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Baby direkt nach Studium der Molekularbiologie

6. Juli 2011 um 18:24

Hallo ihr Lieben,
ich bin im Moment ziemlich verzweifelt, weil ich keine Möglichkeit sehe in nächster Zeit meinen Kinderwunsch erfüllen zu dürfen. Ich bin 24 (mein Freund ist 25) und wir studieren beide. Ich bin im letzten Mastersemester und werde im Herbst meine Masterarbeit (6 Monate) anfangen. Mein Freund ist im nächsten Jahr fertig und wird danach eine Doktorandenstelle bekommen. Seit dem vergangenen Winter wünsche ich mir so sehnlichst ein Kind, dass ich am liebsten gar nicht mehr warten würde, aber das geht eben aus verschiedenen Gründen nicht: Unsere Wohnung is zu klein und zumindest bis zum Start meiner Masterarbeit ist auhc noch kein Geld da um in eine größere zu ziehen. Wir überlegen direkt nach dem Studium ein Kind zu bekommen, was allerdings nicht so leicht ist, da ich ja sobald ich schwanger bin, kein Labor mehr betreten darf. Ich habe überlegt nach der Masterarbeit ein Praktikum für ein halbes Jahr ranzuhängen um dann in dieser Zeit eventuell schwanger zu werden (wenn es denn klappt). dann hätten wir wenigstens noch für ein paar Monate der Schwangerschaft ein kleines Einkommen von mir. Aber danach wäre ich dann HartzIV Empfänger. Auch wenn wir uns das 1. babyjahr teilen würden (ich die ersten 6 monate, dann er), würde ich mindestens ein dreiviertel JAhr komplett ausfallen. Ich weiß nicht, wie sich das dann bei der Jobbewerbung macht. Habt ihr irgendwelche Ideen, oder soll ich einfach meinem Gefühl folgen und mir nicht ständig in alles reinreden lassen? Ich würde mich über Antworten sehr freuen!

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7. Juli 2011 um 10:00

Hallo,
ist es bei dir auch so, dass du nach dem Studium noch eine Doktorarbeit machen willst/musst? Wenn ja, dann würde ich mir eine Doktorandenstelle suchen (die ja bezahlt wird) und wenn es passiert, dann kannst du halt keine Experimente mehr machen, aber eventuell hast du dann schon Daten und kannst diese schon verschriftlichen. Eventuell wäre es auch möglich, dass jemand anderes für dich deine Experiment nach deinen Überlegungen durchführt und du eben die Auswertung außerhalb des Labors vornehmen kannst.
Was denkst du darüber?

Phenyce

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7. Juli 2011 um 13:18
In Antwort auf jagoda_12327952

Hallo,
ist es bei dir auch so, dass du nach dem Studium noch eine Doktorarbeit machen willst/musst? Wenn ja, dann würde ich mir eine Doktorandenstelle suchen (die ja bezahlt wird) und wenn es passiert, dann kannst du halt keine Experimente mehr machen, aber eventuell hast du dann schon Daten und kannst diese schon verschriftlichen. Eventuell wäre es auch möglich, dass jemand anderes für dich deine Experiment nach deinen Überlegungen durchführt und du eben die Auswertung außerhalb des Labors vornehmen kannst.
Was denkst du darüber?

Phenyce

@ phenyce
Jetzt bzw in den nächsten Jahren habe ich nicht vor einen Doktor zu machen. Ich würde gerne als wissenschaftliche Mitarbeiterin arbeiten und das wird sicher eh nicht so leicht und vor allem schnell gehen da einen Job zu finden.Ansonsten sagen ja viele, dass die Doktorarbeit ein guter Zeitpunkt ist ein Kind zu bekommen. Wenn ich mich da aber so auf der ARbeit umgucke, ist auch das sehr sehr schwierig.Daher die Idee mit dem Praktikum, was ich direkt an die Masterarbeit anschließen könnte und was auch bezahlt wäre (natürlich nicht so gut wie eine doktorandenstelle).Ich weiß aber noch nicht, ob das klappt.

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7. Juli 2011 um 13:20

@raven1981
was hast du denn studiert, wenn ich dich fragen darf?

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7. Juli 2011 um 15:00

Hmmm...
Das ist eine verdammt schwierige Entscheidung finde ich. Wir waren in einer recht ähnlichen Situation: Mein Mann und ich (beide Mitte 20) wünschen uns schon seit Jahren ein Kind, haben beide Ingenieurwissenschaften studiert. Letztendlich hat aber die Vernunft gesiegt, da ich auch nicht ins Labor gekonnt hätte und wir haben bis zum Ende meiner Masterarbeit gewartet. Abgabe war Ende April, ab März - wo alle Versuche durch waren - haben wir gehibbelt. Und es hat auch schnell geklappt: im Mai hatten wir den positiven Test, ich hatte ne Festanstellung, ne neue Wohnung war auch gefunden. Leider hat uns unser Hörnchen in der 10. Woche wieder verlassen.
Nun aber zu dir: Ich finde deine Herangehensweise prinzipiell sehr vernünftig. Andererseits weiß ich auch, wie sehr einen so ein Kinderwunsch zermürben kann. Und mehrere Jahre (bei uns jetzt 5) nur für die Zukunft zu leben ud zu warten, ist nicht schön und macht einen kaputt. Deshalb würde ich denk ich dem Wunsch - wenn ihr ihn beide habt und er so stark ist - nachgeben, sobald du dein Studium sicher in der Tasche hast. Denn: den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht. Und wenn doch, dann kann man nie sicher sein, dass es auch alles so klappt, wie man sich das denkt (siehe uns). Ich hab zwar den Luxus einer Festanstellung, aber auch sonst hätten wir es gewagt. Denn viele Leute nehmen sich nach dem Studium erstmal ein Jahr komplett Auszeit und machen ne Weltreise oder so. Da ist ein Kind schon eine "vernünftigere" Sache find ich. Das kann einem kein Personaler vorwerfen, dann hätten die niemanden mehr zum Einstellen. Darüber hinaus: als Uniabgänger kriegt man ohnehin nicht die Top-Jobs. Also haben wir uns gesagt: Wenn das Kind da ist, kann ich erstmal halbtags arbeiten. Und wenn das Kind dann größer ist, kann man wieder ganztags gehen und sich richtig auf die Karriere konzentrieren. Will man erst Karriere, ist man unter Umständen schon Mitte dreißig, bis das Kind dann kommt. Und dann ist der Umbruch viel größer und es ist meiner Meinung nach viel schwieriger zurück in den Job zu kommen. Eine Führungsposition halbtags machen? Wohl kaum in Deutschland...
Die Sache mit dem Geld ist natürlich schwierig. Aber: ein Kind braucht die erste Zeit kein eigenes Zimmer. Eine Ecke bei den Eltern reicht. Ich finde es ist wichtiger, dass das Kleine gewollt ist, geliebt wird und man sich gut drum kümmert. Sicher: ein finanzielles Polster ist nicht verkehrt, aber es geht alles, wenn man nur will. Immerhin verdient ja einer von euch...
Was du konkret machen kannst: Wie stehen die Möglichkeiten, neben dem Studium zu jobben und Geld zu sparen? Oder die Abschlussarbeit in nem Unternehmen mit Verdienst zu schreiben? Natürlich kannst du dich auch für nen Job bewerben, während ihr hibbelt. Sagen muss man das ja nicht, auch nicht wenn man schwanger ist. Ist zwar nicht die feine Art, aber naja. Und am besten wäre es natürlich, nen Job bei der Uni zu finden oder sonst im öffentlichen Dienst. Da sind Babypausen, Elternzeit und so immer am einfachsten zu realisieren. Das wichtigste finde ich aber ist: Redet darüber. Überlegt zusammen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!
Das ist jetzt alles ganz schön durcheinander geworden, aber das ist nun mal ein sehr emotionales Thema, dass sich nicht gut strukturiert in Worte fassen lässt...
Ich wünsche euch ganz viel Glück und dass eure Wünsche wahr werden! Wenn noch was ist, meld dich!
Liebe Grüße
lenchen

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7. Juli 2011 um 15:53
In Antwort auf moana_12441979

Hmmm...
Das ist eine verdammt schwierige Entscheidung finde ich. Wir waren in einer recht ähnlichen Situation: Mein Mann und ich (beide Mitte 20) wünschen uns schon seit Jahren ein Kind, haben beide Ingenieurwissenschaften studiert. Letztendlich hat aber die Vernunft gesiegt, da ich auch nicht ins Labor gekonnt hätte und wir haben bis zum Ende meiner Masterarbeit gewartet. Abgabe war Ende April, ab März - wo alle Versuche durch waren - haben wir gehibbelt. Und es hat auch schnell geklappt: im Mai hatten wir den positiven Test, ich hatte ne Festanstellung, ne neue Wohnung war auch gefunden. Leider hat uns unser Hörnchen in der 10. Woche wieder verlassen.
Nun aber zu dir: Ich finde deine Herangehensweise prinzipiell sehr vernünftig. Andererseits weiß ich auch, wie sehr einen so ein Kinderwunsch zermürben kann. Und mehrere Jahre (bei uns jetzt 5) nur für die Zukunft zu leben ud zu warten, ist nicht schön und macht einen kaputt. Deshalb würde ich denk ich dem Wunsch - wenn ihr ihn beide habt und er so stark ist - nachgeben, sobald du dein Studium sicher in der Tasche hast. Denn: den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht. Und wenn doch, dann kann man nie sicher sein, dass es auch alles so klappt, wie man sich das denkt (siehe uns). Ich hab zwar den Luxus einer Festanstellung, aber auch sonst hätten wir es gewagt. Denn viele Leute nehmen sich nach dem Studium erstmal ein Jahr komplett Auszeit und machen ne Weltreise oder so. Da ist ein Kind schon eine "vernünftigere" Sache find ich. Das kann einem kein Personaler vorwerfen, dann hätten die niemanden mehr zum Einstellen. Darüber hinaus: als Uniabgänger kriegt man ohnehin nicht die Top-Jobs. Also haben wir uns gesagt: Wenn das Kind da ist, kann ich erstmal halbtags arbeiten. Und wenn das Kind dann größer ist, kann man wieder ganztags gehen und sich richtig auf die Karriere konzentrieren. Will man erst Karriere, ist man unter Umständen schon Mitte dreißig, bis das Kind dann kommt. Und dann ist der Umbruch viel größer und es ist meiner Meinung nach viel schwieriger zurück in den Job zu kommen. Eine Führungsposition halbtags machen? Wohl kaum in Deutschland...
Die Sache mit dem Geld ist natürlich schwierig. Aber: ein Kind braucht die erste Zeit kein eigenes Zimmer. Eine Ecke bei den Eltern reicht. Ich finde es ist wichtiger, dass das Kleine gewollt ist, geliebt wird und man sich gut drum kümmert. Sicher: ein finanzielles Polster ist nicht verkehrt, aber es geht alles, wenn man nur will. Immerhin verdient ja einer von euch...
Was du konkret machen kannst: Wie stehen die Möglichkeiten, neben dem Studium zu jobben und Geld zu sparen? Oder die Abschlussarbeit in nem Unternehmen mit Verdienst zu schreiben? Natürlich kannst du dich auch für nen Job bewerben, während ihr hibbelt. Sagen muss man das ja nicht, auch nicht wenn man schwanger ist. Ist zwar nicht die feine Art, aber naja. Und am besten wäre es natürlich, nen Job bei der Uni zu finden oder sonst im öffentlichen Dienst. Da sind Babypausen, Elternzeit und so immer am einfachsten zu realisieren. Das wichtigste finde ich aber ist: Redet darüber. Überlegt zusammen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!
Das ist jetzt alles ganz schön durcheinander geworden, aber das ist nun mal ein sehr emotionales Thema, dass sich nicht gut strukturiert in Worte fassen lässt...
Ich wünsche euch ganz viel Glück und dass eure Wünsche wahr werden! Wenn noch was ist, meld dich!
Liebe Grüße
lenchen

Hallo
erstmal vielen Dank für deine Antwort, das baut mich jetzt wirklich auf. Ich arbeite seit mittlerweile 2 Jahren als studentische Hilfskraft in einem Unternehmen im Labor und werde dort auch meine Masterarbeit schreiben und bekomme somit auch Geld dafür. Momentan reden wir auch wirklich jeden Abend darüber und ich bin sehr froh, dass mein Freund wirklich komplett auf meiner SEite steht. Er sagt immer, ich soll mich nicht von so vielen Dingen verrückt machen lassen oder reinreden lassen und er ist der Meinung, dass wenn wir für uns finden, dass am Ende der Masterarbeit der richtige Zeitpunkt für ein Baby ist, dann ist er das und dann kriegen wir das auch hin. Das macht mich wirklich total glücklich und deine Antwort hat mich darin noch bestätigt! Ich wünsche dir ganz ganz viel Glück für euren Kinderwunsch!

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