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Abtreibung und eine Metapher dazu....

30. August 2011 um 11:53

Weil uns Allen klar ist, dass bei Verhütung genauso wie im Strassenverkehr Unfälle passieren können, erlaub ich mir mal meine Meinung zu diesem Thema mit eben diesem Vergleich darzulegen um zu zeigen, dass es nicht um den Unfall selbst geht, sondern wie man damit umgeht! Alle Meldungen hier, betreffen eine Frau mit einem normalen (ca. 28 Tages Zyklus) in einem Industrieland.

Also ich (ich bin nicht schwanger - aber schreibe gern in der ICH-Form) bin schwanger bzw. ich fahre eine Person mit dem Auto an, die zwischen zwei Fahrzeugen rausspringt (also gilt mal nur für die, die verhütet haben - sonst nenn ich es nicht Unfall) was nun -

Ich behalte das Kind, wenn auch ungewollt, werde es dann denoch lieben und mich mit der neuen Situation zurechtfinden und das Beste drauss machen.
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Der Unfall ist passiert - ich reagiere sofort, leiste Erste Hilfe und besuche den Verunfallten selbst noch im Spital, auch wenn mich eigentlich keine Schuld trifft.
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Ich treibe das Kind im Frühstadium ab, also ich mache sofort nach Ausbleiben oder schon kurz davor einen SS-Test (weil ich meinen Körper kenn und schon die Vermutung hab) und reagiere schnell und mit Respekt für das Kind.
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Nach dem Unfall war ich zwar paralysisert und konnte selbst nicht helfen, aber ich habe Hilfe geholt und versuche, das Geschehene zu verarbeiten. Vielleicht denk ich manchmal an den Verunfallten und entschuldige mich im Geiste bei ihm - aber ich konnte nicht helfen und es tut mir aber leid (ich muss aber nicht darunter zerbrechen)
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Ich treibe ein Kind am Ende der legalen Frist ab, weil ich vergessen hab, wann ich eigentlich meine Periode hab oder es immer weiter rausschieb, weil es mich eigentlich nicht interssiert.
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Ich krame in meiner Handtasche während ich telefoniere und bekomme erst durch ein lautes Geräusch mit, dass ich einen Unfall verursacht habe - schrei aber sofort, dass das nicht meine Schuld ist und warte bis ein Anderer kommt und hilft.
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Ich treibe ein gesundes Kind später ab - 15. Woche bis Geburt (falls ich illegal abtreiben kann)
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Ich fahre stockbesoffen und telefonierend durch die Gegend und bekomme vom Unfall nix mit, weil mich der laute Knall überhaupt nicht interessiert. Als mir dann ein Freund erzählt, er habe gehört, dass es einen Unfall mit Fahrerflucht gab und ich mein Auto anschau, dämmert es mir und um nicht belangt werden zu können fahr ich ins Krankenhaus und drücke dem Verunfallten ein Kissen auf den Kopf, damit er ja nix mehr sagen kann. Also ist es dann ein Unfall dem ein Mord folgte.
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Wenn ich ein schwer krankes oder nicht lebensfähiges Kind spät abtreiben muss
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ich habe noch rechtzeitig angehalten (es war also zuerst noch gar kein Unfall) aber von hinten fährt mir einer rein und schiebt mich gegen die auf der Strasse stehende Person - da bin ich dann machtlos... was soll ich da machen - das ist dann ein schreckliches Schicksal.


Ich kann nur sagen, dass ich eben dieses heikle Thema ca. so sehe - Abtreibung ist meiner Meinung nach nicht in jedem Fall zu verteufeln, aber es sollte schon so selten wie möglich und mit Verstand dazu entschieden werden.
Und wenn man mal in einem Stadium bin, in dem der Fötus physische als auch psychische Empfindungen hat (was in der 20. Woche der Fall ist) - dann treib man nicht mehr ab, sondern kann einmal was für 3!!!! anderer Menschen tun - man trägt es fertig aus und das Kind lebt und ein Paar hat sein Wunschadoptivkind!



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30. August 2011 um 12:18


Hallo wunderland,

finde deinen Vergleich recht passend!

Man sollte immer überlegt und vernünftig handeln und ein Ausbleiben der Periode ernst nehmen (und nicht auf z.B. Stress schieben).
Man spielt nicht mit Leben, genauso wie man nicht mit einem Verletzten nach einem Unfall "spielt"

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30. August 2011 um 19:55

Auch eine gute Ansicht -
etwas mehr pro-Abtreibung als meine aber im Endeffekt für mich auch akzeptabel.

Trotzdem - selbst wie du Variante 1 beschreibst - würde ich das auch tun - ich bin leider verdammt selbstlos - für mich teilweise sehr schlecht, weil ich zu oft auf mich vergesse. Aber dafür gibt es mir immer wieder ein gutes Gefühl, wenn ich helfe - zb. bei einer Prügelei einschreite, ohne daran zu denken, dass ich vielleicht selbst eins auf die Nase bekomm -aber wenn bei einem Mädchen schon das Blut spritzt kann ich nicht einfach zusehen und tun als wär nix. So bin ich leider. Viele denken nicht so - Zivilcourage sucht man heute oft vergebens.
Aber nur weil ich so bin, muss nicht jeder so sein. Drum akzeptier ich ja auch alles bis Variante 2

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30. August 2011 um 20:51
In Antwort auf fayth1


Hallo wunderland,

finde deinen Vergleich recht passend!

Man sollte immer überlegt und vernünftig handeln und ein Ausbleiben der Periode ernst nehmen (und nicht auf z.B. Stress schieben).
Man spielt nicht mit Leben, genauso wie man nicht mit einem Verletzten nach einem Unfall "spielt"

Danke ..
wie du es schreibt - bis Variante 2 ist es für mich auch verständlich und akzeptabel .. darunter geht nicht mehr .. das ist einfach nur mies.

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30. August 2011 um 23:40


Hey,
also den Originalthread finde ich gut

aber das was Lenaklein da geschrieben hat ist Banane! Das stellt es so dar als wäre es "schlecht den Verunfallten zu retten" weil ich mich dann ja selber "einschränken" muss, dabei wird Menschlichkeit (manche nennen es auch nächstenliebe) komplett durch egoismus ersetzt. Eins ist sicher: Rette jemandem das leben und er ist dir dankbar (psychopaten mal ausgenommen)

So auch beim Abtreiben. Ich hätte es letzten Oktober/November selbst fast getan... aber den Göttern sei dank hab ich es nicht getan! Heute ist mein Sohn 8 Wochen alt und ja, ich musste einiges dafür Opfern, aber mein Sohn gleicht das jeden Tag 1000x aus!

LG

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31. August 2011 um 9:44
In Antwort auf 19teufelchen87


Hey,
also den Originalthread finde ich gut

aber das was Lenaklein da geschrieben hat ist Banane! Das stellt es so dar als wäre es "schlecht den Verunfallten zu retten" weil ich mich dann ja selber "einschränken" muss, dabei wird Menschlichkeit (manche nennen es auch nächstenliebe) komplett durch egoismus ersetzt. Eins ist sicher: Rette jemandem das leben und er ist dir dankbar (psychopaten mal ausgenommen)

So auch beim Abtreiben. Ich hätte es letzten Oktober/November selbst fast getan... aber den Göttern sei dank hab ich es nicht getan! Heute ist mein Sohn 8 Wochen alt und ja, ich musste einiges dafür Opfern, aber mein Sohn gleicht das jeden Tag 1000x aus!

LG


Genauso ist es!
Auch ich stand vor der Entscheidung.

Ich kann Gott gar nicht genug dafür danken, dass er mich auf den richtigen Weg geführt hat.
Hätte ich damals anders entschieden, wäre ich heute ein Wrack, da bin ich mir sicher.

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31. August 2011 um 10:02

Es ist schrecklich was dein Onkel durchmacht..
und ich finde es sehr traurig, dass sie ihm keinen Dank gibt.. aber du hast recht, dass darf man auch nicht erwarten.
Als Mutter (und auch selbst als Tochter) kenn ich das, man gibt ihnen Alles und der Dank, sagen wir mal, fällt sehr gering aus - erst wenn sie grösser werden merken sie, was man alles getan hat (oder was getan wurde für einen).

Leider schreibst du nicht, was passiert ist, wie es dazu gekommen ist. Hat er sie aus einem brennenden fahrzeug gerettet Ich weiss es nicht. Aber da dein Onkel anscheinend ein herzensguter Mensch ist, weiss ich auf der anderen Seite nicht, was passiert wäre, wenn er einfach nur zugesehen hätte - was wäre dann psychisch aus ihm geworden Hätte ihn das vielleicht zerfressen, wenn er der Frau beim Sterben zu gesehen hätte und dann immer mit der "Schuld" leben müssen, was wäre gewesen, wenn ich doch was gemacht hätte.
Ich weiss, das ist keine leichte Entscheidung - aber in so einem Moment hat man nur Bruchteile von Sekunden - und dann kommts einfach auf den Charakter an - denk ich nur an mich und der Rest der Welt ist mir egal - oder denk ich selbstlos, was einschliessen kann, dass mir was passiert.

Ein Beispiel wo ich nicht helfen durfte:
Als wir mal mit den Kindern einen Ausflug gemacht haben, ist mein Mann gefahren und am Strassenrad steht ein Auto und ein alter Mann wachelt wild mit den Händen - wir waren eine Kolonne .. sicher wir waren nicht die Einzigen - und ich schrei "Bleib stehen!" Er nur "Sicher nicht.. wir haben die Kinder drin .. bist du verrückt .. was ist, wenn das einer von denen ist, der dann dein Auto ausräumt!" Ich war perplex - ich denke erstens ist das unterlassene Hilfeleistung (im Vorbeifahren hab ich noch gesehen, dass der Beifahrer(frau Mann - ich kanns nicht sagen) zusammengekauert dagesessen hat - schätze mal Herzinfakt oder co) und (sicher muss kann auch sein) aber denk ich nicht dass ein 70jähriger drauf aus ist unser Auto zu stehlen.
Mein Mann versteht meine Zivilcourage auch nicht und meint immer, dass mir mal was passieren wird...
aber wenn ich denke, was ist, wenn zb mein Kind was verschluckt und am Ersticken ist .. oder einer von uns einen Infakt hat -- was dann - ich hoffe es gibt mehr Menschen wie mich, die dann helfen würden und nicht, dass dann 100 vorbeifahren und sagen, dass geht mich nix an.
In der USA wird Frauen gelert, bei einer Vergewaltigung FEUER zu schreien - weil sonst kommt keiner - aber bei Feuer hat man Angst, dass sein Hab und Gut kaputt gehen könnt - also ich find das krank, wie weit es gekommen ist - wie egoistisch jeder ist.

Das die Rettung, die dein Onkel unternommen hat, so ein tragisches Ende nahm, find ich schrecklich - aber ich finde erstens, dass er ein Held ist und dadurch verantwortungslos, vom Staat, dass er nicht für ihn aufkommt und noch mehr von seiner Frau, die meiner Meinung nach eben ein absoluter Egoist ist - anstatt Stolz zu empfinden, macht sie ihm Vorwürfe und lasst ihn sitzen .. das ist einfach nur schwach!

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31. August 2011 um 13:41

Ich weiss nicht,...
in dem Fall ist es natürlich schon fast "fahlässig" zu helfen - wenn mein eigenes Leben zu 90% in Gefahr ist und die Chance nur mehr 5 % beträgt, daher auch die offiziellen Einsatzkräfte meinen, sie helfen nicht mehr - hast du wahrscheinlich Recht .. ich würde es auch dann nicht machen...
Aber wenn ich dieses Ereignis mit einem Abbruch vergleich ist das eher so, wie wenn eine Schwangere in der 20, Woche erfährt, dass sie Krebs hat - sie kann abtreiben oder das Kind behalten und dafür auf die Behandlung verzichten. Dann kann es natürlich passieren, dass dann weder sie noch das Kind überlebt. Wenn sie dann Familie - also schon Kinder - hat, würde ich es denen auch nicht fair gegenüber empfinden.
Aber was du da beschreibst, wenn ich es auf Abtreibung umleg, ist eben ein Fall, in dem das Leben der Mutter in absoluter Gefahr ist und im Zweifelsfall ist das Leben der Mutter zu erhalten wichtiger - also in der 30. kann man vielleicht noch 2 Wochen zuwarten und mit Medikamenten die Lunge ausreifen lassen um das Kind dann zu holen - aber wenn das Kind weit weg von alleine überlebensfähig ist - würde ich in diesem Ausnahmefall sogar einen Spätabbruch machen. Auch wenn auf der anderen Seite hier, wieder keine Garantie ist, dass die Mutter dann überlebt.. also auch wieder eine schwierige Entscheidung.
Nur ist das eben nicht mit normalen Abtreibungen zu vergleichen, meiner Meinung nach.

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31. August 2011 um 14:09

Genau deshalb hab ich ja den Verunfallten
in meiner Metapher nur in Variante 4 sterben lassen, damit nicht wieder dieser Vergleich kommt
Ich finde auch die meisten (!!!!) lebenden Menschen "wichtiger" als einen 7 Wochen alten Fötus.. und denke, dass sieht nicht mal der heftigste Prolifer anders.

Und ich habe ja auch gesagt, dass ich nicht generell gegen Abtreibung bin - bitte lest doch genau oder dreht mir nicht das Wort im Mund um.
Du hast einen "unfall" gehabt, hast es auch noch mit der Pille danach versucht und dann sofort agiert... hey, gegen das sag ich nichts, wenn du der Meinung bist, ein Kind würde dich in den psychischen Ruin treiben - bitte dann ist es sicher das bessere! Aber ich sehe hier ganz ander Exemplare - und du auch ich weiss eben nicht wie du dazu stehst, wenn eine Frau ein Wunschkind in der 17. Woche abtreibt, weil der Parnter sie verlässt, aber so wie du bisher geschrieben hast, denk ich auch, dass du das ebenfalls krank findest oder Und auch du gutierst sicher nicht, dass eine Frau erst knapp vor Ende legal abtreibt, weil sie es vor sich hinschiebt, oder seh ich das falsch

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1. September 2011 um 17:11


Ich finde deinen Beitrag/Metapher gelungen... Im Grunde sind wir doch alle Egoisten, das ist in unseren Genen so vorgeschrieben..
Wenn du heute einen Unfall hast, ist es so, dass du zuerst dich in Sicherheit bringst und erst rettest wenn ein Risiko für dein Leben komplett ausgeschlossen ist.
Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren so gewandelt, aber leider sind die Emotionalisten dabei auf der Strecke geblieben.
Klar gibt ein Kind einem sehr sehr viel Glück, aber es spürt auch wenn du dir die Alternative glücklicher vorstellst und das würde ich niemanden antun wollen!
Wir nehmen uns leider alle viel zu wichtig..

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