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Weiß nicht weiter!

28. Juli 2009 um 14:04

Hallo!

Ich lese hier in allen möglichen Diskussionen mit und manchmal gebe ich auch meinen Senf dazu. Heute muss ich mir mal wieder etwas von der Seele schreiben. Also, ich habe bisher eine erfolglose ICSI und eine erfolglose Kryo hinter mir. Für einen weiteren Kryo Versuch haben wir noch zwei Eisbärchen eingefroren. Im Moment fällt es mir so wahnsinnig schwer positiv zu denken und wirklichen Mut für den Kryo - Transfer zu schöpfen. Eigentlich versuche ich mich darauf einzustellen, ohne Kinder zu leben, was an einem Tag besser gelingt, als an anderen.
Mit meinem Mann gerade ich jedes Mal in Streit, wenn wir das Thema künstliche Befruchtung ansprechen. Er sagt, dass er davon krank wird (hat auch schon einen Tinnitus), ich bin aber jemand, der sich austauschen muss. Ich sauge alle Informationen, die ich zu dem Thema finde regelrecht auf. Nun habe ich am Sonntag in der Welt am Sonntag einen Bericht gelesen, wonach künstliche Befruchtungen mehr oder weniger als Abzocke von Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch dargestellt werden. Insgesamt werden wohl nur knapp 15% der Frauen wirklich schwanger. Ich hatte immer die Info, dass es ca. 30% seien. Diese Info hat mich natürlich runtergezogen, vor allem, weil mein Mann darauf mal wieder gar nicht einging.
Nun , irgendwie weiß ich nicht weiter. Wir werden wohl den einen Kryo Versuch noch machen, aber mein Mann will dann wohl nicht weiter machen. Das schmerzt im Moment sehr. Meine beiden besten Freundinnen sind gerade schwanger, daher habe ich niemanden richtig zum Reden, denn für solche Probleme habe sie zur Zeit sicherlch kein Ohr!
Belastet eure Beziehungen der unerfüllte Kinderwunsch und die künstliche Befrcuhtung auch manchmal?

Würde mich über Autausch freuen!

LG
Doro

29. Juli 2009 um 2:16

Hallo Doro
Tut mir echt leid was Du im Moment so durchmachst. Also das mit der Abzocke kann ich nicht glauben, ich kenne persönlich so viele Paare (hab ne zeitlan im Krankenhaus gearbeitet), die mittels der Reproduktionsmedizin schwanger geworden sind, was auf dem natürlichen Wege nicht möglich gewesen wäre. Was ich weiss ist, das mansche dieser Mediziner Verträge mit Pharmazeutikern eingehen und einem dann eben Medikamente verabreichen, wo sie wissen, das es nicht die richtigen sind und mit den richtigen Medis, würde es dann eher klappen (jeder neue Versuch bringt denen ja auch wieder Geld ein)Sicherlich sollte man nicht ständig wunder erwarten, ich denke mal wir bekommen über den Weg die gleiche Chance, wie andere gesunde bzw. normale Paare auch. Eine psychiche Belastung stellt es aber alle male dar, mal mehr mal weniger.

Es hört sich bei dir schon alles sehr verbissen an (kann ich nachvollziehen,wenn der Wunsch doch so groß ist), sollte denoch eine Beziehung nicht so sehr belasten. Ich finde auch wenn es auf diesem Weg nur möglich ist, sollte ein wenig Freude den Weg begleiten, auch wenn man die eine oder andere Niederlage hinnehmen muss.

ich wieder mit meinem Psychogelabber


Ich stehe erst am Anfang des ersten Versuchs und mein Mann sieht es locker, wie das bei uns nach dem 2ten oder 3ten Versuch aussieht, kann ich auch noch nicht sagen.

Wenn der Wunsch da ist unddie Mediziner es nicht für unmöglich halten, sollte man es ruihg weiter versuchen. Verbeisst man sich daran, schüttet der Körper Stresshormone aus, die eine Schwangerschaft fast unmöglich machen.Am besten etwas lockerer und nicht so viel darüber nachdenken, was passiert, passiert eben.Letzten endes dreht sich eh fast alles zum guten, gib einfach nicht auf wenn dein Wunsch so gross ist.


Lg
Annika


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3. August 2009 um 19:18

NICHT AUFGEBEN!
Liebe Doro!

Wir haben heute, nach vielen Versuchen IVF und Kryo, zwei gesunde Kinder. Unser Sohn ist 2 1/2 Jahre und unsere Tochter 5 Monate.

Es ist natürlich nicht einfach gewesen. Jeder Versuch, der fehlgeschlagen ist, hat sehr weh getan. Vor dem 9. Versuch hatten wir uns eigentlich damit abgefunden, dass wir kinderlos bleiben. Allerdings wollten wir noch unsere Kryo-Eisbärchen "aufbrauchen". Und siehe da: Ich wurde schwanger. Im März 2007 ist dann unser Sohn geboren. Beim nächsten Versuch war ich dann gleich wieder schwanger und unsere Tochter ist im März 2009 geboren.

Unsere Beziehung hat eigentlich nicht unter dem Kinderwunsch gelitten. Natürlich gab es immer mal wieder Diskussionen, aber eigentlich hat uns das alles nur noch mehr zusammengeschweißt. Immer wenn ich am Boden war, hat er mich aufgebaut und gesagt, dass wir eines Tages ein Kind haben werden. Heute haben wir sogar zwei Kinder und sind sehr glücklich. So schwer die Jahre vorher auch gewesen sind, ich würde alles jederzeit wieder so machen.

LG
Sabine

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5. August 2009 um 12:15

15 % Baby take home Rate kann nicht stimmen
Die Zahl kann ich nicht glauben, in meiner Klinik ist die Baby take home Rate rund um 40 %! Sonst würden da wohl nicht so viele Babyfotos hängen, wenn da nur 15 von 100 eine Geburt hätten! Gibt sicherlich Unterschiede aber 15 % ist schon enorm wenig. Ich würde mal in einer anderen Klinik ein Beratungsgespräch machen, da muss man sich eh nicht gleich entscheiden, ob man weitermachen möchte oder nicht. Einfach nur mal eine zweite Meinung einholen! Ich bin in der Klinik in Wels bei Dr. Loimer sehr zufrieden, kann ich dir empfehlen!

Alles Gute!

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5. August 2009 um 15:00

Hallo Doro,
mein Freund und Ich sind gerade in der 3. Insemination, ist natürlich ein 'Weichspülgang' gegenüber dem, was du und dein Mann schon mitgemacht habt. Trotzdem merkt man mit jedem Versuch, dass man nicht mehr ganz so relaxt ist wie beim vorherigen Mal. Bei mir endete die erste IUI auch in einer Fehlgeburt.
Was ich auf jeden Fall gemerkt hab, ist, dass mein Freund -und ich denke Männer im Allgemeinen- ganz anders mit Problemen umgehen/anders trauern als Frauen. Ich bin auch jemand, der alles immer und immer wieder durchsprechen muss. Zugegebenermaßen dreht man sich dann irgendwann im Kreis und 'zerredet' die Dinge. Mein Freund ist auch eher der Typ, der damit 'allein' fertig werden will, bzw. dem es nicht wirklich hilft, dauernd drüber zu reden, sondern das wühlt in ihm den Schmerz eher wieder hoch (War besonders ein Problem nach meiner Fehlgeburt) -Das heißt allerdings nicht, dass ihn das alles nicht interessiert, sondern nur, dass er anders damit umgeht. Ich denke, bei deinem Mann ist das wahrscheinlich auch der Fall, wenn er davon schon krank wird, ist das doch ein sicheres Zeichen, dass ihn die ganze Sache sehr wohl belastet.
Wenn man allerdings gar nicht mehr drüber reden kann/die Beziehung sehr belastet ist, dann schau doch mal in deiner KiWu am schwarzen Brett, bei uns gibt es immer wieder so Kurse und Gesprächskreise für Paare mit ungewollter Kinderlosigkeit bzw. auch für 'wie lebe ich ohne Kind'.
Oder ihr nehmt euch bewusst mal eine Auszeit/fahrt in Urlaub und versprecht euch gegenseitig, dass in dieser Zeit NICHT über Kinder/KiWu etc. geredet wird, sondern nur die Zweierbeziehung gepflegt wird. Mir persönlich hat nach der FG eine intensive zu-zweit-Zeit sehr geholfen, wieder etwas runterzukommen. Schließlich soll die Beziehung nicht vom Thema Kinderwunsch aufgefressen werden.

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen und wünsch euch gaaaaaaaanz gaaaaaaaaaaaanz viel Glück auf eurem weiteren Weg.

LG, Daniela

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5. August 2009 um 17:04

Ich habe den Artikel auch gelesen
Hallo Doro,

ich habe den Artikel auch gelesen - da hatte ich gerade meine 1.ISCI hinter mir. Mich hat der Artikel auch total runter gezogen und mir wenig Hoffnung gegeben, dass es mit einer SS klappt - und siehe da: am letzen Freitag hatte ich einen positiven SS Test.

Nun hoffe ich natürlich sehr, dass es auch so bleibt....

Mein Mann will maximal drei Versuche wagen.
Ich glaube, ihn belastet es mehr als er zugeben mag und ich denke viele Männer verdrängen ihre Gefühle und Ängste lieber als darüber zu reden.
Ich hoffe natürlich, dass wir keinen weiteren Versuch benötigen und stehe deswegen schon schlaflose Nächte durch.

Grundsätzlich hat uns aber der unerfüllte Kinderwunsch noch mehr zusammen geschweisst.
Auch wenn unser Wunsch unerfüllt bleiben sollte werden wir ein tolles Leben haben: dann gibt es hat den Sportwagen statt Familienkutsche, die Wohnung in der Stadt statt Haus im Grünen und Fernreisen statt Urlaub in Dänemark.

Meine Schwägerin hat uns letzten November stolz erklärt, dass sie schwanger sei. Einen Tag zuvor hatten wir gerade erfahren, dass wir auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen können.
Da waren wir richtig geschockt und unfähig uns zu freuen.
Wir haben uns im Anschluß entschuldigt, aber diese Reaktion nimmt sie uns bis heute übel und anstatt mal ein wenig Feingefühl zu besitzen nervt sie uns stattdessen mit regelmäßigen Schwangerschafts- Geburts- und "Ich bin nun glückliche Mama" Mails.

Ich kann Dich also im Bezug auf Deine Freundinnen nur zu gut verstehen.


Ich drücke Dir ganz fest die Daumen für Euren nächsten Versuch!!!

LG,
Jeninhh

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5. August 2009 um 21:42

Freundinnen!?
Hallo Doro,
glaubst oder weist du, dass deine Freundinnen dafür kein Ohr haben?!
Ich weiß, wie man sich fühlt, wenn man befürchtet selbst keine Kinder bekommen zu können und dann andere Mütter sieht, die mit Zigarette und Kinderwagen daherstolzieren oder wenn man von totgeschüttelten oder nach der Geburt getöteten Babys hört...das macht mich heute noch ganz krank! Als meine beste Freundin mir allerdings mit Tränen in den Augen (sie hatte ein schlechtes Gewissen) erzählt hat, dass sie schwanger ist, habe ich mich tierisch für sie gefreut. Es ist so schön, wenn Freunde Kinder bekommen-da weiß man doch, dass die Kleinen es gut haben werden. Natürlich tuts weh. Als ich dann mein Patenkind das erste Mal gesehen und auf dem Arm gehabt habe, war ich natürlich traurig, weil ich nicht wusste, wie mein Leben aussehen würde.
Du solltest versuchen, das Glück mit deinen Freundinnen zu teilen und Ihnen gegenüber ehrlich sein. Wenn sie wirklich deine Freundinnen sind, werden Sie Verständnis haben.
Lass den Kopf nicht hängen und versuch, dich für deine Freundinnen zu freuen.
LG Babs

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6. August 2009 um 10:41

Vielen Dank!
Vielen lieben Dank für eure Antworten. Im Moment geht es mir wieder ewas besser. Wir haben das Thema Kinderwunsch erstmal ausgeklammert, ich habe wieder intensiv mit dem Sporttreiben begonnen und versuche möglichst wenig daran zu denken.
Mit einer Freundin habe ich über mein Problem geredet - trotz Schwangerschaft und sie war verständnisvoll. Leider begegnet sie meinem Mann nun etwas distanziert. Nun ja, man kann nicht alles haben.

Zur Erklärung wollte ich noch schreiben, dass nicht meine Klinik eine Rate von 15% hat (diese weiß ich nicht genau, aber die Klinik hat einen sehr guten Ruf in NRW), sondern, dass die Gesamtquote in Deutschland bei 15 % liegen soll!

In meiner Klinik hat man allerdings überhaupt keinen Kontakt mit anderen Patienten. Es ist eine kleine Privatklinik mit nur drei Ärzten. Bilder von Babys hängen da auch nicht, alles ganz nüchtern. Zuerst habe ich mich darüber auch gewundert, aber nun verstehe ich das ein wenig. Vielleicht möchten sie keine Wunden aufreißen, wenn man Babybilder sieht und weiß, dass man vielleicht selber nie eins bekommen wird!

Ich weiß noch nicht wie es bei mir weitergeht. Werde den einen Kryo - Versuch auf jeden Fall noch machen (August oder September) und dann mal schauen! Mehr als die von der Krankenkasse genehmigten Versuche machen wir aber wohl auf keinen Fall. Ich weiß nicht wie manche das finanziell und emotional machen - 9 oder mehr Versuche!?

Wünsche euch allen viel Glück bei euren weiteren Versuchen!

LG
Doro

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