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Bericht der Hausgeburt unserer Amelie

4. Juni 2011 um 12:55

Da ich Geburtsbeichte förmlich verschlungen habe, möchte ich jetzt auch meinen kleinen Beitrag leisten

Es stand für mich seit Beginn der SS fest, dass ich eine Hausgeburt machen möchte, sofern die SS komplikationslos verläuft. Ich hatte mir einfach vorgestellt, dass ich mich zu Hause im Wohnzimmer besser entspannen kann als in einem Kreissaal.
Ich hatte das Glück einer unkomplizierten Schwangerschaft und so warteten wir nur noch darauf, dass es endlich losgeht.
12 Tage nach ET am Montag, 30.5. war ich um 9.15 Uhr nochmal beim Fa, der zu mir meinte, also in den nächsten zwei Tagen wirds auf alle Fälle losgehen, Mumu 3cm offen, Gmh komplett verstrichen und ich hatte ja auch leichte Wehen und schon seit Tagen keinen Schleimi mehr.
Im Auto auf dem Nachhauseweg hatte ich dann schon stärkere Wehen und hab nur gehofft, dass ich noch heil heim komme, war nämlich allein unterwegs am Steuer
Zu Hause angekommen hab ich meine Hebamme angerufen, da war es 12 Uhr und ihr gesagt, dass ich Wehen im 6-10 minutentakt habe. Die meinte nur, naja, jetzt leg dich nochmal hin und versuch ein bisschen zu dösen. Ich mich in mein Bett gelegt aber schon nach einer Minute wieder aufgesprungen und dann ständig vom Bad ins Schlafzimmer gerauscht, kräftig wehen veratmet, die immer schneller angerollt kamen. Ich hab meinen Mann angerufen, der nach 30 Minuten von der Arbeit kam.
Ich hatte mittlerweile alle 2 Minuten wehen und mir war kotzübel
Wir hatten uns von meiner Hebamme einen Geburtspool, so ein Planschbecken ausgeliehen und mein Mann hat den voller Elan aufgebaut und war froh was zu tun zu haben, während ich in unserer Dusche saß und Wehe um Wehe veratmete und so langsam in einen Rhytmus kam. Ich hab mich jetzt nicht mehr so überrollt gefühlt, wenn eine kam, sondern hab mich versucht zubfreuen, weil ja jede Wehe ein kleiner Fortschritt bedeutet
Als meine Hebamme um 3 Uhr kam, saß ich dann schon im heißen Pool und das war richtig gut, dort konnte ich mich zwischen den Wehen super entspannen und die Abstände wurden auch wieder ein bisschen länger.
Doch übel war mir immer noch und ich hab mich nochmal ins Bad geschleppt und mich übergeben.
Danach hat sich alles ein bisschen besser angefühlt, weil diese Übelkeit weg war. Gott sei Dank!
Trotzdem hab ich mich gefragt wie ich das die nächsten Stunden überstehen soll, weil ich fest damit rechnete dass es noch ewig dauert, nachdem meine Hebi mir sagte, dass der Mumu bei 4 cm ist.
Doch schon nach gefühlten 10 Wehen ( es hat sich später herausgestellt dass es etwas mehr als 2 Stunden waren
also um 18 Uhr) hatte ich das Gefühl ich müsste mal groß aufs Klo und wollte schon meinen Mann bitten, dass er mit mir nochmal ins Badezimmer geht. Ich dachte ja, da entleert sich jetzt nochmal der Darm ist ja normal am Anfang einer Geburt.
Von wegen Anfang, es nahte schon das Ende
Meine Hebamme hielt uns zurück und tastete nochmal nach dem Mumu. Dann meinte sie nur, naja Vroni, also das wundert mich jetzt nicht, der Kopf drückt ja auch schon derartig nach unten, du kannst ja bei der nächsten Wehe mal mitschieben. Damit hatte ich nicht gerechnet.
Ich hab dann eine neue Position ausprobiert, den Oberkörper über den Poolrand gehängt und im Wasser in der Hocke mit gepresst. Mein Mann saß auf der anderen Seite vom Rand im Trocknen und hat meine Arme gepackt. Ich hab mich beim Pressen voll reingestemmt und ihn fast mit ins Wasser gezogen
Dabei hab ich auch noch so laut geschrien, dass sich Lukas Oropax gewünscht hat.
Meine Hebamme und Lukas haben mich angefeuert und ich war wie in einem Rausch, endlich konnte ich was tun. Das war ein super Gefühl und mit diesem Schwung hab ich das Kind da rausgeschoben
Nach drei Presswehen konnte ich schon das Köpfchen fühlen und nach drei Weiteren war unser Kind geboren.
Meine Hebamme hat es aufgefangen und mir auf die Brust gelegt. Ich war ein bisschen überfordert, weil mir das irgendwie ein bisschen zu schnell ging und ich hab die ganze Zeit gefragt, Wo kommt denn jetzt das Baby her? Hahaha, woher wohl.
Irgendwann ist mir eingefallen, dass wir ja noch gar nicht wissen, ob es denn jetzt ein Junge oder ein Mädchen ist und hab mal vorsichtig das Handtuch gehoben .......es ist ein Mädchen konnte ich nur noch flüstern, dann haben wir ein bisschen geweint vor Rührung, der Papa und ich.

Tja, also am 30.5. um 18.35 kam unsere kleine Amelie mit 3600g, 52cm und einem Ku von 34cm nach nur 6,5 Stunden im Pool unseres sonnendurchfluteten Wohnzimmers zur Welt.

Ich bin sehr glücklich, mich für eine Hausgeburt entschieden zu haben und dankbar, dass alles so friedlich und glatt gelaufen ist.
Und ich möchte ein bisschen Mut machen, sich den Ort zu suchen, der am Besten zu einem passt um ein Kind zur Welt zu bringen, das kann natürlich genauso das Krankenhaus sein, wichtig ist dass man sich sicher und gut betreut fühlt.
Für mich war es eine wunderbare Erfahrung und ich bin echt stolz auf mich und das sollte jede Mama nach einer Geburt sein.

lg
Vroni mit Amelie 6 Tage alt

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4. Juni 2011 um 13:33


Herzlichen Glückwunsch.....ist ein schöner Geburtsbericht.............


lg honeymoon18 ssw. 33

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4. Juni 2011 um 14:16


Super geburtsbericht! Ich wünsche euch alles gute für eure zeit zu dritt!

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4. Juni 2011 um 17:05

Dankeschöön!
Noch ein kleiner Nachtrag, ist ja auch immer ganz interessant, zu meinem Erstaunen bin ich, trotz dieser schnellen Geburt, nicht gerissen und habe nur eine kleine Schürfung an der Schamlippe gehabt, die man schon am nächsten Tag bei der Nachuntersuchung nicht mehr gesehen hat,geschweige denn gespürt... Ich glaube dass hab ich der Wassergeburt zu verdanken

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4. Juni 2011 um 21:03

Dankeschön
für den tollen Bericht!

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4. Juni 2011 um 21:05
In Antwort auf dascooleprinzesschen

Dankeschön
für den tollen Bericht!


Wollte noch was schreiben^^

Mein Sohn ist am 30.5. vor zwei Jahren geboren, in einer Wanne im Geburtshaus. Und unser zweites Kind, das ich im November erwarte, soll eine Hausgeburt werden.

Insofern freue ich mich doppelt und dreifach, dass diese Art der Entbindung hier Thema ist und wünsche nur das Beste für das kleine Mädel!

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4. Juni 2011 um 21:37

Danke für den wunderschönen Bericht
Sag mal, wie geht es dir denn jetzt?
Ich habe ja offen gesagt mehr Angst vor dem Wochenbett als vor der Geburt selbst.
Da sind die Schmerzen akut und man hat das Gefühl sie haben einen Sinn. Damit komm ich vermutlich gut zurecht.
Doch so schwehlende Schmerzen kann ich gar nicht haben. Vorallem vor einem Dammriss habe ich Sorge.Ich kenne einen Frau, die hat einen Fünfjährigen und heute noch manchmal Schmerzen. Eben vorallem beim Verkehr und gerade da kann man das ja gar nicht gebrauchen.
Hattest du einen? Wie heilt alles bei dir ab?

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5. Juni 2011 um 11:46

Oh ja,
der Pool hat sich absolut gelohnt!
Meine Hebi hat ihn schon Wochen vor der Geburt bei uns deponiert mit den Worten, der ist in 5 Minuten aufgebaut und in ner halben Stunden randvoll mit Wasser und bringt die Geburt dann oft nochmal total voran.
so wars dann auch, ich war die ganze Geburt über drinnen, weil die Wehen einfach viel erträglicher waren.
Und das Schöne ist, dass die ganze Sauerei einfach hinterher mit einer abwasserpumpe abgepumpt wird, man hat also gar nicht viel Arbeit mit Saubermachen, oder so...

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5. Juni 2011 um 12:43
In Antwort auf annabell107

Danke für den wunderschönen Bericht
Sag mal, wie geht es dir denn jetzt?
Ich habe ja offen gesagt mehr Angst vor dem Wochenbett als vor der Geburt selbst.
Da sind die Schmerzen akut und man hat das Gefühl sie haben einen Sinn. Damit komm ich vermutlich gut zurecht.
Doch so schwehlende Schmerzen kann ich gar nicht haben. Vorallem vor einem Dammriss habe ich Sorge.Ich kenne einen Frau, die hat einen Fünfjährigen und heute noch manchmal Schmerzen. Eben vorallem beim Verkehr und gerade da kann man das ja gar nicht gebrauchen.
Hattest du einen? Wie heilt alles bei dir ab?


Hallo Annabell107,
danke, also mir gehts sehr gut.
Gerissen bin ich nicht, hatte nur eine kleine Schürfung an der Schamlippe.Wichtig ist im Wochenbett, dass dein Partner da ist, mein Mann war drei Tage zu Hause und das war einfach ein Traum, wir haben viel gekuschelt und er hat uns zwei Mädels total versorgt, hat das Wickeln am anfang übernommen als ich noch nicht so stehen und gehen konnte. außerdem hat meine Familie also Omas und Opas uns laufend mit leckerem Essen versorgt, das ist auch wichtig, dass man sich um sowas nicht kümmern muss. Und die Krankenkasse zahlt eine Haushaltshilfe, sodass ich mich wirklich schonen kann. Und ich hab die Wochenbettschmerzen echt nicht schlimm empfunden, fühlt sich wie ein krasser Muskelkater an, aber wenn man die ganze Zeit auf dem Sofa liegen kann, ist das kein Problem.
Und heute am Tag 7 war ich schon mit der Kleinen im Tragetuch spazieren, hat sich alles noch ein bisschen wackelig angefühlt, aber total gut getan
lg Vroni

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5. Juni 2011 um 15:45

Schöner bericht
wünsche dir alles gute

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6. Juni 2011 um 8:16

Schau mal,
man kann die auch so mieten. http://www.geburts-pool.de/Geburtspool.html
Da ist alles dabei, aber auch ziemlich teuer...hmm, vielleicht gibts die ja noch günstiger irgendwo, oder vielleicht kennen deine Hebammen andere Kolleginnen die sie umsonst verleihen? Also ich würde es nie wieder ohne machen
lg Vroni mit Amelie 8Tage

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9. Juni 2011 um 10:34
In Antwort auf vronz


Hallo Annabell107,
danke, also mir gehts sehr gut.
Gerissen bin ich nicht, hatte nur eine kleine Schürfung an der Schamlippe.Wichtig ist im Wochenbett, dass dein Partner da ist, mein Mann war drei Tage zu Hause und das war einfach ein Traum, wir haben viel gekuschelt und er hat uns zwei Mädels total versorgt, hat das Wickeln am anfang übernommen als ich noch nicht so stehen und gehen konnte. außerdem hat meine Familie also Omas und Opas uns laufend mit leckerem Essen versorgt, das ist auch wichtig, dass man sich um sowas nicht kümmern muss. Und die Krankenkasse zahlt eine Haushaltshilfe, sodass ich mich wirklich schonen kann. Und ich hab die Wochenbettschmerzen echt nicht schlimm empfunden, fühlt sich wie ein krasser Muskelkater an, aber wenn man die ganze Zeit auf dem Sofa liegen kann, ist das kein Problem.
Und heute am Tag 7 war ich schon mit der Kleinen im Tragetuch spazieren, hat sich alles noch ein bisschen wackelig angefühlt, aber total gut getan
lg Vroni

Danke
das ist doch mal ein positiv. Oft hört man ja doch ganz schöne Horrorgeschichten. Aber vermutlich erzählen die Frauen bei denen das Wochenbett gut verläuft es weniger, weil es quasi weniger zu erzählen gibt.

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