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Azoospermie: ich verliere jede Hoffnung...

18. April 2016 um 16:56 Letzte Antwort: 19. April 2016 um 15:56

Hallo Ihr Lieben,

ich bin seit langer Zeit eine stille Mitleserin und sitze oftmals mit Tränen in den Augen vor dem Bildschirm, weil es mich so bewegt, was ihr so schreibt und erlebt und weil ich mich sehr oft darin wiederfinden kann.

Mein Mann und ich versuchen jetzt seit 2 Jahren ein Kind zu bekommen, nachdem wir vorher 9 Jahre ohne Kind glücklich waren.
Aber dann hielten wir es für den richtigen Zeitpunkt und "planten". Leider musste ich die Erfahrung machen, dass eben nicht alles im Leben planbar ist und schnell war die Diagnose: Azoospermie bei meinem Mann festgestellt. Für uns war kein Thema, dass operativ Spermien gefunden werden. Aber auch hier wurden wir wieder bitter enttäuscht. Die Proben, die bereits aufgetaut sind, geben keinen Anlass zur Hoffnung, dass überhaupt Aussicht auf ein eigenes Kind besteht.

Dennoch wollen wir in den nächsten Wochen mit dem ersten und einzigen ICSI-Versuch starten und mein Mann steckt alle Hoffnungen hinein, um mir meinen größten Wunsch zu erfüllen. Ich selber fühle jedoch, dass dieser Versuch nichts bringen wird und er spätestens beim Auftauen abgebrochen werden muss. Wie ich dann damit umgehe, weiß ich selber noch nicht. Noch bin ich ziemlich gefaßt und versuche, einen Tag nach dem anderen zu leben und mich abzulenken.

Das allerschlimmste ist einfach, dass ich nicht weiß, ob ich tatsächlich damit leben kann, wenn wir keine Kinder bekommen können. (Fremdsperma, Ado und Pflegschaft schließen wir aus). Ich möchte mir mit 50 Jahren keine Vorwürfe machen müssen, nicht alles getan zu haben.
Würde so gerne mit diesem Thema abschließen können, aber an manchen Tagen bringt mich schon eine Werbung mit Baby aus der Fassung, 65-jährige Mütter mit Vierlingen, Babygeschrei auf der Straße u.ä.

Danke fürs Lesen!

LG,
Tomke

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19. April 2016 um 15:56

Kein Grund zur Panik!
Hallo Tomke!

Als ich deinen Beitrag gelesen hab, hab ich mich stark an die Situation bei uns erinnert gefühlt. Auch bei meinem Mann wurde eine Azoospermie diagnostiziert, er hat sich einer OP unterzogen, 2 Röhrchen mit Spermien wurden eingefroren. Nach einer Hormonbehandlung bei mir wurden 10 Eizellen entnommen. Drei Tage später dann der Schock: keine Eizelle hatte sich befruchtet. Das war ein fürchterlicher Tag für mich, ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt mal aufgehört hab zu weinen. Da war ich, vollgepumpt mit den Hormonen, voller körperlicher Beschwerden und dann dieses negative Erlebnis. Am nächsten Tag sollten wir nochmals anrufen, denn manchmal gäbe es "Spätentwickler". Am nächsten Tag gab es dann wirklich einen und wir fuhren voller Hoffnung in die Klinik und mir wurde eine befruchtete Eizelle eingesetzt. Ich hielt das für einen Wink des Himmels - jetzt musste es einfach klappen! Ich hab nicht mal den Termin für den Schwangerschaftstest geschafft, kurz vorher bekam ich meine Regelblutung...
Wo ich vor der Einsetzung noch Trauern konnte, war jetzt nur noch gähnende Leere. Ich dachte auch immer, ich möchte mir nicht vorwerfen, es nicht versucht zu haben - und vielleicht stimmt dieser Gedanke ja auch. Für mich war allerdings dieses Nicht-Behalten-Können der befruchteten Eizelle das Allerschlimmste. Eigentlich bin ich bis heute nicht darüber hinweg und das ist jetzt schon zwei Jahre her. Diese Hormonbehandlung hat meinen Körper total aus dem Gleichgewicht gebracht.
Letztes Jahr haben wir uns entschieden, das zweite Röhrchen mit Spermien auftauen zu lassen und keinen weiteren ICSI-Versuch mehr zu starten. Ich hätte eine weitere Hormonbehandlung und einen eventuellen weiteren Fehlschlag nicht verkraftet. Außerdem mussten wir die Behandlung komplett selbst bezahlen. Die Kasse meines Mannes berief sich darauf, dass die Behandlung bei mir durchgeführt wird und meine Kasse meinte, es läge ja nicht an mir, sondern an meinen Mann - toll, gel?
Ich hoffe, ich habe dir nicht die Hoffnung genommen. Falls doch, vielleicht hilft dir die Adresse für eine weitere Chance: http://forum.leihmutterschaft.com/index.php. Ich wünsche dir und euch aber, dass die Behandlung erfolgreich verläuft.
Ich weiß nicht, ob es jemals aufhören wird, weh zu tun. Aber es gibt auf jeden Fall Zeiten, in denen es weniger wehtut und man träumt über Wunder.

Liebe Grüße,
Piacentina

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