Home / Forum / Schwangerschaft & Kinderwunsch / Angst vorm Mutter sein - Adoption als Ausweg? - Oder wächst man da doch rein?

Angst vorm Mutter sein - Adoption als Ausweg? - Oder wächst man da doch rein?

28. Oktober 2019 um 16:33 Letzte Antwort: 6. November 2019 um 10:39

Hallo ihr Lieben,


ich bin in der 34 SSW.
Mein Freund (25) und ich (24) waren 2 Monate zusammen als ich ungeplant schwanger wurde.


Ausgangssituaton:
Er hat keine Ausbildung, hält sich mit Helferjobs über Wasser möchte ggf. noch eine machen.
Hat ein leichtes bis mittleres Problem mit Rauschmitteln.
Kann in bestimmten Situationen „wenn was da ist“ bei Freunden (Gras regelmäßig und auch mal härtere Sachen alle paar Monate) nicht nein sagen. An sich ein guter Mensch und wir lieben uns sehr. 
Hat keinerlei Kontakt zu seiner leiblichen Familie wuchs im Heim auf usw. Ist also komplett auf sich gestellt.


Zu mir.
Ich habe eine Ausbildung und verdiene sehr gut.
Zahle aber monatlich einen großen Kredit ab und bin tief (mehrere tausend) monatlich im Dispo.
Ist unter anderem meinem Freund geschuldet der eine zeit lang nicht gearbeitet hat.
Meine Mutter und meine Oma haben mich bei der Babyausstattung unterstützt.
Meine Mutter hat zugesichert die Kleine einmal im Monat am Wochenende zu nehmen.
Ansonsten ebenfalls kein Rückhalt und war selbst ein paar Jahre in Heim.
Wir wohnen in einer 2 1/2 zimmer Wohnung im Erdgeschoss mit Terrasse (sind für die Kleine zusammen gezogen). Ich versuche grad zumindest die Theorie für meinen Führerschein noch vor der Entbindung zu schaffen.


Ich habe mich für das Kind entschieden weil ich eine Abtreibung ethisch niemals vertreten kann.
Wirklich freuen tu ich mich leider nicht auf das Kind.
Ich bin sauer dass sich mein Körper so stark verändert. (streifen usw.) 
ich bin sauer auf mich selbst nicht besser bei der Verhütung aufgepasst zu haben.
Ich bin sauer dass mein eigenes Leben jetzt quasi komplett vorbei ist , ich nie wieder komplett frei und unabhängig sein werde.
Ich hab Angst dass nach der Geburt mein Körper hinüber ist.
Ich bin ein Mensch der im Leben zu Wohlstand kommen möchte (auf keinen Fall steinreich) aber ich hätte gern ein eigenes Unternehmen irgendwann und eine solide finanzielle Basis um sorgenfrei im Alter zu sein. Ich will nicht in der Armutsfalle landen.
Ich hab mir freigehalten evtl. mal für ein paar Jahre oder für immer ins Ausland zu gehen.
Ich hab Angst dass es mit meinem Freund doch mal auseinander geht und ich dann alleinerziehend bin.
Die ganzen Kosten für ein Kind machen mir Angst.
Dass mein Freund und ich dann nur noch Eltern sind und kein Liebespaar mehr macht mir sehr starke Angst. Wir sind erst so kurz zusammen und hatten von unserer Beziehung zu zweit quasi gar nichts. Wir lieben uns aber und ich finde wir haben es verdient unsere Beziehung auszukosten! (Urlaube, Erlebnisse etc.) mit Kind ist das alles vorbei.
Wir haben ja nur meine Mutter die die Kleine ab und zu mal nimmt.
Sie ist selbst berufstätig und nicht der zuverlässigste Mensch.
Am Ende bleibt es nur an uns hängen.
Stillen finde ich komplett befremdlich, ich will nicht dass da jemand an mir saugt und von meinem Körper isst. 
Außerdem müssen wir jetzt immer gucken dass das Kind versorgt ist, wenn er eine Ausbildung machen will wird das finanziell echt schwierig und meine Lebensplanung ist halt auch eigentlich noch offen. Aber das kann ich jetzt vergessen.
Es ist nicht so dass ich es nur negativ sehe, die Hoffnung „da reinzuwachsen“ ist da aber ich glaub nicht dran glücklich zu sein als Mutter und mit den ganzen Entbehrungen. 


Er sieht es so, dass die Kleine ihn zum besseren Menschen macht und er freut sich. Er sagt er würde sein Leben bestimmt nie in den Griff kriegen wenn die Situation jetzt nicht wäre.
Er weiß nicht wo er sonst hingehören würde wenn nicht zu uns. Er denkt wir wachsen da rein und es wird schwierig aber schön.
Adoption würde er furchtbar finden weil er aus eigener Erfahrung sagt das Kind gehört egal was ist zu seinen leiblichen Eltern.


So, immer öfter kommt mir aufgrund dieser Gedanken die ich oben geäußert habe, der Wunsch in mir auf, die Kleine zur Adoption freizugeben und danach einfach abzuhauen. Da meine Familie undFreunde keinerlei Verständnis dafür haben und mich hart verurteilen würden. (Ich hab das schon angesprochen und pures Entsetzen, Verachtung und wütende Reaktionen erfahren)  Und hier weiß eh jeder von meiner Schwangerschaft und wenn rauskommt dass ich die Kleine hergegeben habe, kann ich quasi gleich das Land verlassen um jemals glücklich zu werden.


Mit meinem Freund trau ich mich nicht dass so deutlich anzusprechen. Ich will ihm keine Angst machen. Er hat selbst manchmal Angst vor der Verantwortung und ich will ihm nicht das Gefühl geben dass ich ihn hängen lasse oder flüchten will.
Es geht nicht um ihn es geht um das Mama werden. Aber das würde er nicht verstehen können.


Was mach ich nur?
Ich trau mir zu dass ich nach der Entbindung wenn ich merke ich kann und will das alles nicht tatsächlich abhaue oder todunglücklich werde.

Ging es jemandem ähnlich in der SS und kann mir berichten wie es weiterging?
 

Mehr lesen

28. Oktober 2019 um 18:21

Mein Rat ist du solltest das Kind behalten und die Beziehung beenden

was willst du mit einem Vater der keine Arbeit hat und den Du finanziell unterstützen musst, und der ein Problem mit Rauschmitteln hat???? 

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !
28. Oktober 2019 um 20:41
Beste Antwort
In Antwort auf jasmin7190

Mein Rat ist du solltest das Kind behalten und die Beziehung beenden

was willst du mit einem Vater der keine Arbeit hat und den Du finanziell unterstützen musst, und der ein Problem mit Rauschmitteln hat???? 

Er hatte keine Arbeit aber arbeitet aktuell wieder.
Wir lieben uns und er freut sich aufs Kind. Auf unser Kind und möchte sich darum kümmern und eine Familie sein.
Ja das mit den Rauschmitteln ist schwierig er versucht es gerade selbst in den Griff und ich lass ihn nicht einfach stehen nur weil er seine Probleme hat.
solange er daran arbeitet sehe ich keinen Grund deswegen zu gehen! Er wird wenn er es alleine nicht schaffen sollte auch in Therapie gehen. Da sehe ich keinen Trennungsgrund?! 



Das Problem liegt bei mir weil ich mich nicht bereit fühle und einfach Angst vor allem habe was auf nich zukommt mit dem Kind.

1 LikesGefällt mir 1 - Hiflreiche Antwort !
29. Oktober 2019 um 10:24
Beste Antwort

Liebe erdbeere,

es tut mir leid, dass dich die Schwangerschaft und der Gedanke, dass dein Leben bald mit deinem Kind umgekrempelt wird, so viel kostet!
Und ja, es wird sicher vieles ganz anders, wenn das Kind da ist. Ich möchte dich aber sehr ermutigen! Du kannst ja was! Du hast einen Beruf, finanzierst eure kleine Familie und noch mehr, Ihr wohnt in einer Wohnung mit Terrasse... Ich finde, du hast allerhand erreicht und gestaltest dein Leben gut!
Dass du Angst hast vor der Verantwortung, vor der Verbindlichkeit, vor den Kosten, das kann ich gut verstehen und da bist du nicht alleine damit. Das geht vielen Müttern und Vätern so und da schließe ich mich mit ein. Ist es aber nicht so, dass du bisher immer wieder einen Schritt gewagt und gegangen bist und dass immer wieder eine Tür aufging? Die Angst soll dich nicht bestimmen und einschüchtern, sie darf dich nur ab und an aktivieren 😉.
Ich denke, dein Leben ist mit deinem Kind nicht wirklich vorbei, sondern es wird anders und du wirst sicherlich sehr erfinderisch, deine Pläne und Träume mit deinem Kind umzusetzen. Es gibt Familien, die sogar mit ihren Kindern einen Auslandsaufenthalt machen. Beruflich hast du in deinem Leben noch viel Zeit, etwas aufzubauen. 
Und für euch als Paar möchte ich euch ermutigen, euch ab und an einen Babysitter zu gönnen, damit ihr zu zweit mal was machen könnt. Es ist ja schon mal super, dass deine Mutter die Kleine einmal im Monat am Wochenende nimmt. Das ist auch was wert!

Es ist übrigens oft so, dass man am Ende der Schwangerschaft richtig überdrüssig wird und nur noch ersehnt, wieder „man selbst“ zu sein. Wenn der Bauch dann einfach sehr umfangreich wird und man sich nur noch schwerfällig bewegen kann, vielleicht kaum ein Auge zumachen kann in der Nacht, weil man keine Stellung findet... dann reicht es einem einfach! Dann ist es auch bald Zeit, dass das Baby zur Welt kommt. So ein Gefühl kenne ich. Ist es das, was bei dir auch mitschwingt?

Dass du Angst hast, körperlich nicht wieder in Form zu kommen, das verstehe ich gut. Nach der Geburt setzt dann wieder eine hormonelle Umstellung ein, die dem Körper hilft. Und für eine gute Rückbildung deines Körpers kannst du dann auch selbst was beitragen. 
Hast du denn eine Hebamme, mit der du im Kontakt bist, deine Gedanken teilen kannst oder wo du in einem Kurs bist?

Übrigens, stillen musst du nicht, wenn du es nicht möchtest. Es gibt gute Babynahrung und da kann dein Freund sich dann auch einbringen. Klar, kostengünstiger ist stillen, aber das ist nur ein Argument. Da darfst du ganz frei entscheiden.

Ich kann mir übrigens gut vorstellen, dass das Kind deinem Freund tatsächlich Antrieb gibt, sein Leben zu ändern und an sich zu arbeiten. Es wäre ein Gewinn für euch drei!
Und wenn dir immer wieder „abhau-Gedanken“ kommen, dann bleibt damit bitte nicht allein. Hol dir Hilfe bei einer Schwangeren - oder Familienberatungsstelle, die es sicherlich in deiner Nähe gibt. Du darfst dir Unterstützung holen, einfach jemanden, der dir den Rücken stärkt. Und auch jemanden, der konkret zur Hand geht. Du kannst in deine neue Aufgabe ganz sicher reinwachsen! Gib dir die Chance und hab mit dir Geduld! Und es muss auch nicht alles perfekt laufen...

Jetzt hab ich dir aber viele Gedanken geschrieben... nun wieder DU . Schreib gerne wieder, wie es dir geht und was du denkst... auch auf pN, wenn du möchtest.
Liebe Grüße von Annett

3 LikesGefällt mir 2 - Hiflreiche Antwort !
6. November 2019 um 10:39

Hallo erdbeere,
wie geht es dir denn momentan mit deinen ganzen Gedanken und Ängsten? 
Ich denke immer wieder an dich. Hoffentlich hast du schon ein wenig mehr Mut finden können... Schreib gern wieder, wie es dir geht.
Alles Gute Dir!
Annett

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
Frühere Diskussionen
Leicht positive aber auch negative Schwangerschaftstest - Was stimmt nun ?
Von: melissaxy3
neu
|
6. November 2019 um 10:27
13 tage überfällig, alle ss tests negativ
Von: vivi20
neu
|
5. November 2019 um 16:19
Noch mehr Inspiration?
pinterest