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Angst vor Cytomegalie

29. April 2012 um 12:14

Halli Hallo,
ich hoffe, Ihr könnt mir weiterhelfen!!!!
Ich bin Ende der 15. ssw und Anfang März negativ auf Cytomegalie getestet worden.
Gestern bei einem Treffen mit Freunden hat eine Bekannte erzählt, dass eine Freundin von ihr sich im 5. Monat mit Cytomegalie infiziert hat,...
Muss ich mich eigentlich auch bei Erwachsenen extrem vorsichtig verhalten??? Eine Freundin hat z.B. gestern von meinem Strohhalm einen Schluck aus meinem Glas genommen... Ich weiß ja nie, wer das Virus hat... Ist es immer ansteckend oder nur in der akuten Phase? Sollte ich also auch bei Erwachsenen z.B. das Trinken aus einem Glas meiden?
Was ist Panikmache und was sinnvoll???
Bin total verzweifelt, weil ich nicht weiß, ob ich mich verrückt mache, dass ich mich angesteckt haben könnt oder begründet Angst habe...
Ich hoffe, Ihr könnt mir weiterhelfen!!!
Liebe Grüße

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29. April 2012 um 13:22

CMV
Liebe yuley

ich bin auch CMV-negativ, Ende der 17. SSW und arbeite in einer Klinik. Da infizierte Babies und immuninkompetente Menschen als hauptsächliche Erregerquelle in Frage kommen, arbeite ich mit dieser Patientengruppe aktuell nicht. Übertragen wird der Erreger über infizierte Sekrete (Urin, Speichel, ...), sodaß bei entsprechenden Maßnahmen Handschuhe getragen werden sollten oder nach Kontakt mit potentiell infektiösem Material ein gründliches Händewaschen und Desinfizieren erfolgen sollte. Intensives Küssen und Geschlechtsverkehr sind potentielle Möglichkeiten der Virusübertragung (also ggf. Kondome verwenden). Man muß sagen, daß die Durchseuchungsrate insgesamt recht hoch liegt , d.h., die Chancen, daß Dein Partner oder diese besagte Freundin CMV bereits hatte und Antikörper dagegen hat, also kein akuter Ausscheider ist, auch recht hoch ist. Zur Sicherheit könnte sich Dein Partner seinen Antikörper-Status bestimmen lassen. Wenn gesunde Menschen einmal eine CMV -Infektion durchlaufen haben, sind sie nach der akuten Phase keine Gefahr mehr. Ausnahme stellen immunsupprimierte Menschen dar, denn bei ihnen kann sich das Virus wieder vermehren und ausgeschieden werden. Und natürlich sind all jene eine potentielle Gefahr, die es geschafft habe, CMV-negativ erwachsen zu werden und sich dann doch infizieren. Eine solche Infektion kann unscheinbar sein, oder sich durch Halsschmerzen, Fieber und vergrößerte Lymphknoten bemerkbar machen. Prophylaktisch könnest Du künftig also wirklich darauf achten, daß Deine Getränke nicht geteilt werden. Auch, um Dich vor anderen, banalen Infekten zu schützen, denn Schwangere sind aufgrund einer reduzierten Immunitätslage leider insgesamt sehr anfällig für Infektionen, die zwar nicht dem Kind schaden müssen, aber unangenehm für die Mama sein können und somit vermieden werden sollten.
Daß dieser eine Schluck geschadet hat (zumal sie ja einen Strohhalm benutzt hat), würde ich aber stark bezweifeln! Das erscheint mir absolut unwahrscheinlich. Eine 100% Garantei gibt es leider nie, und zwischen der 20. und 24. SSW sollte Dein CMV-Status, wie bei allen CMV-negativen Schwangeren, noch einmal nachkontrolliert werden, um auszuschließen, daß Du Dich inzwischen infiziert hast.
EIn bißchen Panik läßt sich in unserer Situation wahrscheinlich nicht völlig vermeiden, weil man sich einfach etwas ungeschützter fühlt als mit einem CMV-positiven Status. Wenn Du die obigen Ratschläge aber beherzigst, hast Du alles getan, was in Deiner Macht steht, um Dein Kind zu schützen!

LG und alles Gute!

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29. April 2012 um 13:24

Also
Als Erzieherin hast du sofort ein BV wenn du negativ bist und bis die Testergebnisse da sind bist du freigestellt!

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29. April 2012 um 13:46
In Antwort auf mira_12659612

CMV
Liebe yuley

ich bin auch CMV-negativ, Ende der 17. SSW und arbeite in einer Klinik. Da infizierte Babies und immuninkompetente Menschen als hauptsächliche Erregerquelle in Frage kommen, arbeite ich mit dieser Patientengruppe aktuell nicht. Übertragen wird der Erreger über infizierte Sekrete (Urin, Speichel, ...), sodaß bei entsprechenden Maßnahmen Handschuhe getragen werden sollten oder nach Kontakt mit potentiell infektiösem Material ein gründliches Händewaschen und Desinfizieren erfolgen sollte. Intensives Küssen und Geschlechtsverkehr sind potentielle Möglichkeiten der Virusübertragung (also ggf. Kondome verwenden). Man muß sagen, daß die Durchseuchungsrate insgesamt recht hoch liegt , d.h., die Chancen, daß Dein Partner oder diese besagte Freundin CMV bereits hatte und Antikörper dagegen hat, also kein akuter Ausscheider ist, auch recht hoch ist. Zur Sicherheit könnte sich Dein Partner seinen Antikörper-Status bestimmen lassen. Wenn gesunde Menschen einmal eine CMV -Infektion durchlaufen haben, sind sie nach der akuten Phase keine Gefahr mehr. Ausnahme stellen immunsupprimierte Menschen dar, denn bei ihnen kann sich das Virus wieder vermehren und ausgeschieden werden. Und natürlich sind all jene eine potentielle Gefahr, die es geschafft habe, CMV-negativ erwachsen zu werden und sich dann doch infizieren. Eine solche Infektion kann unscheinbar sein, oder sich durch Halsschmerzen, Fieber und vergrößerte Lymphknoten bemerkbar machen. Prophylaktisch könnest Du künftig also wirklich darauf achten, daß Deine Getränke nicht geteilt werden. Auch, um Dich vor anderen, banalen Infekten zu schützen, denn Schwangere sind aufgrund einer reduzierten Immunitätslage leider insgesamt sehr anfällig für Infektionen, die zwar nicht dem Kind schaden müssen, aber unangenehm für die Mama sein können und somit vermieden werden sollten.
Daß dieser eine Schluck geschadet hat (zumal sie ja einen Strohhalm benutzt hat), würde ich aber stark bezweifeln! Das erscheint mir absolut unwahrscheinlich. Eine 100% Garantei gibt es leider nie, und zwischen der 20. und 24. SSW sollte Dein CMV-Status, wie bei allen CMV-negativen Schwangeren, noch einmal nachkontrolliert werden, um auszuschließen, daß Du Dich inzwischen infiziert hast.
EIn bißchen Panik läßt sich in unserer Situation wahrscheinlich nicht völlig vermeiden, weil man sich einfach etwas ungeschützter fühlt als mit einem CMV-positiven Status. Wenn Du die obigen Ratschläge aber beherzigst, hast Du alles getan, was in Deiner Macht steht, um Dein Kind zu schützen!

LG und alles Gute!

DANKE
Liebe Juniami,
ich danke Dir für Deine schnelle und sehr ausführliche Antwort Beruhigt mich dann doch wieder etwas DANKE!!!
Ja, sie hat einen Strohhalm benutzt (allerdings ist das meiner gewesen ), aber ich denke nach Deiner Antwort auch, dass es unwahrscheinlich ist, da sie ja mit Sicherheit kein akuter Ausscheider ist... Werde aber in Zukunft mit niemandem mein Essen oder Getränke teilen so lange ich schwanger bin.
Und morgen mache ich einen Termin beim Arzt und lasse meinen CMV-Status nochmal testen!
Ab wann nach einer potentiellen Ansteckung, kann man das denn im Blut sehen?? Nach 1-2 Wochen, oder?!
Nochmals Danke für Dein Verständnis!!!
LG und Dir auch alles Gute!

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29. April 2012 um 14:32

CMVDiagnostik
Liebe yuley,

dIe Inkubationszeit, also die Zeit, die zwischen Infektion und dem Auftreten erster Symptome vergeht, liegt ca. bei 4 - 8 Wochen. Kurz nach Symptombeginn können entsprechende Antikörper im Blut nachgewiesen werden, diese steigen im Lauf von 2 bis 3 Wochen weiter an. Wenn Du also eine gestern möglicherweise stattgefundene Infektion nachweisen wollen würdest, wäre das in 2 Wochen viel zu früh. Ich muß zugeben, daß Deine Fragen mich dazu veranlaßt haben, Literatur zu wälzen, und dabei habe ich eine Publikation gefunden ( Zytomegalievirus-Infektion während der Schwangerschaft von JULIA JÜCKSTOCK, JULIA KNABL, KLAUS FRIESE, IOANNIS MYLONAS, ) die in einer Gynäkologie-Zeitschrift 2009 erschienen ist. Diese findest Du auch über Google. Da wird in unserem Fall interessanterweise eine CMV-Status-Kontrolle im 4 - 6 wöchigen Abstand bis zur 36 SSW empfohlen, um bei einem Titeranstieg eine Antikörpertherapie an der Mutter durchzuführen - das war mir (und offensichtlich auch meinem Frauenarzt) allerdings auch neu! Der Haken daran dürfte sein, daß Du diese Untersuchungen wahrscheinlich alle selbst bezahlen mußt. Ich weiß auch nicht, ob ich diese Empfehlung für mich umsetzen werde - ich habe direkt vor der CMV-Titer-Bestimmung und dem Wissen um meine Schwangerschaft noch Babies sonografiert, eine Kontrolle macht bei mir also auf jeden Fall noch Sinn. Aber da ich danach potentielle Risikoquellen weitegehend gemieden habe, müßte es damit eigentlich auch mal gut sein.
Besprich das doch einmal in Ruhe mit Deinem Frauenarzt - er wird Dich beraten und beruhigen können!

LG

Und zu ulrike 789:
Sorry, aber als Ärztin muß ich leider betonen, dass das keine Panikmache ist. Die klassischen Ausscheider sind infizierte Neugeborene, Kindergartenkinder und Immunsupprimierte. Betriebsärztlich ist die Empfehlung eindeutig!

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29. April 2012 um 14:44

@ juniami
sehr schöner beitrag! Und ich stimme dir voll und ganz zu, ungefährlich ist es keinesfalls. Aber ist gibt einfach Leute die denken alles sei panikmache

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