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Auch ich hatte eine Fehlgeburt

29. Juni 2007 um 8:21

Hallo, ich bin zum ersten mal in diesem Forum. Auch ich habe wie so viele Frauen auch eine Fehlgeburt erlitten. Am 14.06.2007 habe ich mein Baby in der 11. SSW verloren.
Mein Mann und ich hatten uns so sehr auf das Kind gefreut. Bei meinem Mann wurde im Februar Hodenkrebs festgestellt. Ihm musste ein Hoden entfernt werden. Zum Glück hatte der Krebs noch nicht gestreut, so dass er nur eine Strahlentherapie über sich ergehen lassen musste. Ihm geht es jetzt, Gott sei Dank, auch wieder gut. Bevor die Strahlentherapie losging hatten wir noch einen Versuch auf natürlichem Wege ein Kind zu zeugen. Und es hat tatsächlich geklappt. Ich bin schwanger geworden. Wir waren so glücklich. Leider bin ich zu Beginn der Schwangerschaft ziemlich krank geworden, Angina und Kehlkopfentzündung. Ich musste deshalb auch Antibiotika nehmen. Aber auch das haben wir überstanden. So um die 7. SSW hatte ich dann ganz leichte Schmierblutungen. Mein Frauenarzt stellte fest, dass ich außen an der Gebärmutter einen Polypen habe. Von diesem kamen auch die Blutungen. Ich solle mir aber keine Sorgen machen. Der Polyp würde die Schwangerschaft nicht gefährden. Ich hatte aber seit diesem Zeitpunkt immer wieder Blutungen. Ich war bestimmt ein bis zweimal die Woche beim FA weil ich mir unentwegt Sorgen um mein Baby machte. Es war aber immer alles in Ordnung. Das Baby entwickelte sich zeitgerecht und es hat alles gut ausgesehen. Ich hatte aber irgendwie immer ein mulmiges Gefühl. Ich muss dazu sagen, dass wir letztes Jahr einen gesunden Jungen bekommen haben, unser kleiner Sonnenschein. Mein erste Schwangerschaft war eine Bilderbuchschwangerschaft. Deswegen war ich bei dieser ständig beunruhigt, ich hatte irgendwie immer das Gefühl das noch irgendwas passieren würde. Am 12.06. hatte ich dann meinen nächsten Vorsorgetermin. Und wieder war alles in Ordnung. Im Ultraschall konnte ich sehen wie sich das Kleine schon eifrig bewegt hat. Es war so schön. Mit dem Baby war alles o.k.Am 14.06. bin ich dann ganz normal zur Arbeit gegangen. Kurz nach 10 Uhr bin ich zur Toilette und auf einmal ist das Blut noch so aus mir geschossen. Ich glaube ich habe zu diesem Zeitpunkt bereits geahnt, dass ich das Baby verlieren werde. Ich habe meinen Mann angerufen und wir sind sofort zum meinem FA gefahren. Beim Ultraschall konnte man sehen, dass das Baby noch gelebt hat. Herzschlag war o.k. Die Blutungen waren etwas besser. Er hat mich dann sofort in Krankenhaus überwiesen. Im Krankenhaus haben dann langsam die Wehen angefangen. Beim Ultraschall dort hat unser Baby auch noch gelebt. Man konnte jedoch sehen, dass sich die Gebärmutter bereits trichterförmig zusammengezogen hat. Das war kein gutes Zeichen. Man hat mir dann Magnesium gegeben und Bettruhe verordnet. Die Schmerzen wurden aber immer stärker und auch die Blutungen wurden sehr stark. Irgendwann kam dann ein Arzt zu mir, der wirklich total lieb war, und sagte mir, dass ich das Baby verlieren werde. Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wie ich mich gefühlt habe, es war so eine Ohnmacht einfach nichts mehr für mein Baby tun zu können. Es hatte ja noch gelebt, aber irgendwie wollte es mein Körper nicht mehr haben. Ich habe dann mein Baby eigentlich richtig zur Welt gebracht. Nach ein paar Stunden wurden die Wehen schwächer im Ultraschall konnte man sehen, dass unser Baby nicht mehr da war. Es war wohl jetzt irgendwo im Geuburtskanal. Ich hatte dann nachts noch eine Ausschabung. Unser Baby kam dann in die Kinderpathologie um zu schauen, was die Ursache für die Fehlgeburt war. Ein Ergebnis haben wir aber noch nicht. Ich glaube ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viel geweint wie an diesem Tag. Es war ein Höllentripp der immer noch anhält. Es quält mich die Frage nach dem warum, habe ich etwas falsch gemacht, hat es an mir gelegen, war es meine Schuld. Das ganze geht echt an die Substanz und manchmal frage ich mich, wie man so etwas überhaupt aushalten kann. Was mir im Moment hilft, ist mein kleiner Sohn. Wenn ich ihm in seine lachenden Augen schaue, kann ich zumindest einen an etwas anderes denken.
Die Ärtze und Schwestern im Krankenhaus waren echt super einfach nur verständnisvoll und lieb. Wir haben unser Baby in unserem Familiengrab beerdigt. Das war mir sehr wichtig. So habe ich wenigstens einen Ort zum Trauern.
Mein Mann und ich wünschen uns noch so sehr ein Geschwisterchen für unseren Sonnenschein. Mein Mann darf aber aufgrund seiner Erkrankung mindestens für die nächsten zwei Jahre keine Kinder zeugen. Wir haben zum Glück Sperma von im einfrieren lassen und denken jetzt natürlich über eine künstliche Befruchtung nach. Aber ob das alles so klappt, im Moment bin ich sehr mutlos. Ich bin auch jetzt schon 36 Jahre alt. Ich habe keine Ahnung wieviel Versuche man braucht um mit einer künstlichen Befruchtung schwanger zu werden. Ich sehe im Moment nur die Zeit davon rennen, da man so oft hört, dass Frauen über 35 Risikoschwangere sind und ich Angst habe, dass wieder irgendwas passiert oder das Baby nicht gesund sein wird.
Es hat gut getan, sich mal alles von der Seele zu schreiben. Ich wünsche allen die auch eine Fehlgeburt erlitten haben, dass bei der nächsten Schwangerschaft alles gut geht und ihr alle einen gesunden Sonnenschein zur Welt bringt.

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29. Juni 2007 um 10:32

Es tut mir sehr leid
Liebe Hope,

wir fühlen alle mit dir. So oder so ähnlich ging es ja uns allen. Ich wünsche dir für die nächsten Tage und Wochen viel Kraft. Vielleicht ergibt ja der histologische Befund etwas. Dann weißt du wenigstens, woran es lag. Erkundige dich doch einfach einmal wegen der künstlichen Befruchung im Forum unter Schwangerschaft: Kinderwunsch oder so ähnlich. Ich habe da mal reingeschaut. Da sind einige Frauen, die nun so schwanger wurden. Die beantworten bestimmt deine Fragen.


Liebe Grüße
deine Heike

http://hometown.aol.de/learohse/Heike_S_Mayer.html-

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