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Abruch ja oder nein?

1. November 2018 um 20:53

Hallo ihr Lieben,
Ich habe mich hier angemeldet, in der Hoffnung ein paar unvoreingenommene Meinungen zu bekommen. Ich bin gerade sehr verzweifelt.


Ich bin 29 Jahre alt, habe mein Studium(Master) erfolgreich abgeschlossen und meinen ersten Job mit Festvertrag. Allerdings bekomme ich nur knapp 1400 Euro ausgezahlt. Ich bin gerade auf der Suche nach einer neuen Arbeit in der ich mehr verdiene. Bewerbungen sind auch schon raus und Bewerbungsgespräche laufen.


Jetzt war ich vor zwei Tagen beim Frauenarzt und der hat mir bestätigt was ich bereits vermutet hatte: ich bin schwanger in der sechsen Woche.


Der Kindsvater ist Japaner. Er wohnt in Tokyo, ist 33 Jahre alt, hat dort zwei Frisörsalons und war nur eine Affäre, die ich vor einiger Zeit dort hatte.
Ich habe heute kurz mit ihm telefoniert, er war zurecht geschockt(ich ja auch, denn wir hatten natürlich verhütet!) und meinte er muss da ersteinmal eine Nacht drüber schlafen und kann da nicht so viel zu sagen momentan. Verständliche humane Reaktion. Ging mir nicht anders nach dem Ergebnis.

Fakt ist: Wenn er die Vaterschaft nicht anerkennt bekomme ich keinen Unterhalt und kann es auch nicht einklagen, weil er japanische Staatsbürger ist und Japan nicht im Schengen abkommen ist. Hab mich da bereits mit einem befreundeten Anwalt kurzgeschlossen - und da kann man wenig machen. Von ihm kann ich also im "Worst Case" nichts erwarten.



Jetzt bin ich - wie bereits gesagt - finanziell nicht gut augestellt. Durch Studienkredite und Co die ich abzahlen muss bleiben mir im Monat faktisch 350 Euro zum Leben. Das recht natürlich für mich, aber definitiv nicht für ein Baby und später Kind.

Wenn ich mich entscheide das Kind zu bekommen, bin ich die ersten Jahre an meinen schlechtbezahlten Job gebunden - denn mit einem unbefristeten Vertrag kann man mich ja nicht so einfach rausschmeissen.
Allerdings würde das Geld finaziell sehr knapp werden für mich und das Kind.


Hilfe kann ich auch von meinen Eltern nicht erwarten. Meine Mutter bezieht Hartz IV, wohnt vier Autostunden von mir entfernt und mein Vater ist schon lange tot.

Emotional wäre meine Mutter selbstverständlich für mich da, allerdings würde sie mir keine große Stütze sein können. Ich wäre also komplett auf mich allein gestellt.


Ich wollte immer Kinder haben. Allerdings habe ich mir imme ausgemalt, das das erst der Fall sein wird wenn ich finanziell auch ein paar Rücklagen habe. Zumindest so viel das ich mir eine größere Wohnung leisten kann und am Ende des Monats nicht mehr im Minus mit meinem Konto bin.

Ich hatte immer geplant mit 34/35 schwanger zu werden - auch ohne Vater, das ist mir gar nicht so wichtig  - aber momentan kann ich mir nicht einmal eine neue Waschmaschiene leisten, wenn die alte kaputt geht.

Ich weiß natürlich, das man ein Kind auch immer mit wenig Geld durch bekommt. Meine Mutter hat mich auch toll erzogen und ich hatte eine gute Kindheit. Sie hat mir alle Liebe der Welt gegeben. Allerdings habe ich in meiner Kindheit immer unter unserer "Armut" gelitten. Ich konnte nicht mit auf Klassenfahrten, mein Studium war super schwierig, weil ich immer alles allein zahlen musste, ich bekam nie Taschengeld - und ja das klingt vllt zu anspruchsvoll  und ich weiß man braucht das nicht - aber ich habe mir geschworen, das - wenn ich Kinder habe, das anders laufen wird. Ich wolllte bzw will eine Mutter sein, die ihrem Kind mehr Freiheiten bieten kann, als es meine Mutter - trotz all ihrer Liebe - konnte.

Ich bin meiner Mutter sehr dankbar für das was sie mir gegeben hat und ich würde sie niemals anders haben wollen. Aber ich habe gesehen, wie sie gelitten hat - und ich möchte nicht in eine ähnliche Situation geraten.


Derzeit bin ich gedanklich bei 50/50 für eine Abtreibung. Auf der einen Seite weiß ich das ich alt genug bin ein Kind zu bekommen und ich habe Angst vllt in 3-4 Jahren keines mehr bekommen zu können - aber auf der anderen Seite denke ich auch, das ich finanziell nicht in der Lage sein kann meinem Kind jetzt all das zu bieten, was ich mir immer vorgestellt habe.

Ich arbeite wirklich hart dafür meinen Lebensstandart zu verbessern und ein gutes sicheres Leben zu haben und das würde mich beruflich so weit zurückwerfen bzw auf einen Punkt bringen von dem ich die nächsten 15 Jahre nicht mehr herunterkommen würde.


Das klingt jetzt alles sehr rational - aber ich habe natürlich auch Gefühle und genau deswegen bin ich gerade so überfordert.



Habt ihr Ratschläge/Tipps für mich?


Freue mich über jede Antwort!


 

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1. November 2018 um 21:12
In Antwort auf mariaantonia

Hallo ihr Lieben,
Ich habe mich hier angemeldet, in der Hoffnung ein paar unvoreingenommene Meinungen zu bekommen. Ich bin gerade sehr verzweifelt.


Ich bin 29 Jahre alt, habe mein Studium(Master) erfolgreich abgeschlossen und meinen ersten Job mit Festvertrag. Allerdings bekomme ich nur knapp 1400 Euro ausgezahlt. Ich bin gerade auf der Suche nach einer neuen Arbeit in der ich mehr verdiene. Bewerbungen sind auch schon raus und Bewerbungsgespräche laufen.


Jetzt war ich vor zwei Tagen beim Frauenarzt und der hat mir bestätigt was ich bereits vermutet hatte: ich bin schwanger in der sechsen Woche.


Der Kindsvater ist Japaner. Er wohnt in Tokyo, ist 33 Jahre alt, hat dort zwei Frisörsalons und war nur eine Affäre, die ich vor einiger Zeit dort hatte.
Ich habe heute kurz mit ihm telefoniert, er war zurecht geschockt(ich ja auch, denn wir hatten natürlich verhütet!) und meinte er muss da ersteinmal eine Nacht drüber schlafen und kann da nicht so viel zu sagen momentan. Verständliche humane Reaktion. Ging mir nicht anders nach dem Ergebnis.

Fakt ist: Wenn er die Vaterschaft nicht anerkennt bekomme ich keinen Unterhalt und kann es auch nicht einklagen, weil er japanische Staatsbürger ist und Japan nicht im Schengen abkommen ist. Hab mich da bereits mit einem befreundeten Anwalt kurzgeschlossen - und da kann man wenig machen. Von ihm kann ich also im "Worst Case" nichts erwarten.



Jetzt bin ich - wie bereits gesagt - finanziell nicht gut augestellt. Durch Studienkredite und Co die ich abzahlen muss bleiben mir im Monat faktisch 350 Euro zum Leben. Das recht natürlich für mich, aber definitiv nicht für ein Baby und später Kind.

Wenn ich mich entscheide das Kind zu bekommen, bin ich die ersten Jahre an meinen schlechtbezahlten Job gebunden - denn mit einem unbefristeten Vertrag kann man mich ja nicht so einfach rausschmeissen.
Allerdings würde das Geld finaziell sehr knapp werden für mich und das Kind.


Hilfe kann ich auch von meinen Eltern nicht erwarten. Meine Mutter bezieht Hartz IV, wohnt vier Autostunden von mir entfernt und mein Vater ist schon lange tot.

Emotional wäre meine Mutter selbstverständlich für mich da, allerdings würde sie mir keine große Stütze sein können. Ich wäre also komplett auf mich allein gestellt.


Ich wollte immer Kinder haben. Allerdings habe ich mir imme ausgemalt, das das erst der Fall sein wird wenn ich finanziell auch ein paar Rücklagen habe. Zumindest so viel das ich mir eine größere Wohnung leisten kann und am Ende des Monats nicht mehr im Minus mit meinem Konto bin.

Ich hatte immer geplant mit 34/35 schwanger zu werden - auch ohne Vater, das ist mir gar nicht so wichtig  - aber momentan kann ich mir nicht einmal eine neue Waschmaschiene leisten, wenn die alte kaputt geht.

Ich weiß natürlich, das man ein Kind auch immer mit wenig Geld durch bekommt. Meine Mutter hat mich auch toll erzogen und ich hatte eine gute Kindheit. Sie hat mir alle Liebe der Welt gegeben. Allerdings habe ich in meiner Kindheit immer unter unserer "Armut" gelitten. Ich konnte nicht mit auf Klassenfahrten, mein Studium war super schwierig, weil ich immer alles allein zahlen musste, ich bekam nie Taschengeld - und ja das klingt vllt zu anspruchsvoll  und ich weiß man braucht das nicht - aber ich habe mir geschworen, das - wenn ich Kinder habe, das anders laufen wird. Ich wolllte bzw will eine Mutter sein, die ihrem Kind mehr Freiheiten bieten kann, als es meine Mutter - trotz all ihrer Liebe - konnte.

Ich bin meiner Mutter sehr dankbar für das was sie mir gegeben hat und ich würde sie niemals anders haben wollen. Aber ich habe gesehen, wie sie gelitten hat - und ich möchte nicht in eine ähnliche Situation geraten.


Derzeit bin ich gedanklich bei 50/50 für eine Abtreibung. Auf der einen Seite weiß ich das ich alt genug bin ein Kind zu bekommen und ich habe Angst vllt in 3-4 Jahren keines mehr bekommen zu können - aber auf der anderen Seite denke ich auch, das ich finanziell nicht in der Lage sein kann meinem Kind jetzt all das zu bieten, was ich mir immer vorgestellt habe.

Ich arbeite wirklich hart dafür meinen Lebensstandart zu verbessern und ein gutes sicheres Leben zu haben und das würde mich beruflich so weit zurückwerfen bzw auf einen Punkt bringen von dem ich die nächsten 15 Jahre nicht mehr herunterkommen würde.


Das klingt jetzt alles sehr rational - aber ich habe natürlich auch Gefühle und genau deswegen bin ich gerade so überfordert.



Habt ihr Ratschläge/Tipps für mich?


Freue mich über jede Antwort!


 

Huhu, 
Rational zu denken ist immer gut,soweot es einen die Entscheidung erleichtert. Im. Moment wirkt dein Text so, als wenn du die Finanzen vorschiebst um nicht auf die emotionale schiene zu rutschen.wie würde deine Entscheidung sein, wenn du viel Geld oder sehr wenig hättest? Beides die selbe antwort? Dann wärst du einen Schritt weiter.
Wenn es dir jetzt ohne Kind gut geht und nur der doofe Job nicht das mega Ding ist, würde ich dir vom Kind abraten.
Solltest du jetzt schon Mama Gefühle haben und dich auf ein Leben mit Kind, also Spielplatz, Urlaub mit Kind, Kindergarten und Co freust, dann nur zu. Dann hat der Wurm ne Chance verdient. 

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1. November 2018 um 21:24

Sorry wenn ich so doof frage aber wieso verdienst du mit einem abgeschlossenen Master Studium so wenig?

Ansonsten find ich die Antwort von Waldmami nicht verkehrt, willst du das Kind abgesehen von den Finanzen?

Du bekommst ja noch Kindergeld, Unterhaltsvorschuss (sollte der Vater tatsächlich nicht zahlen) und rutscht in eine andere Steuerklasse, das macht ja auch nochmal was aus.

Ansonsten hast du mit gutem Abschluss bestimmt keine Probleme einen besser bezahlten Job anzunehmen.

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1. November 2018 um 21:35
In Antwort auf youdontknowme

Sorry wenn ich so doof frage aber wieso verdienst du mit einem abgeschlossenen Master Studium so wenig?

Ansonsten find ich die Antwort von Waldmami nicht verkehrt, willst du das Kind abgesehen von den Finanzen?

Du bekommst ja noch Kindergeld, Unterhaltsvorschuss (sollte der Vater tatsächlich nicht zahlen) und rutscht in eine andere Steuerklasse, das macht ja auch nochmal was aus.

Ansonsten hast du mit gutem Abschluss bestimmt keine Probleme einen besser bezahlten Job anzunehmen.

Das ist eine gute Frage. xD Deswegen bewerbe ich mich ja auch gerade andersweitig.
Mit meinem Master ist das nicht so der Hit mit den Jobs, weils ein geisteswissenschaftlicher Studiengang ist. Ich bin gut in meinem Job - also denke ich, das ich bald was finden werde - aber momentan habe ich eben noch nichts besseres gefunden.

sobald ich mehr geld verdiene, würde die situation tatsächlich anders aussehen....- und ich fühle mich schlecht das ich das sage, weil das eigentlich nicht wichtig sein sollte - ach ich weiss nicht …

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1. November 2018 um 21:41
In Antwort auf waldmami

Huhu, 
Rational zu denken ist immer gut,soweot es einen die Entscheidung erleichtert. Im. Moment wirkt dein Text so, als wenn du die Finanzen vorschiebst um nicht auf die emotionale schiene zu rutschen.wie würde deine Entscheidung sein, wenn du viel Geld oder sehr wenig hättest? Beides die selbe antwort? Dann wärst du einen Schritt weiter.
Wenn es dir jetzt ohne Kind gut geht und nur der doofe Job nicht das mega Ding ist, würde ich dir vom Kind abraten.
Solltest du jetzt schon Mama Gefühle haben und dich auf ein Leben mit Kind, also Spielplatz, Urlaub mit Kind, Kindergarten und Co freust, dann nur zu. Dann hat der Wurm ne Chance verdient. 

Das weiß ich eben nicht. Ich möchte schon ein Kind - aber wie fühlen sich Mama Gefühle denn an? Wenn ich an einem Spielplatz vorbei gehe, denke ich schon manchmal es wäre schön jetzt so einen kleinen Spatz zu haben - aber dann denke ich an die Probleme die ich hätte und das ich wrsl(ich weiß es natürlich nicht) nicht so glücklich aussehen würde...

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1. November 2018 um 21:47
In Antwort auf mariaantonia

Das weiß ich eben nicht. Ich möchte schon ein Kind - aber wie fühlen sich Mama Gefühle denn an? Wenn ich an einem Spielplatz vorbei gehe, denke ich schon manchmal es wäre schön jetzt so einen kleinen Spatz zu haben - aber dann denke ich an die Probleme die ich hätte und das ich wrsl(ich weiß es natürlich nicht) nicht so glücklich aussehen würde...

ich denke übrigens, wenn ich mehr geld zur verfügung hätte - also nicht so finanziell in der not wäre - würde ich mich für das kind entscheiden. fast zu 95 prozent sogar. dann wüsste ich, das ich mir eine größere wohnung nehmen könnte, angemessen elternzeit nehmen könnte - wie ich es für ein kind richtig empfinde -  und danach langsam halbtags wieder zurück in den job komme. also von demher wäre die antwort: ohne geld - eher nein. mit geld ja. wobei ich mir bei ersterem denke, ob das nicht vllt egoistisch von mir ist da ich ja- aus eigener kindheit weiß - das man kinder auch ohen viel geld gut groß bekommt, aber eben mit sehr vielen abstrichen. ist das zu egoistisch? sollte ich nicht weniger an mich und mehr an das entstehende leben denken?

meine mama hat das ja damals auch gemacht und irgendwie geschafft....- obwohl ich wie gesagt- so dankbar ich ihr bin - niemals mit ihr tauschen wollte

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1. November 2018 um 21:57

Vielen lieben Dank für deine Worte. Allerdings wäre eine Adoption für mich eher keine Option. Ich kenne mich soweit, das ich weiß, das ich es - wenn ich das Kind erstmal habe -  niemals weggeben könnte. Es wäre ja dann ein Teil von mir. Auf der anderen Seite weiß ich, das es mega egoistisch von mir ist, so einem Leben deswegen keine Chance zu geben, nur weil ich das eben emotional nicht kann. Aber ich würde mir sehr wahrscheinlich ein ganzes Leben lang Vorwürfe machen. Trotzdem hab vielen lieben Dank.

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1. November 2018 um 22:05
In Antwort auf youdontknowme

Sorry wenn ich so doof frage aber wieso verdienst du mit einem abgeschlossenen Master Studium so wenig?

Ansonsten find ich die Antwort von Waldmami nicht verkehrt, willst du das Kind abgesehen von den Finanzen?

Du bekommst ja noch Kindergeld, Unterhaltsvorschuss (sollte der Vater tatsächlich nicht zahlen) und rutscht in eine andere Steuerklasse, das macht ja auch nochmal was aus.

Ansonsten hast du mit gutem Abschluss bestimmt keine Probleme einen besser bezahlten Job anzunehmen.

Bekommt man den Unterhaltsvorschuss denn auch, wenn der Vater die Vaterschaft nicht anerkennt? Ich Japan ist es eben so, das wenn der japanische Vater die Vaterschaft nicht anerkennt, dann exisitiert die Vaterschaft auch nicht. Das ist ein sehr großes Problem in Japan. Und ich bin mir nicht sicher, wie das läuft wenn die Mutter deutsche Staatsbürgerschaft hat. Bekommt man dann trotzdem den Mindestsatz an Vatergeld vom Amt?

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2. November 2018 um 7:25

Naja ein Vaterschaftstest müsste als Beweis genügen oder? 

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2. November 2018 um 11:14

Du schreibst, dass du eh mal Kinder möchtest, somit ist die Antwort doch klar, oder?
Ich fände es merkwürdig es abzutreiben, obwohl man ja mal Kinder möchte.
Wenn du keine Kinder wollen würdest, dann würde ich dir natürlich anders antworten.

Ich finde nicht das 1400€ wenig sind. Du schreibst, dass du lediglich 350€ zum Leben hast, nach Abzug aller Kosten, also auch Lebensmitteleinkäufe?
Gibt es evtl. Ausgaben die nicht sein müssen oder die man runterschrauben kann? Evtl. sind die 1400€ auch lediglich das Einstiegsgehalt, man sollte sich Arbeit auch nicht zwangsläufig nach Bezahlung aussuchen, wobei ich auch immer dachte, dass man als studierterter Mensch mehr verdient.
Übrigens stehen dir auch diverse Zuschüsse mit einem Kind zu, sofern dein Geld nicht reicht.
Sogar Menschen die arbeiten bekommen durchaus eine Erstaustattung für das Kind bezahlt.

Du schreibst auch sehr rational aber was sagt dir dein Gefühl?

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3. November 2018 um 16:57

Hallo, du kannst dich zu den finanziellen Themen auf jeden Fall beraten lassen. Ich lese aus deinem Bericht und deinen Antworten raus, dass du nur den Finanzen wegen das Kind nicht bekommen wollen würdest, also wirkt es so, als hättest du dich emotional schon damit angefreundet im nächsten Jahr Mama zu werden. Melde dich beim SKF, bei der Caritas, bei ProFamilia. Die können dich beraten, auch was deine Frage zur Vaterschaftsgeschichte angeht. Ich glaube auch, dass du Unterhaltsvorschuss bekommst, selbst wenn er sagt, dass er nicht der Vater ist. Du bekommst das Geld dann praktisch vorgestreckt und die Behörden versuchen sich das von ihm wieder zu holen. Ob sie das bekommen, das sei mal dahingestellt, aber es steht dir zu. (So glaube ich zumindest, dass es ist, aber das ließe sich in einer Beratung klären) Auch können die Beratungsstellen Gelder aus anderen Töpfen beantragen, so dass du z.B. Geld für eine Erstausstattung bekommst. Auch eine Beratung beim Sozialamt macht vllt Sinn. Du kannst für nach der SS z.B. auch versuchen Wohngeld und Kinderzuschlag zu beantragen. Elterngeld steht dir auch zu, sobald das Kind auf der Welt ist.
Es wird schwer, dass denke ich schon, aber du wirkst so, als wüsstest du das. Es lohnt sich aber in jedem Fall!
Ich wünsche dir, dass du deine Entscheidung findest ob sie jetzt dafür oder dagegen ausfällt, und ich bin mir sicher, sie wird für dich der richtige Weg sein, eben weil du dir so viele Gedanken dazu machst. Fühl dich mal ganz doll gedrückt, das wird schon!

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4. November 2018 um 14:47

Ich glaube, wenn der Vater außerhalb der EU lebt, dann kann Kindesunterhalt nicht eingetrieben werden. Zumindest kann kein Gehalt gepfändet werden. Wenn er freiwillig nicht zahlt, dann wird sie von ihm zumindest nichts bekommen können. 

@ TE: warum müsstest du 15 Jahre deinen Job so weiter machen? Du könntest dir doch einen anderen Job suchen, wenn das Kind etwas älter ist und vielleicht nicht mehr ganz so oft krank. 
Arbeitest du denn derzeit Vollzeit?

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5. November 2018 um 4:54

Ich würde auch empfehlen sowas nicht von den Finanzen abhängig zu machen. Finanzen ändern sich. Du kannst finanziell stabil sein und dann wenn dein Kind fünf ist plötzlich den Job verlieren. Du kannst aber auch genauso drei Jahre lang finanziell kämpfen und dann einen neuen Job finden, der sich mit Kind vereinbaren lässt und der dir finanzielle Freiheit gibt. Finanzen kann man außerdem Haushalten. Wie schon erwähnt bekommst du ja dann auch Kindergeld. Wenn man sich auf das wesentliche erst einmal beschränkt und nicht alles neu kauft kriegt man das mit deinen Finanziellen Mitteln schon hin. Und einem zwei Jährigen ist egal ob sein Buggy teuer war oder nicht. Meine Eltern waren finanziell nicht gut bestellt als ich geboren wurde, weil mein Vater nochmal an die Beruffachschule gegangen ist um seinen Meister zu mache und meine Mutter mit mir zu Hause war (Und das war vor dem Erziehungsgeld). Ich kann mich daran kaum noch erinnern. Irgendwann kamen bessere Zeiten (für die meine Eltern hart gearbeitet haben). Wenn du Mutter sein willst und dir das vorstellen kannst, dann mach es. Alles andere findet sich. 

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5. November 2018 um 12:23
In Antwort auf mariaantonia

Hallo ihr Lieben,
Ich habe mich hier angemeldet, in der Hoffnung ein paar unvoreingenommene Meinungen zu bekommen. Ich bin gerade sehr verzweifelt.


Ich bin 29 Jahre alt, habe mein Studium(Master) erfolgreich abgeschlossen und meinen ersten Job mit Festvertrag. Allerdings bekomme ich nur knapp 1400 Euro ausgezahlt. Ich bin gerade auf der Suche nach einer neuen Arbeit in der ich mehr verdiene. Bewerbungen sind auch schon raus und Bewerbungsgespräche laufen.


Jetzt war ich vor zwei Tagen beim Frauenarzt und der hat mir bestätigt was ich bereits vermutet hatte: ich bin schwanger in der sechsen Woche.


Der Kindsvater ist Japaner. Er wohnt in Tokyo, ist 33 Jahre alt, hat dort zwei Frisörsalons und war nur eine Affäre, die ich vor einiger Zeit dort hatte.
Ich habe heute kurz mit ihm telefoniert, er war zurecht geschockt(ich ja auch, denn wir hatten natürlich verhütet!) und meinte er muss da ersteinmal eine Nacht drüber schlafen und kann da nicht so viel zu sagen momentan. Verständliche humane Reaktion. Ging mir nicht anders nach dem Ergebnis.

Fakt ist: Wenn er die Vaterschaft nicht anerkennt bekomme ich keinen Unterhalt und kann es auch nicht einklagen, weil er japanische Staatsbürger ist und Japan nicht im Schengen abkommen ist. Hab mich da bereits mit einem befreundeten Anwalt kurzgeschlossen - und da kann man wenig machen. Von ihm kann ich also im "Worst Case" nichts erwarten.



Jetzt bin ich - wie bereits gesagt - finanziell nicht gut augestellt. Durch Studienkredite und Co die ich abzahlen muss bleiben mir im Monat faktisch 350 Euro zum Leben. Das recht natürlich für mich, aber definitiv nicht für ein Baby und später Kind.

Wenn ich mich entscheide das Kind zu bekommen, bin ich die ersten Jahre an meinen schlechtbezahlten Job gebunden - denn mit einem unbefristeten Vertrag kann man mich ja nicht so einfach rausschmeissen.
Allerdings würde das Geld finaziell sehr knapp werden für mich und das Kind.


Hilfe kann ich auch von meinen Eltern nicht erwarten. Meine Mutter bezieht Hartz IV, wohnt vier Autostunden von mir entfernt und mein Vater ist schon lange tot.

Emotional wäre meine Mutter selbstverständlich für mich da, allerdings würde sie mir keine große Stütze sein können. Ich wäre also komplett auf mich allein gestellt.


Ich wollte immer Kinder haben. Allerdings habe ich mir imme ausgemalt, das das erst der Fall sein wird wenn ich finanziell auch ein paar Rücklagen habe. Zumindest so viel das ich mir eine größere Wohnung leisten kann und am Ende des Monats nicht mehr im Minus mit meinem Konto bin.

Ich hatte immer geplant mit 34/35 schwanger zu werden - auch ohne Vater, das ist mir gar nicht so wichtig  - aber momentan kann ich mir nicht einmal eine neue Waschmaschiene leisten, wenn die alte kaputt geht.

Ich weiß natürlich, das man ein Kind auch immer mit wenig Geld durch bekommt. Meine Mutter hat mich auch toll erzogen und ich hatte eine gute Kindheit. Sie hat mir alle Liebe der Welt gegeben. Allerdings habe ich in meiner Kindheit immer unter unserer "Armut" gelitten. Ich konnte nicht mit auf Klassenfahrten, mein Studium war super schwierig, weil ich immer alles allein zahlen musste, ich bekam nie Taschengeld - und ja das klingt vllt zu anspruchsvoll  und ich weiß man braucht das nicht - aber ich habe mir geschworen, das - wenn ich Kinder habe, das anders laufen wird. Ich wolllte bzw will eine Mutter sein, die ihrem Kind mehr Freiheiten bieten kann, als es meine Mutter - trotz all ihrer Liebe - konnte.

Ich bin meiner Mutter sehr dankbar für das was sie mir gegeben hat und ich würde sie niemals anders haben wollen. Aber ich habe gesehen, wie sie gelitten hat - und ich möchte nicht in eine ähnliche Situation geraten.


Derzeit bin ich gedanklich bei 50/50 für eine Abtreibung. Auf der einen Seite weiß ich das ich alt genug bin ein Kind zu bekommen und ich habe Angst vllt in 3-4 Jahren keines mehr bekommen zu können - aber auf der anderen Seite denke ich auch, das ich finanziell nicht in der Lage sein kann meinem Kind jetzt all das zu bieten, was ich mir immer vorgestellt habe.

Ich arbeite wirklich hart dafür meinen Lebensstandart zu verbessern und ein gutes sicheres Leben zu haben und das würde mich beruflich so weit zurückwerfen bzw auf einen Punkt bringen von dem ich die nächsten 15 Jahre nicht mehr herunterkommen würde.


Das klingt jetzt alles sehr rational - aber ich habe natürlich auch Gefühle und genau deswegen bin ich gerade so überfordert.



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Freue mich über jede Antwort!


 

Liebe mariaantonia,

jetzt hast du schon ein paar Ratschläge erhalten. 
Du hast dich gefragt, wie sich Mama Gefühle anfühlen... Ich denke genauso, wie du gerade fühlst: Die Vorstellung mit Kind auf einem Spielplatz mit schönen Stunden und die Gedanken an die nicht ganz so leichten Zeiten, die damit verbunden sein könnten. 

Für mich hört es sich sehr danach an, dass du große Angst vor einem oft anstrengenden Leben, wie es deine Mutter hatte, hast?! 
Ich kann mir vorstellen, dass diese Vorstellung bei dir ganz unterschiedliche Gefühle hervorruft. Du hast es als Kind miterlebt, wie es deiner Mama manchmal ging und hast aus der Kinderperspektive erlebt, wie es ist, so aufzuwachsen. Du fühltest dich immer geliebt, hattest eine schönen Kindheit, musstest aber auch verzichten. 
Da sind auf der einen Seite die schönen Gefühle, die mit einem Kind verbunden sind, auf der anderen Seite deine Sorgen und Ängste, die ich nachvollziehen kann.
Du bist im Gegensatz zu deiner Mutter nicht arbeitslos und hast sogar eine unbefristete Stelle. Klar könnte die Bezahlung für deinen Abschluss wirklich besser sein. Ich denke auch, dass da bestimmt sogar bei der jetzigen Arbeitsstelle später noch Spielraum nach oben ist. 
Sicher würde es da jetzt eine Pause in deiner Karriere geben, die in 5 Jahren auch kommen würde. Allerdings denke ich, dass es keine 15 Jahre sein werden. Da gibt es vorher bestimmt schon Möglichkeiten, sich beruflich zu verändern. 
Und dann bist du ohne Vater aufgewachsen (Ist er schon früh gestorben?), hier ist er noch vorhanden. Hat sich der Vater von dem Kind denn inzwischen nochmal gemeldet?

Ich lese auch heraus, dass dich die Finanzen am meisten beschäftigen. Da wären weitere Infos hilfreich. 
Hast du denn weitere Schritte geplant, die dich an weitere Infos bezüglich der finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten bringen könnten? 

 

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6. November 2018 um 20:30

Ich weiß nicht ... aber meine Meinung ist folgende: Tu das, was du meinst, was du am Ende am wenigsten bereust.

Das schlimmste ist am Ende des Lebens etwas bereuen zu müssen...

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7. November 2018 um 9:45
In Antwort auf mariaantonia

Hallo ihr Lieben,
Ich habe mich hier angemeldet, in der Hoffnung ein paar unvoreingenommene Meinungen zu bekommen. Ich bin gerade sehr verzweifelt.


Ich bin 29 Jahre alt, habe mein Studium(Master) erfolgreich abgeschlossen und meinen ersten Job mit Festvertrag. Allerdings bekomme ich nur knapp 1400 Euro ausgezahlt. Ich bin gerade auf der Suche nach einer neuen Arbeit in der ich mehr verdiene. Bewerbungen sind auch schon raus und Bewerbungsgespräche laufen.


Jetzt war ich vor zwei Tagen beim Frauenarzt und der hat mir bestätigt was ich bereits vermutet hatte: ich bin schwanger in der sechsen Woche.


Der Kindsvater ist Japaner. Er wohnt in Tokyo, ist 33 Jahre alt, hat dort zwei Frisörsalons und war nur eine Affäre, die ich vor einiger Zeit dort hatte.
Ich habe heute kurz mit ihm telefoniert, er war zurecht geschockt(ich ja auch, denn wir hatten natürlich verhütet!) und meinte er muss da ersteinmal eine Nacht drüber schlafen und kann da nicht so viel zu sagen momentan. Verständliche humane Reaktion. Ging mir nicht anders nach dem Ergebnis.

Fakt ist: Wenn er die Vaterschaft nicht anerkennt bekomme ich keinen Unterhalt und kann es auch nicht einklagen, weil er japanische Staatsbürger ist und Japan nicht im Schengen abkommen ist. Hab mich da bereits mit einem befreundeten Anwalt kurzgeschlossen - und da kann man wenig machen. Von ihm kann ich also im "Worst Case" nichts erwarten.



Jetzt bin ich - wie bereits gesagt - finanziell nicht gut augestellt. Durch Studienkredite und Co die ich abzahlen muss bleiben mir im Monat faktisch 350 Euro zum Leben. Das recht natürlich für mich, aber definitiv nicht für ein Baby und später Kind.

Wenn ich mich entscheide das Kind zu bekommen, bin ich die ersten Jahre an meinen schlechtbezahlten Job gebunden - denn mit einem unbefristeten Vertrag kann man mich ja nicht so einfach rausschmeissen.
Allerdings würde das Geld finaziell sehr knapp werden für mich und das Kind.


Hilfe kann ich auch von meinen Eltern nicht erwarten. Meine Mutter bezieht Hartz IV, wohnt vier Autostunden von mir entfernt und mein Vater ist schon lange tot.

Emotional wäre meine Mutter selbstverständlich für mich da, allerdings würde sie mir keine große Stütze sein können. Ich wäre also komplett auf mich allein gestellt.


Ich wollte immer Kinder haben. Allerdings habe ich mir imme ausgemalt, das das erst der Fall sein wird wenn ich finanziell auch ein paar Rücklagen habe. Zumindest so viel das ich mir eine größere Wohnung leisten kann und am Ende des Monats nicht mehr im Minus mit meinem Konto bin.

Ich hatte immer geplant mit 34/35 schwanger zu werden - auch ohne Vater, das ist mir gar nicht so wichtig  - aber momentan kann ich mir nicht einmal eine neue Waschmaschiene leisten, wenn die alte kaputt geht.

Ich weiß natürlich, das man ein Kind auch immer mit wenig Geld durch bekommt. Meine Mutter hat mich auch toll erzogen und ich hatte eine gute Kindheit. Sie hat mir alle Liebe der Welt gegeben. Allerdings habe ich in meiner Kindheit immer unter unserer "Armut" gelitten. Ich konnte nicht mit auf Klassenfahrten, mein Studium war super schwierig, weil ich immer alles allein zahlen musste, ich bekam nie Taschengeld - und ja das klingt vllt zu anspruchsvoll  und ich weiß man braucht das nicht - aber ich habe mir geschworen, das - wenn ich Kinder habe, das anders laufen wird. Ich wolllte bzw will eine Mutter sein, die ihrem Kind mehr Freiheiten bieten kann, als es meine Mutter - trotz all ihrer Liebe - konnte.

Ich bin meiner Mutter sehr dankbar für das was sie mir gegeben hat und ich würde sie niemals anders haben wollen. Aber ich habe gesehen, wie sie gelitten hat - und ich möchte nicht in eine ähnliche Situation geraten.


Derzeit bin ich gedanklich bei 50/50 für eine Abtreibung. Auf der einen Seite weiß ich das ich alt genug bin ein Kind zu bekommen und ich habe Angst vllt in 3-4 Jahren keines mehr bekommen zu können - aber auf der anderen Seite denke ich auch, das ich finanziell nicht in der Lage sein kann meinem Kind jetzt all das zu bieten, was ich mir immer vorgestellt habe.

Ich arbeite wirklich hart dafür meinen Lebensstandart zu verbessern und ein gutes sicheres Leben zu haben und das würde mich beruflich so weit zurückwerfen bzw auf einen Punkt bringen von dem ich die nächsten 15 Jahre nicht mehr herunterkommen würde.


Das klingt jetzt alles sehr rational - aber ich habe natürlich auch Gefühle und genau deswegen bin ich gerade so überfordert.



Habt ihr Ratschläge/Tipps für mich?


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Hallo mariaantonia,

wie geht es dir denn inzwischen?
Sicher waren die letzten Tage für dich anstrengend.
Hast du denn noch was bezüglich der dir zustehenden Finanzen herausgefunden?
Vielleicht hat sich ja auch der Vater von dem Kind nochmal gemeldet.
Schreib gerne wie es dir weiter geht.

Viele liebe Grüße!

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