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5 fehlgeburen

5. Juni 2008 um 14:57

Hallo

ich bin 34 jahre alt und hatte 5 Fehlgeburten.

Ich sitze hier und habe gerade im TV eine Frau gesehen die ihr Baby bekommen hat. Ich brach in Tränen aus.
Es nützt wohl nichts alles weit weit weg zu schieben. Was mir passiert ist.

Ich schäme mich so, ich bin keine vollwertige Frau. Warum darf ich keine Kinder haben?
Ich bin so entsetzlich traurig, unglücklich und überaus von mir selbst enttäuscht. Ich hasse mein Geschlecht. Es ist zu nichts nütze.
Jetzt gerade bin ich an einem absolutem Tiefpunkt, ich weiss aber in ein paar Stunden denke ich wieder klarer und vernünftiger.

So habe ich mir doch eingeredet das ich alles irgendwie geschafft hätte, ich bin so hin und her gerissen.

Manchmal stelle ich mir vor wenn ich alt bin und keine Kinder habe wie traurig und Trostlos dieses Leben wohl sein würde und Einsam?

Mein Kopf sagt manchmal - versuchs doch nochmal - ich war 2 mal schon bis zur 20.ssw - vielleicht geht es ja dieses mal weiter?

Ich glaube das überlebe ich nicht. Wenn ich daran nur denke jetzt - durchfährt mich ein Körperlicher Schmerz von meinen Beinen bis in meine Arme. Wenn ich das habe ist der Schmerz ganz besonders hart.

Wie sie wohl ausgesehen hätten - meine Kinder?

Ich habe 3 von Ihnen in meinem Arm halten dürfen und mich von ihnen verabschiedet. Hab ich das?

Meine Augen brennen, mein Herz klopft. Hilfe - warum passiert gerade mir so etwas schlimmes?

Ich schäme mich vor meiner Familie - das ich nicht mal das geschafft habe.

Kein gutes Elternhaus, keine gute Kindheit und Jugend. Und meine Eltern wünschen sich so sehr Oma und Opa zu werden. Nicht mal das konnte ich ihnen beweisen das ich das kann.

Ich kann es nicht.

Es heißt immer - nichts ist ohne Grund. Es hat schon seinen Sinn das es so ist wie es ist. Hat es das?

Ich bin gerade schrecklich down. Keiner kann mir helfen, mir fehlt der Antrieb zu allem.

Nein mein Leben beenden werde ich nicht, so tief bin ich nicht und war ich nie.

Ich bin als Frau geboren, aber ich kann keine Kinder auf die Welt bringen weil mein Muttermund kaputt ist. Er wurde durch vorangegangene Ausschabungen kaputt gemacht. Der Muskel ist kaputt. Sobald das Kind größer wird und der Druck von oben kommt geht er auf und das Kind fällt heraus.

Die Ärzte stritten sich in meinen letzten beiden Schwangerschaften ob man mich zu näht oder nicht. Vertrösteten mich von heute auf morgen und übermorgen bis mein Kind wieder geboren wurde, und sterben musste weil die Welt hier draussen für ein Kind das in der 20. ssw geboren wird nicht bereit ist!
So war wieder alles zu spät.

Es ist schrecklich sein Kind auf die Welt bringen zu müssen und man weiss es wird gleich ersticken. Wie kann man da noch normal denken? Selbst wenn es nun schon 4 Jahre her ist?

Ich schäme mich zutiefest, wie konnte mir das passieren. Obwohl - in meinem Leben ist noch nie etwas glatt und gerade aus gelaufen.

Ich bin eine Hausfrau, die nicht vollzeit arbeiten gehen kann, da ich durch einen Zeckenbiss Borelliose bekommen habe und dann Rheuma. Mir geht es soweit gut, aber sobald ich mich Körperlich etwas mehr betätige bekomme ich Gelenkschmerzen und kann kaum laufen und ich riskiere einen Rheumaschub der dann wieder mit einer Leichten Chemotherapie behandelt werden muss. In schlimmsten Zeiten konnte ich kaum alleine zur Toilette gehen.

Ich hab es so satt. Warum muss ich das aushalten?

Kann nicht alles normal sein?

Ich wär so froh wenn alles normal bei mir wäre.

Niemand kann mich verstehen, denn niemand außer hier dieser Beitrag erfährt meine Gedanken die ich stumm in meinem Herzen trage und traurig blicke ich zum Himmel.

Ich schäme mich so sehr das ich nicht so bin wie andere, und glücklich meine Kinder bekommen kann.

Bitte spart euch Sätze wie: finde einen anderen Weg für dein Leben um Glücklich zu sein.

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5. Juni 2008 um 15:08

Hallo sternenmutter!
Hallo,

Traurig deine Geschichte. Tut mir so leid. Wein, wenn du weinen muss. Dein Kinderwunsch ist riessig, aber du kannst keine Kinder mehr in dir tragen. Du brauchst einen Trauerprozess, ganz normal alles. Verstehe deine Gefuehle (2 ESS, noch 1 Eileiter uebrig), frage mich auch manchmal ab ob ich irgendwann noch eine wirkliche Mutter werden soll. Mir hat es geholfen und hilft es noch immer zu Pro Familia zu gehen um mit einer Hebamme/ Soz. Pedagogin zu reden. Es gibt auch Gruppen, zB Verwaiste Eltern in Bremen hat eine Gruppe fuer Eltern mit Erfahrung von Fehlgeburte. Vllt auch in deiner Naehe: Gefuehle und Gedanke austaeusschen: hilfreich fuer mnache Leute.
Du bist nicht alleine. Wuensche dir viel Kraft zu!
Alles Liebe, LG Cindy

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5. Juni 2008 um 17:38

Hallo sternenmutter
ich mußte sehr weinen, als ich deinen beitrag gelesen habe. ich möchte dir auch keine blöden ratschläge geben, die einem sowieso nicht helfen. möchte dich nur mal kurz in den arm nehmen und drücken! wünsche dir viel kraft!!!
lg martina

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6. Juni 2008 um 10:08

Hallo
habe dir PN geschrieben
lg
m

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7. Juni 2008 um 11:31

Hallo!
wie geht es dir heute?
ich schicke liebe grüße und viel kraft. habe gestern viel an dich gedacht.
maleen

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1. August 2008 um 20:56

Auch 5 Fehlgeburten
Liebe Sternenmutter,
ich glaube wenn dich jemand verstehen kann, dann bin ich das. Auch ich habe in den letzten drei Jahren 5 Fehlgeburten durchleben müssen. Zwar schon sehr früh immer in der 7. 8. Woche, aber immer musste eine Ausschabung gemacht werden. Und durcj die Ausschabungen sind Verwachsunger in der Gebärmutter entstanden, die zu weiteren Fehlgeburten führen können.
Du hast mir mit deinem Text aus dem Herzen gesprochen. Es ist so unfair!!! Um mich herum scheint es nur Schwangere oder glückliche Mütter zu geben.
Ich wünsche dir alles Liebe und viel Kraft!

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3. August 2008 um 22:43

Du bist nicht allein
Hallo Sternenmutter,

das Thema Fehlgurt ist in Dtl. immer noch ein Tabuthema, auch ich hatte schon zwei und kenne kaum eine Frau (sagen wir mal so ab 30), die noch keine hatte.

Ich kenne diese Gedanken. Sie machen einen kaputt. Du bist eine Frau, auch wenn du leider noch keinem Kind das Leben schenken konntest.

Versuch doch bitte erst mal ein bißchen zur Ruhe zu kommen. Ich würde dir wirklich empfehlen dich einer Elterngruppe für Sterneneltern (gibt es in fast allen Geburtshäusern) anzuschließen oder wende dich an einen Psychologen. Da ist nichts verwerfliches dran und manchmal hilft es wirklich mit einem Wildfremden zu reden, weil man dann nicht das Gefühl hat, seine Freunde damit zu belasten.


Ich wünsche dir alles Gute und viel Ruhe in der Seele.
Eines Tages wirst auch ein Kind haben. Ich weiß nicht, ob ein leibliches, ein Pflege - oder Patenkind. Aber, dass du irgendwann ein Kind glücklich machen wirst, dass weiß ich sicher.

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4. August 2008 um 14:34

Oh mein Gott!
Du hast mein vollstes Mitgefühl! Ich hatte selbst vor zwei Wochen eine Fehlgeburt (die 1. nach einer erfolgreichen Schwangerschaft) und von daher kann ich in etwa nachvollziehen wie schmerzlich sowas ist!
Was ich mich allerdings bei Deinem Beitrag frage ist, ob du dem Thema Schwangerschaft körperlich gewachsen bist? Du schreibst dass du durch die Borelliose Rheuma bekommen hast und du häufig starke körperliche Schmerzen aushalten must, mit denen du dich kaum auf den Beinen halten kannst. Ich könnte mir vorstellen, dass dir dein Körper einfach sagen möchte, dass er vielleicht erst "geheilt" werden will (falls es überhaupt geheilt werden kann), bevor er sich auf eine Schwangerschaft einläßt - ok, das Thema mit dem Muttermund steht auf einem anderen Blatt Papier, aber auch dafür muß es doch Lösungen geben.
Ich habe eine Bekannte, die hatte 6 Fehlgeburten in den unterschiedlichsten Stadien . Mittlerweile hat sie 2 Kinder, die aber auch künstlich gezeugt wurden und bei ihr mußte auch der Muttermund verschlossen werden. Du siehst, es gibt genug Grund zur Hoffnung!
Aber nicht alles auf einmal - nimm dir Zeit, mach einen Schritt nach dem Nächsten. Am Wichtigsten ist aber, dass du mit dir erstmal wieder ins Reine kommst.
Ich drück dich ganz doll und wünsche Dir von Herzen alles Gute! Gib die Hoffnung nicht auf, denn die stirbt gekanntlich zuletzt!

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