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Alleine mit dem abruch

22. Dezember 2009 um 23:56 Letzte Antwort: 26. Dezember 2009 um 0:22

hallo zusammen,
habe vor knapp einem monat meinen abruch gehabt und seid dem habe ich das gefühl, das ich in einer deppri-stimmung bin, aus der ich nihct wirklich wieder heraus finde.
als ich vor paar monaten merkte, das ich schwanger bin und dies meinen freund erzählte, reagierte er sehr abweisend. immer wieder sind wir aneinander geraten und kamen nicht so wirklich auf einer linie.
jedoch wollten wir beide dieses kind und ich habe mir schon überlegt, wie ich dieses kind alleine groß bekommen könnte. als ich jedoch beim amt war und mir gesagt wurde, das ich ein halbes jahr nicht einen cent bekommen wurde, wusste ich auch nicht weiter.
war verzweifelt und hab mir dabei sehr viel stress gemacht. dann bei der nächsten untersuchung, sagte der arzt mir, das kind sei nicht richtig entwickelt und es würde zur fehlgeburt kommen, darum ging ich zur abtreibung.
der tag war für mich die hölle!!!
in dem raum, in dem ich mich umziehen musste, erinnerte mich an den film "green mile". der raum war kalt und grün gefliest und nur ein einziger stuhl und ein korb für meine kleidung.
dann kam ich in den op. als ich fixiert wurde, liefen mir die tränen nur so runter und mein ganzer körber war am zittern. dann kamen die ärzte rein, wie bei einem überfall und redeten auf mich ein. sie könnten den eingriff nicht machen, da keine kostenübernahme von der krankenkasse vorliegen wurde und sie angst hätten, um ihr geld. es sei aber nichts persönliches. so wurde ich abgeschnallt und in den raum zurück geschickt um mich wieder anzuziehen. dort bin ich dann zusammen gebrochen, da ich das als psycho-spiel empfand. nach 2 std war das dann mit der krankenkasse regelt und der eingriff wurde gemacht.
als ich wieder wach war, fühlte ich mich so leer. konnte nicht aufhören zu weinen und mir tat alles so leid.
ich selbst...hatte gerade im kopf, ich habe meinen jungen getötet (irgendwie war für mich klar, das mein kind ein junge ist). mit diesem gedanken, werd ich nicht fertig. der arzt sagte, das kind wär garnicht zur welt gekommen bzw schwer krank. aber dafür mache ich mir auch vorwürfe.
mitlerweile geht mir wieder einigermaßen, aber sobald ich in diesen foren lese oder kleine kinder sehe oder schwangere oder das thema kommt im freundeskreis: " schon gehört,....ist schwanger", dann heule ich immer noch.
dazu kommt, mein freund war mir überhaupt keine stütze. die ganze zeit war ich allein, er konnte mich noch nicht mal sehen. wenn haben wir nur telefoniert und da haben wir uns nur gestritten und hab auch teilweise vorwürfe von ihm bekommen. vor paar tagen, hat er es eingesehen, das er ein totaler idiot war und er ein schwein war,das es im total leid tut und wir nach vorne schauen müssten. ich will es ja, aber ich muss immer wieder dran denken, ich wär eigentlich schwanger, das und das müsste pasieren usw. am 16/17. julie sollte das kind kommen.

meine frage, wer kann mir helfen und über seine erfahrungen erzählen. vergeht irgendwann das gefühl? ich will ja nicht vergessen, was ich getan habe. aber ich will wieder leben können.

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23. Dezember 2009 um 0:03

Kopf hoch
mach dich bitte nicht so kaputt, was meinst du, wenn du im 6sten monat eine totgeburt gehabt hättest. oder das kind wäre zu welt gekommen und einen tag später in deinen armen gestorben. vielleicht unter krämpfen mit schmerzen?!
es ist besser für euch beideund du bist mit sowas immer alleine.auch wenn dein freund immer bei dir gewesen wäre.
du warst schwanger, du hast abgetrieben. leide, verarbeite es und wenn es dir bischen besser geht, dann lebe und schämdich nicht dafür.
alles gute

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23. Dezember 2009 um 22:36

Freak01
Hallo Du,
es schmerzt mich tief im Herzen, das Du dies gerade alles durchlebst und durchleidest. Und das Notvollste ist, dass Du dies ganz alleine durchkämpfen mußt und nirgends auf Verständnis stößt.Ich persönlich denke auch, das Dir der Austausch weiterhelfen könnte. Google doch mal unter Hilfen nach Abtreibung. Da gibt es verschiedene Selbsthilfegruppen. Vielleicht wäre da etwas für Dich dabei.
Du kannst Dich auch bei ausweg-pforzheim.de melden, den Du bist mit Deinen Erfahrungen und Gefühlen nicht alleine.
Laß die Trauer zu, auch wenn er schmerzt. Denn ich wünsche Dir, dass Du bald wieder fröhlich leben kannst.
LG Itemba

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26. Dezember 2009 um 0:22

Oh weh
freak, es tut mir sehr leid, was Du durchmachen mußtest. Wie Du schon schreibst, ist das schlimmste, daß Du dabei alleine warst/bist. - Weißt Du, ich denke, das Trauern ist nicht abzukürzen. Du wolltest das Kind, Du hast auf Dich genommen, das irgendwie durchzuboxen, trotz schlechter Beziehung und wenig Geld. Und nun ist es aber doch nicht mehr bei Dir. - So ein Verlust tut total weh, ich habe selber ein Kind verloren, weil es sich nicht weiter entwickelt hat. Ich mußte auch zur Ausschabung gehen. Immer wieder hab ich mich gefragt, ob es nicht vielleicht doch noch lebt. Aber ich hatte Glück, hatte eine Gynäkologin, die ich persönlich kenne, und die hat mir gesagt, daß es wirklich, wirklich nicht mehr lebt und es daher raus muß, sonst vergiftet es mich. - Und trotzdem geht man alle Tage durch, an denen man vielleicht was falsch gemacht haben könnte, warum die SS nicht mehr intakt sein könnte. ---

Du kannst nichts dafür, daß Dein Kind nicht lebensfähig geworden wäre. Du hast keinen Einfluß darauf, wie es sich entwickelt. Auch der Stress mit Deinem Freund hat dazu nicht beigetragen. Es kommen Kinder zur Welt unter absurdesten Umständen, und es kommen Kinder nicht zur Welt, obwohl sie gewünscht sind. Bitte laß Dir keine Schuld einreden. Dein Kind war aus irgendeinem Grund krank und nicht lebensfähig. - Das ist schlimm und braucht Zeit, bis man das ausgeweint hat. Das ist immer wieder traurig. Laß die Tränen zu, egal, wer sie versteht und wer nicht. Sie dürfen raus, müssen raus, Dein Kind hat diese Tränen verdient.

Das andere ist die Klink und was Dir dort passiert ist. Das ist ja absolut menschenunwürdig. Da trägt man einen Schock davon. Auch ohne Verlust eines Kindes ist das schon schlimm genug, was sie Dir da angetan haben. Und das ist einen so sensiblen Zustand rein, das haut jeden um. Es ist kein Wunder, daß es Dir jetzt total mies geht. Statt Hilfe hast Du Ablehnung bekommen, Verachtung, noch mehr Stress.

Ich weiß nicht, was ich tun würde, wenn ich so eine Diagnose vom Arzt bekommen würde. Ich weiß nicht, ob ich es schaffen würde, das Kind auszutragen, bis es von alleine stirbt. Vielleicht würde man sich dann weniger schuldig fühlen, das kann sein. Das Ergebnis wäre allerdings doch gleich. Ich glaube, der Unterschied läge dann darin, daß Du mehr Zeit gehabt hättest zum Abschiednehmen.

Weißt Du was, ich würde mir erstmal Zeit nehmen, um von dem Kind Abschied zu nehmen, würde ihm einen Namen geben, irgendetwas zum Erinnern, was nur für ihn ist. - Ich bin sicher, daß ich damals eine Tochter verloren habe. Irgendwie weiß man das. Bei meinen beiden lebenden Kindern wußte ich auch in der 5. Woche, was es werden wird, und so war es auch. - Also such ihm einen schönen Namen aus, nimm Dir irgendetwas, um an ihn zu denken, feiere seinen Geburtstermin auf Deine Weise. Nur Du und er. Damit gibst Du dem Kind Würde, die es im Krankenhaus nicht bekommen hat. Feiere mit Deinem Kleinen, denn sie leben weiter, nur woanders. Nur nicht hier. Sag ihm, daß Du ihn lieb hast, daß Du ihn haben wolltest, nur daß es nicht ging auf dieser Welt.

Und wenn Dein Freund Deine Trauer und Deine Verbundenheit zu Deinem Kind nicht versteht, dann laß ihn. Er muß es ja nicht verstehen. --- Ich hab damals ein Buch gelesen "Leise wie ein Schmetterling", darin geht es um eine Frau mit 5 Fehlgeburten !!! Sie beschreibt, wie es ihr ging und was ihr geholfen hat. Ein kleines Buch, das hat mir sehr geholfen. -- Auch wenn Dein Kind krank war, es war eine lebendige Seele, und daher gibt es das Kind weiterhin.

Das Gefühl der Depression vergeht, aber es vergeht, wann es will, niemand weiß, wann das ist. Bei mir war es urplötzlich weg, von jetzt auf gleich, nachdem ich vorher wochenlang einfach geheult habe, urplötzlich und unbegründet -nach außen hin. - Und irgendwann waren die Tränen alle. Irgendwann hatte ich Abschied genommen, dann war es auch gut so.

Du bist nicht Schuld daran. Laß Dir das nicht einreden. Dein Kind war krank, das war höhere Gewalt. Es war nicht lebensfähig, Du konntest gar nichts daran ändern.

Laß Dich lieb drücken.

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