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Angst vor erneuerter Fehlgeburt

16. September 2010 um 10:07 Letzte Antwort: 23. September 2010 um 20:38

Hallo ihr lieben,

ich schreibe, weil ich vielleicht hoffe hier ein wenig Zuspruch und Ratschläge zu bekommen nachdem ich euch meine Geschichte erzählt hab..

Erstmal zu mir, ich bin 22 Jahre alt und gerade dabei meine Ausbildung zu beenden.
Es ist warscheinlich etwas ungewöhlich für mein Alter, aber ich hatte bisher schon 2 Fehlgeburten erleiden müssen. Das erste mal 2007 mit Zwillingen, die mich im 5. Monat verlassen haben und 2008 verließ mich mein Sternchen in der 8. Woche.
Diese Zeit war für mich der absolute Horror und die Trauer ist noch immer da.

Nun überkam mich ende letzter Woche das Gefühl von Übelkeit, spannen in den Brüsten und ein wahnsinniges Schwitzen, was ich von mir absolut nicht kenne. Ich wusste sofort, ich bin schwanger..
Auf einen Test hab ich verzichtet, da ich mir zu 100prozent sicher war und bin Montag früh sofort zum Arzt gegangen (meine Ärztin begleitet mich seit Jahren)
So war es nun... Ich bin es, im US konnte sie vorerst nur einen kleines Pünktchen, einen Fruchtsack sehen. Es ist noch nicht mal zu erkennen, in welcher Woche ich mich befinde. Ich habe die Schwangerschaft wohl nur so früh bemerkt wegen der vorangegangen Schwangerschaften.

Sie sagte dann, das volle Programm.. Ich darf nicht mehr arbeiten, solle so viel wie möglich liegen und mich so wenig wie möglich bewegen. Desweiteren hab ich Utrogest verschrieben bekommen, welche ich 3x2 Vaginal einnehmen soll, sowie Magnesium - ebenfalls 3x2 und das übliche Femibion.

Am Montag habe ich den nächsten Termin. Meine Angst ist natürlich wahnsinnig groß, zwar war das im Moment absolut nicht geplant aber so ist es nun. Ich kann mich auch nicht wirklich freuen, weil die Angst überwiegt und es ja noch nicht mal wirklich ein Baby ist.

Diese Woche gönne ich mir jetzt wirklich etwas Ruhe, ich liege viel, hab das Rauchen sofort aufgegeben und halte mich an das was die Ärztin sagt, doch das Zu Hause sein macht mich wahnsinnig und die Angst wächst und wächst, denn so kann ich an gar nix anderes mehr denken.

Denkt ihr, es würde mir bzw. dem kleinen schaden wenn ich zur Schule gehen würde?

Ich bin gespannt auf eure Sätze und danke euch schonmal von ganzem Herzen!

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23. September 2010 um 20:38

Ich fühle mit dir...
Auch von mir mein Beileid zu diesen schlimmen Erfahrungen.
Ich würde auch auf den Rat deiner FÄ hören, schone dich, denn grad in dem ersten Trimester kann noch viel passieren.
Ist bei dir bekannt woran die FG lag?

Ich möchte auch gerne meine Geschichte erzählen. Ich bin 25 Jahre alt und hatte einen missed abort am 24.8.10, erst jetzt kann ich richtig darüber reden und schreiben.
Unser Kind war nicht geplant, aber wir haben uns riesig gefreut als feststand dass ich schwanger war.
Mein Freund war bei jeder Untersuchung dabei und es verlief alles gut. Mir war nicht schlecht, ich hatte keinen merkwürdigen Gelüste, dem Baby gings gut und mir auch...
Am 20.8. war ich das letzte mal zur Untersuchung.
Nun war unser Kleines schon "stolze" 3,6 cm und ich war in der 10+4 ssw. Das Herzchen hatte, wie auch schon davor, kräftig geschlagen und zum ersten Mal hat es mit Ärmchen und Beinchen gestrampelt. Wir waren so glücklich und haben gar nicht mehr dran gedacht, dass noch was passieren könnte...
Als ich Montag nach der Arbeit heim kam und es mir dann gemütlich auf der Coach gemacht habe, spürte ich wie einen kleinen Tritt im Bauch. Ich dachte es wären vielleicht schon erste Kindsbewegungen. Normalerweise zu früh, aber ich hatte gelesen dass schlanke Frauen die Bewegungen oft sehr früh spüren. Ich machte mir also erstmal keine Gedanken weiter. Dienstag ging es mir nicht so gut. In der Vergangenheit hatte ich oft mit Blasen und Nierenbeckenentzündungen zu tun. Ich hatte so einen leichten Druck in der Nierengegend. Als es gar nicht besser wurde, bin ich nach 2 Stunden Arbeit gleich zu meiner FÄ. Aufgeregt schilderte ich Ihr mein Anliegen und Sie beruhigte mich und sagte "wir machen jetzt noch schnell einen Ultraschall und dann sehen Sie dass es Ihrem Baby gut geht".

Es war der erste US durch die Bauchdecke. Sie starrte auf den Monitor, drehte ihn dann von mir weg und sagte es täte Ihr leid, leider passieren manchmal schlimme Sachen. Sie konnte keinen Herzschlag mehr feststellen. Ich war am Boden zerstörrt, ich fing an zu weinen und lag im Beruhigungszimmer bis mein Freund mich abholte.
Auch er konnte es nicht fassen, unser Kind war am Freitag noch so munter und fit gewesen und am Dienstag tot???
Ich bekam anschließend alle Zettel zum ausfüllen mit nach Hause und hatte am nächsten Tag um 11 Uhr die AS.

Auch wenn die Ärztin gesagt hat, es hätte nicht an mir gelegen, mein Freund und ich seien gesund, und wir hätten absolut keine Risikofaktoren, habe ich trotzdem riesige Angst vor der nächsten SS. Wir wünschen uns ein Kind, doch wir haben uns vorgenommen die nächste SS zu planen. Die Umstände waren in der 1. SS nicht wirklich optimal, da wir relativ frisch zusammen waren und 40 km weit entfernt wohnen. Ich bin in einer Führungsposition in einem Lebensmittelmarkt tätig und arbeite relativ viel (ca. 45 h pro Woche), bei meiner Arbeit muss ich allerdings auch Sachen heben. Neben dem Stress an der Arbeit kam noch der Stress im Privaten, das täglich planen wann ich meinen Freund seh, fährt er zu mir, oder ich zu ihm und natürlich die Hausarbeit, alles musste neben der Arbeit laufen. Im nachhinein mach ich mir Vorwürfe mich nicht genug geschont zu haben. Aber damals hab ich es nicht so wahrgenommen, mir ging es ja die ganze zeit gut...

Damit die nächste SS ruhiger verläuft werden wir ab Dezember zusammen ziehen. Ich lasse mich in eine andere Filiale versetzen und dann werden wir erstmal das "Nest" bauen. Ab nächstes Jahr wollen wir es dann nochmal probieren...

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