Home / Forum / Schwangerschaft & Kinderwunsch / 6 Jahre Hoffnung - und nun???

6 Jahre Hoffnung - und nun???

27. April um 20:04

Hallo Ihr Lieben,


Ich war schon seit einer halben Ewigkeit nicht mehr hier, aber irgendwie fühle ich mich in meiner regulären Umgebung derzeit ziemlich einsam, es gibt hier niemanden, mit dem ich wirklich über das Thema sprechen kann. Seit etwas mehr als sechs Jahren wünschen mein Partner und ich uns ein Kind. Man könnte mir nun vorhalten, daß ich bereits zwei Kinder habe. Meine Tochter ist 16, sie lebt leider nicht bei mir und ich habe die letzten 13 Jahre ihres Lebens leider nur lückenhaft und aus großer Entfernung erlebt - also nahezu gar nicht. Sie ist mir sehr fremd. Mein Sohn ist 10 lebt bei mir. Bei Kinder sind nicht von meinem Partner, er hat bislang keine eigenen Kinder. Zwischen meinen beiden Kindern hatte ich zwei Fehlgeburten, einmal im 5., einmal im 3. Monat. 
Bereits zwei Kinder zu haben, wobei ich ja nur eines davon großziehen darf, verringert nicht meinen Wunsch nach einem Kind und da mein Partner noch gar keine Kinder hat, ist der Wunsch auch bei ihm groß.
Ich bin kurz nach Beginn der Beziehung zu ihm gezogen und habe dafür meinen vorigen Wohnort verlassen. Leider ist es an unserem jetzigen Wohnort so, daß es alles Andere als leicht ist, einen Arzt zu finden. So habe ich für meinen Sohn noch immer keinen Kinderarzt gefunden. Als er vor 4 Jahren aufgrund einer Mückenplage übersäät von roten Flecken war und die Schule ihn dann nach Hause geschickt hat wegen angeblicher Masern, mußte ich sogar mit ihm die Notaufnahme des Krankenhauses blockieren, da uns mehrere Kinderärzte abgewiesen haben mit den Worten, sie seien voll, sie hätten genug Patienten und nähmen keine neuen Patienten mehr auf, wir sollen woanders hingehen. Für mich sah es in den vergangenen mehr als sechs Jahren nicht besser aus, sämtliche von mir kontaktierten Gynäkologen erklärten mir, sie seien voll, sie nähmen keine neuen Patienten. Auch mein jetziger Hausarzt wollte mich anfangs nicht aufnehmen, er änderte seine Meinung erst nach einem Anruf meines Partners: die beiden sind befreundet. Man sieht also, einen Arzt zu finden, ist nicht leicht. Zwischendurch habe ich dann natürlich auch mal nicht gesucht oder einfach keine Zeit gehabt zu suchen, dann doch wieder, sechs Jahre lang. Dazu sechs Jahre lang dieser innige Kinderwunsch, die Unsicherheit, warum klappt es nicht, an wen kann man sich wenden, was können wir tun. Nun hat vor nicht allzu langer Zeit ein zugezogener Gynäkologe die Praxis eines Kollegen, der in Pension gegangen ist, übernommen. Und siehe da: bei diesem zugezogenen Gynäkologen bin ich untergekommen! Ich mußte nur 3 Wochen auf meinen Termin warten! Nach sechs Jahren Arztsuche natürlich ein Klacks! 
Der Arzt war sehr nett und es kam bald heraus: es passt alles, einer Schwangerschaft sollte eigentlich nichts im Wege stehen, ich solle mal meinen Partner zu ihm schicken, mein Partner soll sich eine Überweisung für's Labor holen, im Labor würde dann ein Spermiogramm angefertigt, dann mal weitersehen. Gleich am nächsten Abend nach Feierabend schleifte ich meinen Partner zu meinem neuen Gynäkologen, der ihm auch sofort die Überweisung ausstellte und uns alles schön erklärte. Wenige Tage später spazierten wir zum Labor, für knapp 32,-- € wurde ein Spermiogramm angefertigt, das Ergebnis wurde an den Arzt gesendet, der uns knapp eine Woche darauf anrief: es seien so wenige Spermien vorhanden gewesen, daß das Labor sich nicht mehr die Mühe gemacht habe, sie überhaupt zu zählen. In vier Wochen soll mein Partner sich eine neue Überweisung holen und das Spermiogramm wiederholen. 
Nun wissen wir also, woran es in etwa hapert. Es sind nicht genügend Spermien vorhanden, um zu einer Schwangerschaft zu führen. Wieviele genau, das hat man uns bislang nicht mitgeteilt. Null? 2, 3? 1000? 1000000? 10000000? Das Abwarten der vier Wochen bis zum nächsten Spermiogramm ist die reinste Qual. Etwa die Hälfte der Zeit ist jetzt um. Und ich ahne bereits: das Ergebnis wird nicht besser werden. Bestünde die Hoffnung auf ein besseres Ergebnis, dann hätte es ja auch in den vergangenen mehr als sechs Jahren einmal klappen können. Es scheint sich also definitiv um ein langfristiges Problem zu handeln. Woran kann es liegen? Am Rauchen? Trotz meiner jahrelangen Einwände raucht mein Partner noch immer, nicht viel, aber meines Erachtens nach zu viel, meist zwischen 4 und 8 Zigaretten pro Tag. Aber andere rauchen auch und können trotzdem Kinder zeugen. Vielleicht also ein anderer Grund? Die Oberleitung? Wir sind beide Triebfahrzeugführer, gerade mein Mann ist seit Jahren dem Wirken der Oberleitung ausgesetzt sowie den ebenso ungesunden fahrzeugtechnischen Einrichtungen. Liegt es daran? Macht ihn die Arbeit infertil? Aber sämtliche seiner Kollegen haben doch kürzlich Kinder bekommen und die Ehefrauen sind gerade schwanger! Vielleicht doch etwas Anderes als Ursache? Chemikalien im Essen oder in Kosmetika? Wir ernähren uns quasi durchweg ökologisch, ich kaufe nur Bio-Lebensmittel und das bereits seit vielen Jahren. Kosmetika gibt es bei uns nur das Nötigste, und auch diese wenigen Produkte samt und sonders ökologisch, ohne Chemikalien, ohne hormonell wirksame Substanzen, die in Infertilität münden könnten. Ich könnte jetzt die Liste an möglichen Gründen wohl noch endlos fortführen, Fakt ist jedoch, wir kennen die Ursache nicht, wir wissen nur, er ist derzeit nicht in der Lage, ein Kind zu zeugen. Ob es tatsächlich ein "derzeit" ist oder ein "dauerhaft" - wir wissen es nicht.
Vielleicht hat jemand von Euch Erfahrung mit dieser Thematik? Ich würde mich über einen Austausch von Erfahrungen, Emotionen und Gedanken sehr freuen. Leider gibt es hier niemanden, mit dem ich darüber sprechen könnte: meine Tochter hat 4 Halbgeschwister von der Seite meines Ex-Mannes, sie will auf gar keinen Fall noch ein Geschwisterkind und mit zickig-pubertären 16 Jahren ist sie ohnehin nicht unbedingt der ideale Gesprächspartner für ein derart emotional beladenes Thema. Meine Eltern, nun sagen wir mal so, sie wollten vor 16 Jahren nichts von meiner Schwangerschaft wissen, haben mir dann aber meine Tochter weggenommen und versuchen seither vergeblich, aus ihr eine verbesserte Version von mir zu machen, vor 10-11 Jahren wollten sie nichts von meiner nächsten Schwangerschaft wissen, über die zwei Fehlgeburten dazwischen haben sie sich gefreut und mir gesagt, ich könne doch froh darüber sein und erst vor wenigen Tagen hat mein Vater mir an den Kopf geworfen: "Du bist 36, Dein Partner ist 40, ihr seit sowieso zu alt, um Kinder zu bekommen oder wollt Ihr, daß die Lehrer in der Schule Euch mit den Großeltern verwechseln!" ich solle also froh sein, keine Kinder mehr zu bekommen. Es gibt einen guten Freund, der ebenfalls gerne ein Kind mit seiner Freundin zeugen möchte und ärztliche Hilfe gesucht hat, mit ihm kann ich reden, allerdings ist er typisch maskulin eher unemotional und versteht nicht unbedingt feminine Gedankengänge und Gefühlsregungen. Mein Partner scheut sich, seiner Familie von unserem Dilemma zu berichten, er traut sich nicht, seine Mutter erwartet jedoch seit Jahren von mir, daß ich ihr endlich Enkel gebäre. Alle weiteren Freunde und Bekannten bewegen sich größtenteils im Dunstkreis der Arbeit, was sie nicht unbedingt zu adäquaten Gesprächspartnern für die Thematik macht, daher wäre ein Austausch mit Mädels, denen es ähnlich geht wie mir, einfach traumhaft! 

Liebe Grüße!

Mehr lesen

27. April um 21:59

Hallo liebe vorhangstange001, vielleicht habe ich die Situation zuvor nicht deutlich genug für Außenstehende dargestellt. Ich habe mein Kind niemals "weggegeben". Es gibt dazu eine jahrelange Vorgeschichte sowie einen ebenfalls jahrelangen Kampf vor Gericht um mein Kind. Die um mein Kind ringenden Parteien waren seit kurz nach ihrer Geburt ich, meine Eltern sowie der Kindesvater, alle drei Parteien aus unterschiedlichen Beweggründen. Wie bereits erwähnt zog sich all dies über viele Jahre hin, sodaß meine Tochter allmählich heranwuchs, dies stets zur Freude meiner Eltern und zum Unmut meinerseits sowie unabhängig davon meines Ex-Gatten, bei meinen Eltern. Sie lebte also all die Jahre überbehütet, gehirngewaschen und reichlich verwöhnt bei meinen Eltern, bis sie eines schönen Tages in die Pubertät geriet und seither beschlossen hat, aufgrund bestehender Freundschaften im Ort und materieller Vorteile, bei meinen Eltern zu verbleiben. 
Allerdings sollte dies hier nicht das Thema sein, vielmehr hatte ich gehofft, auf Frauen mit ähnlichen Erfahrungen zu treffen was den Kinderwunsch betrifft, ich bedaure, daß Du dies anscheinend mißverstanden hast und Deine Äußerung hinsichtlich der von Dir so bezeichneten "Produktion" empfinde ich durchaus aus diversen Gründen als verletzend. Ich würde mich aber dennoch freuen, wenn Du Deine persönlichen Kinderwunsch-Erfahrungen mit mir teilen kannst. 

Liebe Grüße!

3 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. April um 0:25

Tja, was kann Mann machen ... Die Ratschläge von meiner FA waren letztes Jahr diese: Es gibt Tabletten mit Vitaminen, die für die männliche Fruchtbarkeit förderlich sind. Außerdem nicht zu heiß baden (also nicht über Körpertemperatur) und lockere Boxershorts statt enge Slips tragen.
Inzwischen hat es bei uns geklappt. Allerdings haben wir nie ein Spermiogramm gemacht, also kann ich dir nicht sagen, wie schlecht die Werte vor den Änderungen waren und wie viel besser danach. Nur, dass wir es vorher 12 Monate probiert haben und nach der Umstellung hat es nach 6 Monaten dann geklappt.
 

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. April um 8:01
In Antwort auf quwertina

Tja, was kann Mann machen ... Die Ratschläge von meiner FA waren letztes Jahr diese: Es gibt Tabletten mit Vitaminen, die für die männliche Fruchtbarkeit förderlich sind. Außerdem nicht zu heiß baden (also nicht über Körpertemperatur) und lockere Boxershorts statt enge Slips tragen.
Inzwischen hat es bei uns geklappt. Allerdings haben wir nie ein Spermiogramm gemacht, also kann ich dir nicht sagen, wie schlecht die Werte vor den Änderungen waren und wie viel besser danach. Nur, dass wir es vorher 12 Monate probiert haben und nach der Umstellung hat es nach 6 Monaten dann geklappt.
 

Danke für Deine aufbauende Antwort, quwertina. Ich meine, ein Spermiogramm wird auch im Allgemeinen erst nach eine gewissen Zeit angefertigt, ich bin mir nicht sicher, ob es 12 oder 18 Monate sind, jedenfalls so etwas um den Dreh. Über die Unterwäsche habe ich mir in letzter Zeit viele Gedanken gemacht, leider trägt er nicht so gerne Boxershorts und empfindet die engen Unterhosen als nicht so eng. Aber vielleicht kann ich da ja dennoch mal ansetzen, Dein Beitrag klingt jedenfalls, als wäre es einen Versuch wert. 
Schön, daß es bei Euch geklappt hat!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. April um 8:38

Hallo Sarah,

Mir fällt zu solch einer Zeugungsunfähigkeit und dem Alter deines Mannes noch eine Sache ein. Hatte dein Mann Mumps als Kind? Denn das führt bei Jungen leider in den meisten Fällen zur Zeugungsunfähigkeit.
Aber Kopf hoch. Ihr werdet bestimmt in ein Kinderwunschzentrum überwiesen und es gibt ja mehrere Wege zum Kind, nicht nur der GV. Ich drücke alle Daumen. Halte durch.
Liebe Grüße.

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. April um 10:00
In Antwort auf sarahamina007

Hallo Ihr Lieben,


Ich war schon seit einer halben Ewigkeit nicht mehr hier, aber irgendwie fühle ich mich in meiner regulären Umgebung derzeit ziemlich einsam, es gibt hier niemanden, mit dem ich wirklich über das Thema sprechen kann. Seit etwas mehr als sechs Jahren wünschen mein Partner und ich uns ein Kind. Man könnte mir nun vorhalten, daß ich bereits zwei Kinder habe. Meine Tochter ist 16, sie lebt leider nicht bei mir und ich habe die letzten 13 Jahre ihres Lebens leider nur lückenhaft und aus großer Entfernung erlebt - also nahezu gar nicht. Sie ist mir sehr fremd. Mein Sohn ist 10 lebt bei mir. Bei Kinder sind nicht von meinem Partner, er hat bislang keine eigenen Kinder. Zwischen meinen beiden Kindern hatte ich zwei Fehlgeburten, einmal im 5., einmal im 3. Monat. 
Bereits zwei Kinder zu haben, wobei ich ja nur eines davon großziehen darf, verringert nicht meinen Wunsch nach einem Kind und da mein Partner noch gar keine Kinder hat, ist der Wunsch auch bei ihm groß.
Ich bin kurz nach Beginn der Beziehung zu ihm gezogen und habe dafür meinen vorigen Wohnort verlassen. Leider ist es an unserem jetzigen Wohnort so, daß es alles Andere als leicht ist, einen Arzt zu finden. So habe ich für meinen Sohn noch immer keinen Kinderarzt gefunden. Als er vor 4 Jahren aufgrund einer Mückenplage übersäät von roten Flecken war und die Schule ihn dann nach Hause geschickt hat wegen angeblicher Masern, mußte ich sogar mit ihm die Notaufnahme des Krankenhauses blockieren, da uns mehrere Kinderärzte abgewiesen haben mit den Worten, sie seien voll, sie hätten genug Patienten und nähmen keine neuen Patienten mehr auf, wir sollen woanders hingehen. Für mich sah es in den vergangenen mehr als sechs Jahren nicht besser aus, sämtliche von mir kontaktierten Gynäkologen erklärten mir, sie seien voll, sie nähmen keine neuen Patienten. Auch mein jetziger Hausarzt wollte mich anfangs nicht aufnehmen, er änderte seine Meinung erst nach einem Anruf meines Partners: die beiden sind befreundet. Man sieht also, einen Arzt zu finden, ist nicht leicht. Zwischendurch habe ich dann natürlich auch mal nicht gesucht oder einfach keine Zeit gehabt zu suchen, dann doch wieder, sechs Jahre lang. Dazu sechs Jahre lang dieser innige Kinderwunsch, die Unsicherheit, warum klappt es nicht, an wen kann man sich wenden, was können wir tun. Nun hat vor nicht allzu langer Zeit ein zugezogener Gynäkologe die Praxis eines Kollegen, der in Pension gegangen ist, übernommen. Und siehe da: bei diesem zugezogenen Gynäkologen bin ich untergekommen! Ich mußte nur 3 Wochen auf meinen Termin warten! Nach sechs Jahren Arztsuche natürlich ein Klacks! 
Der Arzt war sehr nett und es kam bald heraus: es passt alles, einer Schwangerschaft sollte eigentlich nichts im Wege stehen, ich solle mal meinen Partner zu ihm schicken, mein Partner soll sich eine Überweisung für's Labor holen, im Labor würde dann ein Spermiogramm angefertigt, dann mal weitersehen. Gleich am nächsten Abend nach Feierabend schleifte ich meinen Partner zu meinem neuen Gynäkologen, der ihm auch sofort die Überweisung ausstellte und uns alles schön erklärte. Wenige Tage später spazierten wir zum Labor, für knapp 32,-- € wurde ein Spermiogramm angefertigt, das Ergebnis wurde an den Arzt gesendet, der uns knapp eine Woche darauf anrief: es seien so wenige Spermien vorhanden gewesen, daß das Labor sich nicht mehr die Mühe gemacht habe, sie überhaupt zu zählen. In vier Wochen soll mein Partner sich eine neue Überweisung holen und das Spermiogramm wiederholen. 
Nun wissen wir also, woran es in etwa hapert. Es sind nicht genügend Spermien vorhanden, um zu einer Schwangerschaft zu führen. Wieviele genau, das hat man uns bislang nicht mitgeteilt. Null? 2, 3? 1000? 1000000? 10000000? Das Abwarten der vier Wochen bis zum nächsten Spermiogramm ist die reinste Qual. Etwa die Hälfte der Zeit ist jetzt um. Und ich ahne bereits: das Ergebnis wird nicht besser werden. Bestünde die Hoffnung auf ein besseres Ergebnis, dann hätte es ja auch in den vergangenen mehr als sechs Jahren einmal klappen können. Es scheint sich also definitiv um ein langfristiges Problem zu handeln. Woran kann es liegen? Am Rauchen? Trotz meiner jahrelangen Einwände raucht mein Partner noch immer, nicht viel, aber meines Erachtens nach zu viel, meist zwischen 4 und 8 Zigaretten pro Tag. Aber andere rauchen auch und können trotzdem Kinder zeugen. Vielleicht also ein anderer Grund? Die Oberleitung? Wir sind beide Triebfahrzeugführer, gerade mein Mann ist seit Jahren dem Wirken der Oberleitung ausgesetzt sowie den ebenso ungesunden fahrzeugtechnischen Einrichtungen. Liegt es daran? Macht ihn die Arbeit infertil? Aber sämtliche seiner Kollegen haben doch kürzlich Kinder bekommen und die Ehefrauen sind gerade schwanger! Vielleicht doch etwas Anderes als Ursache? Chemikalien im Essen oder in Kosmetika? Wir ernähren uns quasi durchweg ökologisch, ich kaufe nur Bio-Lebensmittel und das bereits seit vielen Jahren. Kosmetika gibt es bei uns nur das Nötigste, und auch diese wenigen Produkte samt und sonders ökologisch, ohne Chemikalien, ohne hormonell wirksame Substanzen, die in Infertilität münden könnten. Ich könnte jetzt die Liste an möglichen Gründen wohl noch endlos fortführen, Fakt ist jedoch, wir kennen die Ursache nicht, wir wissen nur, er ist derzeit nicht in der Lage, ein Kind zu zeugen. Ob es tatsächlich ein "derzeit" ist oder ein "dauerhaft" - wir wissen es nicht.
Vielleicht hat jemand von Euch Erfahrung mit dieser Thematik? Ich würde mich über einen Austausch von Erfahrungen, Emotionen und Gedanken sehr freuen. Leider gibt es hier niemanden, mit dem ich darüber sprechen könnte: meine Tochter hat 4 Halbgeschwister von der Seite meines Ex-Mannes, sie will auf gar keinen Fall noch ein Geschwisterkind und mit zickig-pubertären 16 Jahren ist sie ohnehin nicht unbedingt der ideale Gesprächspartner für ein derart emotional beladenes Thema. Meine Eltern, nun sagen wir mal so, sie wollten vor 16 Jahren nichts von meiner Schwangerschaft wissen, haben mir dann aber meine Tochter weggenommen und versuchen seither vergeblich, aus ihr eine verbesserte Version von mir zu machen, vor 10-11 Jahren wollten sie nichts von meiner nächsten Schwangerschaft wissen, über die zwei Fehlgeburten dazwischen haben sie sich gefreut und mir gesagt, ich könne doch froh darüber sein und erst vor wenigen Tagen hat mein Vater mir an den Kopf geworfen: "Du bist 36, Dein Partner ist 40, ihr seit sowieso zu alt, um Kinder zu bekommen oder wollt Ihr, daß die Lehrer in der Schule Euch mit den Großeltern verwechseln!" ich solle also froh sein, keine Kinder mehr zu bekommen. Es gibt einen guten Freund, der ebenfalls gerne ein Kind mit seiner Freundin zeugen möchte und ärztliche Hilfe gesucht hat, mit ihm kann ich reden, allerdings ist er typisch maskulin eher unemotional und versteht nicht unbedingt feminine Gedankengänge und Gefühlsregungen. Mein Partner scheut sich, seiner Familie von unserem Dilemma zu berichten, er traut sich nicht, seine Mutter erwartet jedoch seit Jahren von mir, daß ich ihr endlich Enkel gebäre. Alle weiteren Freunde und Bekannten bewegen sich größtenteils im Dunstkreis der Arbeit, was sie nicht unbedingt zu adäquaten Gesprächspartnern für die Thematik macht, daher wäre ein Austausch mit Mädels, denen es ähnlich geht wie mir, einfach traumhaft! 

Liebe Grüße!

Wenn es nach sechs Jahren nicht geklappt hat, sollte man es vielleicht einfach mal akzeptieren! Es gibt schlimmere Schicksale als kein 3. Kind zu bekommen!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. April um 10:01

In Deutschland muss einiges passieren, bevor ein Gericht einer Mutter das Kind wegnimmt.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. April um 10:48
In Antwort auf fragendermann1

Wenn es nach sechs Jahren nicht geklappt hat, sollte man es vielleicht einfach mal akzeptieren! Es gibt schlimmere Schicksale als kein 3. Kind zu bekommen!

Und das entscheidest du?!

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. April um 11:08
In Antwort auf fragendermann1

In Deutschland muss einiges passieren, bevor ein Gericht einer Mutter das Kind wegnimmt.

Oh....da kenne ich gegenteilige Fälle! Kind wurde misshandelt u eingesperrt, weggesperrt, keine Spielsachen oder größere Klamotten, Schuhe bekommen das Jugendamt und Richter wussten davon, weil der Vater Jahrelang um seinen Sohn kämpfte, tausende von Euros ausgab aber seinen Sohn da, bei seiner Ex, nicht rausholen konnte. Schlimm, wenn der Jugendamtmitarbeiter mit der Angeklagten verwandt ist und er auch da nichts machen konnte, nicht weiter kam. Dazu kam, dass sie 500 km auseinander wohnen, nicht mal eben um die Ecke. Wann immer er seinen Sohn besuchen oder holen wollte, was gerichtlich so abgemacht war, stand er vor verschlossener Tür...
Mit 12 bekam er ihn endlich, völlig eingeschüchtert, denn er durfte mitentscheiden, nach Jahren des Kampfes. Natürlich hatte er inzwischen einen psychischen Knacks weg..jetzt ist er 15 und lebt in einer Einrichtung für Jugendliche 10 km vom Vater weg, weil er und seine aktuelle Ehefrau in 2 Jahren nicht an ihn rankamen, er viel lügte, nur in seiner virtuellen Welt lebte (wurde ihm auch zeitlich begrenzt, später weggenommen, dann machte er anderen Blödsinn) usw. Trotz Unterstützung und Zusammenarbeit des örtlichen Jugendamtes, das um Welten besser ist als das bei der Erzeugerin des Jungen. 
Dann kam seine Erzeugerin ihn mal besuchen und Muuuti war plötzlich wieder toll, er wollte fast wieder mit zu ihr, nachdem sie ihm falsche Versprechungen machte. Dabei sagte er anfangs, sie sei für ihn gestorben. Aber inzwischen versteht er, dass seine Mutter ihn nur zurück will, damit sie Kindergeld und Unterhalt absahnen kann und es ihr keine Sekunde um die Liebe zu ihrem Kind geht! Seinem Vater und "Stiefmutter "nähert er sich wieder an, regelmäßige Treffen und Besuche an der Monatsordnung...

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. April um 11:15
In Antwort auf skadiru

Und das entscheidest du?!

Nein, aber offensichtlich die Natur!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. April um 11:23
In Antwort auf fragendermann1

Nein, aber offensichtlich die Natur!

Ok, das sollte akzeptiert werden, zumindest bin ich auch so eingestellt. Wir hätten ja auch gern noch ein weiteres Kind aber helfen da mit nichts nach. 

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. April um 12:14
In Antwort auf sarahamina007

Hallo Ihr Lieben,


Ich war schon seit einer halben Ewigkeit nicht mehr hier, aber irgendwie fühle ich mich in meiner regulären Umgebung derzeit ziemlich einsam, es gibt hier niemanden, mit dem ich wirklich über das Thema sprechen kann. Seit etwas mehr als sechs Jahren wünschen mein Partner und ich uns ein Kind. Man könnte mir nun vorhalten, daß ich bereits zwei Kinder habe. Meine Tochter ist 16, sie lebt leider nicht bei mir und ich habe die letzten 13 Jahre ihres Lebens leider nur lückenhaft und aus großer Entfernung erlebt - also nahezu gar nicht. Sie ist mir sehr fremd. Mein Sohn ist 10 lebt bei mir. Bei Kinder sind nicht von meinem Partner, er hat bislang keine eigenen Kinder. Zwischen meinen beiden Kindern hatte ich zwei Fehlgeburten, einmal im 5., einmal im 3. Monat. 
Bereits zwei Kinder zu haben, wobei ich ja nur eines davon großziehen darf, verringert nicht meinen Wunsch nach einem Kind und da mein Partner noch gar keine Kinder hat, ist der Wunsch auch bei ihm groß.
Ich bin kurz nach Beginn der Beziehung zu ihm gezogen und habe dafür meinen vorigen Wohnort verlassen. Leider ist es an unserem jetzigen Wohnort so, daß es alles Andere als leicht ist, einen Arzt zu finden. So habe ich für meinen Sohn noch immer keinen Kinderarzt gefunden. Als er vor 4 Jahren aufgrund einer Mückenplage übersäät von roten Flecken war und die Schule ihn dann nach Hause geschickt hat wegen angeblicher Masern, mußte ich sogar mit ihm die Notaufnahme des Krankenhauses blockieren, da uns mehrere Kinderärzte abgewiesen haben mit den Worten, sie seien voll, sie hätten genug Patienten und nähmen keine neuen Patienten mehr auf, wir sollen woanders hingehen. Für mich sah es in den vergangenen mehr als sechs Jahren nicht besser aus, sämtliche von mir kontaktierten Gynäkologen erklärten mir, sie seien voll, sie nähmen keine neuen Patienten. Auch mein jetziger Hausarzt wollte mich anfangs nicht aufnehmen, er änderte seine Meinung erst nach einem Anruf meines Partners: die beiden sind befreundet. Man sieht also, einen Arzt zu finden, ist nicht leicht. Zwischendurch habe ich dann natürlich auch mal nicht gesucht oder einfach keine Zeit gehabt zu suchen, dann doch wieder, sechs Jahre lang. Dazu sechs Jahre lang dieser innige Kinderwunsch, die Unsicherheit, warum klappt es nicht, an wen kann man sich wenden, was können wir tun. Nun hat vor nicht allzu langer Zeit ein zugezogener Gynäkologe die Praxis eines Kollegen, der in Pension gegangen ist, übernommen. Und siehe da: bei diesem zugezogenen Gynäkologen bin ich untergekommen! Ich mußte nur 3 Wochen auf meinen Termin warten! Nach sechs Jahren Arztsuche natürlich ein Klacks! 
Der Arzt war sehr nett und es kam bald heraus: es passt alles, einer Schwangerschaft sollte eigentlich nichts im Wege stehen, ich solle mal meinen Partner zu ihm schicken, mein Partner soll sich eine Überweisung für's Labor holen, im Labor würde dann ein Spermiogramm angefertigt, dann mal weitersehen. Gleich am nächsten Abend nach Feierabend schleifte ich meinen Partner zu meinem neuen Gynäkologen, der ihm auch sofort die Überweisung ausstellte und uns alles schön erklärte. Wenige Tage später spazierten wir zum Labor, für knapp 32,-- € wurde ein Spermiogramm angefertigt, das Ergebnis wurde an den Arzt gesendet, der uns knapp eine Woche darauf anrief: es seien so wenige Spermien vorhanden gewesen, daß das Labor sich nicht mehr die Mühe gemacht habe, sie überhaupt zu zählen. In vier Wochen soll mein Partner sich eine neue Überweisung holen und das Spermiogramm wiederholen. 
Nun wissen wir also, woran es in etwa hapert. Es sind nicht genügend Spermien vorhanden, um zu einer Schwangerschaft zu führen. Wieviele genau, das hat man uns bislang nicht mitgeteilt. Null? 2, 3? 1000? 1000000? 10000000? Das Abwarten der vier Wochen bis zum nächsten Spermiogramm ist die reinste Qual. Etwa die Hälfte der Zeit ist jetzt um. Und ich ahne bereits: das Ergebnis wird nicht besser werden. Bestünde die Hoffnung auf ein besseres Ergebnis, dann hätte es ja auch in den vergangenen mehr als sechs Jahren einmal klappen können. Es scheint sich also definitiv um ein langfristiges Problem zu handeln. Woran kann es liegen? Am Rauchen? Trotz meiner jahrelangen Einwände raucht mein Partner noch immer, nicht viel, aber meines Erachtens nach zu viel, meist zwischen 4 und 8 Zigaretten pro Tag. Aber andere rauchen auch und können trotzdem Kinder zeugen. Vielleicht also ein anderer Grund? Die Oberleitung? Wir sind beide Triebfahrzeugführer, gerade mein Mann ist seit Jahren dem Wirken der Oberleitung ausgesetzt sowie den ebenso ungesunden fahrzeugtechnischen Einrichtungen. Liegt es daran? Macht ihn die Arbeit infertil? Aber sämtliche seiner Kollegen haben doch kürzlich Kinder bekommen und die Ehefrauen sind gerade schwanger! Vielleicht doch etwas Anderes als Ursache? Chemikalien im Essen oder in Kosmetika? Wir ernähren uns quasi durchweg ökologisch, ich kaufe nur Bio-Lebensmittel und das bereits seit vielen Jahren. Kosmetika gibt es bei uns nur das Nötigste, und auch diese wenigen Produkte samt und sonders ökologisch, ohne Chemikalien, ohne hormonell wirksame Substanzen, die in Infertilität münden könnten. Ich könnte jetzt die Liste an möglichen Gründen wohl noch endlos fortführen, Fakt ist jedoch, wir kennen die Ursache nicht, wir wissen nur, er ist derzeit nicht in der Lage, ein Kind zu zeugen. Ob es tatsächlich ein "derzeit" ist oder ein "dauerhaft" - wir wissen es nicht.
Vielleicht hat jemand von Euch Erfahrung mit dieser Thematik? Ich würde mich über einen Austausch von Erfahrungen, Emotionen und Gedanken sehr freuen. Leider gibt es hier niemanden, mit dem ich darüber sprechen könnte: meine Tochter hat 4 Halbgeschwister von der Seite meines Ex-Mannes, sie will auf gar keinen Fall noch ein Geschwisterkind und mit zickig-pubertären 16 Jahren ist sie ohnehin nicht unbedingt der ideale Gesprächspartner für ein derart emotional beladenes Thema. Meine Eltern, nun sagen wir mal so, sie wollten vor 16 Jahren nichts von meiner Schwangerschaft wissen, haben mir dann aber meine Tochter weggenommen und versuchen seither vergeblich, aus ihr eine verbesserte Version von mir zu machen, vor 10-11 Jahren wollten sie nichts von meiner nächsten Schwangerschaft wissen, über die zwei Fehlgeburten dazwischen haben sie sich gefreut und mir gesagt, ich könne doch froh darüber sein und erst vor wenigen Tagen hat mein Vater mir an den Kopf geworfen: "Du bist 36, Dein Partner ist 40, ihr seit sowieso zu alt, um Kinder zu bekommen oder wollt Ihr, daß die Lehrer in der Schule Euch mit den Großeltern verwechseln!" ich solle also froh sein, keine Kinder mehr zu bekommen. Es gibt einen guten Freund, der ebenfalls gerne ein Kind mit seiner Freundin zeugen möchte und ärztliche Hilfe gesucht hat, mit ihm kann ich reden, allerdings ist er typisch maskulin eher unemotional und versteht nicht unbedingt feminine Gedankengänge und Gefühlsregungen. Mein Partner scheut sich, seiner Familie von unserem Dilemma zu berichten, er traut sich nicht, seine Mutter erwartet jedoch seit Jahren von mir, daß ich ihr endlich Enkel gebäre. Alle weiteren Freunde und Bekannten bewegen sich größtenteils im Dunstkreis der Arbeit, was sie nicht unbedingt zu adäquaten Gesprächspartnern für die Thematik macht, daher wäre ein Austausch mit Mädels, denen es ähnlich geht wie mir, einfach traumhaft! 

Liebe Grüße!

Dein Mann sollte keine engen Hosen tragen,
nicht heiss baden und saunieren.
Kein Lakritze essen und so wenig wue möglich rauchen. 
 

Vitamine kann er auch einnehmen,
Vit. D, B, Zink. 

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. April um 17:19

Hallo, da sind ja mittlerweile einige Vorschläge eingegangen, vielen lieben Dank an all die konstruktiven Ratschläge und Ideen. 

@ingrid1: Das ist eine sehr lange Geschichte. Ich werde mal versuchen, mich möglichst kurz zu fassen. Ich bin als Einzelkind in einer relativ gut betuchten Familie aufgewachsen mit hohen Erwartungen seitens meiner Eltern an mich. Meine gesamte Jugend hindurch habe ich mich bemüht, meinen Eltern gerecht zu werden und die Erwartungen zu erfüllen, doch es war meinen Eltern eigentlich nie gut genug. Mit der Volljährigkeit begann ich dann zu rebellieren, ich merkte, daß sich trotz der Volljährigkeit nichts änderte und ich immer noch um 20:00 Uhr ins Bett geschickt wurde. Ich rebellierte also sehr stark, begann mehr und mehr, nicht mehr pünktlich zu Hause zu sein und heute, im Nachhinein, denke ich, daß ich unterbewußt ganz genau deshalb auch auf die Ehe mit dem Vater meiner Tochter zusteuerte: weil ich aus meinem Elternhaus raus wollte, weil ich in der Ehe vermutlich unterbewußt die Chance sah, auszubrechen und mein eigenes Leben sofort führen zu können. Also heiratete ich mit 19 und bekam kurz vor meinem zwanzigsten Geburtstag meine Tochter. Die Ehe verlief nicht wie erhofft, ich war sie viel zu übereilt eingegangen, blind vor vermeintlicher Liebe. Er war Kurde aus Syrien, gerade erst seit wenigen Monaten in Deutschland, gaukelte mir natürlich die große Liebe vor, während er in einem Koffer mit Zahlenschloß die Fotos seiner Jugendliebe mit sich herumtrug. 
Kurz vor der Geburt meiner Tochter holten meine Eltern uns zu sich, der Dachboden wurde ausgebaut und mein altes Kinderzimmer in ein Wohnzimmer für uns umgebaut. Doch das Zusammenleben verlief sehr spannungsreich, verständlicherweise waren meine Eltern nicht erbaut über die Ehe, mein Ex verhielt sich nicht den Erwartungen meiner Eltern entsprechend, wurde mit der Zeit mehr und mehr gewalttätig, faul und arbeitsunwillig. Als meine Tochter etwa ein Jahr alt war, zog ich die Reißleine, begann eine Ausbildung, allerdings in einer etwa 80km entfernten Stadt. In dem eher ländlichen Gebiet ohne tägliche Autofahrten nicht zu machen, so daß ich mir nach kurzer Zeit dort eine winzige Wohnung nahm. Als es daran ging, eine Tagesmutter für meine Tochter zu finden, schritten meine Eltern ein: ich solle sie die Woche über bei ihnen lassen, man lese in den Zeitungen immer so viel über Tagesmütter, die Kinder schlügen, Ehemänner von Tagesmüttern, die Kinder vergewaltigten, ich sollte sie besser bei ihnen lassen, da bekomme sie 24h am Tag Liebe, ich könne mich voll auf die Ausbildung konzentrieren, am Wochenende könnte ich nach Hause kommen oder meine Tochter von dort abholen, nach 3 Jahren Ausbildung könnte ich sie dann ganz zu mir holen. Ich war glücklich und dankbar für dieses Angebot, dem Kindesvater war es egal, er zog etwa zu diesem Zeitpunkt aus, ließ sich vom Sozialamt versorgen, beharrte weiter auf das Kindergeld, von dem er für sich eine Waschmaschine kaufte und ließ sich meist wochenlang nicht blicken, teilweise sah und hörte man drei Monate lang nichts von ihm, dann schneite er mal wieder für 5 Minuten vorbei. Er zog die Scheidung mit Bitten und Betteln, Streiten und Zanken in die Länge, um noch vor der Scheidung eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung zu erlangen, beim Verlassen des Gerichtsgebäudes am Tage der Scheidung erklärte er mir dann frei heraus, er habe mich ja eh nur geheiratet, um in Deutschland bleiben zu können, einen Tag später bestieg er ein Flugzeug in das damals noch friedliche Syrien, wo er seine Jugendliebe heiratete und wenige Monate darauf nach Deutschland holte. 
Ich absolvierte weiter die Ausbildung, die Besuche bei meinen Eltern bzw. Abholaktionen kriselten mal mehr mal weniger, meinen Eltern fiel immer wieder irgendetwas ein, wieso ich meine Tochter jetzt gerade nicht abholen könne, wieso ich erst nächstes Wochenende kommen sollte. 
Kurz vor Beendigung der Ausbildung lernte ich den Vater meines Sohnes kennen, diesmal kein Kurde, nein, von denen wollte ich künftig die Finger lassen, stattdessen ein Inder. Als er nach Spanien ging, folgte ich ihm. Er stellte mich vor die Wahl, entweder zurück nach Deutschland zu gehen, mir einen anderen Mann zu suchen und ihn zu vergessen oder für immer bei ihm in Spanien zu bleiben. Man könnte nun sagen, wie blöd ist diese Tussi, daß sie nicht die erste Möglichkeit ergriff und sich stattdessen für die zweite Möglichkeit entschied, allerdings bin ich trotz allem, was mir diese Entscheidung an Schmerz bringen sollte, heute heilfroh, sie getroffen zu haben, da ich heute sonst nicht dort wäre, wo ich bin und nicht an der Seite des für mich wunderbarsten Mannes. Diese auf den ersten Blick dumme Entscheidung hat mich um den halben Erdball geführt und letzten Endes zu meinem heutigen Partner, den ich sonst niemals getroffen hätte. Aber das ist eine andere Geschichte.
Nun stand also ein Umzug von Deutschland nach Spanien an, das Kinderzimmer in Spanien war bereits vorbereitet. Doch meine Eltern stellten sich quer, wollten meine Tochter nicht herausgeben, argumentierten, Spanien sei für ein Kind in diesem Alter viel zu gefährlich, da könne ihr ja viel zu viel passieren, nein, ich bekomme sie nicht. Kurz darauf hatte ich die erste von zwei Fehlgeburten, was mich emotional derart aus der Bahn warf, daß ich kurz entschlossen, nach endlosen fruchtlosen Diskussionen mit meinen Eltern, von Spanien nach Deutschland fuhr, meine Tochter vom Kindergarten abholte und mit nach Spanien nahm. Meine Mutter informierte ich unverzüglich darüber, daß sie meine Tochter nicht vom Kindergarten abholen brauche, das habe ich bereits getan. Was ich nicht wußte: lediglich 30 Minuten nachdem ich sie abgeholt hatte, hatte mein Vater meinen Ex-Mann zum Amtsgericht geschleift, wo er den damals zuständigen Richter gut kannte, die beiden waren per Du. Es wurde eine einstweilige Verfügung erwirkt, die allerdings nur auf deutschem Boden Gültigkeit besaß, und mir wurde das Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen. 
Drei Wochen später kam mein Vater mich besuchen in Spanien, versuchte, meine Tochter zu überreden, mit ihm zu gehen, doch sie weigerte sich beharrlich, ließ sich auch von den in Aussicht gestellten Weihnachtsgeschenken nicht verführen. Wutschnaubend fuhr mein Vater von dannen. Damals war meine Einstellung derart, daß ich meinen Eltern meine Tochter, um die sie sich ja während meiner Ausbildung gekümmert hatten, auch nicht vollkommen entziehen wollte, die Beziehung zwischen meinen Eltern und meiner Tochter wollte ich hegen und pflegen und zu diesem Zwecke so häufig wie möglich gegenseitige Besuche organisieren. Also fuhr ich kurz danach zu meinen Eltern. Dort wurde die Haustür lediglich einen Spalt weit geöffnet, meine Tochter wurde mir entrissen und ins Haus gezerrt, durch den Spalt wurde ein Blatt Papier gereicht, dann wurde mir gedroht, ich solle das Grundstück verlassen, ansonsten rufe mein Vater die Polizei. Bei dem Platt Papier handelte es sich um die einstweilige Verfügung. 
Meine Emotionen will ich an dieser Stelle außen vor lassen, etwa sechs Monate lang herrschte Funkstille, ich hörte und sah nichts von meiner Tochter. Dann plötzlich ein Anruf meiner Eltern: der Kindesvater wollte die aktuelle Situation nutzen, um das alleinige Sorgerecht zu beantragen, seine neue Frau sei jetzt da, er müßte sich also nicht mal selbst um das Kind kümmern sondern könne das der neuen Frau überlassen, vor allem jedoch habe er mit dem an seinem Wohnsitz gemeldeten Kind ein Anrecht auf ein paar m² mehr und ein paar € mehr pro Monat vom Sozialamt. Nun gelte es, dafür zu sorgen, daß meine Tochter nicht zu ihm müsse, das könnten wir jedoch nur gemeinsam erreichen, meine Eltern schlugen vor, mir den Anwalt zu zahlen, der sollte dafür sorgen, daß meine Tochter vorerst bei meinen Eltern verbleiben könne, da ich nach den letzten Geschehnissen eh nicht das alleinige Sorgerecht bekommen würde, es tue ihnen auch leid, was sie getan haben, aber nun müßten wir zusammenarbeiten.
Das Gerichtsverfahren zog sich mehr als 2 Jahre hin, dann bekam ich mein Aufenthaltsbestimmungsrecht zurück, daß Sorgerecht verblieb bei beiden Elternteilen, allerdings sollte meine Tochter bis zum Ende der Grundschulzeit bei meinen Eltern bleiben, um sich die Situation dann nochmal neu zu betrachten, zudem bekam ich das Recht, zu entscheiden, weilche Grundschule am Wohnort meiner Eltern sie besuchen solle, da der Kindesvater auch in diesem Punkt auf Ärger aus war. 
Er versuchte danach noch 2mal, das alleinige Sorgerecht zu bekommen, das eine Mal wurde dies direkt vom Gericht abgeschmettert, das andere Mal kam es wieder zu einer Verhandlung, diesmal mit einem fragwürdigen Gutachter, der das Ansehen seiner Tochter reinwaschen wollte (die Tochter war von Norddeutschland nach Wien gezogen, wo sie vier Kinder von vier verschiedenen afrikanischen Ehemännern hatte, was natürlich sämtliche Gutachten dieses Psychologen dahingehend beeinflusste, daß sämtliche nicht-deutschen Mitbürger in höchsten Tönen gelobt und als erziehungsgeeignet angesehen wurden), doch das Gutachten wurde nach Infragestellung nicht weiter herangezogen, es wurde abermals beschlossen, daß alles so bleiben solle, wie es war, mit vierzehn Jahren solle dann meine Tochter selbst entscheiden, wo sie leben wolle. 
All die Jahre über haben meine Eltern ihr natürlich eingeredet, wie schlecht sowohl ich als auch ihr Vater seien, erst vor 3 Jahren, als sie mich über einen längeren Zeitraum von 10 Tagen besuchen durfte, hatten wir Gelegenheit, ausführlich über alles zu sprechen, so daß sie nun die Sichtweisen aller drei Parteien kennt sowie wichtige Hintergründe. 
Man könnte nun sagen, ich hätte mehr um sie kämpfen sollen, sie meinen Eltern wegnehmen sollen, doch aufgrund der damaligen Umstände sowie der gesamten Historie und der Art und Weise, wie ich unter meinem Vater aufwuchs, wäre dies vollkommen unmöglich gewesen. Als Tochter kommt man meist nicht so einfach an gegen einen Vater, der Zeit seines Lebens mehr als 300 Untergebene hatte, die auf seinen Befehl hin aus dem Fenster gesprungen wären, und der dieses Gehabe auch stets zu Hause auslebte.
Im Nachhinein werte ich das Verhalten meiner Eltern Hauptsächlich als Reaktion auf meine zwei Ehen mit Ausländern, die ja beide nicht gewollt waren durch meine Eltern, sie versuchen seit Jahren, meine Tochter zu einer verbesserten Kopie von mir zu erziehen, sind mit ihr noch strenger, als seinerzeit mir gegenüber, also wohl ein psychologisches Problem: sie wurden von mir enttäuscht, ich habe die Träume und Wünsche, die sie für mich hatten, nicht erfüllt, nun muß meine Tochter dafür herhalten.

 

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Cetrotide und Menopur abzugeben
Von: sonnenblume3
neu
28. April um 15:55
abzugeben
Von: sonnenblume3
neu
28. April um 15:41
Schwache Periode nach Zwischenblutungen
Von: lenax3
neu
28. April um 12:21
Lust auf mehr Farbe in deinem Leben?
wallpaper

Das könnte dir auch gefallen