen Zwischenblutungen, Bauchziehen, regelmäßigen Arztbesuchen mit der Aussage, es ist noch zu früh was sehen zu können, aber die Gebärmutterschleimhaut ist schlecht aufgebaut usw. Hcg stieg langsam an, aber war nie sehr hoch. Übelkeit und der Kampf das Rauchen aufzugeben inklusive. Ich war nur noch fertig mit den Nerven, dazu kam dass mein Partner mich mit seiner Anwesenheit dann doch erstmal unwillentlich mehr gestresst hat. Aber das ist eine andere Story.
Zum Schluss dann die Diagnose Eileiterschwangerschaft, OP, und nach zwei Tagen war ich dann Zuhause. 
Ich war auf einmal so mega traurig mein Kind, das nur Zellgewebe war, verloren zu haben und mittlerweile fühlt sich alles so sinnlos an, wenn ich mir meine Zukunft ohne Kinder vorstelle. Obwohl ich tierische Angst hätte jetzt unter den gleichen Umständen nochmal schwanger zu werden. Aber ich bin 35, und Risiko einer erneuten ESS ist nun auch höher. Die Beziehung muss sich erst auch noch sicherer anfühlen. Ich habe Angst mich in 10 Jahren umzudrehen und alles zu bereuen, wenn ich jetzt nicht bald alles auf eine Kappe setze. Aber eigentlich soll mein Kind eine stabile und gesunde Umgebung bekommen und das ist momentan nicht der Fall. 
 

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13. August 2017 um 15:51

Hey schnuckweide, 
vielen Dank für deine Anteilnahme und auch von mir mein herzliches Beileid für deine Geschichte. Es ist gut zu hören, dass es für dich langsam wieder bergauf geht.

Ja du hast Recht, meine Perspektive hat sich einfach sehr schnell geändert-das Gefühl Mutter sein zu können oder die Vorstellung davon haut mich emotional um, womit ich vorher nie so gerechnet hätte. Es war tatsächlich ein wunderbarer Gedanke. 

Die Idee einen offiziellen Abschied, ein Symbol o.ä. für mein Kleines zu finden, ist mir heute auch das erste Mal in den Kopf gekommen, was ich auch angehen werde, mit einem Brief und einem Ort, den ich immer wieder besuchen kann. Leider gibt es im KH keine Sammelbestattung, das habe ich schon herausgefunden. Meine Trauer kann ich nun endlich auch zulassen, dazu habe ich ein Hörbuch gebraucht und ein wenig Zeit um das zu erkennen. 

Leider gibt es neben meiner Schwester, die selbst mit einem Kind genug zutun hat, keine nähere Person bei der ich mich trauen würde, ständig zu sagen, wie es mir geht. Viele Freunde sind auch im Urlaub und manche stehen mir einfach nicht nah genug. Eigentlich braucht es ja nur ab und an eine tröstende Umarmung. 
Mein Freund ist 1 Woche nach der OP wieder in sein Land und verbringt jetzt die Zeit mit seiner Familie (Eltern, Geschwister) Sicherlich tut es ihm mehr gut, als hier meine Stimmungen auszuhalten, er muss es ja auch verarbeiten. Und hmmm ja, ihn nochmal deutlich zu machen, was mir alles durch Kopf und Herz geht, kann nicht schaden.
(Ja er weiß etwas wie es mir geht und es macht mich sauer, dass er mich hier nicht unterstützt. Und ganz ehrlich, so wichtig er für mich ist, aber ich brauche einen Partner hier bei mir, deswegen zweifle ich immer mehr an dieser Beziehung auf Distanz, aber auch wegen anderen "Kleinigkeiten". Das ist eben noch eine andere Baustelle momentan.)

Das mit der Hebamme schau ich mir mal an, ich bin mir noch unsicher ob ich das beanspruchen darf, aber mal überlegen schadet nicht.

Ich danke dir für deine schnelle Antwort und besonders half die Anerkennung, dass ich mein Kind verloren habe. 

Alles Liebe, santerine

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13. August 2017 um 20:02
In Antwort auf santerine

Hallo,
ich bin sehr durcheinander und so langsam habe ich das Gefühl, dass ich in einer ordentlichen Depression angekommen bin. Nichts macht mir echten Spaß, alles wird nur noch diesen einen traurigen Schicksalsschlag überschleiert.
Kurz zu meiner Story: Ich bin 35, habe nach etlichen schlechten Beziehungen eine gute Fernbeziehung ( 2  Flugstunden) gefunden, war mir aber noch nicht 100% sicher, ob ich das wirklich will. Der Kinderwunsch war deshalb immer unterschwellig im Kopf, aber nie ausgereift und auch kein absolutes muss. ( habe lange Therapie hinter mir, leider schwierige Familiengeschichte) Aber: ich wurde nach knapp 3 Monaten dann schwanger, für mich erstmal der Schock. Nach einer Nacht war es aber da, okay ich freue mich, aber ganz schön komplizierte Umstände.
Dann nach vielen Zwischenblutungen, Bauchziehen, regelmäßigen Arztbesuchen mit der Aussage, es ist noch zu früh was sehen zu können, aber die Gebärmutterschleimhaut ist schlecht aufgebaut usw. Hcg stieg langsam an, aber war nie sehr hoch. Übelkeit und der Kampf das Rauchen aufzugeben inklusive. Ich war nur noch fertig mit den Nerven, dazu kam dass mein Partner mich mit seiner Anwesenheit dann doch erstmal unwillentlich mehr gestresst hat. Aber das ist eine andere Story.
Zum Schluss dann die Diagnose Eileiterschwangerschaft, OP, und nach zwei Tagen war ich dann Zuhause. 
Ich war auf einmal so mega traurig mein Kind, das nur Zellgewebe war, verloren zu haben und mittlerweile fühlt sich alles so sinnlos an, wenn ich mir meine Zukunft ohne Kinder vorstelle. Obwohl ich tierische Angst hätte jetzt unter den gleichen Umständen nochmal schwanger zu werden. Aber ich bin 35, und Risiko einer erneuten ESS ist nun auch höher. Die Beziehung muss sich erst auch noch sicherer anfühlen. Ich habe Angst mich in 10 Jahren umzudrehen und alles zu bereuen, wenn ich jetzt nicht bald alles auf eine Kappe setze. Aber eigentlich soll mein Kind eine stabile und gesunde Umgebung bekommen und das ist momentan nicht der Fall. 
 

Ich weiß genau was du meinst. Man hadert selbstverständlich mit sich und seinem Schicksal, hat Angst vielleicht nie oder nie mehr ein Kind zu haben. Ich versuche gerade gelassener zu werden und eben das zu nehmen was kommt. An manchen Tagen funktioniert es ganz gut, aber dann wieder überhaupt nicht. Und meine Umwelt versteht das überhaupt nicht, mir geht es ähnlich wie dir. Ich habe auch aufgehört, mit anderen darüber zu sprechen, da ich nur blöde Bemerkungen bekommen habe. So hat beispielsweise eine Freundin meine FG in der 12. SSW mit ihrer Fruchtwasseruntersuchung in der 12. SSW verglichen, als der Arzt zu ihre sagte, dass das Baby eh abginge, wenn was nicht in Ordnung wäre. Mittlerweile hat sie ein gesundes Kind. Nein, verstehen wird das nur jemand, der es durchgemacht hat. Versuch's doch mal über deinen Arzt, vielleicht bekommst du eine Kur oder wirst einfach so krankgeschrieben, wenn du deine Probleme schilderst. Mir hat es geholfen, dass ich im April in Kur war und insgesamt einen ganzen Monat weg vom Alltag sein konnte. Danach ging es langsam bergauf - auch wenn dich danach deine liegengebliebene Arbeit umso stärker trifft. Hör mal in dich rein, um festzustellen was dir gut täte und versuche das umzusetzen.

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