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Das Leben nach der Abtreibung

23. Juni 2016 um 12:15 Letzte Antwort: 24. Juni 2016 um 15:01

Hallo. Ich war bis vor kurzem in einem anderen Forum. Dort schreibt aber kaum jemand. Ich brauche aber " irgendwas" und anfangen zu können zu verarbeiten, zu trauern ---- was genau?!?!

Am 22.5. habe ich folgendes geschrieben:
Guten Abend zusammen

Ich möchte kurz was zu meine Person erzählen

Ich bin 33 Jahre alt, habe 2 Söhne von 13 und 5 Jahren im August 2015 lebte ich noch mit meinem Mann zusammen. Wir haben 2015 jedoch nur noch nebeneinander her gelebt. Jedoch haben wir es so hingenommen / hatten ja nie Stress. Dann fing meine Arbeit mit Flüchtlingen an. Wir lernten einen jungen Mann 27 aus Indien kennen. Wir hatten immer mal wieder Kontakt zu ihm. Irgendwann erzählte er uns von seiner Situation / das Leben in der Unterkunft. Wir beschlossen ihm ein Zimmer bei uns anzubieten. ( Büro ) durch Spenden hatten wir schnell ein Zimmer eingerichtet und er lebt seit dem bei uns. Mein Mann war wie immer extrem viel arbeitet. Wir hatten viel Zeit. Ich habe ihm Deutschland gezeigt . Wir waren eigentlich immer wenn ich frei hatte unterwegs Irgendwann merkten wir da passiert was aufgrund meines Mann haben wir es aber nicht zugelassen.erst dann irgendwann wurde dieses Gefühl mehr. Ich sprach mit meinem Mann und wir beschlossen, dass wir uns trennen ( ich gehe jetzt nicht so ins Detail ) Seit dem 1.1. leben wir nun als Paar mit den Kindern zusammen. Da er aus Indien kommt liegt die Wahrscheinlichkeit, dass er hier bleiben kann bei 0,01 % . Er fing das Thema Hochzeit an. Für mich war klar Heirat wegen Status NEIN ganz klar ( Seit Beginn hatte ich eine totale Rose Brille auf . Ich fand das neue, die neue Kultur einfach toll. Er ist Moslem. Dann irgendwann kam das Thema Kind auf. Ich habe keine Ahnung warum aber ich war so dumm naiv dämlich wirklich zu denken ja noch ein Kind, dass wäre toll. Nicht für den Status, einfach für noch ein Kind. Und taddaaa.. es passierte sehr schnell. Bin nun 7+6 Woche. Jetzt merke ich aber ( seit 2 Wochen ca ) das meine Rosa Hohle Brille mich verlässt. Ich denke scheiße was tust du. Du veränderst Dich total für ihn weniger Schminke keine Kleidung mit Ausschnitt, kein Schweinefleisch usw. und er.. er macht es sich leicht. Deutsch lernen, warum alle sprechen Englisch.Status ist ja jetzt bald auch gesichert. Er gibt mir einfach nicht das Gefühl, das er bereit ist ein Kind mit mir zu bekommen. Er zeigt mir nichts. Ich habe alles so hinzunehmen. Z.b. Thema liebe zeigen. Er sagte mir am Anfang er hatte noch nie eine Frau, keine Erfahrung usw und dadurch ist alles neu für ihn. Durch meine besagte Brille redete ich mir ein ja wird schon. Nein nichts wird denn er ist ja so ich wusste es - ich habe es zu akzeptieren.
Seit Tagen reden wir darüber aber drehen uns nur im Kreis. Jetzt konnte ich ihn überzeugen zu einem Freund zu fahren für 1-2 Wochen. Er fährt morgen. Habe ihm gesagt ich brauch mal Freiraum ich muss denken. Jetzt fängt er an mit ich kann nicht Essen, ich will nur eine Frau in meinem Leben, nichts hat mehr Sinn usw.
Aber da gehe ich nicht drauf ein.
Ich denke irgendwie nach nein eigentlich weiß ich das es keine Zukunft hat. Wir sind von Grund auf verschieden. Die Kultur das Alter alles irgendwie. Er ist so unreif . Ich kann mir keine Familie mehr mit ihm vorstellen.
Ich bin aber total gegen Abtreibung. Eigentlich bin ich so ein Mensch der sagt irgendwie gehts immer. Aber jetzt nicht mehr. Ich habe Angst. Nicht wegen dem Kind. Ich freue mich. Es ist ein tolles Gefühl Schwanger zu sein Aber ER. Will ich ihn? Nein . Wie geht es dann weiter? Dreht er am Rad wenn ich sage bitte komme nicht wieder? Was erwartet mich aufgrund seines Glaubens? Wir er mir irgendwann auflauern? Oder später dem Kind? Muss ich Angst haben das er aufgrund des Kindes hier bleibt und es mir mal nimmt? Das sind alles Gedanken die mich Angst haben lassen.
Das es total dumm war die Pille abzusetzen weiß ich. Aber was jetzt????

Ich habe Angst

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Am 30.05.16 war es dann soweit. Nach dem Beratungsgespräch hatte ich alles zusammen und habe einen Arzttermin vereinbart. Um 12 Uhr musste ich da sein. Ich habe mir immer wieder gesagt es ist besser !! Für das Kind für meine Kinder und auch für mein Leben.
Ich dachte es ist ok. Morgens war ich erst noch bei meinem Arzt. Für eine Überweisung. Sie wollte noch mit mir reden. Es tat sehr gut. Wir sprachen über unsere Einstellung zum Thema Abtreibung, wir stellten fest, dass wir ziemlich gleich denken. Aber mussten auch feststellen das es in meinem Fall besser erscheint. Wir haben sehr lange gesprochen, auch geweint....

um 12 Uhr dann ging es zu dem Arzt. Vorher wurde ein Gespräch gemacht. Er merkte das ich neben mir stand und auch wir redeteten sehr lange. Er nahm sich so viel Zeit. Ich hielt den ganzen Verkehr auf aber es war ihm egal. Er gab mir kraft. Dann ging es zum Ultraschall. Er sagte wenn ich möchte kann ich gucken - wenn nicht soll ich die Augen schließen. Erst schloss ich sie. Es war ein sehr langer Ultraschall ..... Irgendwann hatte ich den Wunsch zu gucken. Ich sah, vielleicht zum Glück keine ahnung - Kein " Baby" - es war ein "Kegel" ich schaut 3 -5 Sekunden und schloss wieder die Augen....

Dann wurde später die Narkose eingeleitet.... nach dem Eingriff auch die ersten Tage oder eigentlich 2-3 Wochen waren ok. " Es war für alle besser " - fertig.... Wenn ich aber jetzt etwas mitbekommen zum Thema Verlust kommt die Trauer aus mir raus. Ich spüre blankes bereuhen - vermissen des Kindes. Das ist vermischt. Ich sage noch immer ja es war besser ABER ich vermisse das Baby.

Was kann ich tun? Wie habt ihr verarbeitet? Losgelassen? Gelernt damit zu leben?


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23. Juni 2016 um 12:25

Noch was....
Es fehlt auch noch was..... Ihr erzählte ja bereits von meinem Noch Mann. Er ist die ganze Zeit für mich da. Haben uns die letzte Zeit sehr oft gesehen. Eines Tages stand er in der Küche plötzlich hinter mir nahm mich in den Arm und sagte mir, dass er mich noch immer liebt. Das er sich hier im Haus total unwohl fühlt aber er wieder zu seiner Familie will. Haben jetzt die letzten 3 Wochen das Schlafzimmer renoviert. Ein neues Bett gekauft und Samstag kommt der neue Schrank. Wir wollen wieder zueinander finden - wieder ein Familie werden. Ich hätte nie daran gedacht , dass er mich zurück möchte. Nach dem was ich getan habe.

Wir reden auch jetzt oft über das Baby. Er sagt auch immer ich will Dir helfen - aber wie

Wir hatten immer den Wunsch nach einem 3ten Kind. Aber die 2 Geburten waren sehr heftig, aus Angst haben wir immer gesagt wir lassen es. Jetzt war ich Schwanger und mir fehlt es so

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24. Juni 2016 um 11:35

Blick in die Zukunft
Liebe Steffi,

Es ist bedauerlich, dass du noch keine passenden Antworten zu deiner aktuellen Situation bekommen hast. Ich hoffe ich kann dich etwas entlasten!

Ich bin kein Freund von Abtreibungen, aber besondere Umstände erfordern manchmal nunmal besondere Maßnahmen!

Und in deinem Fall sehe ich kein Grund, sich damit so stark zu belasten.

Natürlich kann das Kind nichts dafür, was du getan hast! Das will such keiner abstreiten!
Aber stell dir mal bitte folgende Fragen, was wäre, wenn du es bekommen hättest:

-Liebte er mich wirklich, oder wollte er nur eine Sicherheit, um hier zu bleiben? (Indien = Land voller Armut, Muslime werden eher ausgestoßen)

-Hätte ich diesen Kontrollzwang und die Einschränkungen auf ewig mitgemacht?

-Was ist mit meinen bisherigen Kindern? Wenn ihr Stiefvater nicht mal dazu bereit ist Ihre Sprache zu lernen - Kommunikation - Barriere?

-Wird er unter garantie für immer bei mir bleiben? Oder sucht er sich die nächstbeste, sobald er die Sicherheit hat hier bleiben zu dürfen?

-im Falle einer Trennung, wird er mich Terrorisieren?
Wie kann ich sicher sein, dass meine anderen Kinder verschont bleiben? Was wenn er das gemeinsame Kind mit allen Mitteln zu sich holen will?

-und was wenn nicht? Was wenn ihr euch Trennt und das Kind ganz normal zur Welt gekommen wäre?

-Wäre dein Mann dann trotzdem zu dir zurück gekommen?

-wenn Nein, dann wärst du alleine mit 3 Kindern von 2 verschiedenen Vätern, ohne Schutz

-Wenn ja, dann weiß man nie wie lange es gehalten hätte, wenn er in die Augen des Kindes schaut, was mit einem fremden Mann gezeugt wurde

-Er würde sich die Frage stellen, warum du es auf dich genommen hast dieses Kind zur Welt zu bringen, wo du doch solche Probleme mit deinen vorigen zwei Kindern hattest, und eigentlich kein drittes wolltest.

Wie du siehst ist das nur ein Bruchteil von den "was wäre wenn" Szenarien, wenn du das Kind bekommen hättest.


Ich bin mir darüber im klaren, dass die Gefühlslage zwischen dir und deinem Mann zum Schwanken kam. Aber du hast diesen Mann nicht ohne Grund einmal geheiratet und mit ihm 2 Kinder bekommen.

Meiner Meinung nach solltet ihr dies als einen Neuanfang nutzen, und euch eine zweite Chance geben!

Du kannst immer noch ein weiteres mal von deinem Mann schwanger werden, und dieses Gefühl nicht vermissen müssen!

Das vergangene solltest du loslassen, jeder Mensch macht in seinem Leben mal einen Fehler, welcher Folgen nach sich trägt. Dein Fehler war es, dich auf den Fremden einzulassen. Du bist schwach geworden, und hast nach etwas gesucht, was dir gefehlt hat, das verliebt sein.

Es vergeht nunmal nach einigen Jahren Ehe und Gewohnheiten.

Jedoch ist eine starke Zusammenarbeit und Partnerschaft mit einem Menschen, dem man voll und ganz vertrauen kann, um einiges mehr Wert, als das Gefühl der Rosaroten Brille.

Lieben Gruß, Miamur

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24. Juni 2016 um 14:10
In Antwort auf kiera_12857156

Noch was....
Es fehlt auch noch was..... Ihr erzählte ja bereits von meinem Noch Mann. Er ist die ganze Zeit für mich da. Haben uns die letzte Zeit sehr oft gesehen. Eines Tages stand er in der Küche plötzlich hinter mir nahm mich in den Arm und sagte mir, dass er mich noch immer liebt. Das er sich hier im Haus total unwohl fühlt aber er wieder zu seiner Familie will. Haben jetzt die letzten 3 Wochen das Schlafzimmer renoviert. Ein neues Bett gekauft und Samstag kommt der neue Schrank. Wir wollen wieder zueinander finden - wieder ein Familie werden. Ich hätte nie daran gedacht , dass er mich zurück möchte. Nach dem was ich getan habe.

Wir reden auch jetzt oft über das Baby. Er sagt auch immer ich will Dir helfen - aber wie

Wir hatten immer den Wunsch nach einem 3ten Kind. Aber die 2 Geburten waren sehr heftig, aus Angst haben wir immer gesagt wir lassen es. Jetzt war ich Schwanger und mir fehlt es so

Besser kanns doch garnicht sein
in deiner situation!

schoen dass dich dein mann nochimmer liebt. das ist nicht selbstverstaendlich...

ich wuerd ein erneutes baby mit ihm wollen

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24. Juni 2016 um 15:01

Hallo
Ich habe deinen Beitrag gelesen und da kam mir etwas in den Sinn, was mal eine Therapeutin zu mir sagte: Gerade bei einem Abbruch der Schwangerschaft ist die Trauer sehr schwer für die Frau. Es mag sein, dass du von einem nüchternen Standpunkt die richtige Entscheidung getroffen hast und auch, dass du Glück hattest was deinen Mann betrifft, das heißt aber lange nicht, dass es dir gut geht mit dieser Entscheidung. Und es ist dir erlaubt zu trauern! Ich weiß nicht, ob dein mann da 100% die richtige Anlaufstelle ist, deswegen könntest du dich auch an eine Einrichtung o.ä. wenden. Wo man schon Erfahrungen mit deiner Situation hat. Du sagtest, dass die Frau bei der Beratungsstelle lieb war und ihr euch verstanden habt? Kannst du dort erneut hin? Kannst du im Internet Anlaufstellen finden, die dir in der Umgebung helfen können? Das ist keine leichte Sache und du musst dort nicht alleine durch! Alles Gute dir!

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