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Abtreibung - Gefühle vorher a

17. April 2015 um 22:20

Hallo ihr Lieben
Ich wollte euch von meiner Abtreibung berichten..da ich es nachvollziehen kann wenn Frauen Angst davor haben oder Frauen die schon eine Abtreibung hinter sich haben mit seelischen Problemen aus Gründen von Schuldgefühlen nicht mehr klar kommen.
Für mich war es ziemlich belastend als ich erfahren habe dass ich schwanger bin.. ich wusste überhaupt nicht wie ich mit der Situation umgehen soll.
Als aller erstes rief ich meinte Mutter an, ich wusste dass sie mich immer unterstützen würde. Ich hatte von Anfang an die Einstellung wenn ich so früh schwanger werde dann werde ich auf keinen Fall das Kind austragen. Einfach weil ich noch viel zu jung bin(18) und weil ich mich selbst noch nicht in der Lage dazu fühle ein Kind zu bekommen und dafür die Verantwortung zu übernehmen. Und überhaupt hatte ich nie darüber nachgedacht irgendwann mal Kinder zu bekommen..denn davon war und bin ich im Moment noch sehr sehr weit weg.
Das war die Vorstellung die ich bisher hatte.. doch als ich dann wirklich Schwanger war sag ich das irgendwie mit anderen Augen.. ich wusste das meine Mutter für mich da sein würde ebenso mein Freund. Aber es gab auch genug Leute die sich dagegen gestellt hätten. Zum Beispiel meine Vater, ich hätte es nicht verkraften können es ihm zu erzählen, weil mich das ganze einfach schon so belastet hat und ich nicht wissen wollte was er zu mir sagt. ( Und ich kenne meinen Vater.. ich weiß das er sich dagegen gestellt hätte dass ich ein Kind bekommen soll .)
Ich befand mich in einer Ambivalenz das war das schlimmste für mich. Ich war total unentschlossen sogar bis heute morgen noch. ( Ich muss dazu sagen ich habe heute abgetrieben )
Meine Unentschlossenheit lag daran weil ich schon davor Schuldgefühle hatte, ich dachte ich würde etwas umbringen ich wäre eine Möderin. Und dann denkt man daran es wächst etwas in einem auf und man bringt es einfach um, dieser Gedanke hat mich so fertig gemacht. Aber auf der anderen Seite wusste ich dass ich diesem Fötus was irgendwann mal ein Leben haben wird .. nichts bieten kann ebenso wenig mein Freund. Ich mache noch Schule (Abitur) und er ist zur Zeit Ausbildungssuchend.
Auf der anderen Seite stellte ich mir wiederum vor wie schön es doch sein könnte mit meinem Freund zusammen ein Kind groß zu ziehen. Doch das es ist ja nicht alles Friede Freude Eierkuchen im Leben.
Trotz der Tatsache dass meine Mutter für mich dagewesen wäre, welcher Gedanke natürlich schön ist, will ich wenn ich irgendwann später Kinder bekommen sollte diesen alleine etwas bieten können. Heute hatte ich meinen Abtreibungstermin den ich erst gestern bekommen habe wo mir natürlich nicht mehr viel Zeit blieb denn jetzt musste ich mich langsam entscheiden. Ich wusste jedoch schon länger das ich schwanger bin. Diese Entscheidung die ich heute morgen erst getroffen habe war mit Abstand die schwerste die ich bisher getroffen habe.
Das schlimmste für mich war das meine Mutter gegen diese Abtreibung war. Sie wurde die ganze Zeit sentimental und fing an zu weinen wodurch ich auch weinen musste..das machte mir alles sehr schwer weil Ich musste morgens eine Tablette nehmen wodurch sich der Muttermund öffnet. Dadurch habe ich etwas geblutet und hatte ein leichtes ziehen im Unterleib. Ein paar Stunden später war ich dann im Operationsraum und bekam eine Vollnakose.. mein letzter Satz war nur dass ich hoffe irgendwann wieder schwanger zu werden.
Der Eingriff dauerte etwa 10 Minuten ich wachte nach einer gefühlten halben Stunde auf. Die Krankenschwestern fragten mich ob ich möchte das meine Familie zu mir kommt. ( Mutter und mein Freund ) Ich wollte sie jedoch nicht sehen weil ich traurig war und es nicht ertragen hätte meine Mutter weinen zu sehen. Nach etwa 10 Minuten stand ich einfach auf es war mir zu langweilig da rum zu liegen. Ich ging in den neben Raum und unterhielt mich mit einer Frau die genau das selbe hinter sich hatte wie ich.
Mir ging es sofort nach dieser Abtreibung wieder gut.
Das einzige was ich habe sind Unterleibschmerzen.
Mal sehen vlt ändert sich das noch.
Mein Gefühl ist eigentlich einfach nur sehr erleichternd.. ich bin einfach froh das ich die Entscheidung jetzt hinter mir habe. Ich bin auf der anderen Seite auch traurig dass ich es abgetrieben habe es ist natürlich nie schön ein Leben zu nehmen. Aber im Grunde genommen bin ich glücklich denn ich weiß das es die richtig war mein Bedenken ist nur das ich nie wieder schwanger werden kann.
Ich habe abgetrieben aus dem einfachen Grund weil ich einfach noch nicht bereit bin für ein Kind. Und es gibt tausende andere Frauen die sich dafür oder dagegen entscheiden. Und ich finde es natürlich stark wenn sich eine Frau für ein Kind entscheidet aber genauso wenn sie sich dagegen entscheidet.
Es ist nie eine leichte Entscheidung. Ich habe mir einige Beiträge hier durchgelesen über Frauen die sich unsicher waren ob sie Abtreiben sollen oder nicht. Und die einzige Person die diese Frage beantworten kann ist diese Frau.. denn niemand anderes weiß wie sich fühlt und wie es in ihr vorgeht.
Ich verstehe auch vollkommen die Meinungen die eher gegen Abtreibung sind dass muss ja jeder für sich Entscheiden. Jede Frau hat ihre Gründe für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch. Ich habe mich gegen eine Austragung entschieden und auch dagegen es zur Adoption frei zu geben. Dass würde mir das Herz brechen wenn ich ein Baby zur Welt bringe möchte ich es doch nicht weggeben sondern lieber selbst behalten.
Vielleicht geht es vielen Frauen genau so wie mir weil sie das selbe durchgemacht haben oder es gerade durchmachen. Mir geht es auf jeden Fall gut mit meiner Entscheidung. Ich würde gerne wissen wie es euch damit ging falls ihr so etwas durchgemacht habt. Oder wie es Frauen geht die sich zur Zeit in einer Ambivalenz befinden. Ich würde mich sehr über antworten von euch freuen.
LG

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