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Abtreiben wegen Behinderung

4. Juni 2008 um 11:09

Hallo!

Ich bräuchte bitte einen ehrlichen Rat, wie ihr zu der Sache steht:

Die Cousine eines guten Freundes, die ich selbst auch gut kenne, ist zu ihren Wunschkind schwanger (25 SSW). Sie und ihr Freund freuten sich schon so auf das Baby - sie waren im siebten Babyhimmel und nun ist eine Welt für sie zusammengebrochen:

Vor ein paar Wochen erfuhren sie, dass das Kind vermutlich behindert ist (ws Down Syndrom). Sie selbst arbeitet in einem Behindertenzentrum und deshalb beschlossen sie, auch ein behindertes Kind zu behalten. Nun kam aber jede Woche eine weitere erschreckende Nachricht dazu. Jetzt steht fest: Das Kind hat einen offenen Rücken und das Rückenmark ist außen, es hat einen Herzfehler, einen Wasserkopf, die Beine sind zusammengewachsen uns stehen falsch und es hat am ganzen Körper, sowohl innen als auch außen Tumore und vom Hals abwärts Querschnittgelähmt. Ob es überhaupt außerhalb des Mutterleibes leben kann, ist fraglich. Wenn es zur Welt kommt, muss es gleich zahlreiche OPs über sich ergehen lassen.
Wenn sie abtreibt, wird das Kind mit einem Herzstich getötet und sie muss es zur Welt bringen.

Jetzt stellt sich die Frage, ob sie das Kind bekommen oder nicht.
Sie ist Ratlos, alle Ärzte raten ihr ab, doch er will das Baby unbedingt.

Was meint ihr was sie tun sollen?

Bitte um ehrliche Antworten und keine Beschimpfungen oder Verurteilungen!

Danke im Voraus,
Lena

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4. Juni 2008 um 11:16

Das kann niemand
beurteilen, der diese Lage nicht kennt. Hier kommen jetzt sicher Meinungen wie "auf jeden Fall bekommen" bzw. "lieber abtreiben".

Es ist -meiner Meinung nach- unsinnig Frauen zu befragen, die nie in solch einer Situation waren. Als Außenstehender urteilt man meist anders als man es in der tatsächlichen Situation tun würde.

Von daher wäre es vielleicht sinnvoller zu erkunden, ob es irgendwo eine (Selbsthilfe?)-Gruppe Betroffener gibt. Die können aus Erfahrung sprechen, wissen, wie man sich fühlt und können sicher guten Rat und Trost geben.

Ich hoffe, ihr findet schnell Menschen, die die Situation kennen und euch mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Alles Gute!

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4. Juni 2008 um 11:17

25 SSW
oder vl auch schon 26SSW, ich weiß es nicht ganz genau. Die Ärzte haben ihr bis zur 28 noch Zeitzu überlegen gegeben.

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4. Juni 2008 um 11:22

...
Das ist wirklich eine ganz schreckliche Geschichte, und wir könne wahrscheinlich nur ahnen wie es den Eltern geht.

Ich kann ehrlich gesagt keine Meinung dazu abgeben, denn ich kann mir gar nicht vorstellen wie weh so etwas tut.

Ich wünsche euch, und vorallem den Eltern, viel kraft und dass sie die richtige entscheidung für sich treffen.

lg Jessica

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4. Juni 2008 um 11:26

OH....
mann, das ist heftig.
Naja, es würde ja eh keine lebensqualität haben, ich würde es nicht mehr bekommen wollen, das ist ja kein Leben so, für niemand.

In einem anderen thread wurde das thema letztens groß dikutiert, habe da schon gesagt das sowas nichts bringt.
Wundert ich ehrlich gesagt das jetzt doch welche dagegen hier schreiben das mam es wegmachen lassen soll.
Das ist es so ein blödes wort, wegmachen kann man es nicht mehr ,man muss es töten, fertig.
Aber mit herzstich töten, das glaub ich nicht. Ich kenne das von unserem krankenhaus anders, man gibt da ein medikament was das kind umbringt. Wie bitte soll das mit einem herzstich gehen, dsa ist quatsch. Sowas wird nicht gemacht.

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4. Juni 2008 um 11:29

Ganz ehrlich
Hätte das Kind nur ein Down-Syndrom würde ich es bekommen.
Allerdings sieht die Lage bei den Beiden echt anders aus. Da dieses Kind mit hoher wahrscheinlicheit nicht außerhalb der Mutterleibes überleben bzw. diesem Kind nur ein sehr kurzes qualvolles Leben bevorsteht, würde ich es, so hart wie es klingt abtreiben lassen.
Sicherlich ist das kein einfacher Weg, aber wie einfach ist der Weg, dass Kind bis zum Ende der SS unter dem Herzen zu tragen und diesem Kind ein nur sehr kurzes Leben zu schenken. Ich denke es ist eine echt unfaire und beklommene Situation und man wird in beiden Fällen sehr darunter leiden.

Tut mir leid, aber mehr kann ich zu diesen Thema nicht wirklich sagen.

LG

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4. Juni 2008 um 11:36

Genau
deine meinung. es ist einfach nur schlimm ich hätte die kraft ehrlich gesagt nicht es auszutragen. aber genauso auch es "töten zu lassen". ich will nicht wissen wie grausam diese entscheidung ist!!!!

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4. Juni 2008 um 11:38

Boah...
das härt sich echt hart an...

ich will auch keinen verurteilen oder sonst was...
aber ich würds gleub nicht machen, da das kind schon so weit ist...

also als meine mama mit mir schwanger war, meinten die erste...das sie mich abtreiben soll, da ich behindert sein sollte...sie meinten...sie und auch ich würden entweder sterben oder ein qualvolles leben haben...da meine mama das aber nicht gemacht hat, haben die sich geweigert, das meine mama in dem KH entbindet...

sie ist dann in eine andere klinik gefahren die 800km weit war...

jetzt sind aber schon 21 jahre her...meine mama hat sich für mich entschieden und was ist??? ich bin gesund, und hab nix...ok damal gabs diese ganze technik noch nicht...aber stell dir vor meine mama hätte sich gegen mich entschieden...

ist jedem selbst überlassen wie er sich entscheidet, aber stell dir dem kind wirds gut gehn...

LG lena

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4. Juni 2008 um 11:39

Das ist furchtbar traurig
aber ich würde es nicht bekommen!
Down ist nicht schlimm, mein Cousin ist ein ganz lieber!

Aber das ist doch alles etwas zuviel.

Wem nützt es denn? Das Kind leidet und/oder vegetiert dann vor sich hin, ev. im Pflegeheim, wenn es denn überhaupt lebt. Und die Eltern sind mit so einem Kind dann auch schwer belastet - Wunschkind hin oder her.

Es tut mir sehr Leid für die Beiden!

LG Anja

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4. Juni 2008 um 11:56

Ich denke
die beiden sollten auch ein wenig an sich als paar denken.
Natürlich ist eine Abtreibung schrecklich, aber meiner Meinung nach ist es in diesem FAll für alle Beteiligten inclusive Kind die schlimmere Variante das Kind auszutragen und dann u.U. ei Leben lang nur für das KLind da zu sein.
Oft entzweien sich darüber die Ehepartner, weil sie keine Zeit mehr für die Liebe zueinander haben- und oft bleibt dann nur ein Elternteil übrig, der dann sicher völlig überlastet ist.
Davon abgesehen ist es, falls das Kind sein Leben bewusst wahrnehmen kann ( was ich in diesem Fall stark bezweifel)wird es damit sicherlich nicht glücklich sein.
Ausserdem wird es, wenn es vom HAls aus gelähmt ist wahrscheinlich auch nicht selbständig atmen können.

Ich finde es gut, wenn man einem Kind mit Down eine Chance gibt, aber bei so einer Vielzahl von Problemen, sollte man sich das meiner Meinung nach sehr genau überlegen.
Ich könnte mich nicht für ein so krankes Kind entscheiden. Der Schmerz es zu verlieren wird ja acuh mit jedem TAg der Schwangerschaft und später jedem Lebenstag größer.

Ausserdem gibt es in den meisten Krankenhäusern auch die Möglichkeit ein totes BAby mit einem KAiserschnitt auf die Welt zu holen, wenn die Mutter es nicht schafft es auf natürlichem Wege zu gebären.

Lieb Grüße und alles Gute...

NAdine

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4. Juni 2008 um 15:17

Ich
bin strikt gegen abtreibungen andresreits wäre ein solches leben wür ein kind auch nicht wirklich lebenswert ich finde dass muss man genau abwägen... schließlich will ich das kind nicht ein leben lang quälen!

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4. Juni 2008 um 15:19

Abtreiben
Ich würde 100% abtreiben...ich könnte das nicht....

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4. Juni 2008 um 18:40

Ich bin in einer ähnlichen Situation
allerdings mit dem Unterschied, dass ich Zwillinge habe und eines gesund ist. Die Kleinen haben einen enormen Lebenswillen. Auch meiner hätte eigentlich keinerlei Chance zu überleben, aber er "lebt" (bin in der 30. SSW).

Für meinen Mann und mich war es ganz klar das Kind mit mehreren Behinderungen auf keinen Fall lebend auf die Welt zu bringen. Wir wollten es nicht als "Versuchstier" dahinvegetieren lassen. Der kleine Wurm kann sich nicht wehren und ist den Mediziners ausgeliefert. Ausserdem welche Lebenserwartung hat das kind? Stunden, Tage oder Monate. Aber mit welchen Schmerzen? Mit welchem Sinn?
Meiner Meinung nach ist es egoistisch unter diesen Umständen das Kind zu gebären.
Der Fetozid ist humaner, obwohl der Eingriff nicht schön ist.
Ich wünsche euch viel Kraft!

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4. Juni 2008 um 18:54

Hallo
Normalerweise bin ich der Meinung, man sollte garantieren können, dass das behinderte Kind gut versorgt ist, auch, wenn man selbst eines Tages nicht mehr lebt. Davon sollte die Entscheidung abhängig gemacht werden.

In diesem Fall jedoch hat das Kind wohl nur geringe Chancen, seine Eltern zu überleben. So oder so, es wird jung sterben.

Jetzt - als Aussenstehende - würde ich diesem Kind die kleine Chance zugestehen. (Besonders weil die Mutter ähnliche Belastungen von ihrer Arbeit her kennt und das Kind die Eltern sowieso nicht überleben wird.)

Persönlich betroffen würde ich es vermutlich töten lassen, weil ich weder die Kraft (wobei man die da vielleicht entwickeln kann...) noch die finanziellen Mittel habe, dem Kind beizustehen.

Liebe Grüße
Diane

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4. Juni 2008 um 18:58

Es ist echt ne schlimme geschichte...
aber muß mich anschließen, dachte auch, dass kinder mit offenem rücken nicht überlebensfähig sind...?!


und warum hat man das ganze so spät erst entdeckt?? man sieht doch schon ganz ganz früh ob alles ok und an der richtigen stelle ist oder hat diese bekannte von dir erst später von der ss erfahren?
da hört und liest man dauernd, dass die natur eingreift, wenn was nicht stimmt oder das kind nicht überlebensfähig wäre und dann sowas...das ist echt furchtbar. tut mir wahnsinnig leid für die armen leute!

lg

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4. Juni 2008 um 19:10

Hallo Ihr lieben...
also ich war in der gleichen Situation, nur noch nicht in der 25SSW. Ich muss euch sagen das sollen allein die Eltern entscheiden. Das Baby hat irgendwie keine Zukunft, aber ich sag euch was danach kommt. Den Schmerz hat man mit der Entscheidung so oder so. Ich hab mich damals auch für die "einfachere Variante" entschieden, und irgedwie nie bereut aber mir nie selber verziehen, aber vermissen tu ich die kleine jeden Tag, jeden Tag. Aber irgendwann kann man aktzepierten das es so war bzw ist. So wie es sein muss so kommt es. Aber die Babys die trotz Krankheit soweit kommen haben einen enormen Lebenswillen. Und wenn mir das wieder passieren würde wüsste ich nicht wie ich mich diesmal entscheiden würde. Aber ich denke das einem ein Leben nie gehört und man nichts beeinflussen kann. Wie gesagt, die Entscheidung muss von Mutter und Vater getroffen werden und zwar von Herzen mit Ihrer eigener Einstellung was Abtreibung in dieser Situation bedeutet, ansonsten kann man es nie verarbeiten weil man immer denkt man hat einen Fehler gemacht. Verlasst euch auf das Gefühl was ihr zum Kind habt. Auf alle Fälle kann ihnen der Schmerz nicht abgenommen werden, das braucht unendlich zeit. Alles Gute

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4. Juni 2008 um 19:27

Ich mußte mal...
entscheiden ob die lebenserhaltenen Geräte miener Tochter abgeschaltet werden sollen, nach einem Ärztefehler bei der Geburt 42.SSW,(längere Geschichte) waren bei ihr keine Gehirnströme mehr zu messen, dennoch stabilisierte sich ihr Kreislauf und die nIeren fingen wieder an zu arbeiteten.
Ich habe damals zugestimmt, aber lange gebraucht um mit dieser Entscheidung wirklich gut leben zu können. DIe Hoffnung, sie hätte es vielleicht doch noch schaffen können, hat lange weitergelebt.

Eine solche Entscheidung ist immer schwer, ich würde wahrscheinlich versuchen die Zeit mit Kind noch zu nutzen um mich bewußt zu verabschieden von ihm.

Aber ganz ohne Frage ien schlimme Sache.

Sterben Eltern - stirbt die Vergangenheit
Stirbt der Partner- stirbt die Gegenwart
stirbt ein Kind- Stirbt ein Stück der Zukunft

Brischt

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4. Juni 2008 um 20:52

Ich würde ...
mir auf jeden fall eine zweite Meinung eunholen bei solch einer Diagnose!!

Bei meinem Sohn wurde auch ein Wasserkopf und offener Rücken fest gestellt man rieht mir auch in weg machen zu lassen!!
Er hatte einen offenen Rücken aber nur wenige Millimeter groß und ansonsten ist er kerngesund und stellt genauso viel unfug an wie sein großer Brunder!!
Für mich wäre nie eine Abtreibung in Frage gekommen!!

LG Biene

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4. Juni 2008 um 23:36

Hi!
bitte nicht falsch verstehen aber ich kann das nicht nachvollziehen. nicht nur das kind ist behindert sondern auch die ganze familie. es wäre unfair den anderen kindern gegenüber, für die man dann wesentlich weniger zeit hätte. ich würde sterben vor kummer wenn ich andere kinder sehen würde denen alle türen der welt offen stehen und meines all das nicht miterleben darf und zudem noch unter unerträglichen schmerzen zu leiden hat. so ein kind hat ein leben voller arztbesuche vor sich. es wird in der gesellschaft LEIDER nicht akzeptiert. es wird womöglich nie ein normales leben führen können, immer auf hilfe von anderen abhängig sein. das ist doch kein leben..

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